P. Christoph bittet um Gebet und Hilfe für seinen Bruder Michael in Sri Lanka
Hier handelt es sich um einen Bericht im Donau-Kurier vom 26.08.10 von Eva Chloupek
Neun Tage in Todesangst in einem Gefängnisloch in Monoragala: Der Eichstätter Michael Kreitmeir - Bruder von P. Christoph Kreitmeir - ist auf Sri Lanka durch die Hölle gegangen. Seit gestern ist er nach massiver Intervention "von höchster Stelle" auf Kaution frei – schwebt aber immer noch in Lebensgefahr.

Es ist eine Horrorgeschichte, die der 53-Jährige gestern Nachmittag in einem Telefonat mit der Eichstätter Redaktion des DONAUKURIER erzählt. "Wie ein schlechter Horrorfilm. Nur mit einem selbst als Hauptdarsteller – und kein Knopf zum Abstellen." Der ehemalige TV-Journalist, der 1999 auf Sri Lanka das Kinderdorf Little Smile gründete, ist hörbar angeschlagen: Im Gefängnis hat er sich eine Lungenentzündung zugezogen, auch nervlich und psychisch ist er am Ende: "Ich habe Morddrohungen erhalten, aber ich werde nicht schweigen. Ich weiß, dass die mich umbringen wollen. Aber wenn sie das tun, dann sollen sie wenigstens nicht einfach so davonkommen." Und vielleicht ist eine massive Einmischung der Politik und der Öffentlichkeit auch der beste Schutz in seinem Fall.
Seit elf Jahren setzt sich Kreitmeir für die Armen des Landes ein. Mit Rat und Tat: Er gibt Waisenkindern ein Zuhause, verschafft ihnen Nahrung und Bildung, finanziell unterstützt durch die verschiedensten Hilfsaktionen in seiner Heimat, etwa die "DONAUKURIER Vorweihnacht der guten Herzen" oder "Eichstätt hilft". Er steht persönlich dafür ein, dass die Spendengelder auch tatsächlich den Bedürftigen zugute kommen und widersetzt sich immer wieder Korruptionsversuchen im Land – wie denen jenes Provinzministers, der ihm nun seinen Worten zufolge nach dem Leben trachtet. Unter anderem weil er, Kreitmeir, sich nicht auf illegale Grundstücksgeschäfte habe einlassen wollen.
Aber wie genau kam es nun zu dieser Verhaftung? "Wir waren gerade hundemüde auf dem Rückweg von einem Projekt", berichtet Kreitmeir, "als wir von 30 Leuten einer Special Task Force abgepasst und regelrecht auseinandergenommen wurden. Dann haben die mir 1,8 Gramm Heroin untergeschoben und uns zur Polizeistation transportiert. Das war so offensichtlich fingiert. Mir war klar, dass das sehr, sehr eng wird." Auch Kreitmeirs Sohn, der 23 Jahre alte Manuel, wurde festgenommen – und mit dem Tod bedroht für den Fall, dass Kreitmeir senior sich nicht "geständig" zeige. "In der selben Nacht haben die auch das Kinderdorf gestürmt, die Leute dort bedroht und alles mitgenommen, was sie wollten."
Während ihr Mann in der Zelle Todesängste um sich selbst und seinen Sohn durchleidet, ist Ehefrau Elke daheim in Eichstätt einem Nervenzusammenbruch nahe: "Ich sitz permanent an drei Telefonen und versuche, Hilfe zu organisieren." Es gehe darum, Öffentlichkeit zu schaffen und so das Leben ihres Mannes zu sichern.
Der Berater des bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer, der Eichstätter Walter Eisenhart, bestätigt gestern Abend unserer Zeitung, dass Seehofer unverzüglich Bundesaußenminister Guido Westerwelle eingeschaltet habe. Mehr könne man derzeit noch nicht sagen, um diplomatische Verwicklungen zu vermeiden.
Auch die deutsche Botschaft in Sri Lanka kümmere sich engagiert um den Fall, versichert ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin nach Rücksprache mit seinen Kollegen in Sri Lankas Hauptstadt Colombo unserer Zeitung. "Wir stehen in Kontakt mit dem Betroffenen und mit seiner Familie. Sie werden von uns betreut."
Michael Kreitmeir selbst befolgt den Rat, ab jetzt jede Nacht an einem anderen Ort zu schlafen. Er ist krank und psychisch angeschlagen – jedoch nicht gebrochen: "Wie kann man geradestehen für Spendengelder und das, was man jetzt fast zwölf Jahre im Leben getan hat, wenn man sich korrumpieren ließe oder Angst hätte? Ich kann nicht davonlaufen, nur weil es hier kriminelle Elemente gibt." Er könnte das Land aber auch gar nicht verlassen: Sein Pass wurde beschlagnahmt. "Ich weiß nicht, wie es ausgeht. Es ist die Hölle."
www.donaukurier.de/nachrichten/bayern/-Die-wollen-mich-umbringen-;art155371,2315093
Und hier ein Bericht aus der tz-München vom 26.08.10
BR-Filmemacher: Brief aus dem Horror-Knast
Koslanda - Der bekannte BR-Filmemacher Michael Kreitmeir (53) durchlebt Todesangst in einem Horror-Knast auf Sri Lanka. In einem dramatischen Brief bittet er um Hilfe.

Die Kinder in Sri Lanka sind Michael Kreitmeirs große Lebensaufgabe. Seitdem der 53-Jährige im Gefängnis sitzt, droht sein ganzes Projekt zu scheitern.
Michael Kreitmeir hat vielen Menschen geholfen – jetzt bittet der BR-Filmemacher und Autor zum ersten Mal in seinem Leben selbst um Hilfe. Der 53-Jährige, der vor allem als Erfinder und Moderator der Kultsendung Kunst & Krempel bekannt geworden ist, fürchtet in Sri Lanka um sein Leben.
Ausgerechnet in Sri Lanka. Seit 1999 engagiert sich der Regisseur aus Eichstätt in dem Inselstaat. Mit seiner Hilfsorganisation Little Smile unterstützt er vor allem die Kinder. Bei Koslanda hat er ein ganzes Dorf für sie gebaut. Und jetzt dieser Albtraum: Am 17. August wird Kreitmeir auf einer Autofahrt von Elitesoldaten gestoppt. Der Wagen wird gefilzt. Kreitmeir hat keine Ahnung warum – bis die Soldaten fündig werden. Unter der Rückbank entdecken sie ein kleines Päckchen. „Drogen“, sagen die Männer. Und Kreitmeir beginnt zu ahnen, dass er in eine Falle getappt ist. Inzwischen ist er angeklagt: Er soll 1,8 Gramm Heroin transportiert haben. In Sri Lanka ein schweres Verbrechen. Ab zwei Gramm droht die Todesstrafe!
Kreitmeir ist geschockt, beteuert, dass er Heroin noch nie gesehen, geschweige denn besessen habe. Vergebens. Er kommt ins Monoragala-Gefängnis. „Ich wollte schreien, so laut ich nur kann und so lange, bis ich aus dem Albtraum aufwache“, schreibt er von dort aus der Zelle. Die Haftbedingungen sind die Hölle, obwohl Kreitmeir noch Glück hat. Der Gefängnisboss kennt seine Projekte, ganz in der Nähe des Knasts steht Kreitmeirs Ayurveda-Krankenhaus. Das bringt ihm eine Sonderbehandlung ein: Als Häftling Nr. 2106 wird in eine 10-qm-Zelle gesteckt – mit nur elf anderen Gefangenen. Familie und Freunde sind in großer Angst um ihn. Denn Kreitmeir ist schwer krank. Seit zehn Jahren leidet er an MS.
Wie kommt ein Mann, der immer nur für andere da war, der für sein soziales Engagement vom Bayerischen Rundfunk zum „Bayern des Jahres 2005“ ernannt wurde, in eine solche Situation? Kreitmeir hat einen bösen Verdacht. Er habe vor sechs Monaten den Erpressungsversuch eines tamilischen Minister abgelehnt. Dabei sei es um 200 000 Euro gegangen. Als Kreitmeir ablehnte, habe der Minister gedroht: „Zuerst nehme ich Dir dein Land weg, dann lass ich deine Kinder vergewaltigen und dann bist du dran!“ Doch Kreitmeir ließ sich nicht einschüchtern. Statt zu zahlen, beschwerte er sich bei der Deutschen Botschaft.
Die setzt sich auch jetzt massiv für ihn ein. Mit Erfolg. Am Mittwochabend kam Kreitmeir wieder auf freien Fuß. Allerdings nur vorübergehend und gegen Kaution. Außerdem wurde sein Pass eingezogen, das Land darf er nicht verlassen. Und noch etwas trübt die erste Freude: Nur Stunden nach der Freilassung erhielten er und seine Mitarbeiter Morddrohungen.
Die Angst ist groß. Am Tag der Verhaftung war auch sein Kinderdorf von Soldaten gestürmt worden.
Kreitmeirs dramatischer Brief:
Liebe Freunde und Wegbegleiter,
(...) Ich schreibe diese Zeilen aus dem Gefängnis von Monoragala, in dem ich seit sieben Tagen unter für Europäer nicht einmal vorstellbaren Bedingungen eingesperrt bin. Ich habe große Sorge, um das großartige Werk, dass ich mit Hilfe vieler hier in Sri Lanka geschaffen habe. (...) Am Dienstag, 17. August, brach ich früh am Morgen nach Kalmunai auf, (...) als unser Auto kurz vor Monoragala gestoppt wurde, und zwar von einem schwerbewaffneten (...) Sondereinsatzkommando mit 30 Mann. Nach mehr als 30-minütiger Untersuchung unseres Fahrzeugs wurde angeblich unter dem Schmutzfänger des hinteren Sitzes ein Päckchen gefunden, mit Drogen, so die sofortige Behauptung. Mir wurde schlagartig klar, dass all dies inszeniert worden war. (...) Am nächsten Tag wurden wir vor Gericht gestellt. (...) Bitte helfen Sie mit, (...) dass dieser Albtraum ein Ende hat. (...)
http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/br-filmemacher-brief-horror-knast-894435.html
Und hier der Beitrag auf der Homepage von Little Smile:
Michael Kreitmeir wurde am 17. August auf der Rückfahrt von einem Sozialprojekt an der Ostkueste von Soldaten der sogenannten Special Task Force angehalten, das Fahrzeug wurde durchsucht und man hat ihm 1,8 Gramm Heroin untergeschoben. Daraufhin wurde er verhaftet und am nächsten Tag ins Gefangnis nach Monuragala gebracht.
Nach 8 schlimmen Tagen und Nächten wurde er plötzlich auf freien Fuss gesetzt, nun wird gegen den Leiter der Spezialeinheit ermittelt. Lesen Sie dazu "Das Ende des Lächelns?", Gedanken, die Michael Kreitmeir aus dem Gefängnis schrieb.
Liebe Freunde und Wegbegleiter!
Ich schreibe diese Zeilen aus dem Gefaegnis von Monoragala, in dem ich seit sieben Tagen unter fuer Europaeer nicht einmal vorstellbaren Bedingungen eingesperrt bin. Ich habe grosse Sorge um das grossartige Werk, dass ich mit der Hilfe Vieler hier in Sri Lanka geschaffen habe. Wie so oft geht es um Geld und Gier und in diesem Fall auch um eine grenzenlose Menschenverachtung. Ein lokaler, tamilischer Minister wollte im Fruehjahr 50.000 Dachbleche im Gesamtwert von etwa 200.000 Euro von mir erpressen, wobei 20.000 nur auf dem Papier existieren sollten. Dieses Geld sollte direkt an ihn gehen. Die restlichen Dachbleche sollten medienwirksam fuer den Wahlkampf seines Onkels verwendet werden. Der Minister, der in der UVA- Provinz ausgerechnet auch noch fuer Kinder zustaendig ist, machte mir sehr deutlich, dass er mich und alles was ich geschaffen habe, zerstoeren koenne und wuerde, sollte ich nicht mit ihm arbeiten. Ich lehnte ab, worauf dieser Minister drohte:”Zuerst nehme ich dir dein Land weg, dann lass ich deine Kinder vergewaltigen und dann bist du dran!” Er habe nichts gegen mich persoenlich, das sei eben “business”.
Ich machte eine Anzeige bei der Polizei in Bandarawela und danach bei der Deutschen Botschaft in Colombo. Das war vor etwa sechs Monaten.
Am Dienstag, den 17. August brach ich frueh am Morgen nach Kalmunai auf. Mit dabei mein Sohn Manuel, ein tamilisches Kind, das Freundinnen in unserem Maedchenhaus in Palogama wiedertreffen wollte und die Betreuerin Bawani, deren Tochter wir dort abholen und fuer die Ferien heimbringen wollten. Hauptgrund war jedoch eine Planungsbesprechung im Konvent der Karmeliterinnen in Kalmunai. Dort bauen wir eine grosse, international Schule. Nach der Besprechung und dem Besuch der Maedchenhaeuser bei Palugamam waren wir auf dem Heimweg, als unser Auto kurz vor Monoragala gestoppt wurde, und zwar von etwa 30 schwerbewaffneten Angehoerigen eines Sondereinsatzkommandos. Nach mehr als 30-minuetiger Durchsuchung wurde angeblich unter dem Schmutzfaenger des hinteren Sitzes ein Paeckchen gefunden, mit Drogen, so die sofortige Behauptung. Mir war schlagartig klar, dass all dies von dem Minister aus Badulla inszeniert worden war. Er wurde lange von dieser Spezialeinheit “beschuetzt”.
Wir wurden gezwungen, zur naechsten Polizeistation zu fahren, wo wir getrennt und die ganze Nacht verhoert wurden. Bawani, als Tamilin in diesem rein singhalesischen Gebiet, voller Angst, wurde bedroht, sie solle gegen mich aussagen, sonst wuerde sie fuer 25 Jahre eingesperrt. Fast 6 Stunden konnte ich meinen Sohn Manuel nicht sehen, sie drohten mir, dass meinem Sohn die Todesstrafe erwarten koennte sollte ich nicht gestehen. Wie ich spaeter erfuhr wurde Manuel fuer diese Zeit in einem dunklen Loch eingesperrt ohne irgendwelche Informationen und bei der Bitte um Anruf bei der Botschaft massivst beschimpft und bedroht.
Am naechsten Tag wurden wir vor Gericht gestellt. Waehrend die Anderen, Gott sei gedankt, freigelassen wurden, kam ich ins Gefaegnis. Noch in der Nacht meiner Verhaftung drang der selbe Trupp ins Kinderdorf ein, drohten unserer jungen Betreuerin dort mit Folter („... dir ziehen wir die Haut bei lebendigen Leibe ab“), drangen mit meinen Schluesseln, die sie in der Polizei entwendet hatten, ins Haupthaus ein und nahmen mit, was ihnen gefiel. Auch die anderen Haeuser wurden “durchsucht”. Was fehlt kann ich vom Gefaegnis aus nicht feststellen. Oder wurden auch hier Drogen versteckt, um sie bei spaeteren Durchsuchungen zu entdecken?
Die Kinder und Betreuerinnen haben Angst, schreiben mir herzzerreissende Briefe: ”Dear father, please come home!” Bitte helfen Sie mit, veroeffentlichen und verbreiten Sie, was hier passiert, damit dieser Alptraum ein Ende hat. Es darf nicht sein, dass ein krimineller Minister so vielen Kindern ihr Zuhause, ihre Zukunft wieder wegnimmt, es darf nicht sein, dass nach dem Schrecken des Krieges korrupte Politiker und ueber dem Gesetz stehende Spezialeinheiten den Menschen Sri Lankas jede Hoffnung auf einen wirklichen Neuanfang rauben.
Bitte schreiben Sie in Englisch hoeflich an den Praesidenten Mahinde Rajapakse
President Mahinda Rajapakse
President of Sri Lanka
„Temple Trees“
Colombo 3
SRI LANKA
(Staatspräsident - korrekte Anrede: Dear President)
Telefax: (00 94) 112-446 657, (00 94) 112-472 100
und bitten sie um Schutz fuer das Kinderdorf und fuer die ueber 90 Kinder die hier leben.
Ich habe nie um Hilfe gebeten, aber jetzt muss ich! Ich brauche Sie, die Kinder brauchen Sie, Little Smile braucht Sie, ein besseres Sri Lanka braucht Sie.
Ihr Michael Kreitmeir
Haeftlingsnummer 2106, Gefaegnis Monoragala, Sri Lanka

http://www.littlesmile.de/Brief-August.359.0.html?&L=1















