Wallfahrtsführertreffen 2019

Kaum geht ein Wallfahrtsjahr seinem Ende entgegen, beginnen schon die Planungen für das kommende Jahr. Es bringt aber auch einige Veränderungen mit sich, wie das Wallfahrtsführertreffen zeigte. So gibt es im nächsten Jahr mit Pater Dietmar einen neuen Guardian und die Glocken läuten wieder bei der Ankunft.

Am vergangenen Samstag waren wieder über 200 Verantwortliche der Wallfahrten aus dem ganzen Frankenland zum diesjährigen Wallfahrtsführertreffen gekommen. „Endlich läuten die Glocken wieder“, freute sich eine Wallfahrtsführerin aus Unterfranken.
In der Basilika fand zunächst ein Gottesdienst statt. Zum Einzug schallte es laut „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ durch das gut gefüllte Gotteshaus, das die Wallfahrtsführer aus voller Brust sangen. Der Dankgottesdienst wurde von Guardian Pater Heribert Arens und Pater Dietmar Brüggemann aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln zelebriert. Pater Heribert dankte den Wallfahrtsleitern für ihre großen Anstrengungen während der Vorbereitung und Umsetzung der Wallfahrt. In der Predigt stellte Pater Dietmar mit „Gesegnet bist du“ das Leitwort für das kommende Wallfahrtsjahr in den Vordergrund. Das neue Wallfahrtsjahr wird am Sonntag, 26. April 2020 mit einem Festgottesdienst feierlich eröffnet. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern für die Basilikaglocken, aber es klaffe immer noch eine Lücke. In diesem Zusammenhang wieß er noch auf das „Erinnerungsglöckchen“ zur Glockenweihe sowie auf die „Festschrift zur Fertigstellung des erneuerten und erweiterten Geläuts“ hin, die anschließend an der Klosterpforte erworben werden konnte.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle Wallfahrtsführer im „Viktor von Scheffel-Saal“ des Diözesanhauses zur Terminkonferenz. Erstmals wurden die zahlreichen Termine von April bis November im Vorfeld von Sekretärin Waltraud Kießling ausgedruckt und so konnte jeder „seinen“ Termin schneller überprüfen. Unklarheiten konnten schließlich mit der Sekretärin abgeklärt werden.

Der Geschäftsführer des Diözesanhauses Raimund Hümmer informierte die Wallfahrtsführer über die umfangreiche Generalsanierung des Hauses Frankenthal und der Gastwirtschaft „Goldener Hirsch“. Beide Projekte sollen 2020 wieder eröffnet werden, aber erst nach der Wallfahrtssaison. Sehr gut wurde die Zimmerreservierung im Vorfeld der Wallfahrt von den Pilgern angenommen, stellte Hümmer fest. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt.

Die Sekretärin erklärte, dass die Einladungen im nächsten Jahr per Email versendet werden. Aus organisatorischen Gründen bat sie, die Anmeldungen rechtzeitig abzugeben.
Anschließend stellte sich Pater Dietmar als Nachfolger von Pater Heribert den Wallfahrtsführern vor. Der 62-jährige kommt aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln ins „fränkische Bethlehem“ am Obermain. Seine ersten Gottesdienste wird er in Vierzehnheiligen am Sonntag, 26. Januar 2020 in der Basilika feiern.
Pater Heribert wird Vierzehnheiligen im Januar verlassen und dann neue Aufgaben im Franziskanerkloster Dorsten wahrnehmen.

Mesner Tobias Hartmann zeigte eine Powerpoint-Präsentation über die zahlreichen Arbeiten in den Glockentürmen der Basilika.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Weitere Fotos von P. Stanislaus

Krippe in Vierzehnheiligen

Wenn die Krippe in der Basilika Vierzehnheiligen aufgebaut wird, heißt es, dass der Advent begonnen hatte. Mit insgesamt sieben Darstellungen sollen die Besucher in den nächsten Wochen auf das Weihnachtsgeschehen und noch darüber hinaus geführt werden. Auch wenn die Geburt Jesu Christi als zentrales Geschehen bei der Krippe Platz einnimmt, ergänzen die weiteren Darstellungen das Gesamtbild der Menschwerdung Gottes.

Mit kindlichen Augen gesehen erfreut man sich an der so mühsam aufgebauten Kulisse und der liebevoll gestalteten Szenen. Details zu suchen und zu entdecken bereitet nicht nur Kindern große Freude.
Darüber hinaus lädt die Krippen ein, die ganze Geschichte rund um Weihnachten und Menschwerdung Gottes kennenzulernen und vielleicht sogar darüber zu meditieren.

Herzliche Einladung für Dich, deine Familie und Freunde

 

Krippenszenen 2019 / 2020

01. Dezember „Maria Verkündigung“
13. Dezember „Maria Heimsuchung“
20. Dezember „Herbergsuche“
24. Dezember „Geburt des Herrn“
05. Januar „Erscheinung des Herrn“
17. Januar „Flucht nach Ägypten“
24. Januar „Glocken für Vierzehnheiligen“

 

Aktuell:

„Glocken für Vierzehnheiligen“

Nicht „Hochzeit zu Kanna“, sondern „Glocken für Vierzehnheiligen“ stellt die letzte Szene der Krippe dar. Im vergangenen Jahr 2019 erlebten wir hautnah, wie die Glocken entstanden und nach Vierzehnheiligen gebracht wurden. Dann sind sie in der Basilika geweiht worden. Nun tun sie das, wofür sie geschaffen wurden – sie läuten.

Zur Erinnerung nochmals die wichtigsten Fotos aus der Glockengeschichte:

 


„Flucht nach Ägypten“

Matthäusevangelium 2,13-15

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.

 


„Erscheinung des Herrn“

Matthäusevangelium 2,1-12

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

 


„Geburt des Herrn“

Lukasevangelium 1,18-25

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. 19 Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen. 20 Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. 21 Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. 22 Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:23 Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. 24 Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. 25 Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.


„Herbergsuche“

Lukasevangelium 2,1ff – Herbergsuche:

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.


„Maria Heimsuchung“

Lukasevangelium 1,39-56 – Der Besuch Marias bei Elisabet:

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr.


„Maria Verkündigung“

Lukasevangelium 1,26-38 – Die Verheißung der Geburt Jesu:

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

P. Heribert verkündigt Abschied und stellt Nachfolger vor

Schon lange gab es die Gerüchte, seit Samstag haben sich diese nun bestätigt: Franziskanerpater Heribert Arens verlässt nach neun Jahren als Guardian von Vierzehnheiligen den Wallfahrtsort. Seinen letzten Gottesdienst wird der gebürtige Westfale am Sonntag, 12. Januar 2020 um 10.30 Uhr mit den Gläubigen am Obermain feiern. Der 77-jährige wird dann neue Aufgaben im Franziskanerkloster Dorsten wahrnehmen. Dorsten liegt im Übergang vom südlichen Münsterland zum nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen an der Lippe, etwa 24 km von deren Mündung in den Rhein entfernt.

Am vergangenen Samstag war mit Pater Dietmar Brüggemann der zukünftige Guardian und Rektor der Basilika im „fränkischen Bethlehem“ zu Gast. Der 62-jährige kommt aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln in den Gottesgarten. Seit dem Frühjahr steht fest, dass die Franziskaner nach fast 350 Jahren Neviges verlassen werden. „Dem Entschluss ging ein zweijähriger Prozess voraus, in dem entschieden wurde, welche Standorte auf Dauer bestehen bleiben, welche mittelfristig aufgegeben werden und welche im Lauf des Jahres geschlossen werden. Neviges gehört leider dazu“, bedauerte Pater Dietmar. „Bei den Versetzungen wurden persönliche Neigungen und Vorlieben berücksichtigt, da gibt es keinen Marschbefehl“, so Pater Dietmar, der schon länger wusste, dass er Hausoberer und Wallfahrtsleiter in Vierzehnheiligen wird. „Ich hatte mich schon ein bisschen darauf gefreut, durfte aber nicht drüber reden. Die Aufgaben sind vergleichbar wie in Neviges, nur eine Nummer größer, das macht mich schon ein bisschen gelassen. Ich tausche dann das Bergisch-Westfälische gegen fränkisches Barock, das kommt mir gelegen, weil ich ein barocker Typ bin.“

Der gebürtige Sauerländer war zuvor unter anderem als Krankenhaus- und Pfarrseelsorger an der Medizinischen Hochschule Hannover, in Dortmund, in Paderborn und in Füssen im Allgäu beschäftigt. Seine ersten Gottesdienste auf dem „Heiligen Berg“ in Vierzehnheiligen wird er am Sonntag, 26. Januar 2020 in der Wallfahrtsbasilika feiern.

Text & Bild: Gerd Klemenz

Geldspende für die neuen Glocken

Eine Geldspende in Höhe von 3000 Euro konnte der Kirchenschweizer i.R. Holger M. M. Schwind zusammen mit dem Basilika-Mesner Tobias Hartmann und Kirchenschweizer Daniel Reitz im Rahmen eines Festhochamtes an Guardian Heribert Arens überreichen. „Der Geldbetrag soll für die neuen Basilikaglocken verwendet werden. Es ist der Erlös von Adventsmärkte, die ab 2012 im Klostergarten stattfanden sowie von großzügigen Spenden des Basilika-Teams“, erklärte Holger Schwind bei der Übergabe. Vor zwölf Jahren wurde das Basilika Team durch den ehemaligen Kirchenschweizer gegründet, um das Kirchenpersonal bei der Vorbereitung der Gottesdienste im Jahreskreis zu unterstützen.

Text & Foto: Gerd Klemenz

Die Glocken grüßen wieder in den Gottesgarten

Am Vorabend des Christkönigssonntags waren erstmals wieder die Glocken des erneuerten und erweiterten Geläutes von Vierzehnheiligen zu hören. Zahlreiche Interessierte versammelten sich zur „Glockenvesper“ auf dem Basilika-Vorplatz. Den Zuhören war anzumerken, dass für sie ein Herzenswunsch in Erfüllung ging, was sich am Schluss im Applaus widerspiegelte. Seit dem Vierzehnheiligenfest im Mai hatten die Glocken am Wallfahrtsort geschwiegen. In dieser Zeit wurden die Glockenstühle neu aufgebaut, die wieder in Holzbauweise gefertigt wurden. In diesen bereichern nunmehr sechs weitere Glocken das Geläut. Insgesamt läuten im „fränkischen Betlehem“ jetzt elf Glocken zu den verschieden Anlässen, einzeln oder im Ensemble.

Nachdem vor zwölf Jahren zwei Haltebänder der großen Blasius-Glocke gerissen waren, wurde nach die Ursachen geforscht und in der gekröpften Aufhängung und dem „stählernen“ Glockenstuhl gefunden. Zum Erhalt der Glocken war ein Umbau notwendig. Vom Organisten Georg Hagel kam die Anregung, in dem zu erneuernden Glockenstuhl Platz für weitere, kleinere Zimbel-Glocken vorzusehen. Bei der Auswahl der Glocken wurde darauf geachtet, dass sie in das Klangbild des vorhandenen Geläutes passen. In der „Glockenvesper“ erklangen nun die Glocken, einzeln und im Ensemble – und sie erzählten dabei von der wechselvollen Geschichte von Vierzehnheiligen. Die einzelnen Zeitabschnitte wurden mit farblichen Lichteffekten auf der Nordseite der Basilika bewegend untermalt.

Die kleinste Glocke „puer natus est“ – „Ein Kind ist uns geboren“ erinnerte an den 24. September 1445, als Hermann Leicht, dem Schäfer des Klosters Langheim, auf dem Acker ein weinendes Kind erschien. Als die „Nothelferglocke“ und die „Jesuskind-Glocke“ gemeinsam erklangen, erinnerte man an der 14 Kinder, der Nothelfer. Im 18. Jahrhundert beauftragten die Zisterzienser schließlich Balthasar Neumann mit dem Bau der Basilika. Daran erinnert die Benedikt- und die Bernhardglocke. Die Basilika ist 1772 vollendet, doch keine der ursprünglichen Glocken existiert mehr. 1835 schlägt der Blitz ein, die Türme und der ganze Dachstuhl brennt ab, die Glocken werden zerstört. 1839 ruft König Ludwig I. die Franziskaner nach Vierzehnheiligen. Dessen eingedenk ertönte schließlich die „Franziskusglocke“. 1869 wurden die beiden großen Glocken gegossen, die noch heute im Südturm läuten. Nun erklangen die Georg- und Blasius-Glocke von Gießer Johann Paul Lotter. Hinzu gesellten sich dann die beiden Glocken von 1921 und die Nothelferglocke von 1950. Sodass zum Schluss für Minuten der komplette Altbestand erklang.

Nun berichtete Kirchenpfleger Richard Lurz von der Entscheidung, neue Glocken zu gießen, um die alten Glocken und die Türme zu entlasten. Organist Georg Hagel erläuterte die einzelnen Schlagtöne und Gewichte aller elf Glocken. Nun konnten die Gläubigen den Klang der neuen Glocken nacheinander genießen. Für einige Minuten grüßten sie zusammen in den Gottesgarten hinein.
Als Zisterzienserkirche ist die Basilika eine Marienkirche. Das wurde auch im gemeinsamen „Gegrüßet seist du, Königin“ und dem Läuten der vier Marienglocken hörbar.

Im Anschluss sprach Guardian Pater Heribert Arens Dankesworte an die Spender sowie an alle beteiligten Firmen aus.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Erklingen des erneuerten und erweiterten Geläuts der Basilika

Am Samstag, 23. 11. 2019, am Vorabend des Christkönigssonntags, um 18.00 Uhr werden zum ersten Mal die Glocken des erneuerten und erweiterten Geläuts von Vierzehnheiligen zu hören sein.
Seit dem Vierzehnheiligenfest im Mai haben die Glocken geschwiegen. Zu den bestehenden 5 Glocken wurden 6 weitere dazu gegossen, zwei davon größere, vier kleinere als Zimbelgeläut.
Zwei Monate lang konnten die Besucher der Basilika die Glocken zwischen Hochaltar und Gnadenaltar anschauen. Am 28. Oktober wurden sie mit einem großen Kran in die Türme gehoben, einen Tag später wurden die neuen Holz-Glockenstühle geliefert und montiert.
Zum Christkönigssonntag wird das Werk vollendet sein. In einer „Glockenvesper“ werden die neuen Glocken erklingen, einzeln und im Ensemble – und sie werden erzählen von der wechselvollen Geschichte von Vierzehnheiligen.
Bei trockenem Wetter wird diese Glockenvesper im Freien stattfinden und mit einer Lichtinstallation untermalt werden. Besucher sollten sich auf etwa 45 – 60 Minuten einstellen. Wem das Stehen draußen zu mühsam ist: Man wird die Glocken auch in der Kirche hören.
Ohne Lichtinstallation wird die Glockenvesper am Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr noch einmal wiederholt.

Glocken und Glockenturm-Aktion

Am Montagnachmittag – 28. Okt – wurden die sechs neuen Glocken in den Nordturm der Basilka hochgehift. Durch unerwartete Schwierigkeiten verzögerte sich die ganze Aktion, die dann erst nach 2 Stunden endlich durchgeführt werden konnte.Zahlreiche Interessierte standen bei kühlen Temperaturen bereits seit Mittag auf dem Basilikavorplatz, um bei diesen Ereignis dabeizusein. Gleichzeitig brachte ein einheimisches Fuhrunternehmen die Holzjoche sowie die Antriebsagregate für die elf Glocken aus Neunkirchen/Baden in den Gottesgarten am Obermain.

Bereits am Montagabend kam ein Laster mit Anhänger aus dem Erzgebirge an. Geladen hatte er rund 80 Balken aus Eichenholz. Die Firma Glockenstuhlbau Müller aus Thalheim bei Stollberg brachte die Einzelteile für das Herzstück der beiden Basilka-Glockentürme. Die gute zwölf Tonnen Holz, die dann per Autokran Stück für Stück vorsichtig durch die Schallöffnungen der Türme gehievt wurden, tragen künftig die elf Glocken. Glockenstühle werden aus massivem Holz gefertigt. Hierbei ist das Eichenholz neben der Akazie (für Holznägel, Keile und Füllklötze) erste Wahl.
„Mit diesem heimischen Werkstoff fertigen wir in unserer Manufaktur maßgeschneiderte Einzelstücke. Durch ihre präzise Konstruktion und den fachkundigen Einbau sorgen unsere Glockenstühle für ein schönes und angenehmes Läuten. Außerdem dämpfen und reduzieren sie die dynamischen Belastungen auf das Turmmauerwerk und schonen somit nachhaltig die Bausubstanz. Das wintergeschlagene, abgelagerte und gut getrocknete Holz aus heimischen Wäldern sowie die jahrelange Erfahrung ist dabei die Basis für ein Jahrhundertwerk“, erklärte Andreas Müller .
„Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in den beiden Türmen, war eine genaue Planung für den Aufbau der Glockenstühle erforderlich. Sämtliche Verbindungen wurden zimmermannsmäßig ausgeführt“, erzählten die Arbeiter.

Im Glockenturm der Nordseite hängen künftig neun Glocken, während im Südturm zwei Glocken beheimatet sind. Der Glockenstuhl ist das Tragwerk für die Glocken. Durch eine präzise Konstruktion können die Glocken optimal in der Turmstube verhängt und die für ein schönes und angenehmes Läuten notwendigen Schwungräume geschaffen werden.
Beim Schwingen der Glocken entstehen erhebliche Kräfte, die bis zum 3 -4 fachen des Glockengewichtes betragen können. Der Glockenstuhl hat nun die Aufgabe, diese dynamischen Belastungen bestmöglich zu dämpfen und reduziert über die Grundträger an richtiger Stelle in das Turmmauerwerk zu übertragen. Ein richtig konstruierter Glockenstuhl schont somit nachhaltig das mitunter alte Turmmauerwerk und die Bausubstanz.

Am Samstag, 23. November um 18.00 Uhr bei der „Glockenvesper“ auf dem Basilika-Platz erklingt erstmals das neue Geläut der Basilika. Am Christkönigsonntag (24. November) findet um 14 Uhr ein Glockenkonzert auf dem Basilika-Platz statt.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Ministranten besichtigen neue Glockenstühle

Die Arbeiten in den Basilikatürmen gehen gut voran. Bis jetzt wurde ausgeräumt, gestemmt, verschalt und betoniert. Dann kam der neue Boden, der absolut waagerecht ist. Vor dem Glockenstuhl-Aufbau sind die Glocken mit einem riesigen Kran in die Kirchtürme hochgehoben. Schließlich konnte auch der Glockenstuhl in Einzelteilen hochgebracht werden.

Bevor nun die Glocken aufgehängt werden, machten sich die Ministranten auf den Weg, um den Stand der Dinge zu inspizieren. Zu Fuß sind sie die Treppe auf dem Gerüst hochgestiegen. Auf dem Weg nach oben hielten sie kurz an dem Relief an der Fassade der Basilika an und staunten über die Größe der Figuren. Es ist die Darstellung der Erscheinung aus dem Jahre 1446.

Schließlich erreichte die Gruppe den Eingang in das Innere der Türme. Voll Begeisterung schauten sie sich die neuen Glockenstühle und alle 11 Glocken genau an.

Segnung des Aufliegers für die Fernfahrer Seelsorge

Da staunten die Besucher der Basilika nicht schlecht, was da im Konvoi dem „Heiligen Berg“ hochfuhren. Acht, etwa um die 540 PS starke Sattelzugmaschine, eine sogar mit einem Auflieger auf dessen Plane die Botschaft „Hier fährt ein Mensch! Seine Würde ist uns heilig!“stand, parkten auf den Vorplatz ein. Grund hierfür war eine Aktion der „Arbeitsgemeinschaft Kirche für Fernfahrer“, die bereits vor einem Jahr in die Wege geleitet wurde. „Da hat mir der Inhaber der Bad Staffelsteiner Firma CS-Trans Christian Schad die Möglichkeit unterbreitet, einen seiner Sattelauflieger für unsere Sache auf die Straße zu bringen“, erzählte Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz.

Anfang August war es dann soweit und der Auflieger mit der gestifteten Plane stand in Grundfeld auf dem Firmengelände, am Samstagnachmittag wurden nun die Fahrer und die Fahrzeuge, die den neuen Sattelauflieger mit der Werbung für die Fernfahrerseelsorge ziehen durch Franziskanerpater Heribert Arens gesegnet. „Hier fährt ein Mensch und seine Würde ist uns heilig“, sei eine ganz wichtige Botschaft. „Die Arbeit, die hinter dem Lenkrad geleistet wird ist für die Wirtschaft absolut notwendig und eigentlich unbezahlbar. Der wachsende Konkurrenzdruck mit unfairen Mitteln macht es Speditionen schwer in diesem Wettbewerb zu bestehen. Sie müssen sich dem Kundenwunsch anpassen, wenn sie gute und faire Löhne bezahlen will“, betonte Norbert Jungkunz. „Die Versorger brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine vernünftige Verkehrspolitik, die Sozialdumping und Ausbeutung auf der Straße verhindert. Es sind Menschen, die den Auftrag der Beförderung aufnehmen und als solche haben sie Wertschätzung verdient. Dies wollen wir ausdrücken und Ihr helft uns diese Botschaft auf die Straße zu bringen“, so der Fernfahrerseelsorger zu den Brummifahrerinnen und -fahrer.

Nach einem Gebet segnete dann Pater Heribert den Auflieger, die Sattelzugmaschinen und das Personal mit Weihwasser. Mit einem kräftigen Schlag auf den Prägestock konnten sich nun alle aus einem Rolling ein Medaillon mit einem Abbild des heiligen Christophorus erstellen. Dankesworte gab es zum Schluss an Markus Löw, den Grafiker und Designer der Plane sowie an Heiko Schlensogg von der Firma Schwarzmüller und Christian und Werner Schad von CS-Trans. Der Auflieger und seine Botschaft wird nun auf den Weg geschickt. In der Hoffnung, dass diese Botschaft gelesen wird und Menschen zum Nachdenken bringt – oder Aufmerksam macht auf die besondere Situation der Fahrerinnen, Fahrer und den Speditionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz