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Mitgliederversammlung des Vereins "Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen" am 14. April 2008

Der niederländische Franziskanerbruder Louis Bohte berichtete bei den Freunden und Förderern der Basilika Vierzehnheiligen über die Lage in der Geburtsstadt Jesu.
Am 14. April trafen sich abends ein Teil der Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen im „Haus Frankenthal“ zu ihrer ersten Versammlung. Der Förderverein wurde am 14. Mai 2007 gegründet und unterstützt u.a. sozial schwache Wallfahrer und Pilgergruppen, die Pflege der Kirchenmusik in der Basilika, das Informationszentrum, die Forschungsarbeiten zur Geschichte von Vierzehnheiligen und die Verbreitung der Nothelfer-Verehrung. Ferner pflegt er die Kooperation mit anderen Wallfahrtsorten, vor allem mit Bethlehem.

Geschäftsführer P. Benedikt Grimm begrüßte im Namen des Vorsitzenden, Landrat Reinhard Leutner, und dessen Vertreters, Bürgermeister Jürgen Kohmann (beide waren verhindert), die anwesenden Mitglieder und leitete die Versammlung. P. Grimm hob zu Beginn die intensive Zusammenarbeit mit den Franziskanern in Bethlehem hervor. Damit sich die Anwesenden einen Einblick über die Situation in der Geburtsstadt Jesu machen konnten, bat er den für ein paar Tage in Vierzehnheiligen weilenden niederländischen Franziskanerbruder Louis Bohte, darüber zu berichten (genauer Bericht: siehe unten).

Louis BohteBruder Louis, der seit einigen Jahren in Bethlehem arbeitet, begann seine Ausführungen mit den Worten: „Fragt man mich nach der Lage, antworte ich immer: heute ist sie besser als morgen.“ Die Arbeitslosigkeit in Bethlehem beträgt über 60 Prozent (!), es gibt keine soziale Sicherheit.
Wie kann man da überleben? Es gibt Menschen, die von Verwandten aus dem Ausland unterstützt werden, andere verkaufen nach und nach ihren Besitz und wieder andere betteln oder stehlen. Ein weiteres Problem ist die Existenz von drei Währungen in Palästina, des israeli-schen Shekels, des US-Dollars und des jordanischen Dinars. Da der Dinar an den Dollar gekoppelt ist, hat dessen Abwertung bewirkt, dass für die Menschen, die ihre Gehälter in diesen beiden Währungen erhalten, der Lohn in einem Jahr um 25 Prozent (!) gefallen ist. Die Preise für Nahrungsmittel steigen jedoch.

Auch über israelische Armee-Aktionen berichtete der Franziskaner aus Bethlehem. In einem Fall habe es eine außergerichtliche Hinrichtung von vier Palästinensern gegeben. Wie reagiert das die Bevölkerung darauf? Sie ist mit dieser Situation aufgewachsen und taub für jede Art von Emotionen. Die Aktionen der israelischen Armee erzeugen Hass, der nicht an sie weitergegeben werden kann und sich deshalb gegenüber dem Mitmenschen entlädt, mit dem man sich streitet.
In seinen weiteren Ausführungen berichtete Br. Louis über die Arbeit der Franziskaner in Bethlehem. Seit 1847 betreuen sie dort die Geburtskirche, Geburtsgrotte und die Pilger zusammen mit der griechisch-orthodoxen und der armenisch-orthodoxen Kirche. Die geschichtlichen Wurzeln der Franziskaner im Hl. Land gehen zurück bis ins 14. Jahrhundert. Heute unterhalten sie zwei Hotels für Pilger, eine Schule und eine sog. „Milchgrotte“, mit der sie die einheimische Bevölkerung unterstützen.

Br. Louis ist in der Jugendarbeit tätig und hat ein Jugendzentrum gegründet. Er ist auch Manager einer sog. RAP-Gruppe. Die Probleme, mit denen er konfrontiert ist, sind Misstrauen, Hass, Kontrolle und Eifersucht, denn junge Menschen haben Träume und Hoffnung. Die Besetzung aber zerstört ihre Erwartungen. Wenn sie nicht damit umgehen können, dann folgt eine zerstörerische Reaktion. Deshalb bat Br. Louis die Anwesenden, mit Spenden die Zukunft der jungen Palästinenser zu investieren.

Freunde und Foerderer Versammlung
P. Benedikt Grimm, Raimund Köhler, Waltraud Kießling und Walter Mackert (alle im Vorstand des Vereins "Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen e.V.")

Schriftführerin Waltraud Kießling teilte mit, dass bis jetzt 113 Personen dem Verein „Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen“ beigetreten sind.
Da der Verein noch sehr jung ist, fiel der Kassenbericht von Schatzmeister Raimund Köhler (Liga-Bank Bamberg) kurz aus. Den Einnahmen von 3.725, Euro aus Beiträgen und Spenden standen 2007 Ausgaben von 898,89 Euro für Flyer und Verwaltungskosten gegenüber. Für den Haushaltsplan 2008 wurden Einnahmen von 3.000,- Euro und Ausgaben von 2.000,- Euro angesetzt, u.a. für die Pflege der Kirchenmusik, des Informationszentrums und den Kontakten zu Wallfahrtsführern. Auch Br. Louis wird weiterhin mit Geldgaben unterstützt werden.

P. Benedikt ermutigte die Anwesenden weiterhin in der Mitgliederwerbung tätig zu sein: Vierzehnheiligen sei nicht nur Sache der Franziskaner, sondern der gesamten Bevölkerung.

Mit Br. Louis ergab sich noch eine kleine Fragerunde und der Abend klang in gelöster Stimmung nach 2 Stunden aus.

Hier finden Sie den genauen Bericht von Br. Louis über die "Lage in Bethlehem":
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