Abschlusskonzert der Deutschen Mozartsolisten am 01. Juni in Vierzehnheiligen

Herzensangelegenheiten
Ein paar Gedanken zum Konzert am 01.06.08 von P. Christoph Kreitmeir
„Es ist gut faustgroß und liegt recht zentral,
es ist innen hohl und immens wichtig.
Es arbeitet immer, so um 90 tausend mal,
den ganzen Tag, dann funktioniert´s richtig.
Die Medizin hat schon soviel gefunden,
in dieser Sache aber liegt sie im Schlummer.
So manches Herz hat große Wunden,
in Fachkreisen genannt auch – Liebes- oder Sehnssuchtskummer.
Mein Herz, das ist so zweigeteilt,
es ist mal schwer, mal ist es leicht.
Wenn es ab und zu in Ruhe weilt,
dann ist auf Freude es geeicht.“
Auf der Homepage der „Mozartsolisten“ (www.mozartsolisten.de) können wir zu der Konzertreihe im Rahmen des Deutschen Mozartfestes 2008 in Franken, die heute und hier in einem Chorkonzert mit Solisten des Dresdner Kammerchores unter Leitung von Hans-Christoph Rademann ihren krönenden Abschluss findet, Worte wie „Drama“, „Liebe“ und „Transzendenz: Emotion der Töne“ lesen.
„Herzensangelegenheiten“ wollen das „Ave verum corpus“ von W.A. Mozart, sakrale Chormusik von Olivier Messian und Frühlingsgesänge des flämischen Renaissance-Komponisten Claude Le Jeune heute für uns sein.
Sie, meine verehrten Damen und Herren, dürfen heute einen der Spitzenchöre Deutschlands erleben, der durch seinen unverwechselbaren Klang von großer Intensität und Klarheit bekannt wurde. Sein Gründer und Leiter Hans-Christoph Rademann gilt als einer der anerkanntesten Chordirigenten unserer Zeit.
Der Dichter Reiner Kunze schrieb einmal einen Dreizeiler, den ich Ihnen nun ans Herz legen möchte:
„Treten Sie ein,
legen Sie Ihre Traurigkeit ab,
hier dürfen Sie schweigen.“
Sie dürfen hier und jetzt nur da sein. Sie müssen nichts tun, nichts reden, nichts rechtfertigen, nichts verteidigen. Sie dürfen einfach nur sein. Und sie dürfen die Stürme Ihres Herzens ruhig werden lassen, Sie dürfen der Musik lauschen, den wunderschönen Raum dieser Kirche in Ihr Herz aufnehmen und innerlich weit werden.
Hier in dieser Basilika, die einmal eine „Symphonie in Licht und Farbe“ genannt wurde, dürfen sie transzendierend erahnen, dass da EINER für uns da ist, der sich unsere Herzensnöte zu seinen Herzensangelegenheiten gemacht hat und weiterhin macht.
„Treten Sie ein, legen Sie Ihre Traurigkeit ab, hier dürfen Sie schweigen“ und sich beschenken lassen. Ich wünsche uns allen eine gesegnete Zeit hier in der Basilika Vierzehnheiligen.
















