Was mir hilft

So viel wird gemailt und telefoniert in diesen Tagen, an denen wir zum Zuhause-Bleiben aufgefordert sind. Wie gut, dass auf diese Weise viele Menschen vor Einsamkeit und Isolation bewahrt bleiben.
So viele Gottesdienste und geistliche Worte werden im Internet und Fernsehen übertragen. Toll, dass es diese Art von Kommunikation gibt und dass gottesdienstliche Gemeinschaft zumindest so möglich ist.
So viel wird darüber gesprochen und nachgedacht und gefragt: Was will uns Gott mit dieser Art von Fastenzeit wohl sagen und warum und wozu lässt er das alles überhaupt zu? – Nur zu berechtigte Fragen.
Und ich werde gefragt: Haben Sie auch schon einen Text geschrieben und ins Netz gestellt?
Ich jedoch muss sagen: Mich macht das alles sprachlos. Mir fällt zu all dem nicht wirklich etwas ein, schon gar nichts Theologisches.
Deshalb: Was mir zurzeit am meisten hilft, ist Schweigen. Schweigend in der Kirche sitzen, dem Klang der Glocke lauschen und ihn mit meinem Seufzen verbinden.
Schweigend atmen. Den bergenden Armen dessen, der da im Tabernakel anwesend ist und auch schweigt – Ihm meine Angst und Bedrückung, all das übergeben, worauf ich mir keinen Reim machen kann.
Und vor Ihm schweigen und atmen und die Glocke klingen lassen.
So sitzen wir beieinander, Er und ich – vielleicht auch noch jemand anderes hinten in der Kirche,
und schweigen uns zusammen,
bis zum hoffentlich baldigen Aufatmen.
„Treten Sie ein, legen sie Ihre
Traurigkeit ab, hier
dürfen Sie schweigen“ (R. Kunze)
Und bleiben Sie behütet.

P. Dietmar Brüggemann ofm