Der Coburger Bachchor sowie Mitglieder des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters Coburg traten mit Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in Vierzehnheiligen auf.Es steht geschrieben von einer Zeit, in der Gott beschloss, alles werden zu lassen, von paradiesischen Zeiten ohne Freud und Darwin, von einer kurzen Spanne, in dem es dem Menschen vergönnt war, sorglos zu sein. Der Schöpfungsbericht der Bibel regte Joseph Haydn (1732–1809) zu einem Oratorium an. Und am Sonntagabend 27.04.), in der Basilika, rührte dieses Oratorium Hunderte Besucher durch die Darbietung unter dem Dirigat von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein an.
Am Ende des Oratoriums stand das Publikum in der Basilika geschlossen auf. Ovationen im Stehen. Dass es zu dieser Ehrbezeugung kam, lag freilich auch an Haydn, nicht zuletzt aber ebenfalls an der Auslegung seiner Noten.
Geschrieben für drei Gesangssolisten, einen vierstimmigen Chor sowie Orchester und Cembalo, überzeugte diese Auftaktveranstaltung aus der Reihe „Musiksommer Obermain 2008“ durch ein hohes Maß an dramatischer Gestaltungskraft. Schon zu Beginn der Darbietung, als aus dem Chaos der Wille zur Gestaltung hörbar wurde, trug das Werk sphärisch wirkende Klänge. Von den Musikern wurden sie verdichtet und intensiv zum Hörerlebnis geformt.
Immer wieder im Mittelpunkt standen dabei Franziska Rauch (Sopran), Matthias Schubotz (Tenor), Johannes Weinhuber (Bass). Als Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael schilderten und kommentierten sie den Gang der Ereignisse.
Dabei wurde das Publikum Ohrenzeuge manch bemerkenswert gesungenen Rezitativs, also einer Form des Vortrags, die im Gegensatz zur Arie eigentlich weniger der Ort für Stimmungsbilder ist. Und doch gelang es Schubotz beispielsweise im zwölften Rezitativ, seine Stimme wie gelöst vom Orchester über dem Klangteppich desselben schweben zu lassen. Auch ein Verdienst eines Orchesters, das sich geschlossen zurücknehmen konnte und die Solostimmen dennoch Unterstützung erfahren ließen.
Immer wieder rief die Aufführung Erstaunen wach, dann etwa, wenn der Chor eine seiner monumentalen Passagen sang, die das jeweilige Ende eines Schöpfungstages verherrlichten.
Gegen Ende gab es noch eine kleine Schauspieleinlage. Mit dezenter Mimik gaben Franziska Rauch und Johannes Weinhuber Adam und Eva und versicherten sich gegenseitig ihres Gehorsams (Eva) und ihrer Fürsorge (Adam). Wohl selten in diesem Gotteshaus flunkerten Sänger mit schöneren Stimmen.















