Rückblick und Ausblick 2007
Bilanzen haben den Sinn, eine Wegstrecke wahrzunehmen, Entwicklungen zu verfolgen, Grenzen auszumachen und neue Möglichkeiten auszuloten. Sie bewegen sich zwischen dankbarer Freude über ein gelungenes Werk und der entlastenden Überzeugung: Das Entscheidende wirkt Gottes Geist, nicht menschlicher Einsatz.
Bilanzen haben den Sinn, eine Wegstrecke wahrzunehmen, Entwicklungen zu verfolgen, Grenzen auszumachen und neue Möglichkeiten auszuloten. Sie bewegen sich zwischen dankbarer Freude über ein gelungenes Werk und der entlastenden Überzeugung: Das Entscheidende wirkt Gottes Geist, nicht menschlicher Einsatz.
Aus der Statistik 2007:
170 Fußwallfahrten wurden feierlich eingeholt, haben Gottesdienste gefeiert und wurden ebenso feierlich verabschiedet.
363 Gruppen wurden in einer Kirchenführung in Geschichte, Kunst und Theologie der Basilika eingeführt.
15 Gruppen wurde von Basilikaorganist Georg Hagel das Werk unserer Orgel erläutert.
46 Orgelkonzerte und 7 sonstige Konzerte – davon 4 in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsgemeinschaft Musiksommer Obermain – füllten das musikalische Angebot in der Basilika. Die beiden Adventskonzerte wurden vom Münchner Motettenchor bestritten.
Neben der pastoralen Arbeit im Bereich der Basilika bzw. in der Kongregation der St. Franziskusschwestern wurden von Mitbrüdern 13 einwöchige Exerzitienkurse und 13 Einkehrtag gehalten.
150 mal haben wir in Gemeinden des Umlandes von Vierzehnheiligen aushilfsweise Gottesdienste gehalten.
Dazu kommt die Mitarbeit bei der Notfallseelsorge (P. Bernhard) und die gelegentliche Erstellung des Wortes zum Sonntag im Obermaintagblatt (P. Benedikt)
Neu ist in diesem Programm das Angebot an psychotherapeutischen Beratungsgesprächen unseres Mitbruders P. Christoph Kreitmeir: 163 mal wurde dieses Angebot in Anspruch genommen.
Neben den „normalen Gottesdiensten“ wurde im Berichtsjahr eine Reihe von neueren gottesdienstlichen Formen erprobt bzw. weitergeführt, nicht zuletzt, um im Sinn einer missionarischen Seelsorge Menschen anzusprechen, die sich ganz oder teilweise vom Mitleben in der Kirche verabschiedet haben. Dazu zählen:
- Die Segensfeier für Familien mit Kindern am 1. Januar
- Die ökumenische Segenfeier für Liebende am Valentinstag
- Die Fastenpredigten zum Thema: Die Spiritualität der großen Ordensgemeinschaften Benediktiner, Franziskaner, Jesuiten, Karmeliten und Salesianer.
- Der Tag der Wallfahrt zur Eröffnung des neuen Wallfahrtsjahres mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick.
- Eine Maiandacht mit fränkischen Marienliedern
- Eine Novene zum Heiligen Geist in der Woche vor Pfingsten
- Ein ökumenischer Segnungs- und Salbungsgottesdienst am Freitag vor Pfingsten zum Thema „Durchkreuzte Lebenspläne“
- Eine Ökumenische Kirchenerkundung bei Nacht am 13.Juli.
- Eine Segensfeier für Menschen und Tiere am Tag vor dem Fest des Hl. Franziskus (4. Okt.)
- Die erste Wallfahrt für Arbeitnehmer „Arbeit ist Menschenrecht“ am 6. Oktober mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick.
- Die 2. Liturgische Nacht am Vorabend von Allerheiligen
- Die 2. „Oase des Trostes“ – ein Gottesdienst mit Leuten, die den Verlust eines lieben Menschen beklagen.
- Meditative Gottesdienste an den Freitagen der Adventszeit
- Rorateämter mit Lichtfeier an den Samstagen der Adventszeit
- Jeden Dienstag um 14 Uhr eine Führung für Feriengäste und BesucherInnen des Thermalbades in Bad Staffelstein.
Im Winterhalbjahr wurde (wieder) ein Werktagsgottesdienst um 9 Uhr eingeführt. An vier Tagen werden jeweils besonders eingeladen: Alleinstehende, Mütter von schulpflichtigen Kindern, Großeltern, Langzeitkranke mit denen, die sie pflegen. Wir werden uns künftig noch mehr darum kümmern müssen, dass unsere Werktagsgottesdienste von denen, die sich das zeitlich leisten können, im Sinn der Stellvertretung für die vielen, die weder Zeit noch Interesse haben, wahrgenommen werden.
Ein Adventliches Konzert des Jugendblasorchesters Küps hat – bei freiem Eintritt – eine Spende von 1100 € für Kinder in Bethlehem erbracht. Der Betrag wurde bereits überwiesen. Er soll auch dazu beitragen, die Partnerschaft zwischen Vierzehnheiligen, dem „Fränkischen Bethlehem“ und Bethlehem in Palästina zu begründen.
Das Geistliche Zentrum Vierzehnheiligen
Geistliche Zentren sind kirchlich geprägte Orte und Einrichtungen, die überregional kirchliches Leben tragen und beeinflussen. Vierzehnheiligen trägt diesen Titel mit Recht, nicht nur wegen eines Programms, das auf vielfältige Weise die Zeichen der Zeit aufgreift, sondern auch, weil am Ort und in der Umgebung Einrichtungen zu finden sind, die diesen Anspruch untermauern:
- Die Bildungshäuser der Erzdiözese Bamberg
- Das Mutterhaus der St. Franziskusschwestern mit seinen geistlichen Angeboten
- Die Einrichtung für Mutter und Kind im ehemaligen Konradshof
- Die Fachschule für Hauswirtschaft „St. Kunigund“
- Zwei Gaststätten, eine Brauerei und mehrere Verkaufsstände für Pilgerandenken ergänzen das Angebot am Ort.
Dies alles ist angesiedelt in einer kunsthistorisch und landschaftlich hochinteressanten Gegend. Dafür stehen der Staffelberg, die Adam-Riese-Stadt Bad Staffelstein mit ihrem Thermalbad, Kloster Banz mit dem Bildungshaus der Hanns-Seidel-Stiftung, die Kreisstadt Lichtenfels und nicht zuletzt Klosterlangheim mit dem, was von der ehemaligen Zisterzienserabtei nach der Säkularisation noch übrig geblieben ist. Der geplante Nothelferweg zwischen Vierzehnheiligen und Klosterlangheim soll die alte Verbindung neu beleben und für Wanderer und Pilger interessant erschein lassen.
Sonstiges
Weitere der Erinnerung werte Ereignisse des vergangenen Jahres 2007:
Im August wurde unter der Regie von P. Christoph unsere Homepage www.vierzehnheiligen.de ganz neu konzipiert. Sie wird in der Öffentlichkeit - auch international - , sehr gut angenommen. Die Besucher finden dort Informationen aller Art und Geschichte und Gegenwart in Vierzehnheiligen. Neu ist die Möglichkeiten, Gebetsanliegen in ein virtuelles Fürbittbuch einzuschreiben.
Das EDV-System des Klosters und des Wallfahrtsbüros wurde total überholt. So kann die Fülle der Anfragen zeitnah bearbeitet werden.
Auf Beschluss der Kirchenverwaltung wurde am 14. Mai der Verein der „Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen e.V.“ ins Leben gerufen. Als Vorsitzender wurde Landrat Reinhard Leutner gewählt, sein Stellevertreter wurde Bürgermeister Herr Jürgen Kohmann aus Bad Staffelstein. Zum Vorstand gehören des weiteren Herr Köhler von der LIGA-Bank Bamberg, Frau Bürgermeisterin Dr. Bianca Fischer von Lichtenfels. Unsere Sekretärin Frau Waltraud Kießling, Herr Alfons Hennig, ein ausgewiesener Freund unseres Klosters und ich selbst. Bisher haben sich ca. 80 Persönlichkeiten dem Verein angeschlossen. Ich möchte die Gelegenheit nützen, um alle einzuladen, denen Vierzehnheiligen nicht nur als historische Stätte, sondern als Ort aktueller Lebendigkeit wichtig ist, ihre Mitgliedschaft in die Wege zu leiten.
Noch steht auf der Südseite der Basilika ein Gerüst. Wasser war durch die Mauern eingedrungen und hatte bereits zu Schäden über den Paulusaltar geführt. Das Gerüst wird wieder entfernt, wenn klar ist, dass die Gegenmaßnahmen erfolgreich waren.
Die Basilika hat eine Reihe überaus wertvoller Altarleuchter. Sie wurden zum ganz großen Teil im zurückliegenden Jahr auf Schäden untersucht, restauriert und neu lackiert.
Im Juli wurden die Glocken des Nordturmes mit neuen Jochen aus Eichenholz versehen. Dies ist für den Klang ebenso besser wie für die Glocken an sich. Eine dabei vorgenommene Veränderung der Schlagfrequenz hat es nötig erscheinen lassen, die Statik des Turmes durch die Landesgewerbeanstalt Nürnberg überprüfen zu lassen. Das Ergebnis: Die Änderung der Schlagfrequenz musste wieder rückgängig gemacht werden. Einige Wochen durften wir nur mit den Glocken des Südturmes läuten.
Der Kreuzweg unterhalb des Klostergartens wurde gereinigt. Überlegungen, die einzelnen Stationen durch neue Bilder zu verschönern, konnten nicht umgesetzt werden.
Die Arbeit am Kirchenführer für Kinder konnten abgeschlossen werden. Der Verlag PEDA in Passau wird das Werk im Frühjahr 2008 herausbringen.
Der Schriftenstand in der Basilika hat sich u. a. auf Texte des Apostolischen Stuhles und Arbeitshilfen der Deutschen Bischofskonferenzen spezialisiert – mit sehr gutem Erfolg. Im INFO-Zentrum betreut Herr Andreas Bornschlegel nach wie vor das Angebot an Ansichtskarten und Büchern über Vierzehnheiliogen
Im September kam P. Ernst Fischer als Wallfahrtsseelsorger nach Vierzehheiligen zurück, wo er schon 1995 bis 2004 als Spiritual der St. Franziskusschwestern tätig war.
Im Oktober hat Basilikaorganist Georg Hagel den Kulturpreis der Oberfrankenstiftung erhalten.
Die Fassade unseres Klosters wurde vom Staatlichen Bauamt Bamberg restauriert. Wir waren froh, als das Gerüst endlich entfernt wurde. Auch eines der Nebengebäude des Klosters wurde neu eingedeckt.
Die Sitzpolster auf den Bänken waren im Lauf der Jahre unansehnlich geworden. Sie wurden im Juni durch neue ersetzt.
Den Christbaum vor der Basilika hat uns heuer Herr Gottfried Zillig aus Wolfsdorf gestiftet. Herr Zillig ist schwer erkrankt. Wir wollen auch ihn unser Gebet einbeziehen.
Wir gedenken auch der Toten des vergangenen Jahres. P. Gislar Winter (Guardian 1973 1979) P. Egbert Mall, Guardian (1998 – 2001), P. Jakob Braun, (Guardian 1979 – 1981), Frau Luzia Schwind, die Mutter unseres Kirchenschweizers Holger Schwind im August und Frau Maria Kreitmeir im Oktober, die Mutter von P. Christoph Kreitmeir.
Ausblick:
In der Pfingstwoche des nächsten Jahres werden sich wieder ca. 120 deutschsprachige Franziskaner zu einem Brüderlichen Pfingsten in Vierzehnheiligen treffen.
Die Fastenpredigten 2008 werden in Absprache mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum ersten Mal zumeist von Laien gehalten unter dem Thema: Gottes Spuren im Leben entdecken. Ziel der Predigten ist weniger die Belehrung, als die Ermunterung der Gläubigen, aufmerksam zu werden für Gottes Gegenwart im eigenen Leben.
Am 14. März 2008 werden zu einer „Nacht der Versöhnung“ alle jene eingeladen, die ihre Vorbereitung auf Ostern mit dem Empfang des Busssakramentes krönen wollen.
Das kommende Wallfahrtsjahr steht unter dem Leitwort: Auf Gottes Wegen gehen. Ein kleines Bildchen wird den Wallfahrern das Thema nahe bringen.
Künftig soll das Wallfahrtsjahr eröffnet werden durch einen Pontifikalgottesdienst eines Bischofs aus einem unserer Erzdiözese benachbarten Bistums. Den Anfang mach am 13.April 2008 Bischof Friedhelm Hofmann aus Würzburg.
Nach wie vor auf dem Programm der Erhaltung der Basilika steht die Erneuerung der Brandschutzanlage und der Elektrik, einschließlich der Beleuchtung in der Basilika. Manchmal scheitern die besten Pläne auch daran, dass einfach die Mittel noch nicht vorhanden sind.














