25-jähriges Priesterjubiläum in Vierzehnheiligen

Am Sonntag feierte unter Corona Bedingungen Pater Clemens in der Wallfahrtsbasilika sein Silbernes Priesterjubiläum, dabei hielt Guardian Pater Maximilian die Festpredigt. Am 1. Mai 1996 war Pater Clemens zusammen mit drei Mitbrüdern zum Priester geweiht worden, um wenige Tage später seine Primiz, die heilige Messe zu feiern. Die Wolfsdorfer und seine Verwandten, Bekannten und Freunden hatten damals stolz auf ihn geschaut. Es wurden Blumenteppiche gelegt und alle freuten sich mit ihm über seine Bereitschaft, Gott zu folgen und ihm mit seinem Leben zu dienen. Am vergangenen Sonntag waren alle dankbar und froh im „fränkischen Jerusalem“ mit Pater Clemens ein kleines Erntedankfest zufeiern und auf 25 segensreiche Jahre seines Wirkens im Weinberg des Herrn zurückzublicken. „Im Rückblick auf dein bisheriges Leben darfst du Spuren Gottes entdecken und daraus Zuversicht und Kraft schöpfen für den Weg, der vor dir liegt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, sagt Jesus im heutigen Evangelium. Wenn ich das Bild betrachte, das Jesus vom Weinstock und den Reben in Worten zeichnet, fällt mir auf, dass darin jeder seine fest zugeschriebene Rolle hat“, so Pater Maximilian zu Beginn seiner Predigt. Der Winzer steckt in seinen Weinberg viel Zeit und Energie und hat am meisten Arbeit damit. Gute Weinstöcke muss er einpflanzen, ausreichend mit Wasser versorgen und die Triebe immer wieder zurückschneiden, damit diese nicht nur viele Blätter haben, sondern Früchte ansetzen. Der Winzer ist der, der am Ende die Früchte erntet und vom Ertrag lebt. Er ist damit beschäftigt, seinen Weinberg zu hegen und zu pflegen. „Im Weinstock sieht sich Jesus selber dargestellt. Dieser versorgt nämlich die Reben mit allem Lebensnotwendigen. Er gibt ihnen Halt und Lebenskraft. Als Priester darfst du ihm da zur Hand gehen und ihm helfen, anderen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie zu Jesus eine Verbindung aufbauen und diese pflegen können“, so der Guardian weiter. „Im Bild vom Weinstock und den Reben möchte Jesus uns und dir für die nächsten 25 Jahre Mut machen. Frag nicht so vorschnell nach der Frucht und klage nicht darüber, dass man oft so wenig von ihr spürt. Schau jetzt nur auf das eine, auf die Verbindung zum Weinstock, zu Jesus. Er ist die Heimat, er ist das, was dich jeden Tag neu hält und nährt – auch und gerade in diesen Pandemiezeiten“, fügt Pater Maximilian an und fragte anschließend was können wir tun, um die Verbindung zu Jesus zu gestalten und lebendig zu halten sowie was können wir als Reben tun? „Jesu Worte und das Gebet sind die Kanäle, durch die der Lebenssaft vom Weinstock in die Rebe fließt. „Wir können keine Frucht aus uns selbst hervorbringen und sollten uns auch gar nicht allzu sehr mit der Frucht beschäftigen. Entscheidend ist es, mit Jesus in Verbindung zu bleiben. Das geschieht dadurch, dass wir uns immer wieder an seine Worte erinnern, dass wir uns stets vor Augen halten, was er gesagt und getan hat. Und dass wir im Gebet mit ihm in Kontakt bleiben. Wir reden mit ihm, bringen ihm unsere Ängste und Sorgen, aber auch unsere Freude und Hoffnung. Dadurch bleiben wir mit ihm in Verbindung. Wenn wir immer wieder neu hinhören, was Jesus uns durch das Wort der Schrift, aber auch im persönlichen Gebet und in der Begegnung mit unseren Mitmenschen zu sagen hat, dann haben wir schon einen wichtigen Anhaltspunkt, um den Willen Gottes zu erkennen und zu tun“. Mit einem Lied zum Tages Evangelium mit ein paar persönlichen Strophen, welches Pater Maximilian dem Jubilar als Ständchen sang, wurde von Georg Hagel an der Orgel begleitetet, schloss der Festprediger.

Hubert Wagner wurde am 5. März 1966 als erstes von zwei Kindern des Hausmeisters Georg und seiner Ehefrau Walburga Wagner in Lichtenfels geboren. Von 1972 bis 1976 besuchte er in Grundfeld die Grundschule, dann in Unnersdorf ein Jahr die Hauptschule, wechselte dann von 1977 bis 1984 an das Meranier-Gymnasium in Lichtenfels und schließlich bis zum Abitur im Juli 1988 an das Rupert-Neß Gymnasium in Wangen/ Allgäu. Von 1984 bis 1988 wohnte er bei den Franziskanern im Klösterle in Wangen. Die Nähe zu Vierzehnheiligen, mehrere Assisifahrten und diverse Aufenthalte im Kloster zum Mitleben in Eggenfelden und Wangen ließen ihm die Entscheidung reifen, Franziskaner zu werden.

Am 21. Oktober 1988 wurde er in Bad Tölz als Bruder Clemens eingekleidet. Nach dem Noviziat kam er nach München St. Anna, von wo aus er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Philosophie und Theologie studierte. Sein Freisemester verbrachte er im Sommersemester 1992 in Fribourg/ Schweiz. Seine Feierliche Profess legte er am 19. März 1994 in der Franziskanerbasilika Ingolstadt in die Hände von Provinzial P. Heinrich Fürst ab. Missionsbischof Antonio Eduardo Bösl weihte ihn am 30. September1995 in der Pfarrkirche St. Anna zum Diakon.
Weihbischof Bernhard Haßlberger spendete ihm und drei weiteren Franziskanern am 1. Mai1996 in der Basilika Vierzehnheiligen das Sakrament der Priesterweihe. Seine ersten pastoralen Gehversuche als Diakon und Kaplan verbrachte er drei Jahre lang in der Stadtpfarrei St. Anna in München und wechselte im September 1999 für zwei Jahre als Kaplan nach Nürnberg St. Ludwig, bevor er für sechs Jahre als Stadtpfarrer von St. Anna in München zurückkehrte. Von September 2007 bis August 2014 war er als Pfarrvikar in Berlin St. Ludwig tätig. Im September 2014 wurde er Schulseelsorger in Halle an der Saale an drei verschiedenen katholischen Schulen, eine missionarische Aufgabe, die er nach wie vor mit Herzblut und Begeisterung erfüllt.

Text und Bilder: Gerd Klemenz