Was mir hilft

So viel wird gemailt und telefoniert in diesen Tagen, an denen wir zum Zuhause-Bleiben aufgefordert sind. Wie gut, dass auf diese Weise viele Menschen vor Einsamkeit und Isolation bewahrt bleiben.
So viele Gottesdienste und geistliche Worte werden im Internet und Fernsehen übertragen. Toll, dass es diese Art von Kommunikation gibt und dass gottesdienstliche Gemeinschaft zumindest so möglich ist.
So viel wird darüber gesprochen und nachgedacht und gefragt: Was will uns Gott mit dieser Art von Fastenzeit wohl sagen und warum und wozu lässt er das alles überhaupt zu? – Nur zu berechtigte Fragen.
Und ich werde gefragt: Haben Sie auch schon einen Text geschrieben und ins Netz gestellt?
Ich jedoch muss sagen: Mich macht das alles sprachlos. Mir fällt zu all dem nicht wirklich etwas ein, schon gar nichts Theologisches.
Deshalb: Was mir zurzeit am meisten hilft, ist Schweigen. Schweigend in der Kirche sitzen, dem Klang der Glocke lauschen und ihn mit meinem Seufzen verbinden.
Schweigend atmen. Den bergenden Armen dessen, der da im Tabernakel anwesend ist und auch schweigt – Ihm meine Angst und Bedrückung, all das übergeben, worauf ich mir keinen Reim machen kann.
Und vor Ihm schweigen und atmen und die Glocke klingen lassen.
So sitzen wir beieinander, Er und ich – vielleicht auch noch jemand anderes hinten in der Kirche,
und schweigen uns zusammen,
bis zum hoffentlich baldigen Aufatmen.
„Treten Sie ein, legen sie Ihre
Traurigkeit ab, hier
dürfen Sie schweigen“ (R. Kunze)
Und bleiben Sie behütet.

P. Dietmar Brüggemann ofm

Gebetskette: Klink Dich ein!

VierzehnHeiligen-VierzehnUhr-VierzehnHeiligen-VierzehnUhr

Der Tatsache geschuldet, dass zur Zeit keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden können, laden die Franziskaner von Vierzehnheiligen zu einer Gebetskette ein:
Bis Gottesdienste wieder in den Kirchen möglich sind, soll jeweils täglich um vierzehn Uhr in Verbundenheit mit den Vierzehn Heiligen Nothelfern und vielen anderen Betern in ökumenischer Gemeinsamkeit ein Vater Unser zur Bewältigung der Corona-Krise gebetet werden, besonders für alle, die von ihr in irgendeiner Weise betroffen sind, nach dem Motto:
VierzehnHeiligen-VierzehnUhr
Dazu will die Nothelferglocke der Basilika in Vierzehnheiligen um 14.00 Uhr täglich zehn Minuten lang aufrufen.
Rücken wir im Gebet zusammen, geben wir auf einander acht. Das wird uns allen guttun.
Also: Klinken Sie sich bitte in die Gebetskette ein!

Vierzehnheiligen, 18.03.2020, P. Dietmar Brüggemann ofm, Guardian

 

Gebetskette: Klink dich ein!

VierzehnHeiligen-VierzehnUhr-VierzehnHeiligen-VierzehnUhr

Menschenfreundlicher Gott,
bedrängt von den Sorgen dieser Tage und so vieler Menschen
kommen wir zu dir und halten uns an dir fest.
Getragen vom Vorbild der Vierzehn heiligen Nothelfer
und ihrer Fürbitte schon seit so langer Zeit
wissen wir uns in dieser Stunde verbunden mit vielen anderen.
Mit ihnen verlassen wir uns auf die Kraft des Gebetes
und vertrauen dir alle an, die in irgendeiner Weise
vom Corona-Virus betroffen sind:
alle, die mit ihren Ängsten zuhause allein sind;
Väter und Mütter in der Sorge für ihre Kinder;
alle, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen.
Die Kranken in den Krankenhäusern, und die für sie da sind;
die vielen in Quarantäne;
alle, die einen kranken Angehörigen begleiten.
Wie beten für die am Virus Verstorbenen
und alle, die um sie trauern.
Wir denken an alle, die weitreichende Entscheidungen
für das öffentliche Leben zu treffen haben.
Für sie alle und für uns selbst beten wir voll Vertrauen:
Vater Unser im Himmel, ….

Keine Gottesdienste in Vierzehnheiligen

Liebe Schwestern und Brüder,
aufgrund der Anweisungen des bayerischen Staates vom 13. März 2020, dass keine öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen stattfinden dürfen,
und aufgrund der Regelung des Erzbischöflichen Ordinariates Bamberg vom 13.03.2020 um 16.13h („Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 100 zu beschränken. Risikopersonen wie Ältere, Vorerkrankte etc. sollen nicht teilnehmen; pro anwesender Person müssen 4 qm Aufenthaltsfläche zur Verfügung stehen.“) sehen wir uns zu unserem größten Bedauern dazu gezwungen, alle Gottesdienste (Hl. Messen und Fastenpredigt) an den Sonntagen in der Basilika von Vierzehnheiligen bis auf Weiteres ausfallen zu lassen.

Wir bitten um Verständnis, dass wegen der Kurzfristigkeit dieser Entscheidung nicht alle Medien von uns benachrichtigt werden können.
Die vorgesehenen Intentionen für die hl. Messen werden in Absprache mit den jeweiligen Angehörigen nachgeholt.
Die Hl. Messen an den Werktagen finden wie gewohnt statt, die Messe um 09.00 h allerdings nicht in der Anbetungskapelle, sondern in der Kirche.

Für alle stattfindenden Gottesdienste gilt die Vorgabe, dass Risikopersonen ihnen fernbleiben mögen, dass die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden und dass auf gar keinen Fall die Kommunion als ‚Mundkommunion‘ gespendet werden darf.
Es sei ferner darauf hingewiesen, dass der Erzbischof von der Sonntagspflicht dispensiert. Er bittet die Gläubigen zu überlegen, ob sie …. den Sonntag zu Hause durch das persönliche Gebet oder in der Familie heiligen.
Für die liturgischen Feiern der Kar- und Ostertage wird gesondert informiert.

Vierzehnheiligen, 13.03.2020, Pater Dietmar Brüggemann ofm, Guardian

Segnungsgottesdienst zu Valtentinstag in Vierzehnheiligen

Nichts ist heißer als das Feuer der Liebe. So hatten sich am Sonntagnachmittag trotz stürmischem Wetter rund 350 Paare auf den Weg nach Vierzehnheiligen gemacht, um am ökumenischen Segnungsgottesdienst unter dem Motto „Weißt du noch ….?“ teilzunehmen. Dazu hatten die Franziskaner, die Franziskusschwestern und die evangelisch-lutherische Gemeinde Bad Staffelstein-Herreth eingeladen. In jedem Jahr erinnert der Valentinstag daran, welches Geschenk eine Ehe, eine Freundschaft, eine Partnerschaft ist. Verliebtsein kennt bekanntlich kein Alter. So trafen sich sowohl junge, frischverliebte Paare in der Basilika als auch solche, die schon vor Jahrzehnte den Bund fürs Leben schlossen und noch heute gemeinsam „durch dick und dünn gehen“.

Guardian Pater Dietmar Brüggemann, Pater Bernhard Braun, Schwester Alexia Hoderlein und ev. Pastor Matthias Hagen zelebrierten in diesem Jahr gemeinsam die ökumenische Segnungsfeier zum Valentinstag. Schwester Alexia gab Impulse zu was „Liebe heißt“. In seiner Predigt ging der Pastor Hagen auf das Motto „Weißt du noch ….?“ ein und erzählte von verschiedenen Erlebnissen. Dabei wurden die Erinnerung bei den Besuchern angeregt und ließen Bilder und Erinnerungen wach werden. Gänsehautgefühle kamen dann auf, als Georg Hagel eines der bekanntesten Lieder der britischen Band The Beatles aus dem Jahr 1967 „All You Need Is Love“ ( Alles, was du brauchst, ist Liebe) auf der Orgel vortrug. Dann fuhr der evangelische Pastor in seiner Predigt fort und ging auf das bekannteste Beziehungssymbol, die Ringe ein. „Vergleichen sie einmal ihre Ringe genauer und sie werden entdecken wie verschieden sie geworden sind mit der Zeit durch Kratzer und Schrammen. So wird auch eure Liebe in all den Jahren Gebrauchsspuren zeigen“, so Pastor Hagen. Die Liebe füreinander soll niemals aufhören, darin erinnern die Trauringe. Denn an einem Ring kann man wieder entlang fahren – er hat keinen Anfang und kein Ende. „Liebe ist wie eure Ringe, nicht dazu da, als glänzendes Geschenk in der Schublade zu verstauben, sondern euren täglichen Umgang miteinander zu begleiten“, so der evangelische Geistlicher weiter.

Schließlich – als schönem und natürlich sehr emotionalem Höhepunkt des Gottesdienstes schritten die Paare zum Gnaden-, Petrus- und Paulusaltar, um für sich und ihre Ehe von den Geistlichen den Segen Gottes zu empfangen. Sich an den Händen führend, fühlten sich die Paare in diesem Moment an den Gang zum Traualtar erinnert. Bei manchen, wie bei Anton und Anne Reinhardt aus Uetzing, die vor 42 Jahren heirateten, liegt der schönste, bis heute unvergessliche Tag im Leben schon eine Weile zurück. Sicherlich waren auch Paare vor Ort, bei denen Amors Pfeil erst vor kurzen ins Herz getroffen hat. Wunderschön war es anzusehen, wie die Pärchen voller Inbrunst mitbeteten, mitsangen und gemeinsam diesen Gottesdienst feierten. Die Partner sagten quasi noch einmal „Ja“ zueinander. Bei der Segnung durften sich die Paare auch über ein hübsches Kärtchen freuen, das zwei nebeneinander liegende Ringe zeigt. Der ökumenische Segnungsgottesdienst auf den „heiligen Berg“ hat die teilnehmenden Paare innerlich gestärkt und ihre Liebe gefestigt. Ein nettes Wort, ein Strauß Blumen, geschenkte Aufmerksamkeit – aber eben nicht nur am Valentinstag tut einer Beziehung immer gut. Mit phantasievoller Orgelmeditation verstand es Georg Hagel, Regionalkantor des Erzbistums Bamberg, die Segensfeier zu bereichern.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

 

Fastenpredigten 2020

…, weil Gott so anders ist,
deshalb glaube ich an ihn.

Nicht wenige Menschen sprechen zurzeit von einer grundsätzlichen Krise der Kirche. Verschiedene Gründe werden dafür genannt. Immer wieder die gleichen Punkte werden angesprochen, die zur Abwendung der Krise verändert werden müssen. Vielleicht hängt damit zusammen, dass viele Menschen im Grunde mit Gott nichts mehr anfangen können und nicht wissen, was sie von Gott halten sollen. Dieser grundsätzlichen Frage nach Gott widmen sich die diesjährigen Fastenpredigten in Vierzehnheiligen. Prediger ist Pater Dietmar Brüggemann ofm.
1. März: Der ‚Verlierer-Gott‘
8. März: Gott zwischen Kinder- und Erwachsenenglaube
15. März: Gott in sich verändernden Bildern
22. März: Der bedürftige Gott
Wir beginnen jeweils sonntags um 14.00 h mit einer fastenzeitlichen Vesper, in die die jeweilige Predigt eingefügt ist. Sie sind herzlich eingeladen!

Neuer Guardian in Vierzehnheiligen

Pater Dietmar Brüggemann, der neue Guardian und Rector der Basilika auf dem heiligen Berg, feierte am Sonntagfrüh in der gut gefüllten Wallfahrtsbasilika seinen ersten Gottesdienst.

Seit dem Zusammenschluss der vier Franziskanerprovinzen im Juli 2010 ist es möglich, Franziskaner deutschlandweit einzusetzen, und so ist der bisherige Guardian des Wallfahrtsklosters Neviges, zum neuen Guardian und Wallfahrtsleiter in Vierzehnheiligen ernannt worden und als gebürtiger Säuerländer jetzt an den Obermain gekommen. „Ohne zu ahnen, dass ich den Dienst als Guardian und Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen übernehmen würde, habe ich im Mai 2019 dort Urlaub gemacht. Immer wieder habe ich mich in diesen Tagen auch in die Basilika zurückgezogen und dabei den Raum und die Menschen darin auf mich wirken lassen“, so kürzlich Pater Dietmar, der in den vergangenen fünf Jahren auf dem Hardenberg im Velberter Ortsteil Neviges in Nordrhein-Westfalen tätig war. Bei seinem Urlaub beeindruckte ihm der Strom der vielen Wallfahrer und Beter sowie junge und alte Menschen. Alle strömten zum Gnadenaltar mit dem Jesuskind und den 14 Nothelfern. „In diesem Moment kam er mir wie eine Rettungsinsel vor, auf der Schiffbrüchige Schutz sowie Geborgenheit suchen und finden um dann erleichtert und gestärkt wieder nach Hause zu ziehen“, erinnerte sich Pater Dietmar. „Der Gnadenaltar eine Rettungsinsel im Strom der Wallfahrer, Beter und Suchenden, dann sind wir Mitarbeiter in der Wallfahrt, Seelsorge und Franziskaner in diesem Strom so etwas wie Lotsen, die den Menschen helfen, zur Ruhe zu kommen und ihren Platz in der Kirche neu zu finden“, so der 62-jährige weiter. So möchte Pater Dietmar Brüggemann seinen künftigen Dienst in Vierzehnheiligen verstehen und damit an das anknüpfen, was Pater Heribert und die anderen Franziskanerpaters in die Wallfahrtsseelsorge eingebracht haben. „Pater Heribert war mein Dozent im Studium. Zu seiner Zeit als Provinzial habe ich in seine Hände meine ewige Profess abgelegt. Ich empfinde es als Ehre, aus seiner Hand die Schlüssel für Vierzehnheiligen zu übernehmen“, so Pater Dietmar.

Im Blick auf die Menschen in Oberfranken, die er bis jetzt kennengelernt habe, hatte er den Eindruck, sie sind irgendwie ähnlich wie die Sauerländer – bodenständig und offen. „Das jedenfalls sind zwei Eigenschaften, die mir sehr wichtig sind“, so der neue Guardian. In seinen fast 35 Priesterjahren hat er schwerpunktmäßig in der Pfarrseelsorge, der Klinik- und zuletzt fünf Jahre in der Wallfahrtsseelsorge gearbeitet. Sein erster Gottesdienst im „fränkischen Bethlehem“ feierte er nun am Sonntagfrüh am Gnadenaltar – der Rettungsinsel in der päpstlichen Basilika, zusammen mit dem Geistlichen Rektor der Bildungshäuser Domvikar Professor Dr. Elmar Koziel. Seine erste Predigt, die er vor dem Volksaltar verkündete, stellte er unter das Thema „Umzug und Vernetzung“. Diese beiden Begriffe findet man auch im Evangelium wieder, denn auch Jesus zog um, so Pater Dietmar. Die Jünger vernetzen sich mit Jesus und folgen ihm nach. Vor Weihnachten lernte Pater Dietmar einen neuen Menschen im Bistum Köln kennen, der in einem kleinen Ort bei Bonn arbeitete. Der gelernte Tischler fertigte Figuren aus alten Balken. Das Besondere daran war, dass alle eine Krone haben. In jedem Menschen sieht er die Würde, sieht er die Krone, die er trägt, als Kern seiner Arbeit. Und damit folgt er Jesus, der die Menschen an ihre Krone erinnert. „Umzug und Vernetzung“, vielleicht ist das auch ein hilfreiches Stichwort für uns als Kirche hier in Vierzehnheiligen, stellte Pater Dietmar in den Raum. Dass wir die Augen öffnen für Menschen, die ihre Würde vergessen haben. „Mir kommt es so vor, dass die wunderbare Basilika so was ist wie eine Krone. Wie wäre es doch schön, wenn die Menschen hierher kommen und sich an ihre Krone, ihre Würde erinnern als Kind Gottes. Last uns daran mitarbeiten“, so der neue Guardian zum Schluss. Gekonnt begleitete Basilikaorganist Georg Hagel den Gottesdienst.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

 

Silvesterkonzert in Vierzehnheiligen

Beim Silvesterkonzert wurde den zahlreichen Zuhörern in der weihnachtlich geschmückte Basilika ein wunderschöner Jahresausklang beschert. Basilkaorganist Georg Schäffner aus Gößweinstein und Trompeter Moritz Görg aus Würzburg spielten Werke aus vier Jahrhunderte von Bach, Bernstein, Lemmens, Martini, Marcello und Vierne.
Zum Auftakt des Konzertes erklang präzise und beschwingt die Toccata D-Dur von P. Giambattista Martini, der als Kapellmeister der Franziskanerkirche in Bologna war und mit seinen Kompositionen die Aufmerksamkeit auf sich zog. Im Winter 1770 ließ sich der junge Wolfgang Amadeus Mozart auf einer Italienreise von Martini im Fach Kontrapunkt unterweisen. Martini schrieb bedeutende Lehrwerke über Musik und stand mit den namhaftesten Musikern und Gelehrten aus ganz Europa in Korrespondenz. Dem Concerto D-Dur von Alessandro Marcello für Trompete und Orgel, das im Anschluss zu hören war, verdankt seine Popularität der Cembalo-Bearbeitung durch Johann Sebastian Bach. Um 1712 hatte Bach sich mit den Konzerten seines italienischen Zeitgenossen Antonio Vivaldi auseinandergesetzt. Vivaldis Kompositionen waren im 18. Jahrhundert in ganz Europa verbreitet und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Görg und Schäffner gelang es durch ihr virtuoses Spiel, barocke Klangpracht zu entfalten. So entstand durch ihr einfühlsames Zusammenspiel eine ganz besondere Atmosphäre im Kirchenraum. Zu den großartigsten Orgelwerken Bachs gehört die Toccata C-Dur. Toccata und Fuge C-Dur, BMV 564 ist eine Orgelkomposition von Johann Sebastian Bach, die er 1708 in Weimar in seiner Zeit als Hoforganist schrieb. Das Werk stellt eine Besonderheit innerhalb von Bachs Arbeit dar, weil Bach zwischen das Präludium (die Toccata) und die Fuge noch einen langsamen Satz einschiebt. Eine Komposition, die hohe Anforderungen an den Interpreten stellen. „Joshua Fit the Battle of Jericho“ ein bekannter afroamerikanischer Spiritual, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert von Slaven komponiert wurde, folgte im Mittelteil des Silvester-Konzerts. Das Stück bezieht sich auf die Eroberung Jerichos durch den Feldherren Josua. Die biblische Geschichte berichtet, dass die Mauern der Stadt durch den Klang von Posaunen eingestürzt sind.

Die gewaltige Basilikaorgel mit ihren 5000 Pfeifen im Zusammenklang mit der Brillanz des Trompeters wird zu einem einmaligen Klangerlebnis. Die Werke des amerikanischen Musikers Leonard Bernstein, für Trompete und Orgel arrangiert, dürfen getrost als Rarität bezeichnet werden. Die Präludien des Komponisten Bernsteins „Something ’s Coming“ und „Tonight“ aus dem Musical „West-Side-Story“ weisen deutliche Jazz-Elemente auf.
Görg und Schäffner brachten die technisch und rhythmisch anspruchsvollen Stücke witzig, pfiffig und im Allegro dramatisch-bizarr zu Gehör. Louis Vierne war Privatschüler von César Franck und wurde im Jahr 1900 zum Titularorganisten an Notre-Dame (Paris) ernannt. Zahlreiche Konzertreisen durch ganz Europa und die USA machten ihn weltbekannt. 1898 schrieb Vierne seine erste Orgelsinfonie op. 14. Das „Finale“ aus der 1. Sinfonie wurde von Georg Schäffner an der Rieger-Orgel vorgetragen.
Den Schlussteil des Konzerts leitete eine Kompositionen des Belgiers Nicolas Jacques Lemmens ein. Bei den drei aus der „Cole d’Orgue“ entnommenen Orgelstücken (Fanfare, Cantabile und Finale) des Spätromantikers, wurden durch eine Stimme für Trompete durch Schäffner ergänzt, überzeugten die beiden Künstler erneut als Meister ihres Instruments. Auf den begeisterten minutenlangen Beifall antworteten Schäffner und Görg mit dem „Ave Maria“ von Giulio Romano Caccini sowie „Highland Cathedral“, die inoffizelle Hymne Schottlands.

Text und Bild: Gerd Klemenz

Wallfahrtsführertreffen 2019

Kaum geht ein Wallfahrtsjahr seinem Ende entgegen, beginnen schon die Planungen für das kommende Jahr. Es bringt aber auch einige Veränderungen mit sich, wie das Wallfahrtsführertreffen zeigte. So gibt es im nächsten Jahr mit Pater Dietmar einen neuen Guardian und die Glocken läuten wieder bei der Ankunft.

Am vergangenen Samstag waren wieder über 200 Verantwortliche der Wallfahrten aus dem ganzen Frankenland zum diesjährigen Wallfahrtsführertreffen gekommen. „Endlich läuten die Glocken wieder“, freute sich eine Wallfahrtsführerin aus Unterfranken.
In der Basilika fand zunächst ein Gottesdienst statt. Zum Einzug schallte es laut „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ durch das gut gefüllte Gotteshaus, das die Wallfahrtsführer aus voller Brust sangen. Der Dankgottesdienst wurde von Guardian Pater Heribert Arens und Pater Dietmar Brüggemann aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln zelebriert. Pater Heribert dankte den Wallfahrtsleitern für ihre großen Anstrengungen während der Vorbereitung und Umsetzung der Wallfahrt. In der Predigt stellte Pater Dietmar mit „Gesegnet bist du“ das Leitwort für das kommende Wallfahrtsjahr in den Vordergrund. Das neue Wallfahrtsjahr wird am Sonntag, 26. April 2020 mit einem Festgottesdienst feierlich eröffnet. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern für die Basilikaglocken, aber es klaffe immer noch eine Lücke. In diesem Zusammenhang wieß er noch auf das „Erinnerungsglöckchen“ zur Glockenweihe sowie auf die „Festschrift zur Fertigstellung des erneuerten und erweiterten Geläuts“ hin, die anschließend an der Klosterpforte erworben werden konnte.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle Wallfahrtsführer im „Viktor von Scheffel-Saal“ des Diözesanhauses zur Terminkonferenz. Erstmals wurden die zahlreichen Termine von April bis November im Vorfeld von Sekretärin Waltraud Kießling ausgedruckt und so konnte jeder „seinen“ Termin schneller überprüfen. Unklarheiten konnten schließlich mit der Sekretärin abgeklärt werden.

Der Geschäftsführer des Diözesanhauses Raimund Hümmer informierte die Wallfahrtsführer über die umfangreiche Generalsanierung des Hauses Frankenthal und der Gastwirtschaft „Goldener Hirsch“. Beide Projekte sollen 2020 wieder eröffnet werden, aber erst nach der Wallfahrtssaison. Sehr gut wurde die Zimmerreservierung im Vorfeld der Wallfahrt von den Pilgern angenommen, stellte Hümmer fest. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt.

Die Sekretärin erklärte, dass die Einladungen im nächsten Jahr per Email versendet werden. Aus organisatorischen Gründen bat sie, die Anmeldungen rechtzeitig abzugeben.
Anschließend stellte sich Pater Dietmar als Nachfolger von Pater Heribert den Wallfahrtsführern vor. Der 62-jährige kommt aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln ins „fränkische Bethlehem“ am Obermain. Seine ersten Gottesdienste wird er in Vierzehnheiligen am Sonntag, 26. Januar 2020 in der Basilika feiern.
Pater Heribert wird Vierzehnheiligen im Januar verlassen und dann neue Aufgaben im Franziskanerkloster Dorsten wahrnehmen.

Mesner Tobias Hartmann zeigte eine Powerpoint-Präsentation über die zahlreichen Arbeiten in den Glockentürmen der Basilika.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

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