
Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, zelebriert vom Provinzial Dr. Maximilian Wagner aus München, begann die Provinzversammlung der Franziskaner vom 27.-28.09.09 in Vierzehnheiligen.
Was für Deutschland die Länder sind, das sind für die Franziskaner die Provinzen. In Deutschland gibt es derzeit vier Franziskanerprovinzen: Bavaria, Colonia, Saxonia und Thuringia. Jede dieser Provinzen hat ihren eigenen Leiter, den Provinzial und ihre eigene Provinzregierung, das Definitorium. Der Provinzial ist der Leiter einer Provinz und wird vom Provinzkapitel auf sechs Jahre gewählt. Nach Ablauf dieser Amtszeit kann er nochmals für drei Jahre gewählt werden. Gemeinsam mit dem Definitorium leitet er eine Provinz.
P. Claus Scheifele, ehemaliger Guardian in Vierzehnheiligen und jetziger Guardian im Kloster St. Anna in München, sagte während des Gottesdienstes zu seinen franziskanischen Brüdern im Rahmen einer Predigt, dass der heilige Franziskus im Hören und Befolgen des Gotteswortes der große Reformer von Kirche und Welt war.
"In seiner Regel schreibt er allen seinen Brüdern ins Stammbuch: Regel und Leben der minderen Brüder ist, nämlich des Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit. Bezeichnend für mich ist die Verbindung von Evangelium und franziskanischer Anmut", so P. Claus. "Diese Armut im Leben und im Geiste öffnete die Ohren für das lebendige Wort Gottes. Sie öffnete sein Herz für den Geist Gottes, erfüllte ihn mit Reichtum seiner Gnaden und machte ihn fähig, diesen Reichtum mit anderen zu teilen. 800 Jahre Regel können so und anders begangen werden. Ich bin überzeugt: Wirklich hilfreich wird nur sein, wenn wir unsere exilähnliche Situation in der Welt von heute als die uns auferlegte Armut freiwillig umarmen."
"Geistliche Elite werden wir nur sein, wenn unser Tempel nicht mehr ein Kloster oder eine Kirche ist, sondern unsere Gemeinschaft der Brüder und Gottes lebendiger Geist in der Tiefe unseres Herzens. Bevor wieder neue Mauern und Tempel aus Stein errichtet werden können, müssen wir durch Treue und Gehorsam zum Evangelium für Gott einen Ort in unserem Leben finden."
"Was kommen wird, weiß keiner von uns", meinte P. Claus, "aber eines wissen wir durch Jesus Christus: Die wahren Anbeter brauchen keinen Berg und kein Jerusalem. Sie beten den Vater an im Geist und in der Wahrheit", so der Prediger.















