60. Soldatenwallfahrt nach Vierzehnheiligen

Das Bekenntnis zum Frieden stand am Sonntag bei der Soldaten- und Friedenswallfahrt in Vierzehnheiligen im Mittelpunkt. Für rund 1200 Mitglieder aus 70 Kameradschaften war es wieder ein besonderes Erlebnis. Seit 60 Jahren wallfahren Männer und Frauen aus den Soldatenkameradschaften und Reservistenvereinen aus Oberfranken zum „Heiligen Berg“. Sie suchen und erhoffen, was sie in ihrer Alltagswelt – sei sie modern oder traditionell – so nicht finden können.

Als das bunte Fahnenmeer am Morgen Einzug in die Basilika hielt intonierten Blasmusiker den bekannten Choral „Lobe den Herren“. Domkapitular Monsignore Wolfgang Witzgall beschwor in seiner Predigt die Erhaltung und Sicherung des Friedens. Kameradschaft, Einsatz und Treue seien Grundwerte die hochgehalten werden müssten und auch den nachfolgenden Generationen zu empfehlen seien. Als verantwortliche Christen müssten wir auch an Morgen denken, an eine menschwürdige Zukunft der Völker. „Dienst am Frieden ist unser aller Aufgabe, vor allem Aufgabe der Christen“, sagte der ehemalige Militärseelsorger.

„Möge unser aller Leben ein Beitrag werden für eine neue Erde, in der Frieden herrscht, in der Versöhnung und Frieden nicht nur gepredigt wird, sondern wo Menschen bereit sind, allen Menschen Bruder zu sein“, appellierte er an die Gläubigen. Auch die Eucharistiefeier war Teil des militärischen Zeremoniells. Während der Wandlung, in der Wein und Brot gereicht wird, krachten im Wald hinter dem Ehrenmal zwei Böllerschüsse.

Nach dem Gottesdienst zogen die Fahnenabordnungen und alle Wallfahrer zum Ehrenmal, um den Toten zu Gedenken. Bundestagsabgeordneter Thomas Silberhorn (CSU) würdigte in Vertretung von Staatsminister Markus Söder das Engagement der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigungen. Sie förderten Völkerverständigung und Frieden. Er erinnerte an Leiden und Tod, die besonders die Deutschen erfahren hätten.

Sein besonderer Dank galt den 3000 Soldaten der Bundeswehr, die derzeit bei 13 Missionen weltweit im Einsatz seien. Dieser Dank müsse auch in der Gesellschaft fest verankert sein. Frieden bedeute nicht nur den Krieg beenden, sondern auch Sicherheit und die Leistung humanitärer Hilfe. Den großen Kranz mit roten Nelken legten die Kameraden aus Oberleiterbach vor den Ehrenmal nieder. Sie hatten wieder unter der Leitung von Nikolaus Kunzelmann die Zeremonie organisiert.


Wallfahrtsleiter Oberstleutnant der Reserve, Peter Krüger, begrüßte den Rektor der Basilika Franziskaner Pater Heribert Arens, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Landrat Christian Meißner und den zweiten Bürgermeister Bad Staffelsteins Hans-Josef Stich. Er dankte allen Musikkapellen und Helfern für die Durchführung der Wallfahrt.

Die Trommler der Soldatenkameradschaft Wallenfels führten den Ehrenzug der Reservisten mit den Fahnenabordnungen um die Basilika. Zum Schluss erklangen das Lied vom guten Kameraden und die Nationalhymne.

Text und Bilder: Andreas Welz