Kindergartenwallfahrt von Klosterlangheim nach Vierzehnheiligen

Unter dem Motto „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“, machen sich kleine und große Wallfahrer dieses Jahr auf den Weg zum Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Während es in zahlreichen Orten Wallfahrten für Erwachsene gibt, organisiert der katholische Kindergarten Sankt Bernhard in Klosterlangheim diese bereits zum 24. Mal.

„Als langjährige Wallfahrerin von Mistelfeld nach Gößweinstein bin ich stolz, den heimischen Nachwuchs eine solche Glaubenstradition näher bringen zu dürfen“, so Marina Lutz, die in diesem Jahr erstmals als Leiterin diese Wallfahrt organisierte. Es ist besonders schön, durch diese Glaubensaktion den Kindern die Basilika Vierzehnheiligen näher zu bringen, fügte sie an. Am Freitag früh (05. Juli) war es wieder einmal soweit. Bei sommerlichen Temperaturen zogen die Drei- bis Sechsjährigen mit ihren Erzieherinnen, einem geschmückten Wallfahrtsbild und im Wind flatternden Fahnen singend und betend durch Klosterlangheim in Richtung Wald. Entlang des Wallfahrtsweges machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Während der Wallfahrt blieben die Kinder an verschiedenen Stationen zum Beten und Singen stehen. Nach einer Brotzeit auf Baumstämmen im Wald und einer kurzen Rast am „Weißen Kreuz“, kamen die jungen Pilger gegen Mittag am Wallfahrtsort an. Dort warteten bereits die Eltern und Großeltern auf die kleinen Wallfahrer mit Blumensträuße. Am Busparkplatz warteten schon Pater Stanislaus und Kirchenschweizer Daniel Reitz. Der Franziskaner segnete die Schar und sparte dabei nicht mit Weihwasser. Dann zogen alle gemeinsam mit „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ in die Basilika ein.

Pater Stanislaus zeigt den Kindergartenkindern den Gnadenaltar

Zu Beginn der Andacht fragte Pater Stanislaus: „Seid ihr denn alle schön nass geworden?“ und erklärte den Sinn des Weihwassers. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ führte dann der Kirchenschweizer Daniel Reitz die Wallfahrer aus dem Gotteshaus. Auf dem Vorplatz der Basilika gab es vom Kindergartenpersonal für jedes Kindergartenkind ein Eis als Belohnung für die Strapazen. Eine Abordnung der Leuchsentaler Musikanten aus Mistelfeld umrahmte musikalisch den Ein- und Auszug.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Priesterjubiläum in Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen: Am Herz-Jesu-Freitag feierten in der Basilika Vierzehnheiligen zwölf Priester der Erzdiözese Bamberg ihr Weihejubiläum. In der Zeit, in der viele die Priesterweihe empfingen und den seelsorglichen Dienst begonnen hatten, vor 25, 40, 50, 60 oder 65 Jahre war der Herz-Jesu-Freitag in jedem Monat ein besonderer Tag. Die heilige Messe wurde als Hochfest gefeiert, anschließend war Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten und Eucharistischer Segen. Am Herz-Jesu-Freitag wurde um Priesterberufungen gebetet. Bereits am Montagabend waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Es ist Zeit, den Herrn zu suchen“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von „Exerzitienmeister“ Pater Udo Küpper OSB aus der Abtei Münsterschwarzach statt.

Während des Pontifikalamt erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst

Zum Festgottesdienst am Freitagvormittag zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die päpstliche Basilika ein. Diese war durch zahlreiche Freunde, Bekannte und Verwandte gut gefüllt. Zunächst begrüßte Franziskanerpater Alexander Weissenberger die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Pontifikalamt, welches Georg Hagel musikalisch umrahmte. Im Juli feiert die Kirche besonders viele Heilige, die die Gesellschaft ihrer Zeit stark geprägt haben. Sie weisen auf einen unabdingbaren und unaufgebbaren Aspekt des Lebens und Wirkens Jesu, des Evangeliums und der Kirche hin – nämlich als Kirche die Gesellschaft mitzugestalten. Sie lassen uns auch über den priesterlichen Dienst in der Gesellschaft nachdenken, so der Erzbischof zu Beginn seiner Predigt. Kirche, wie sie Jesus will und braucht, ist mitten in der Welt gegenwärtig und engagiert. Die Aufgaben der Kirche sind im Griechischen ausgedrückt als „Martyria“ (Zeugnis geben vom Evangelium), „Leiturgia“ (den Gottesdienst feiern, der die Menschen zu Gott hinführt) und „Koinonis“ (Gemeinschaft aufbauen und Gemeinwohl fördern). Die ganze Kirche muss sich der dreifachen Aufgabe immer besinnen, heute besonders und die Priester müssen vorangehen. „Die Heiligen des Monats halten uns vor Augen, worum es in der Kirche gehen soll, was unser aller Ziel ist, nämlich „Martyria“, „Leiturgia“ und „Koinonis“, so der Erzbischof weiter. Das Evangelium, das Leben Jesu, die Kirche, fordern offene Räume und Öffentlichkeit. Kirche muss offen, frei und vielfältig sein. Das Verbindende ist das Evangelium und ist die Person Jesu und der dreifacher Auftrag der Martyria, der Leiturgia und der Koinonia, so Ludwig Schick am Ende.
Während des Pontifikalamts erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Diözesanhaus für die Teilnehmer und ihren Angehörigen. In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum: 25 Jahre: Pfarrer Alexander Berberich, Pfarrer Helmut Hetzel, Pfarrer i.R. Thomas Schmelz und P. Heinz Weierstraß SDB. 40 Jahre: P. Rudi Palos SDB und Dekan Günter Höfer. 50. Jahre: Pfarrer i.R. Rudolf Dorbert, StD i.R. EGR Heinrich Hoffmann, Pfarrer i.R. EGR Udo Zettelmaier und Pfarrer i. R. EGR Baptist Schaffer. 60. Jahre: Pfarrer i.R. EGR Veit Dennert und 65 Jahre Pfarrer i.R. EGR Hans Pfister.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Zwölf Priester aus der Erzdiözese feierten ihr Weihejubiläum mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick in der päpstlichen Basilka Vierzehnheiligen

„Durchkreuzte Lebenspläne“ in Vierzehnheiligen

„Wir sind extra für diesen Gottesdienst hierher nach Vierzehnheiligen gekommen. Er war sehr bewegend und schön. Im nächsten Jahr kommen wir wieder und bringen noch ein paar Bekannte mit. Eigentlich schon schade, dass nicht mehr in der Basilika waren. Ich dachte schon, dass wir hier keinen Platz mehr bekommen“, so Edeltraut aus Ellwangen (Jagst) Kreis Ostalbkreis, im Osten Baden-Württembergs. Zusammen mit ihren Mann Peter nahmen etwa 50 katholische und evangelische Christen an diesen besonderen ökumenischen Gottesdienst in der papstlichen Basilika teil. „Wir haben extra Urlaub genommen und sind für zwei Tage hierher gekommen. Die 230 Kilometer haben sich wirklich gelohnt“, fügte ihr Mann Peter an. Bei Bekannte in Breitengüßbach haben beide übernachtet. „Aufmerksam wurden wir durch den Film über Vierzehnheiligen kürzlich im Bayerischen Fernsehen“, ergänzte sie.

Am frühen Freitagabend gestalteten die Franziskaner gemeinsam mit dem evangelischen Pfarramt Bad Staffelstein und den St. Franziskusschwestern eine eindrückliche Feier, an der erstmals von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Zapfendorf Pfarrer Kornelius Holmer teilnahm. Die anschließende Salbung mit kostbarem Rosenöl sollte die heilende Kraft des Gottesgeistes spürbar machen. Mit dem Thema „Durchkreuzte Lebenspläne“ spendete der ökumenische Segnungs- und Salbungsgottesdienst allen Trost, die Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Pater Heribert Arens, Pfarrer Kornelius Holmer und Schwester Alexia Hoderlein sprachen im Wechsel Gebete und lyrische Texte zum Nachdenken. Basilikaorganist Georg Hagel verband die Texte mit besinnlichen Orgelmeditationen und ließ so murmelnde Töne wie Wassertropfen aus einer Quelle der Hoffnung in den Kirchenraum hinabtropfen. Bei der eigentlichen Segnung schwoll der Klangzauber zu einem mächtigen Strom an.

Pfarrer Kornelius Holmer aus Zapfendorf hielt die Ansprache in der Basilika Vierzehnheiligen

Pfarrer Kornelius Holmer erklärte in seiner Ansprache, dass es durchkreuzte Lebenspläne überall gibt wo es Menschen gibt, auch die ganze Bibel ist davon voll. „Wir können dort auch unterschiedliche Wege wahrnehmen, wie die Menschen der Bibel mit diesen durchkreuzten Lebensplänen umgingen“, so der evangelische Geistliche und wies auf die Tages-Lesung aus dem Buch Jeremia hin. Gottes Wege sind oft nicht leicht zu verstehen. „Durchkreuzte Lebenspläne gibt es in unserem Leben die Frage -Warum- hilft uns es bei der Bewältigung von Krisen nicht wirklich weiter. Aber diese Frage ist für uns trotzdem eine wichtige Frage. Denn wir möchten Dinge verstehen, insbesondere dann, wenn unser Leben durch sie durcheinandergebracht wurde“, fügte er an. Die Warum – Frage sucht nach Schuldigen. Wer ist daran schuld, dass Lebenspläne zerstört werde. Allerdings wird diese Frage nicht offen gestellt, sondern „Warum geschieht ausgerechnet mir das?“ Pfarrer Holmer appellierte, dass wir in unserem Leben die Situationen annehmen und darauf achten, wie es weitergehen kann. „Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir durchkreuzte Lebenspläne auch als Chance für uns annehmen, um mit Gott wieder ganz neu anzufangen“, so der evangelische Pfarrer zum Schluss. Nach dem Schlusssegen lud Pater Heribert kurz in den Klostergarten ein.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Pater Heribert (mitte) im Klostergarten nach dem ökumenischen Gottesdienst mit Franz, Maria, Edeltraut und Peter

Neue Glocken für die Basilika

Guss der neuen Glocken für Vierzehnheiligen

Mancher Bewohner des Gottesgartens hatte sich gewundert, als am Freitag dem 26. April um 15.30 Uhr für 20 Minuten alle Glocken der Basilika geläutet hatten. Sie hatten ihre „neuen Geschwister“ begrüßt: zur gleichen Zeit begann in Neunkirchen/Baden bei der Gießerei Bachert der Guss der neuen Basilikaglocken. Diese „Gleichzeitigkeit“ haben sich die beiden Basilikamesner Tobias Hartmann und Daniel Reitz ausgedacht, der eine in Neunkirchen, der andere in Vierzehnheiligen – die Gleichzeitigkeit ist im Zeitalter des Smartphones ja kein Problem mehr.

Allmächtiger Gott, segne dieses flüssige Metall, das für den Guss der Glocken bestimmt ist. Leite seine feurigen Ströme und schenke unseren Mühen Erfolg. Gib, dass die neuen Glocken deinen Namen verherrlichen.“ So hieß es in dem Gebet, das P. Heribert vor dem fauchenden Ofen und den vorbereiteten Bahnen für die glühende Bronze in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen/Baden betete.

Faszinierte Blicke der Teilnehmenden, darunter 25 aus dem Gottesgarten, schauten auf den riesigen schwarzen Kessel, in dem die glühende Bronze brodelte, und auf Meister Albert Bachert, der mit seinen Männern, bekleidet mit Schutzmänteln und –helmen, auf dem Sandhügel stand, in den die Gussformen eingegraben waren.

Und dann kam der Moment, der manchem der Teilnehmer Tränen in die Augen trieb, und fast allen eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ: Der Kessel wurde angestochen – und die glühende Bronze floss in die vorbereiteten Kanäle auf dem Sandhügel. Es zischte und sprühte, und die Augen der faszinierten Zuschauer starrten wie gebannt auf die Bahnen, in denen die Gießer das glühende Metall zu den einzelnen Formen leiteten.

Am Glockenguss nahmen auch Vertreter der Evangelischen Gemeinde von Wurzen/Sachsen und der Syrisch-orthodoxen Gemeinde von Bietigheim-Bissingen teil, für die beim gleichen Guss Glocken gegossen wurden.

Abgeschlossen wurde der Guss mit einem Fürbittgebet für die Mitarbeiter der Gießerei, für die, die den Guss der Glocken an den verschiedenen Orten fördern, und für alle die, die der Klang dieser Glocken erreichen wird.

Im Anschluss an den Guss erklärte Christiane Bachert, die Frau des Meisters, an einem Modell, wie die Form für den Guss über die Bearbeitung der „falschen Glocke“ Schritt für Schritt entsteht. Die Vierzehnheiligener Gruppe traf sich dann mit Frau Rosemarie Vollmer, der Künstlerin, die die Glocken gestaltet hat. Sie erklärte, wie sie die Namen und Aufschriften der Glocken – entstanden im Zusammenwirken von Kirchenverwaltung, Basilikaorganist Georg Hagel und dem deutschlandweit bekannten Glockensachverständigen Dr. Claus Peter – graphisch gestaltet und bebildert hat. „Für mich war es eine Ehre, die Glocken für die berühmte Basilika Vierzehnheiligen gestalten zu dürfen!“, sagte Frau Vollmer, und man merkte ihr ihre Freude an. Was die Teilnehmer besonders interessierte, war die Frage, wie es möglich ist, die Gestaltung auf die Glocke zu bringen. Hoch interessant zu erfahren, wie zunächst die „falsche Glocke“ künstlerisch bearbeitet wird, aus der später der Hohlraum für die zu gießende Glocke wird. Wenn die Glocken gegossen und in der Basilika ausgestellt sind, können alle das Werk von Frau Vollmer bewundern.

Dann machten sich die 25 Teilnehmer wieder auf den Heimweg, unter ihnen auch Bürgermeister Jürgen Kohmann mit seiner Frau, der es sich nicht hatte nehmen lassen, an diesem historischen Ereignis teilzunehmen. Und ein historisches Ereignis war das allemal: Die Teilnehmer waren sich bewusst, dass die soeben gegossenen Glocken alle Anwesenden um Jahrhunderte überleben werden.
Auf der Heimfahrt im Bus las P. Heribert Verse aus Schillers „Das Lied von der Glocke“. Manches wurde lebendig, was die Heimkehrer kurz vorher erlebt hatten. Das Gedicht mündet in den Vers: „Friede sei ihr erst Geläute.“ und das wünschten sich alle, die dabei waren: Das Geläut von Vierzehnheiligen möge stets die Botschaft vom Frieden verkünden.

Glocken schweigen

Die großen Glocken von Vierzehnheiligen schweigen

Informationen zur Sanierung der Glockenanlage in der Basilika

Manch aufmerksamer Besucher oder treuer Pilger, der einen der zahlreichen Gottesdienste in der bekannten Wallfahrtsbasilika am Obermain besucht, wundert sich zu Recht, dass seit einiger Zeit die Klangpracht der Glocken eher bescheiden ausfällt. Dies hat zwei Gründe: in den 80er Jahren des voriger Jahrhunderts wurden alle Glocken auf verkröpfte Stahljoche gehängt, um die Belastung der Türme durch das ständige Läuten an großen Wallfahrtswochenenden zu reduzieren. Dies hatte aber auch eine massive klangliche Beeinträchtigung zur Folge: viele ältere Bewohner der Dörfer unterhalb von Vierzehnheiligen schwärmten von der früheren Klangpracht im Maintal, die mit der erfolgten technischen Umrüstung nun Geschichte war, aber die man zum Schutz der Türme bewusst in Kauf nahm.

Zum klanglichen Rückschritt gesellte sich, dass sich die Umhängung auf verkröpfte Stahljoche als Sackgasse erwiesen hat. Zahlreiche Glockenabstürze im gesamten Bundesgebiet durch Risse an den Glockenhenkeln zeigten immer wieder das gleiche Schadensbild:
Neben den vertikalen Kräften kommen bei verkröpften Jochen auch noch Horizontalkräfte zum Wirken, welche die ohnehin schon sensible Stelle an der Glockenaufhängung schwächen oder gar zerstören.

Deshalb wurden vor einigen Jahren die drei kleineren Glocken im Nordturm der Basilika wieder auf gerade Joche aus Eichenholz gehängt. Als dann bereits an der großen St. Georgsglocke eines Morgens zwei der drei Halterungen gerissen waren und die Glocke – schon halb schief- am Läuteseil scheuerte, entschloss man sich zur sofortigen Stilllegung der zwei großen Glocken des Südturms – gelten diese zwei Instrumente aus dem Jahre 1869 doch als einziges erhaltenes Großglockenpaar der Bamberger Glockengießerfirma Lotter, voller Klangschönheit und von großer historischer Bedeutung!

In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Hochbauamt in der Bischofsstadt Bamberg entschloss man sich nun, den seit dem Turmbrand von 1835 wohl größten Umbau an der Glockenanlage vorzunehmen:

In beiden Türmen werden die alten Stahlglockenstühle demontiert und durch Eichenholzstühle nach historischen Vorbildern in rein zimmermannsmäßigem Verbund ersetzt. Das heißt: keine Schrauben, Flansche, Gewindestäbe oder ähnliches, was brechen, rosten oder ermüden kann. Dazu kommt die längst fällige Umhängung der zwei großen Glocken auf gerade Joche aus Eichenholz sowie neue Läutemaschinen.

Doch nicht genug: Um die historischen Glocken zu entlasten und trotzdem die Häufigkeit des Läutens nicht zu verringern, werden nun zusätzliche kleinere und hell klingende Zimbelglocken neu gegossen und in die ebenfalls neuen Glockenstühle konstruktiv eingepasst. Mit diesem Geläutewerden dann künftig die Wallfahrer zum Einzug in die Basilika begrüßt.

Das erneuerte und neue Geläute soll bis zum Jubiläum im Jahr 2022, in dem sich die feierliche Einweihung des Gotteshaus von 1772 zum 250. Mal jährt, erklingen.

Der Verein „Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen“ hat bereits signalisiert, die Finanzierung einer der kleineren, neu zu gießenden Glocken zu übernehmen. Nun hofft die Kath. Kirchenstiftung auf weitere Sponsoren, die helfen, die nicht unbeträchtliche Summe im sechsstelligen Bereich abzufedern.

 

Wir freuen uns über Spenden an:

Kirchenstiftung Basilika Vierzehnheiligen

IBAN: DE09783500000000014456
BIC: BYLADEM1COB
Bankname: Sparkasse Coburg-Lichtenfels
Stichwort: Spende für Glocken

Ein herzliches Vergelt’s Gott!
Kath. Kirchenstiftung Vierzehnheiligen

Mariensingen

Eine Marienandacht mit fränkischen Marienliedern wurde kürzlich in der Basilika mit Texten, Liedern und Musik aus der fränkischen Heimat umrahmt. Die „Kronicher Maala“ unter der Leitung von Monika Tschernitschek, der „Graatzer Dreigesang“ mit Heinrich Geßlein und die „Kemmärä Kuckuck“ mit ihrem musikalischen Leiter Hans-Dieter Ruß verstanden es, die Herzen der über 200 Gläubigen zu bewegen. Gebete zur Mutter Gottes Maria wurden zwischen einzelnen Liedvortägen von Marion Töppke vorgetragen.
Eröffnet wurde der Nachmittag von den Kemmärä Kuckuck mit „Menuett“. Das Menuett ist ein alter höfischer Gesellschaftstanz französischen Ursprungs und ein wichtiger Tanz der Barockzeit und Klassik. Es wurde in musikalisch stilisierter Form nach 1750 zum festen Bestandteil der klassischen Sinfonie. Nach „O König sei gegrüßt“ von den Kronicher Maala sangen alle in der Basilika zusammen „Maria zu lieben“. Dies wurde musikalisch von den „Kemmärä Kuckuck“ mit dem Akkordeon, dem Kontrabass und dem Hackbrett begleitet. „Gegrüßet seist du Maria“ von Heinrich und Hans-Jürgen Geßlein, Peter Bartosch besser bekannt als Graatzer Dreigesang, folgte. Nach „Da knie ich Maria“ von den Kemmärä Kuckuck sangen die vier Frauen der Kronicher Maala mit ihren hellen Sopran „Zu dir o Maria“. „Hier vor deinem Bilde“ von den Kemmärä Kuckuck und „Der Engel des Herrn“ und „Maria ging im Garten“ vom Graatzer Dreigesang sowie mit „Sancta Maria“ von den Kronicher Maala setzten das Programm fort. Eigens für Schiffswallfahrten nach Bornhofen hat im Jahre 1842 der Dichter und Schriftsteller Guido Görres (1805–1852) das weit über die Grenzen hinaus bekannte Wallfahrtslied: „Geleite durch die Wellen“ geschrieben. In der Basilika wurde dies von den Kemmärä Kuckuck vorgetragen. Bei der anschließenden Mutter-Gottes-Litanei sangen alle kräftig bei „Mutter Gottes wir rufen zu dir“ nach der Grüssauer Melodie kräftig mit. Bei „Einen Ort weiß ich auf Erden“ von den Kronicher Maala wurde Gedanken an die Schwarze Madonna von Altötting wach. Das bekannte „Sei gegrüßt, du Gnadengarten“ und populäre Marienlied des katholischen Publizisten Guido Görres (1805–1852) „Es blüht der Blume eine,“ das seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im katholischen Milieu weit verbreitet war, trug der Graatzer Dreigesang vor. Die Kronicher Maala mit dem „Abendgruß für Maria“ bewegte die andächtigen Zuhörer.

„Kemmärä Kuckuck“

In seinen Schlussworten ging Pater Stanislaus auf die Verbindung von Pfingsten und der Mutter Gottes ein. Nach dem Segen stimmten alle nochmals beim fränkischen Marienlied, „O himmlische Frau Königin“ ein. Das fachkundige Publikum dankte den Gruppen aus der Region für ihre gelungene Darbietungen mit einen warmen Applausregen und verließ die Basilika erst nach Irischen Segenswunsch „Möge die Straße uns zusammen führen“ vom Graatzer Dreigesang. Veranstalter war neben den Franziskanern der Basilika Vierzehnheiligen die Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik, der Bezirk Oberfranken und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

vier Frauen der Kronicher Maala überzeugten mit ihrem Gesang

Vierzehnheiligen Fest

Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres in Vierzehnheiligen gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das am vergangenen Sonntag in der Wallfahrtsbasilika gefeiert wurde. Das Pontifikalamt mit Weihbischof Herwig Gössl am Vormittag und die Nothelferprozession am Nachmittag werden den Beteiligten in Erinnerung bleiben. Besonders beeindruckend war der katholische Kirchenchor und das Orchester der Pfarrei „Sankt Thomas“ aus Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt. Die „Orgelsolomesse“ und zur Kommunion das „Regina coeli“, beides von Wolfgang Amadeus Mozart, begeisterte die zahlreichen Gläubigen in der päpstlichen Basilika. Die Hauptorgel spielte Georg Hagel. Die festlichen Gewänder der Geistlichkeit, eine geschmückte Basilika und die musikalische Umrahmung bildeten den Rahmen für ein außergewöhnliches Ereignis auf dem „heiligen Berg“.

Wallfahrer von der 26. Stern-Radwallfahrt des Radsportverbandes Oberfranken säumten den Chorraum. Dahinter war der Kirchenchor und das Orchester aus Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt

In der Basilika begrüßte Guardian Heribert die vielen kirchlichen und weltliche Würdenträger. Weihbischof Herwig Gössl ging in seiner Predigt auf das Martyrium ein. „Dass das Martyrium mitten in die Kirche hineingehört, zeigt uns das Beispiel mit aller Schönheit und doch drastisch genug: der Gnadenaltar hier in der Basilika von Vierzehnheiligen. 13 der 14 Nothelfer sind Märtyrer, die für ihren Glauben an Jesus Christus ihr Blut vergossen und ihr Leben hingegeben haben“, sagte der Weihbischof. Das zeigten in verschiedenen Abbildungen am Gnadenaltar die Symbole der Martyrien. „Sie sagen uns damit, dass es etwas gibt, das wichtiger ist als das Leben überhaupt. Und das ist die Verbundenheit mit Gott“, so der Geistliche. „Man konnte diesen Menschen alles nehmen, am Schluss sogar das Leben, aber nicht ihren Glauben und das Vertrauen auf Gottes Schutz und Hilfe.“ Wenn sich immer wieder Wallfahrer auf dem Weg machten und ihren Glauben bekennen würden, in Gebet und Gesang, dann seien sie Märtyrer, also Zeugen für den Auferstanden Herrn, der ihr Leben bewege, so der Weihbischof.

Auch am Nachmittag war die Basilika am Nachmittag gut gefüllt. Monsignore Wolfgang Witzgall hielt bei der Andacht die Predigt. Er sagte, dass die Verehrung von Heiligen Ausdruck einer Frömmigkeit sei, die bis in die früheste Zeit des Christentums zurückreiche. In den Aufzeichnungen der heiligen Hildegard habe er gelesen, dass die Kunst menschlicher Selbstwerdung darin bestehe, Wunden zu Perlen werden zu lassen. „Wenn ich mich aussöhne mit meinen Wunden, dann kann ich in ihnen etwas Kostbares entdecken. Etwas, dass meinen persönlichen Wert ausmacht und mir meinen Lebensweg aufzeigt. Jede Verletzung hält mich lebendig auf Gott und die Menschen hin“, so Witzgall. „Aber solange die Wunden noch eitert, können sie nicht zur Perlen werden. Sie muss erst heilen, und nach Heilung sehnen sich heute viele Menschen.“ Und er fügte an: „Gott ist der wahre Arzt für Leib und Seele. Er wird auch unsere Wunden heilen und sie in Perlen verwandeln.“

Weihbischof Herwig Gössl zelebrierte das Pontifikalamt zum Vierzehnheiligenfest

Bei der anschließenden Prozession um die Basilika wurden die Figuren der heiligen 14 Nothelfer auf Holzstangen von Jugendlichen und Erwachsenen aus Grundfeld und Wolfsdorf getragen. Viele Gläubige nahmen an dieser Prozession teil, die musikalisch von den Ansbachtaler Musikanten aus Roth begleitet wurde. Zweimal umrundeten die Gläubigen das Gotteshaus, hierbei wurde von Pater Stanislaus Wentowski die Monstranz unter dem Baldachin getragen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz