Segensfeier für Menschen und Tiere



Viele Geschichten erzählen von der Liebe des hl. Franz von Assisi zu den Tieren: Geschichten von Vögeln, Lämmern, Hasen, Würmern und Wölfen. Er hatte ein Herz für die Tiere: Er hat ihnen sogar gepredigt! Nicht zuletzt deshalb haben ihn viele Menschen ins Herz geschlossen
Und deshalb laden die Franziskaner von Vierzehnheiligen am Vortag des Franziskusfestes,

Dienstag, 3.Oktober, 14.00 Uhr,

wieder zu einer Segensfeier für Tiere und Menschen auf dem Platz vor der Basilika ein. Dazu können alle Haustiere und auch Nutztiere gebracht werden.
Die Segensfeier will Gottes Liebe auch zu den Tieren zum Ausdruck bringen und sie unter seinen Schutz stellen. Sie will aber auch die Verantwortung der Menschen für die Schöpfung in Erinnerung rufen


Am gleichen Tag, Dienstag, 3. Oktober, am Vorabend des Franziskusfestes, sind um 18.00 Uhr alle Freunde des heiligen Franziskus und der Franziskaner zur Erinnerungsfeier an seinen Heimgang zu Gott in die Basilika eingeladen.

Am Mittwoch, 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus, findet um 18.00 Uhr ein Hochamt in der Basilika statt.

Kirchweihfest in Vierzehnheiligen

Wenn Steine beginnen zu reden, dann haben sie viel zu erzählen. Am Kirchweihsonntag in Vierzehnheiligen erzählten sie mit dem Rektor der Basilika Pater Heribert Arens die lange Geschichte des Bauwerks, das am 14. September 1772 vom Bamberger Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim geweiht wurde. Der Franziskaner ließ die Gläubigen beim Festgottesdienst aufhorchen: „Wer behauptet da, Steine könnten nicht reden? Man muss nur genau zuhören, dann versteht man ihren steinigen Akzent“.

„Wir sind dem Baumeister Balthasar Neumann dankbar, dass sich um die spirituelle Mitte des Gotteshauses viele Gedanken gemacht hat“, übersetzte Pater Heribert die steinigen Worte. Dankbar waren sie den Stuckateuren von Wessobrunn für das Make-Up, der wunderschöne Stuck sei eine Botschaft an die Pilger. Die Nothelfer zeigten sich lebendig am Gnadenaltar. Die Steine hatten aber auch etwas auszusetzten: „Lieber Stuckateur Franz Xaver Feuchtmayer den Dionysos hättest du etwas appetitlicher machen können“. Der Kirchenmaler Giuseppe Appiani zollten die Steine Respekt. Er habe durch seine Fresken zum Ausdruck gebracht, dass Jesus die Mitte ist. Dadurch wurde die Basilika zur Weihnachtskirche.

Dann beschrieb der Pater mit den Worten der Steine den Geist des Gotteshauses, das seit 245 Jahren immer wieder gefüllt ist. Sogar die Beichtstühle werden noch benutzt. Abertausende von Pilgern kommen nach langen Wegen erschöpft und glücklich an, einige mit Tränen in den Augen. Freude über die Kinder und Ärger wenn sich Erwachsene aufregen. Gelegentlich sind sie aber auch stinksauer: „Viele wissen nicht mehr, was eine Kirche ist und behandeln mich wie ein Museum – und selbst im Museum würden sie sich gesitteter verhalten“. Am glücklichsten sind die Steine, wenn Menschen beten und Gott feiern: „Dann wissen wir, was wir sind – ein Gotteshaus“.

Regionalkantor Georg Schäffner dirigierte Chor und Orchester der Basilika Gößweinstein

Das Hochamt zum Kirchweihfest wurde mitgestaltet vom Basilika-Chor und Orchester der Basilika Gößweinstein unter der Leitung von Regionalkantor Georg Schäffner. Zur Aufführung kam Mozarts „Missa Brevis“ in C-dur KV 220 – die sogenannte Spatzenmesse. Schäffner verzichtete auf eine Zerstückelung des Ordinariumstextes in einzelne Nummern, auf ausgedehnte abgeschlossene Solosätze, auf Schlussfiguren sowie überhaupt auf kontrapunktische Abschnitte. Damit fügte sich das Konzert harmonisch in den Festgottesdienst ein.

Text und Bild: Andreas Welz

Kräutersegnung zum Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“

Die Basilika Vierzehnheiligen legte gestern ihr schönstes Festtagskleid zur Mariä Himmelfahrt an. Vor dem Hochaltar und im Kirchenschiff waren alle Kerzen angezündet, weiße Gladiolen kontrastierten zum satten Grün des Oleanders und gelbweiße Fahnenbänder reichten bis zur Kuppel über dem Hauptaltar. Seit dem frühen Morgen pilgerten die Gläubigen zum „heiligen Berg“ und zollten der Gottesmutter Tribut.

Das Hochamt mit Kräutersegnung zum Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ gestalteten Pater Hans-Günther Beißler aus Betzdorf-Bruche an der Sieg, Kaplan Johannes Saffer von der Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Creidlitz und der Guardian des Franziskanerklosters Vierzehnheilgen Pater Heribert Arens. An der Riegelorgel zog Markus Ritzel alle Register, sein virtuoses Spiel bildete den feierlichen Rahmen des Gottesdienstes.

Mariä Himmelfahrt ist das Hochfest der Aufnahme Marias, der Mutter Jesu, in den Himmel. Nach Marias Tod fanden die Apostel in ihrem Grab den Leichnam nicht mehr vor, stattdessen aber duftende Blumen und Kräuter. Vor diesem Hintergrund werden zu Mariä Himmelfahrt Kräuter zu Sträußen gebunden und in den Gottesdiensten geweiht. In Vierzehnheiligen verliehen die Grundfelder Bachstelzen, die Jugendgruppe der Gartenfreunde, dieser Tradition Ausdruck aber auch zahlreiche Gläubige hatten Sträuße mit Kräutern und Blumen mitgebracht, die Pater Heribert nach dem Hochamt weihte.

Pater Heribert begrüßte die Gläubigen mit den Worten „Willkommen im Land der Macher“. Es sei gut wenn Leute etwas machen – es gebe aber zu viele die nichts machen. Es beschlich ihn ein Unbehagen: „Die Macher überschätzen sich oft und sind mit ihrem Latein schnell am Ende, ich mag diese Macher nicht sonderlich“. Der zweite Gedanke galt den Mitmachern. Gott sagt: „Ich habe noch ein paar mehr Ideen als ihr -macht mit“. Wir müssten füreinander da sein, Liebe statt Hass predigen, Versöhnung statt Krieg. Zur jüngsten globalen Bedrohung empfahl er den Mächtigen: „Gespräch statt Kriegsdrohung – Lieber Leben als Tod“.

Unter dem Eindruck des hohen Festes hatte der Pater einen dritten Gedanken: „Willkommen im Land der Beschenkten“. Himmel, Vollendung und Gottes Nähe könne man nicht machen. Daher sei vieles im Leben ein Geschenk. Die Liebe eines Menschen, das Lachen eines Lindes, die Gesundheit, das Wetter. „Du kannst es nicht machen es ist ein Geschenk“, so der Geistliche. Erst recht der Himmel werde uns geschenkt. Und der Glaube sei ein Geschenk, wie die Liebe. So wiederholte Pater Heribert zum Schluss seiner Predigt: „Willkommen im Land der Beschenkten“.

Bildtext:
Die „Grundfelder Bachstelzen“ führten, in Weihrauchwolken gehüllt, zu Beginn des Gottesdienstes die Kräuterprozession an.

Sommerfest und 50jähriges Priesterjubiläumvon P. Heribert

Im Rahmen des Sommerfestes mit den Mitarbeitern, Ministranteneltern und Freunden von Vierzehnheiligen feierte Guardian P. Heribert am 21. Juli sein 50jähriges Priesterjubiläum. 
Im Gottesdienst hielt P. Ralf Preker, Landsmann von P. Heribert sowie Guardian und Wallfahrtsleiter am Wallfahrtsort Werl/Westfalen die Predigt.

Der Adler – so erzählt eine Tierfabel – hörte einst viel Rühmens von der Nachtigall und hätte gerne Gewissheit gehabt, ob alles auf Wahrheit beruhe. Darum schickte er den Pfau und die Lerche aus, sie sollten ihr Federkleid betrachten und ihren Gesang belauschen.
Als sie wiederkamen, sprach der Pfau: „Der Anblick ihres erbärmlichen Kittels hat mich so verdrossen, dass ich ihren Gesang erst gar nicht gehört habe.“ Die Lerche sagte: „Ihr Gesang hat mich so entzückt, dass ich vergaß, auf ihr Federkleid zu achten.“

Wem gehört Ihre spontane Sympathie? Dem Pfau oder der Lerche? Ich unterstelle Ihnen, dass Sie sich um eine positive Sicht auf das Leben und die Welt bemühen, vermute aber auch, dass deren „erbärmlicher Kittel“ Sie genauso wie mich oft genug verdrießlich macht. In der Tat: es gibt viel Beklagenswertes. Aber oft finden wir auch nur deshalb ein Haar in jeder Suppe, weil wir solange davor sitzen und mit dem Kopf schütteln, bis dann tatsächlich eins hineinfällt. Oft blockieren wir uns den Zugang zur Wirklichkeit, weil wir sie von vornherein durch die Brille der negativen Voreingenommenheit betrachten.
Ich sympathisiere mit der Lerche, die von der Nachtigall fasziniert war und dann Gutes erzählte. „Ihr Gesang hat mich so entzückt, dass ich vergaß, auf ihr Federkleid zu achten.“ Ich sympathisiere mit ihr wegen ihrer positiven Lebensoptik, wegen ihrer Fähigkeit, sich vom Positiven mehr berühren und beeindrucken zu lassen als vom Negativen.
Und damit bin ich bei Dir, lieber Heribert! Das habe ich in all den Jahren und Jahrzehnten bis heute an Dir besonders geschätzt und auch bewundert: Diese durch und durch positive Grundeinstellung, die Du ausstrahlst, die Offenheit, Zugewandtheit und Zugänglichkeit, Deine freundliche und humorvolle Art, Menschen zu begegnen, Dein wohlwollendes Interesse an ihnen, Deine Lebensfreude. Es ist ja nicht so, dass Du blind bist für den „erbärmlichen Kittel“ der Realität; doch der fordert eher Deine Kreativität und Deinen Ideenreichtum heraus – ob als Seelsorger, geistlicher Begleiter, Prediger, Buchautor oder als langjähriger Leiter unserer franziskanischen Bruderschaft: In allen Bereichen habe ich immer diesen lebensbejahenden, menschenfreundlichen und positiven Grundzug wahrgenommen.
Ursache dafür ist wohl nicht die eingangs erwähnte Lerche, vielmehr die Inspiration durch das Evangelium Jesu und die Spiritualität des hl. Franziskus. Die Freundschaftszusage Jesu, von der wir gerade gehört haben, ist zum Fundament Deines Lebens geworden.
Dieses Wort Jesu „Ich habe euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“ hat freilich oft auch klerikalen Fehldeutungen und Missverständnissen Vorschub geleistet. Es meint nicht das exklusive Eingeweihtsein der Geweihten; Freunde Jesu sind nach dem Johannes-Evangelium alle Glaubenden. Wir alle sind in die Liebesgemeinschaft Jesu mit seinem Vater hineingenommen. Das JA Gottes zu den Menschen – das ist es, was Jesus mitgeteilt hat, das ist das Grund-Datum unseres Lebens.
Diese Liebeserklärung Gottes, sein JA, an alle Menschen weiterzugeben, was uns Christen allen aufgetragen ist, das hat sich P. Heribert vor 50 Jahren zum Beruf gemacht, dafür hat er sich in Dienst nehmen lassen. Als Freund Gottes ist er zum Freund der Freunde Gottes geworden.. Seine Berufung hat er darin gefunden, Menschen auf der Suche nach dem eigentlichen Geheimnis ihres Lebens zu begleiten, ihnen bewusst zu machen, dass Gott in ihrem Leben immer schon dabei ist, dass dieser Gott ihr Leben will und JA zu ihnen sagt.
Als Franziskaner hat P. Heribert Maß genommen an dem, den man oft den „zweiten Christus“ genannt hat. Franziskus bekam durch seinen innigen Umgang mit Gott andere Augen für die Wirklichkeit um sich herum. Er durchschaute das Vordergründige und fand hinter allen Bildern den Bildner selbst. Durch alles schien ihm die Güte Gottes hindurch, und deswegen sah er in allem Negativen auch noch das Positive, in allem Abstoßenden das Anziehende. Zu allem fühlte er sich hingezogen, glaubte er doch hinter allem Gott als den großen Magneten.
Vom Evangelium Jesu und der evangelischen Lebensart unseres Ordensgründers Franziskus hast Du, lieber Heribert, Dich inspirieren und Deine positive Grundeinstellung prägen lassen.
Im Blick auf die Vergangenheit und auf die Zukunft trifft m.E. ein Wort des großen Theologen Karl Rahner: „Was man als Gnade empfing, muss immer nochmals als Treue erworben werden.“ Das ist eine Kurzformel für das, was wir heute feiern: Die Gnade Gottes und die Treue eines Menschen. Dank Dir, lieber Heribert, und Dank dem, der Dich uns als Gottes- und Menschenfreund geschenkt hat.

Ökumenisches Ehefest in Vierzehnheiligen

350 Paare feierten am Sonntag ein ökumenisches Ehefest in der Basilika Vierzehnheiligen. Eingeladen hatten die Regionalbischöfin Dorothea Greiner aus Bayreuth und Georg Kestel, Generalvikar im Erzbistum Bamberg. Im Reformationsjubiläumsjahr 2017 sollte eine zentrale ökumenische Veranstaltung für und mit konfessionsverschiedenen Ehepaaren stattfinden. Denn häufig waren es diese Menschen, die unermüdlich und leidenschaftlich, manchmal auch leidvoll die Verständigung in ihren Herkunftsfamilien und zwischen den evangelischen und katholischen Gemeinden gefördert haben.

Dorothea Greiner machte in ihrer Ansprache deutlich: „Sie als konfessionsverbindende Paare haben beides gelebt oder zumindest versucht zu leben: Die eheliche körperlich-seelische Gemeinschaft zwischen Mann und Frau und die kirchliche geistlich-christliche Gemeinschaft zwischen den Konfessionen“. Sie bezeichnete die Pare als Brückenbauer zwischen den Konfessionen und bat um Vergebung. Die Kirche habe in den vergangen 50 Jahren vieles falsch gemacht. Sie betonte: „Eine treue, liebevolle Ehe bleibt unser Leitbild für die Gemeinschaft von Mann und Frau. Sie ist unbezahlbar, manchmal hart erarbeitet, immer ein großes Geschenk Gottes. Nach 36 Ehejahren sage ich das als Frau und als Regionalbischöfin“.

„Es ist eine wunderbare Ermutigung für unsere Kirchen, auf dem Weg voranzuschreiten, der für Sie Lebensalltag und zugleich Herausforderung ist“, betonte Georg Kestel. Es sei nicht selbstverständlich, in grundlegenden Fragen des Glaubens so einfühlsam zu werden, dass man bei der Frömmigkeit und Überzeugung des anderen wertvoll findet, was einem selber bisher eher fremd war. „Durch Sie haben wir Kirchenleute dazugelernt, wie man sich achten und verstehen lernen muss“, sagte er. Dabei hätten die Kirchenleute es den Paaren nicht leicht gemacht. Zu groß sei das Interesse, die Familien ganz in der eigenen Gemeinschaft zu wissen. Zu schroff waren vielfach die Regeln, wie man mit einander und vor allem mit Ihnen umgegangen ist. Bis in die 60-er Jahre galt die pastorale Zielsetzung, anlässlich einer kirchlichen Trauung am liebsten den Partner der anderen Konfession zum Übertritt in die eigene zu bitten – nicht nur von katholischer Seite.

Im Anschluss segneten zwölf Geistliche vor allen sechs Altären der Basilika die Paare. Aus dem Landkreis Lichtenfels waren die Franziskaner des Klosters Vierzehnheilgen dabei, der katholische Dekan Michael Schüpferling, der Leiter der Bildungshäuser Vierzehnheilgen Domvikar Elmar Koziel, die evangelischen Pfarrerinnen Tanja Vincent aus Schney, Sabine Schmid-Hagen aus Bad Staffelstein und Dekanin Stefanie Ott-Frühwald aus Michelau. Der Gospelchor „Good News“ aus Badstaffelstein unter der Leitung von Wolfram Johannes Brüggemann umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Im Anschluss feierten die Paare das Ehefest im Diözesanhaus und ließen es mit Musik im Hof ausklingen.

Sie hatten zum Ehefest eingeladen: Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Generalvikar Georg Kestel. Mitzelebranten waren (von links): Dekanin Stefanie Ott-Frühwald, Dekan Michael Schüpferling, Dekan Hans-Martin Lechner aus Bamberg, Ökumene beauftragter des Kirchenkreises Bayreuth und Domvikar Elmar Koziel.

Text und Bild: Andreas Welz

Christophorustag mit Fahrzeugweihe in Vierzehnheiligen

Seit vielen Jahren wird in Vierzehnheilgen der Christophorustag mit einer Andacht und anschließender Fahrzeugweihe begangen. Am vergangenen Sonntag hielt Pater Heribert Arens die Andacht, in der er die Legende des Heiligen Christophorus erzählte. Der Hüne Reprobus – wie er ursprünglich geheißen haben soll – hatte ein gutes Herz und wollte seine Größe und Kraft in den Dienst eines noch Größeren, Mächtigeren stellen. Ein Einsiedler führte ihm vor Augen, dass dies nur Gott sein könne. Fortan stellte sich Reprobus in einen menschenfreundlichen Dienst: An einer tiefen Furt trug der bärtige Riese Reisende durch den reißenden Fluss.

Pater Heribert segnete vor dem Franziskanerkloster die Fahrzeuge

Als er eines Tages einen Knaben auf die Schulter nahm, so wird erzählt, trug sich das Kind anfangs sehr leicht. Doch je weiter sie kamen, desto schwerer schien es zu werden. In der Mitte des Stromes stöhnte Reprobus schließlich: „Kind, du bist so schwer, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen“. Der Knabe antwortete: „Wie du sagst, so ist es, denn ich bin Jesus, der Heiland. Und wie du weißt, trägt der Heiland die Last der ganzen Welt“. Am anderen Ufer angelangt, sagte das Kind zu ihm: „Du hast den Christ getragen, von jetzt an darfst du Christophorus heißen“.

Der Franziskuspater erinnerte an das Hochwasser im Jahr 2013, das große Flächen in Süd- und Ostdeutschland überschwemmte. Donau, Elbe, Mulde oder Saale waren zu reißenden Flüssen geworden, die Dörfer und Städte überfluteten. „Immer wieder waren Helfer zu sehen, die Menschen durch das Wasser trugen“, erinnerte sich Pater Heribert. „Da wurde die Christophoruslegende in unseren Tagen lebendig“.

P. Alexander mit einer Famlie bei der Fahrzeugsegnung

Nicht nur Wasser könne uns überschwemmen, so der Pater. Zum Beispiel die Werbung, in der wir zu ertrinken drohen. „Wer trägt uns durch diese Flut?“ fragte der Geistliche. Eine Flut von Sinnangeboten überschwemme unsere Gesellschaft, angefangen von der Kirche bis hin zu zweifelhaften Ratgebern. „Wer gibt Orientierung und Halt?“ Mancher Helfer von 2013 und 2014 habe vielleicht auch Christus durch die Flut getragen, ohne es zu wissen. „Menschen in den Überschwemmungsgebieten brauchten und brauchen unserer Hilfe“, war sich der Pater sicher. „Sie brauchen aber vor allem Christophorus, der Anteil nimmt. Nur wer Anteil nimmt, hebt das Kind auf seinen Schultern und trägt es durch die Flut“.

Auf dem Basilikaparkplatz segneten die Padres Johannes, Alexander und Heribert die Fahrzeuge. Manuela Möhrlein aus Bamberg war mit ihrer Honda CBR 500 gekommen. Sie hatte mit einem anderen Motorrad einen Unfall und hofft jetzt auf eine unfallfreie Fahrt.

Manuela war mit ihrer Honda aus Bamberg gekommen

Text u Fotos: Andreas Welz

Kindergartenkinder als Wallfahrer in Vierzehnheiligen

Am Montag, den 24.7.2017, pilgerten die kleinen Wallfahrer der Kindertagesstätte St. Christophorus aus Zapfendorf in die Basilika nach Vierzehnheiligen, um den Namenstag ihres Schutzpatrons zu feiern. Nicht nur das selbstgestaltete Bildstock des Heiligen Christophorus, sondern auch ein Kreuz und viele Fahnen wurden von den Kindern mitgetragen – wie es sich für eine Wallfahrt gehört.

Mit rund 75 Kindern zogen sie gemeinsam mit Pater Stanislaus in die Kirche ein, um zu singen und zu beten, und den Segen für sich und alle Angehörigen zu erhalten.

 

Nach dem kindergerechten Gottesdienst in der Basilika gab es auf den Stuffen das obligatorische Gruppenfoto.