Auch in diesem Jahr wurde am Samstag, 03. November um 18.00 Uhr eine feierliche Hubertusmesse des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins gefeiert.

Mit Bravour meisterte die Parforcegruppe des Bayerischen Jagdschutz- und Jägervereins Lichtenfels unter Leitung von Peter Gerking das Liedgut uralter traditioneller Jagdsignale während der Hubertusmesse in der Basilika Vierzehnheiligen. Zahlreiche Gläubige und Waidleute hatten sich eingefunden. Auch Landrat Leutner war mit seiner Frau unter den Besuchern dieser besonderen Messe. Die Bläser und Bläserinnen wurden von Basilikaorganisten Georg Hagel an der Orgel begleitet.
Die Hubertusmesse hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert. Sie wird nach dem hl. Hubertus, dessen Namenstag am gleichen Tag gefeiert wurde, benannt. Als Vorbild für den Schutz der frei lebenden Tierwelt gilt der meist in Jägerkleidung, seltener in bischöflichen Gewändern dargestellte Heilige, umgeben von einem Hirsch, in dessen Geweih sich ein leuchtendes Kreuz befindet.
Hubertus, geboren um 655, wirkte als Glaubensbote in Südbrabant und in den Ardennen. Später war er Bischof von Maastricht. 727 starb der spätere Apostel der Ardennen, dessen Leben und Wirken fast völlig von Legenden überdeckt wurde.
Zu einem schönen christlichen Brauch sind die Hubertusmessen geworden, wo Jäger und Liebhaber des Waidwerks mit Blasinstrumenten den musikalischen Teil des Gottesdienstes gestalten. Auch mahnt die Legende zur Abkehr von einer unverantwortlichen Jagd und zur Hinwendung an die pflegliche Behandlung der vom Schöpfergott dem Menschen anvertrauten Tier- und Pflanzenwelt.
P. Christoph Kreitmeir erarbeitete in einer ungewöhnlichen "Orgelpredigt" zusammen mit Herrn Hagel auf der Riegerorgel die Bedrohung unserer Umwelt besonders heraus. Hier dazu ein paar Predigtskizzen:
Orgel-Predigt: 3 Teile
• Orgelmusik mit Waldgeräuschen und „Harmonie in der Natur“
P. Christoph: Gotteserfahrung in der Natur; Ich geh in den Wald zum Beten ...; Harmonieerfahrung an einer Waldlichtung, im Gebirge, am Meeresstrand …; Doch auch: in der Natur gelten harte Gesetze: Fressen und Gefressenwerden; Stark siegt über Schwach; Darwinsche Gesetze: Selektion, Kampf um´s Dasein, Ausleseprozess
• Wehtuende Orgelmusik – Umweltzerstörung, Abholzung, menschlicher Egoismus, der die Mitgeschöpfe vergisst
P. Christoph: „Eine unbequeme Wahrheit“ – von Al Gore (ehem. Vizepräsident der USA) – Friedensnobelpreis 2007; unbequeme Wahrheiten: unzählige Wälder werden abgeholzt; Raubbau getrieben; Klimawandel; Naturkatastrophen; 3 vor 12; der Mensch denkt nur an sich und die Natur schlägt zurück
• Anfangs noch chaotische Orgelmusik, dann immer harmonischer werdend – am Ende Jagdbläsersignal immitierend
P. Christoph: Der Mensch ist aufgerufen, ein guter Verwalter zu sein; Orientierung an menschheitsübergreifenden Werten (Weltethos); angesichts der Katastrophen muss die Menschheitsfamilie dazulernen, sich nicht kleinkariert gegenseitig bekämpfen; Jäger und Natur- und Tierschützer nicht gegeneinander, sondern miteinander;
Sehen Sie in Zukunft doch bitte die Jagdhornsignale auch als Aufruf, wertebewusst und schöpfungsorientiert zu handeln. Das Jagen ist wichtig, der Mensch darf ordnend eingreifen in die Natur. Aber er muss sich an höheren Werten orientieren !
Die BJV-Bläsergruppe präsentierte sich mit ihren Parforcehörnern als ein voluminöses Ensemble. Sicherheit und Selbstbewußtsein prägten die Interpretationskunst während der Jagdsignale. Manchmal schmetternd-rau, manchmal feierlich getragen und nicht selten jubelnd erklangen "Introitus", "Kyrie", "Gloria" und der Choral aus der Hubertusmesse. Nach der Predigt gab es dann den Höhepunkt mit dem "Gebet der Jäger", "Sanctus und Hubertushymne", "Glocken", "Agnus Dei" und "Communio". Zum Schluß sangen alle Anwesenden "Nun danket alle Gott". Die zahlreichen Besucher waren beeindruckt von dieser besonderen Messe.












