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Der Konvent der Franziskaner

Viele Christen glauben an die Wiedergeburt

Fränkischer Tag

Was die Franziskaner den suchenden Menschen konkret anzubieten haben, ist die Frage des FT. "Viel!", antwortet P. Christoph spontan. Und er zählt auf: "Eine Liturgie, die auf mehreren mentalen Ebenen ansprechend ist - durch Hören, durch Sehen und durch Riechen (Weihrauch) sowie durch die Basilika, "den großen Festsaal Gottes", der in Schwingung zu sein scheint. In Kirchenkonzerten werde das Raumerlebnis noch eindrucksvoller."" Um es mit einem Wort des Papstes zu sagen", fügte P. Benedikt hinzu: "In der Musik wird die Schönheit Gottes den Menschen zugänglich."

Die Menschen ansprechen

Ergänzend biete man Vorträge über Themenbereiche wie Sinnsuche, Angst oder Loslassen-Können. Dabei werde versucht, bestimmte Gruppen anzusprechen, also Menschen in verschiedenen Situationen - in Lebenskrisen, Trauerbewältigung, Partnerschaftskonflikte, Identitätsfindung und vieles mehr. Seit 15 bis 20 Jahren sei auch ein Zunehmen der Wallfahrerbewegung feststellbar. "Dieses erlebnisorientierte Unterwegssein wird von uns aufgegriffen", so P. Christoph. Das sei "eine Riesenchance", denn sehr viele Leute kommen nach Vierzehnheiligen. Diesen Menschen bieten die Franziskaner eine Reihe von Gesprächsangeboten. "Diese Kirche", so P. Benedikt über die Basilika, "ist eine theologische Botschaft". Es sei also nicht verwunderlich, dass viele Menschen hierher kommen, um zu beten. Rund 5000 Beichten und Beichtgespräche führten seine Mitbrüder und er pro Jahr.

Ob sie feststellen können, dass das Brauchtum und somit althergebrachte christliche Feste wie Weihnachten, Dreikönig, Ostern oder Pfingsten im Wandel seien, möchte der FT von den Franziskanern wissen. "Festzustellen sei, dass heute viele Menschen an Weihnachten den familiären Frieden erleben möchten und Zeit füreinander haben wollen", sagt P. Christoph. Viele wollen aber ganz gezielt in eine Christmette gehen, um die Begegnung mit dem (Christ-) Kind zu erleben, das als ein Bild für den Neuanfang stehe. "Weihnachten spricht das Gefühl an und rührt das Herz an", umschreibt P. Bernhard die besondere Faszination dieses Festes. "In der Osternacht", so P. Christoph, sei "ein auserwählter Kreis" vorzufinden, denn dann kämen "die bewussteren Christen". Und P. Benedikt ergänzt: "Selbst in der Osternacht ist der Kreis kleiner als bei der Christmette." Gern komme man den Menschen entgegen, was zum Beispiel die Anfangszeiten der Christmette betreffe, damit möglichst am Heiligen Abend kein Stress aufkommt.

Kerzenkammer

Botschaft klar rüber bringen

Wie sie der Ausbreitung esoterischer Scharlatanerien und der Verkitschung religiöser Feste (etwa Nikoläuse, die Fassaden erklimmen, oder beleuchtete Rentierherden im Garten) entgegenwirken, fragt der FT.

"Wir bringen unsere Botschaft klar rüber", antwortet P. Johannes. Und P. Benedikt ergänzt ironisch, aber in bestimmtem Ton: "Wir hängen keinen Weihnachtsmann an der Kirchenfassade auf." Eine Abneigung haben alle sechs Franziskaner gegen die Marotte, dass mancher Narr an Fasching im Mönchs- oder Nonnenkostüm durch die Ballnacht tanzt. Doch diese Vermixung religiöser und profaner Dinge sei heute überall zu finden. Überrascht sind die Patres aber, wenn sie feststellen, wie viele Christen heute ernsthaft an die Möglichkeit einer Wiedergeburt glauben.

Ein ganzes Bündel von Angeboten

Welche spirituellen und liturgischen Angebote sie den Menschen an die Hand geben, möchte der FT wissen. "Unsere Arbeit ist bezogen auf diese Kirche", sagt P. Benedikt. "Wir zeigen den Leuten, dass hier etwas Lebendiges ist, kein künstliches Am-Leben-Erhalten von etwas Überlebtem." Ein ganzes Bündel von Veranstaltungen werde angeboten - das reiche von besonderen Themengottesdiensten bis hin zu therapeutischen Beratungsgesprächen. Das Echo der Leute sei erfreulich groß. Zu finden sind die Angebote unter anderem auf der Internetseite der Franziskaner (www.vierzehnheiligen.de). Hier finden Suchende nicht nur die genauen Daten von speziellen Gottesdiensten, sie haben auch die Möglichkeit, sich über das Franziskanerkloster und die Basilika zu informieren. "Wir sind aber hier nicht die Einzigen, die etwas anbieten", ergänzt P. Benedikt, und verweist auf das Diözesanhaus, das Haus Frankenthal und auf die Kongregation der St. Franziskusschwestern. Hinzu komme die Zusammenarbeit mit etlichen Laien, die unverzichtbar sei für das Funktionieren des Betriebes rund um die Wallfahrtsbasilika. P. Benedikt, der Guardian des Franziskanerklosters und Rektor der Basilika ist, nennt exemplarisch die ehrenamtlich tätigen Personen der Kirchenverwaltung, die Mesner, den Organisten und den Kirchenschweizer.

Pforte ist durchgehend besetzt

Unverzichtbar sei neben allen modernen Medien und der Präsentation im Informationszentrum, das seit 2005 besteht, die Arbeit des Pförtners: Bruder Paul Plank, der diese Arbeit mache, sei von 09.00 - 11.30 Uhr und von 14.00 - 17.00 Uhr für die Besucher, die Kontakt zu einem Ordensmann suchen, ein Ansprechpartner. Das sei ebenfalls ein wichtiges Gesprächsangebot, das in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden darf.


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© Franziskanerkloster Vierzehnheiligen, D-96231 Bad Staffelstein - 05.02.2012    RSS News RSS News abonnieren