REPORTAGE vom Fränkischen Tag: Mit welchen Problemen pilgern Menschen an einen Wallfahrtsort?
Über die Sinnsuche im Leben, übers Abdriften ins Esoterische, über gewachsenes Brauchtum und modernen Aberglauben – aber auch darüber, was die Kirche den Suchenden konkret anbieten kann, unterhielt sich der FT mit sechs Franziskaner-Patres in Vierzehnheiligen. Im Konvent beantworteten die Geistlichen Fragen zu dem weit gefassten Komplex „Glaube in der heutigen Zeit“. Und sie gaben Einblick in ihre „Lebensform, die bei aller Transparenz nach wie vor einigermaßen ungewöhnlich ist“, wie Pater Benedikt Grimm, der Guardian des Klosters, sich vorsichtig ausdrückte. Vierzehnheiligen ist einer Umfrage der Universität Passau aus dem Jahr 2005 zufolge hinter Altötting und Kevelaer der drittbekannteste deutsche Wallfahrtsort. Zum Vergleich: Andechs folgt auf dem neunten Rang. Rund 160 Fußwallfahrten ziehen jährlich nach Vierzehnheiligen.

Die Pilger mit dem weitesten Weg kommen aus Simmershausen in der Rhön; sie sind vier Tage unterwegs. Hinzu kommen Gruppen, die mit Bussen anreisen, sowie zahllose Einzelbesucher und Touristen. Wie viele Menschen pro Jahr zur Basilika pilgern, ist schwer zu sagen – es dürften jedoch mehr als eine halbe Million sein. Den Wallfahrern sowie den Christen aus dem unmittelbaren Umkreis wollen die Franziskaner geistliche Impulse geben. Dazu zählen unter vielen anderen spirituellen Angeboten etliche neue Gottesdienste mit Themenschwerpunkten – etwa die „Nacht der Versöhnung“ (14.März) oder der ökumenische Salbungsgottesdienst „Durchkreuzte Lebenspläne“ (9.Mai).
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