3. Fastenpredigt am 07.03. in der Basilika Vierzehnheiligen

Die Fastenpredigt am So., 07.03. hielt Religionslehrer i.K. Otto Schneider. Der 1951 geborene Religionslehrer im Kirchendienst lehrt in der Grund-, Haupt- und Wirtschaftsschule in Lichtenfels und lebt in Lichtenfels-Klosterlangheim. Seit vielen Jahren schon organisiert und gestaltet er Kunstausstellungen, zudem schreibt er Gedichte, Kurztexte und Geschichten.
"Warum bin ich und warum bleibe ich Christ? Fällt Ihnen darauf eine schlaue Antwort ein?", fragte der Prediger. "Wenn in der Fußgängerzone erwartungsvoll ein Reporter mit Mikrofon Sie abfragt: Was bedeutet Ihnen Jesus Christus? Wie wichtig ist Ihnen die Zugehörigkeit zu „seiner" Kirche? Warum können Sie die Kirche „leiden"? Sind Sie so cool, so ganz spontan, lassen sie locker einen guten Spruch los. Schaffen Sie das?", fragte Schneider die zahlreichen Zuhörer. "Ich arbeite als Religionslehrer mit Schülern von der 1. bis zur 11 .Klasse, in einer Pfarrei und in einem Seelsorgebereich. Dem fällt bestimmt etwas ein, sagen Sie jetzt sicher, ist doch ein Klacks für den! Aber, ehrlich gesagt, so ist es nicht."
"Eher habe ich mich gefragt: Worauf habe ich mich da eingelassen? — Hole dir doch die großen, erhabenen Denker der Kirchengeschichte oder die zeitgemäß modernen Theologen zu Hilfe, überlegte ich. Scharfsinnige Gedanken, in geschliffene Sprache gebracht, die alles erklären. Aber gefragt war ich! Ich als Person. So will ich versuchen, Ihnen meine Bilder, Gedanken und Gotteserfahrungen geben. Gotteserfahrungen sind intime Momente, die sich nicht für den Marktplatz eignen. Ein Geschehen zwischen Gott und mir - in mir, immer wieder, nur mit dem Herzen zu sehen."
"Ich stehe in dieser herrlichen Basilika", meinte Schneider "und denke: Gott sei Dank, da ist die Stelle Boden, wo das Christuskind erschien, das ist es, ein Stückchen Erdreich und darüber das Himmelreich. Hier in Vierzehnheiligen grandios in Stein gebaut als Bild einer tieferen Wirklichkeit. Erdreich –Himmelreich - Geerdet sein. Festen Boden spüren unter den Füssen und auch gehalten sein. Das erweist sich als wichtig für mein Leben. Mein Glaube bewahrt mich abzuheben. Schwer ist seine Kraft, die mich am Boden des Lebens hält und zugleich nicht bodenlos werden lässt. Begegnungen mit Menschen, mit Kindern und Jugendlichen, oft nur flüchtige, doch mehr als gefüllt von dem, was Menschen glücklich macht oder leiden oder einfach nur sein lässt. Eine Fülle, die mich umhaut, wäre da nicht fester Boden. Klein wie ein Zwerg im Universum komme ich mir da vor. Das macht nicht nur demütig, das ist befreiend", so der Prediger und er betonte, dass er die Nähe Jesu erfahren habe, selbst in der Gottverlassenheit von Scheitern und Krankheiten und Sterben, in der gefühlten oder gedachten Sinnlosigkeit meiner Existenz, in den schönen Erlebnissen, in den Sprachlosigkeiten zwischen Menschen.
"Die Nähe Jesu ist etwas Wunderbares und wenn ich sage, Jesus Christus ist für mich ein Glück, ein Geschenk, da werde ich im Gespräch schon einmal ausgelacht. Das ist eben, wie Leben ist. Wie kannst du da nur glauben? Was ist das nur für ein Gott, der das zulässt? Ich spüre jedoch, er tröstet unendlich, hilft mir geerdet zu bleiben. Das tut mir gut, denn ich weiß ich bin nicht allein, meinte der Religionslehrer. Ich bin nicht allein, ein wichtiger Gedanke, wenn ich an die Kirche denke und an die Menschen. An die Menschen mit Fehlern wie ich, stark und schwach, geerdet und aufgerichtet, auch im Himmel. So kann ich Kirche leiden, auch erleiden und so kann ich ertragen, wenn ich als Christ mitverantwortlich gemacht werde für das, was Kirche getan hat und heute tut oder eben nicht tut. Der Weinberg des Herrn, den ich versuche zu beackern in Gesellschaft, Beruf und Privatleben, das ist oft steiler, steiniger Boden, leicht ins Rutschen komme ich darauf. Geerdet sein, das heißt in aller Lebensfreude auch um die Vergänglichkeit und Brüchigkeit des Lebens zu wissen. Geschenk ist mein Leben, es schätzen und auch loslassen zu können, im Vertrauen auf den, der uns lehrt, was wahres Leben ist, das ist es, was ich immer noch lerne und weshalb ich Christ bin und Christ bleibe."















