
Am vergangenen Sonntag (07.09.09) feierte Guardian P. Benedikt Grimm sein 50-jähriges Ordensjubiläum und kann damit auf ein halbes Jahrhundert Dienst im Weinberg des Herrn zurückblicken. Eigentlich hatte er nicht vor, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Es war ja mein ganz persönlicher Entschluss damals, vor 50 Jahren, in den Orden einzutreten. Und Jubiläen werden ja manchmal fast zur Landplage“, sagt er.
Geboren wurde der Jubilar am 19. April 1939, als jüngstes Kind von vier Geschwistern in Breitenbuch, Landkreis Miltenberg am Main. Seine Eltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof.
1958 hatte er am damaligen Neuen Gymnasium in Bamberg sein Abitur abgelegt und ist dann ohne Umwege am 07. September 1958 in Dietfurt an der Altmühl in die Bayerische Franziskanerprovinz eingetreten. Sein weiterer Weg war vorgezeichnet: Nach dem Noviziat hatte er das philosophisch-theologische Studium an der Ordenshochschule der bay. Franziskaner in München St. Anna aufgenommen. Die Priesterweihe, am 09.August 1964, hatte er vom dama-igen Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler empfangen.
Zunächst konnte er als Kaplan in der Pfarrei St. Anna in München seine ersten seelsorgerlichen Erfahrungen sammeln, doch dann wurde er völlig überraschend im Herbst 1967 nach Vierzehnheiligen versetzt, um dort die Leitung des neuen Diözesanhauses der Erzdiözese Bamberg zu übernehmen. In einer für die Gesamtkirche hochinteressanten und geradezu spannenden Nachkonzilszeit hatte er damit eine Aufgabe übernommen, für die er sich unter fast idealen Voraussetzungen voll engagierte.
1981 berief ihn die Provinzleitung nach Bad Tölz, wo er Novizen in das Ordensleben einführte. Vier Jahre später widmete er sich dann von München aus der Franziskanischen Jugendarbeit in dem Projekt „Orientierung an Franziskus". Dazu kam die geistliche Begleitung junger Männer am Erzbischöflichen Spätberufenenseminar in Waldram bei Wolfratshausen und die geistliche Assistenz der Franziskanischen Laiengemeinschaft (FG) bayernweit.
1992 kehrte er nach Vierzehnheiligen zurück, diesmal als Guardian des Klosters und als Rektor der Basilika. In diese Zeit fiel die Bestellung der neuen Rieger-Orgel für die Basilika.
Beim Provinzkapitel 1995 wurde er zum Provinzialminister der Bayerischen Franziskaner für insgesamt 9 Jahre gewählt. In diese Zeit fiel nach mühseligen Verhandlungen mit dem Bayerischen Staat der Erwerb des Klosters in München St. Anna und der Beginn seiner Sanierung. Die Sanierung und der Neubau werden heuer noch abgeschlossen. Das Provinzialat der Deutschen Franziskaner wird sich im Jahr 2010 nach der Vereinigung der jetzt noch bestehenden vier Provinzen dort niederlassen. Am 22. Oktober 2000 erfolgte durch Kardinal Friedrich Wetter die Ernennung zum Erzbischöflich-Geistlichen Rat.
Nach dem Ende der Amtszeit als Provinzialminister 2004 wurde P. Benedikt auf eigenen Wunsch in das Kloster Neukirchen bei Heiligen Blut im Bayerischen Wald an der tschechi-schen Grenze versetzt. Nur für kurze Zeit war ihm vergönnt, dort in einer fast idyllisch schönen Landschaft in dem Franziskanerkloster mit überaus verbundenen Leuten zu leben. Akute Personalprobleme führten dazu, dass er im Januar 2006 ein drittes Mal nach Vierzehnheiligen, als Guardian und Rektor der Wallfahrtsbasilika, zurückkehrte.
Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hatte P. Benedikt immer wieder versucht, den unterschiedlichsten Aufgaben gerecht zu werden. Natürlich hat das alles viel Kraft gekostet. Trotzdem versteht sich P. Benedikt hier und heute wahrlich nicht als „Auslaufmodell". „Die Aufgabe in Vierzehnheiligen erhält mich jung und ich nehme Tag für Tag neu die Chancen wahr, die sich hier in der Seelsorge bieten“, betont er. Zusammen mit engagierten Mitbrüdern und Mitarbeiterinnen möchte er tagtäglich dazu beitragen, dass Vierzehnheiligen als Geistliches Zentrum vielen Menschen auf ihrem Pilgerweg zu einem Stück Heimat wird, oder, um ein Wort von Romano Guardini, dem katholischen Religionsphilosophen und Theologen aus Verona, abzuwandeln: „Die ist der eigentliche Auftrag eines Wallfahrtortes, dass er Menschen Rast gibt auf der großen Wanderschaft zum ewigen Zuhause“.












