Wallfahrt ganz klein – aber von Herzen

Auch so kann eine Wallfahrt zu Corona-Zeiten aussehen: Eine kleine Gruppe macht sich auf den Weg nach Vierzehnheiligen, findet sich zum Gottesdienst in unserer Basilika ein und bringt eine selbst gestaltete Kerze mit. Namen, ein Weg und Füße, das diesjährige Wallfahrtsmotto „Gesegnet bist du“ und die Wallfahrtsbasilika sind wunderschön dargestellt. Und alle, die gerne mitgekommen wären, aber nicht dabei sein konnten, haben mit der Kerze und ihren Überbringern dann doch ihren Platz in Vierzehnheiligen gefunden.

Vergelt’s Gott für die schöne Idee!

In Gedanken unterwegs…

„Not macht erfinderisch“. Nach diesem Motto gestalteten die Wallfahrer aus Wermerichshausen/Stadtlauringen ihre diesjährige „Wallfahrt in Gedanken nach Vierzehnheiligen“. Mit Gebet, Musik und Herz versammelten sich die Pilger auf dem Marktplatz (natürlich beachtend die gültigen Sicherheitsvorgaben). In einer E-Mail berichtete Herr Kohlhepp über die Eindrücke dieser „ganz anderen Wallfahrt nach Vierzehnheiligen“.

„Grüß Gott Pater Dietmar,
da wir unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, wie viele andere auch, in diesem Jahr absagen mussten, habe wir eine „alternative“ Veranstaltung durchgeführt. Unter dem Motto „In Gedanken unterwegs….“ haben wir uns an den 5 Tagen unserer eigentlichen Wallfahrt (14.05 bis 18.05.2020) jeweils um 19:00 Uhr am Vierzehnheiligen Bildstock auf dem Marktplatz in Stadtlauringen getroffen.

Die Themen der einzelnen Tage waren In Gedanken… Aufbrechen, Unterwegs sein, Ankommen, Loslassen, Freude. Wir sind unsere Wegstrecken in Gedanken abgelaufen. Mit Gebeten, Fürbitten und Wallfahrtsliedern, begleitet von unseren Wallfahrtsmusikanten, haben wir somit auch 2020 ein Stück Wallfahrt erleben können. Die Teilnehmerzahlt von täglich über 100 Personen, war ein starkes Zeichen der Verbundenheit zu unserer Wallfahrt.

Am Freitag, dem Tag unserer eigentlichen Ankunft in Vierzehneiligen, haben wir das Geläut der Glocken von Vierzehnheiligen eingespielt. Das war ein sehr emotionaler Moment für die Wallfahrer. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an den Tobias (Messner von Vierzehnheiligen) für die Bereitstellung der Aufnahme.

Wir haben an allen Veranstaltungstagen zu Spenden für die neuen Glocken der Basilika aufgerufen. Das stolze Ergebnis der Wallfahrer von 543 € hat die Vierzehnheiligen Bruderschaft Stadtlauringen auf 1000 € aufgestockt. Der Betrag wurde bereits überwiesen. Gerne würde ich bei einem Besuch in Vierzehnheiligen, noch ein Bild der symbolischen Spendenübergabe mit Ihnen machen.

Ich hoffe ich bekomme das terminlich im Juni noch untergebracht. Ich werde sie rechtzeitig vorab kontaktieren.

Gruß

Markus Kohlhepp
Wallfahrt Wermerichshausen/Stadtlauringen“

Wallfahrt: „In Gedanken unterwegs“

Wir haben uns gefragt, wie die vielen Wallfahrer und ihre Gruppen damit umgehen, dass sie in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr nicht in gewohnter Weise nach Vierzehnheiligen kommen und ihre Wallfahrt begehen können. Dabei ist uns aufgefallen, dass die einzelnen Gruppen sehr vielfältig damit umgehen. Einige kommen in kleiner Zahl außerhalb der Gottesdienste nach Vierzehnheiligen zum stillen Gebet. Andere treffen sich in ihren Heimatorten zu Veranstaltungen und Andachten. Andere nutzen unser Angebot einer ‚Kleinwallfahrt‘ mit einer hl. Messe hier in Vierzehnheiligen. Viele bitten um die Zusendung des diesjährigen Wallfahrtsbildchens.

Wir möchten Sie, die Wallfahrer einladen, uns zu schreiben, uns Fotos oder Filme zu schicken, die zeigen, wie Sie trotz aller Einschränkungen Möglichkeiten finden, wenigstens in irgendeiner Weise die Wallfahrt zu gestalten. Gerne stellen wir Ihren Beitrag mit Ihrer Erlaubnis als Anregung für andere auf unsere Homepage.

Schon jetzt vielen Dank dafür!

Keine Wallfahrten in Vierzehnheiligen 2020

Der Grundgedanke einer Wallfahrt ist gerade in schlechten Zeiten, durch gemeinsames Singen und Beten Gott zu danken und eine Verbesserung der Lebensumstände herbeizuführen. Ist aber in Zeiten der Corona-Krise überhaupt eine gemeinsame Wallfahrt möglich? Man hat große Verantwortung gegenüber der Wallfahrergruppe selbst, aber auch gegenüber den älteren Mitwallfahrern, die eine Infektion nicht gut wegstecken würden. Es ist unvorstellbar, mit einem Mundschutz den Berg nach Vierzehnheiligen oder Gößweinstein hinauf zu hecheln und sich nach der Ankunft nicht zu umarmen und zu beglückwünschen. „Ist unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen in diesem Jahr möglich?“ Das ist deshalb die häufigste Frage, die Guardian Dietmar Brüggemann sowie der Sekretärin Waltraud Kießling in diesen von der Corona-Krise belasteten Wochen hören. Sowohl am Wallfahrtsort wie auch bei vielen Wallfahrtsführern herrscht große Verunsicherung und Widerwillen, eine mitunter uralte Wallfahrtstradition zu unterbrechen. „Im Sinne einer Klarheit haben wir nun schweren Herzens entschieden, vor dem Hintergrund der Vorgaben und Verordnungen von staatlicher Seite ebenso wie vom Erzbistum Bamberg alle bisher angemeldeten Wallfahrten bis zum 31. August abzusagen“, erklärt Pater Dietmar Brüggemann. Ob die Wallfahrten im September und Oktober stattfinden können, lässt sich noch nicht vorhersagen; die staatlichen Regelungen gelten jetzt erst einmal bis Ende August.

Wir alle bedauern dies sehr, aber angesichts der Situation sind wir uns der Verantwortung bewusst und müssen diesen Schritt gehen. Schon in den vergangenen Wochen stand unsere Sekretärin im Guardianat des Franziskanerklosters, die die Saison bereits vollständig geplant hatte, mit verschiedenen Gruppen in Verbindung, da für Anfang Mai erste Entscheidungen getroffen werden mussten“, führt Pater Dietmar aus. „Abstands- und Hygienerichtlinien machen es unmöglich, eine große Vielzahl von Wallfahrern in unserer Basilika aufzunehmen. Auch Übernachtung und Verköstigung im Diözesanhaus sind im Moment nicht möglich. Wir Franziskanerpatres verstehen das natürlich, bedauern es aber auch außerordentlich“, fügte der Guardian an. Für Pater Dietmar wäre es das erste Wallfahrtsjahr hier im Gottesgarten gewesen. „Die Wallfahrten, die im Moment nicht zu uns kommen können, werden in den Gottesdiensten an den Tagen, an denen sie gekommen wären, namentlich genannt, und die Franziskaner nehmen die Wallfahrer und ihre Anliegen besonders in ihr Gebet auf“, verspricht er. Sein Wunsch ist es, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke wieder in Gang kommen und sich viele Menschen auf den Weg nach Vierzehnheiligen machen, um sich eine Stärkung für den Alltag zu holen und ihre Ängste zu verarbeiten. Die Freude an der Wallfahrt bewegt die Menschen seit Jahrtausenden. Heute lassen sich immer mehr Menschen von dieser Freude anstecken und brechen auf zu verschiedenen Wallfahrtsorten. Wallfahrt ist zu einer großen (Laien-) Bewegung im 21. Jahrhundert geworden.

„Da unter den gegebenen Abstands- und Hygieneregeln nur bis zu 50 Besucher in unserer Basilika zu einem Gottesdienst Platz finden können, wäre es möglich, nach erneuter einfacher Anmeldung (Telefon 09571/950820, Fax 09571/950845 oder per Email vierzehnheiligen@franziskaner.de) mit einer Klein-Wallfahrt von maximal 50 Personen nach Vierzehnheiligen zu kommen. Dafür kommt allerdings nur ein Samstagvor- oder -nachmittag in Frage“, schlägt Pater Dietmar zum Schluss einen Kompromiss vor. Die Wallfahrtsführer erstellen vor Antritt der Wallfahrt eine Namensliste der maximal 50 Teilnehmer und begleitenderen Einlass in die Basilika etwa 15 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes. Die Teilnehmer nehmen nur fest markierte Plätze ein. Die Begrüßung der Gruppe erfolgt in der Basilika, ein gemeinsamer Ein- und Auszug der Wallfahrtsgruppe ist allerdings nicht möglich.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Vierzehnheiligenfest 2020

Fast zwei Monate nach Beginn der Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben vorvergangenes Wochenende erstmals Kirchen unter strengen Auflagen gemeinschaftliche Gottesdienste gefeiert. Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres auf dem „heiligen Berg“ gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das in der Wallfahrtsbasilika mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Domvikar Professor Dr. Elmar Koziel und erstmals auch der neue Guardian Pater Dietmar gefeiert wurde.
„Äußerlich ist unsere Basilika an diesem festlichen Tag so leer wie wohl noch nie zuvor am Nothelferfest. In Gedanken ist die Basilika aber übervoll mit Menschen, die eine tiefe Beziehung zu diesem besonderen Ort haben und die als Wallfahrer oder aufgrund ihres Alters in diesem Jahr nicht körperlich anwesend sein können“, so Pater Dietmar in seinen Grußworten. „So können wir miteinander das schöne Fest unserer 14 Heiligen feiern, jener Nothelfer, die gerade in den vergangenen Wochen der Corona-Krise umso häufiger angerufen worden sind, und die uns in dieser belasteten Zeit besonders geholfen haben“, so der Guardian weiter. Georg Hagel spielte gekonnt zu diesem besonderen Gottesdienst die Rieger Orgel.

„Zurzeit wird viel in den Medien über die systemrelevanten Institutionen und Personen geredet. Die Kirche ist Gemeinschaft der Glaubenden, die das Evangelium der Gottes- und Menschenliebe verkündet und es in Taten der Liebe wirksam werden lässt. Nicht systemrelevant ist die Kirche, sondern menschenorientiert, lebensdienlich und zukunftsrelevant. Darum müssen wir uns bemühen“, so Erzbsichof Dr. Ludwig Schick zu Beginn seiner Predigt. Das spüre man gerade jetzt in der Coronazeit und beim Vierzehnheiligen-Fest. Die Heiligen seien Märtyrer, die Menschen in den verschiedenen Nöten beigestanden haben. „Besonders die 14 Nothelfer sind die eigentlichen Prototypen und Protagonisten der Kirche.“ Sie würden zeigen, was Kirche für alle ihren Gläubigen sein muss: die Nöte und Sorgen der Menschen wahrnehmen und zu helfen suchen. „Wenn derzeit überall gewünscht wird, zur Normalität zurückzukehren, dann darf das nicht bedeuten, dass wir wie die Israeliten, die aus der Sklaverei Ägyptens befreit werden, einfach wieder zu den Fleischtöpfen Israels zurück wollten“, so Schick weiter. „Wir müssen als Kirche einer Gesellschaft dienen, die auf dem Weg ins ,gelobte Land bleiben, die kein geschlossenes System sein darf, sondern die sich wandelt auf das Reich Gottes hin.“ Es müsse eine Gesellschaft sein und ein menschliches Miteinander, „in der wir nicht immer reicher, immer schneller werden und das ,ich‘ mehr in den Vordergrund stellen und das ,wir‘ vergessen“, erklärte der Bamberger Erzbischof. Dem Bamberger Erzbischof war sichtlich die große Freude anzumerken, den ersten öffentlichen Gottesdienst nach dem Verbot wegen Corona hier in Vierzehnheiligen zu feiern. Ist doch die päpstliche Basilika das zweitwichtigste Gotteshaus im Erzbistum.

Guardian Dietmar erklärte, dass die Werktagsgottesdienste um 7 und 8 Uhr ohne Anmeldungen stattfinden, während für die sonntäglichen Gottesdienste um 7 Uhr, 8 Uhr, 9 Uhr und 10.30 Uhr eine Anmeldung an der Klosterpforte (Tel. (09571) 95080) notwendig ist. Die Andachten sonntags um 14 Uhr müssen bis auf weiteres entfallen, ebenso die Prozessionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Ende der Vierzehnheiligen-Gebetskette nach 53 Tagen

Pünktlich zum Vierzehnheiligenfest beenden wir unsere ‚Vierzehnheiligen-Gebetskette‘. Sie war für die Zeit gedacht, in der die Gläubigen nicht an der Eucharistiefeier in der Kirche teilnehmen konnten. So waren 53 Tage lang Menschen, die sich mit Vierzehnheiligen und den Hl. Nothelfern verbunden fühlen, eingeladen, täglich um 14.00 Uhr vierzehn Minuten lang zum Läuten der Nothelferglocke die Nöte und Anliegen der Menschen vor Gott zu tragen, die in irgendeiner Weise vom Corona-Virus betroffen sind. Eine kleine Zahl von Menschen kam täglich zum Gebet in die Basilika. Andere haben von Nah und Fern zur gleichen Zeit am Gebet teilgenommen. Dabei boten das schlichte Gebet des ‚Vater Unser‘, des ‚Gegrüßet seist du Maria‘ und die Stille Gelegenheit, vieles an Ängsten, an eigenem Bedrängtsein und an Sorge mit der Unterstützung der hl. Nothelfer vor Gott hinzutragen und ihm zu übergeben. Wir glauben fest, dass alles, was in dieser Zeit der Not an Gutem gewachsen und an Schlimmem abgewendet worden ist, auf die Fürsprache unserer Heiligen Nothelfer und auf viele betende Hände zurückgeht. Dafür und für das Unterstützen der Gebetskette danken wir allen Beteiligten von Herzen.

Auch wenn die schlimmste Gefahr durch das Corona-Virus bei uns zunächst vorüber zu sein scheint, wollen wir weiterhin an Menschen gerade auch in ärmeren Ländern denken, die immer noch Opfer dieser schlimmen Krankheit werden, – mit dem alten Nothelfer-Gebetsruf:
„Ihr Vierzehnheiligen, groß bei Gott, o helfet uns in Not und Tod. Amen“

Absage aller angemeldeten Wallfahrten bis zum 31.08.2020

und Möglichkeit einer (neu angemeldeten) Kleinwallfahrt mit bis zu 50 Teilnehmern

Liebe Wallfahrtsführerinnen und Wallfahrtsführer,

so oft sind wir in den letzten Wochen und Tagen angerufen und gefragt worden, ob es im Moment im Blick auf die Corona-Pandemie möglich ist, in der gewohnten Form mit einer Wallfahrt nach Vierzehnheiligen zu kommen. Sowohl bei uns, wie auch bei vielen von Ihnen herrschte große Verunsicherung und Widerwillen gegen das Unterbrechen einer mitunter uralten Wallfahrtstradition.
Im Sinne einer Klarheit haben wir nun schweren Herzens entschieden, auf dem Hintergrund der Vorgaben und Verordnungen von staatlicher Seite ebenso wie vom Erzbistum Bamberg alle bisher angemeldeten Wallfahrten bis zum 31. August abzusagen. Abstands- und Hygienerichtlinien machen es unmöglich, eine große Vielzahl von Wallfahrern in unserer Basilika aufzunehmen, ganz zu schweigen von der Frage, ob Unterbringung und Verköstigung der Wallfahrer im Diözesanhaus möglich ist. Es gelten also alle Gruppen, die im Zeitraum bis zum 31.08.2020 nach Vierzehnheiligen kommen wollten, als abgemeldet.
Ob die eine oder andere Wallfahrt in den Monaten September oder Oktober nachgeholt werden kann, bleibt fraglich und ist von Fall zu Fall zu klären.

Folgendes können und wollen wir ihnen jedoch gerne anbieten:
Da unter den gegebenen Abstands- und Hygieneregeln bis zu 50 Besucher in unserer Basilika zu einem Gottesdienst Platz finden können, wäre es möglich, nach erneuter einfacher Anmeldung (montags, mittwochs oder donnerstags zwischen 08.00 und 12.00 Uhr) telefonisch oder per Mail mit einer Klein-Wallfahrt von maximal 50 Personen (privat / mit dem PKW) nach Vierzehnheiligen zu kommen. Dafür kommt allerdings nur ein Samstagvor- oder -nachmittag in Frage (in Ausnahmefällen auch ein Werktagnachmittag).
Die Wallfahrtsführer erstellen vor Antritt der Wallfahrt eine Namensliste der maximal 50 Teilnehmer und begleiten deren Einlass in die Basilika ca. 15 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes. Die Teilnehmer nehmen nur fest markierte Plätze ein. Die Begrüßung der Gruppe erfolgt in der Basilika; ein gemeinsamer Ein- und Auszug der Wallfahrtsgruppe ist allerdings nicht möglich.

Falls Sie dieses Angebot nutzen wollen, melden Sie sich gerne bei uns:
vierzehnheiligen@franziskaner.de oder 09571-950820.
Es würde uns sehr freuen.

Mit der Bitte um Ihr Verständnis und in der Hoffnung auf ein baldiges und gesundes Wiedersehen, grüßen wir Sie in herzlicher Verbundenheit aus Vierzehnheiligen.

Ihr Wallfahrtsteam und die Franziskaner,
Vierzehnheiligen, den 7. Mai 2020 P. Dietmar Brüggemann ofm, Guardian und Rektor

Ein Wallfahrts-bitten-buch für Vierzehnheiligen

 Für alle Wallfahrer, die nicht als Gruppe kommen können

Viele Wallfahrergruppen müssen in diesen Tagen und Wochen traurigerweise entscheiden, dass sie ihre Wallfahrt nach Vierzehnheiligen bedingt durch die Umstände der Corona-Pandemie nicht wie jedes Jahr durchführen können. Wir haben Sie diesbezüglich schon kürzlich angesprochen. Hier noch eine weitere Idee, wie die Verbindung zwischen Ihrer Wallfahrtsgruppe und uns in Vierzehnheiligen aktiviert werden kann:

Sie könnten in Ihrer Pfarrkirche für eine gewisse Zeit ein Buch oder Heft auslegen, in dem alle, die normalerweise nach Vierzehnheiligen wallen würden, ihre persönlichen Anliegen oder die ihrer Lieben eintragen. Eine kleine Vertretergruppe könnte dieses Buch dann nach Vierzehnheiligen bringen und in einem Gottesdienst übergeben. So wären wenigstens Ihre Bitten hier bei den heiligen Nothelfern aufgehoben, wenn schon nicht die Wallfahrer selbst als Gruppe kommen können.

Und wir könnten noch intensiver ein Verbindungsnetz knüpfen, das sagt:
Auch wenn wir uns nicht persönlich sehen,
– wir denken aneinander und beten füreinander.

Einzelpilger oder Wallfahrer, die sich als Familie oder als Kleingruppe auf den Weg machen, sind natürlich ganz herzlich willkommen!

Ihr Wallfahrtsteam und die Franziskaner von Vierzehnheiligen

Heilige Messen in Vierzehnheiligen

Geschenk und Zumutung
Ab 10. Mai wieder öffentliche Messen in Vierzehnheiligen

Wenn es ab dem 10. Mai wieder möglich sein wird, öffentliche Gottesdienste in unserer Basilika zu feiern, dann ist das beides: Geschenk und Zumutung.
Wahrhaftig ein Geschenk ist es, wenn wir uns nach der langen Zeit der leeren Kirchen und der Messfeiern ohne Gläubige endlich wieder um den Altar versammeln dürfen. Wir freuen uns darüber. Vielleicht haben wir gerade in dieser Zeit so stark wie selten zuvor empfunden, wie kostbar und tragend die Feier der hl. Messe und der Empfang der Kommunion für uns ist. Zugleich müssen wir hinnehmen, dass wir dieses Geschenk der Eucharistie zumindest in den nächsten Wochen nicht einfachhin wieder wie vor der Corona-Krise begehen können; es wird mit Einschränkungen und Zumutungen verbunden sein, die wir im Folgenden darlegen:

1. Wer zur Feier der hl. Messe in unsere Kirche kommt, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass er die letzte Verantwortung für die eigene Gesundheit selbst zu tragen hat. Menschen, die altersbedingt oder durch eine Krankheit eingeschränkt zur Risikogruppe gehören oder Erkältungssymptome zeigen, sollten nach wie vor Menschenansammlungen meiden und einen Gottesdienst im Fernsehen oder über das Internet mitfeiern.
Außerdem bleibt es gerade jetzt eine Form der christlichen Nächstenliebe, in einem Gottesdienst genug Abstand voneinander zu halten.

2. Damit alle vorbereitenden Maßnahmen zur Feier der hl. Messe vorgenommen werden können, sollten die Besucher an Sonntagen ca. 15 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes in die Kirche kommen.
Wer die Kirche betritt, muss einen Mund-Nasenschutz tragen.
– Nur wer sich vorher telefonisch an der Klosterpforte (09571-9508-0) für einen bestimmten Sonntagsgottesdienst anmeldet und eine Zusage erhält, darf die Kirche betreten und auf einer markierten Stelle Platz nehmen.
Das sind bei Einhaltung der Abstandsregel in der Basilika nicht mehr als fünfzig Plätze.
Familien und Angehörige eines Hausstandes werden bei der Platzierung nicht getrennt. Wer in der Basilika am Gottesdienst teilnehmen kann, sollte nicht direkt am Vorplatz der Kirche parken. Die dortigen Parkplätze sollten denen vorbehalten sein, die von dort aus ( z. B. im Auto) die hl. Messe über die Außenlautsprecher verfolgen.
Am Ende der hl. Messe wird die Kommunion auch draußen an die Personen ausgeteilt, die deutlich sichtbar darum bitten.
Der Zugang zur Basilika wird im Einbahnstraßensystem nur über das Nordportal (Basilika-Vorplatz) und der Ausgang nur über das gegenüberliegende Südportal möglich sein. Gotteslobe werden aus der Kirche entfernt. Wer aus einem Gesangbuch beten oder singen will, muss ein eigenes Buch in die Kirche mitbringen.

3. Folgendes gilt für den Empfang der Kommunion: Auf den Friedensgruß sowie auf den sogenannten ‚Spende-dialog‘ („Der Leib Christi – Amen“) wird verzichtet. Die Gläubigen treten mit ausreichendem Abstand nach vorne; die Austeiler reichen die Kommunion mit nochmals desinfizierten Händen oder mit Handschuhen. Mund- und Kelchkommunion finden weiterhin nicht statt.

4. Da jetzt bei uns die Sommerordnung gilt, finden die hl. Messen werktags um 07.00 und um 08.00 Uhr statt, an den Sonntagen um 07.00, um 08.00, um 09.00 und um 10.30 Uhr. Die ersten öffentlichen Gottesdienste finden in Vierzehnheiligen am 10. Mai statt.
Dabei kann es ein Akt der Nächstenliebe sein, an einem Sonntag bewusst einmal auf den Messbesuch in der Kirche zu verzichten, damit jemand anderes einen Platz bekommt, oder auch auf einen Werktagsgottesdienst auszuweichen.
Die Andachten sonntags um 14.00 Uhr müssen bis auf weiteres entfallen.
Ebenso die Prozessionen.
Beichtmöglichkeit besteht wie bisher nur samstags zwischen 14.00 und 16.00 Uhr und nach Vereinbarung in der Beichtkapelle des Klosters.

Liebe Besucher und Besucherinnen von Vierzehnheiligen,
Geschenk und Zumutung: All das Gesagte macht deutlich, dass wir das kostbare Geschenk der Eucharistie in diesen Zeiten wirklich nur um den Preis der Zumutungen empfangen können. Wir bitten Sie dafür von Herzen um Geduld und Ihr Verständnis. Zugleich wird dadurch deutlich, dass ich den Leib des Herrn nur wirklich würdig empfangen kann, wenn ich dabei an die Anbetung Gottes aber eben auch an die Gesundheit und das Wohl des Nächsten denke. Diesem Wohl des Nächsten und dem eigenen Schutz dient unser Bemühen, wenn wir alle, die es möchten, unter den oben genannten Schutzmaßnahmen von Herzen zur Heiligen Eucharistie in Vierzehnheiligen einladen.

Vierzehnheiligen, 04.05.2020 P. Dietmar Brüggemann ofm, Guardian

Wallfahrten nach Vierzehnheiligen fallen Corona zum Opfer

ediglich in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurden die Wallfahrten aus dem Grabfeld zum oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen abgesagt. In diesem Jahr ist es die Corona-Pandemie, die die Pilger aus Rhön-Grabfeld sowie dem Landkreis Bad Kissingen und auch Thüringen zu Hause bleiben lässt. Für die Wallfahrtsführer der verschiedenen Ortschaften eine schwere Entscheidung.

Erstes Wallfahrtsjahr für den neuen Guardian
So auch für Engelbert Brüger, der seit vielen Jahren die Männerwallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen als Wallfahrtsführer betreut. So auch für Dietmar Brüggemann, Guardian und Rektor der Basilika in Vierzehnheiligen: „Ich hätte gerne die Wallfahrer von überall her bei uns herzlich begrüßt, muss aber allen aus Gründen der aktuellen Pandemie absagen.“ Für Brüggemann wäre es das erste Wallfahrtsjahr gewesen, das er als Guardian begleitet hätte. Er will allerdings ein Wallfahrtsgebet herausgeben, das die Pilger an ihrem Wallfahrtstag zu Hause beten können.

Eine gute Idee, findet der Bad Königshofener Wallfahrtsführer Engelbert Brüger: „So sind wir mit einer Art Gebetskette miteinander verbunden“. Auch Pfarrer Josef Treutlein, Rektor am Käppele in Würzburg, der lange Jahre Geistlicher Begleiter der Bad Königshofener Wallfahrt war, sieht dies so. „Diese Wallfahrt kann man nicht aus dem Herzen reißen, sie findet statt, wenn auch nur in der Verbindung durch das Gebet.“ Die Bad Königshofener Männerwallfahrt hätte in diesem Jahr zum 75. Mal stattgefunden. Für den gebürtigen Bad Königshofener Treutlein ist der Freitag nach Christi Himmelfahrt deshalb ein Tag, an dem er, wenn auch nur in Gedanken, „seine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen unternimmt.“ Er weiß sich an diesem Tag mit Hunderten von Männern im Gebet verbunden.

Gesundheit der Pilger steht im Vordergrund
Brüger verweist bei der Absage auf die Anweisung der Staatsregierung, die bis 31. August Großveranstaltungen nicht erlaubt. Außerdem sei die vorgeschriebene Distanz von bis zu zwei Metern zu anderen Personen beim Laufen, Rasten und bei Gottesdiensten nicht möglich. „Da kämen allein bei unserer Wallfahrt mit bis zu 400 Pilgern mehrere Kilometer zusammen, wenn wir Distanz halten müssten.“ Zudem sei die Verpflegung an den Raststationen nicht gewährleistet, weil Gaststätten wahrscheinlich noch nicht geöffnet haben. Die Übernachtung in Privatquartieren auf dem Rückweg in Seßlach sei den Gastgeberfamilien ebenfalls nicht zuzumuten. „Das ist sehr schade und schmerzlich, aber wir müssen in diesen Wochen und Monaten auf unsere eigene und die Gesundheit unserer Mitmenschen Rücksicht nehmen. Das ist bestimmt auch im Sinne der vierzehn Nothelfer. Bleiben wir an den Wallfahrtstagen miteinander im Gebet verbunden“, schreibt der Wallfahrtsführer an die Teilnehmer der Männerwallfahrt Bad Königshofen-Vierzehnheiligen.

Wallfahrt Bad Königshofen 2018

Wie Bad Königshofen haben unter anderem nun auch Merkershausen, Sulzfeld, Hollstadt, Bischofsheim, Mellrichstadt und Eyershausen abgesagt. Laut Guardian Brüggemann läuten zurzeit in de Basilika täglich um 14 Uhr die Nothelfer-Glocken. So sei man in Gedanken mit vielen Gläubigen verbunden, die zu Hause ein „Vater unser“ beten.

Überstunden-Abbau und ein frommer Wunsch
Pro Jahr besuchen üblicherweise an die 500.000 Pilger den oberfränkischen Wallfahrtsort. Pater Dietmar Brüggemann zählt 180 Gruppen. Ihn selbst bewegt das Jahr ohne Wallfahrer auch emotional. Zu tun hat er aber trotzdem, denn auch die Absagen und vieles andere muss im Kloster organisiert werden: „Vierzehnheiligen lebt von der Wallfahrt auch materiell gesehen“. Verkaufsstände, Gastronomie und die Übernachtungseinrichtungen sind zurzeit geschlossen. Öffentliche Gottesdienste finden nicht statt, voraussichtlich bis Ende Mai. „Wir Franziskaner feiern die Heilige Messe zwar ohne Besucher, sind allen Gläubigen aber in ganz besonderer Weise beim Gebet verbunden.“

Laut Vierzehnheiligen-Geschäftsführer Raimund Hümmer bauen einige der rund 50 Angestellten, viele davon in Teilzeit, im Moment Überstunden ab. Das Küchenpersonal habe in der vergangenen Woche die Lagerbestände sortiert, bereits eingekaufte Getränke an die Lieferanten zurückgegeben. Pater Dietmar Brüggemann hofft, dass er das Wallfahrtsjahr 2020 noch nicht ganz abschreiben muss: „Wir halten uns bereit.“ Das allerdings werde wohl ein „frommer Wunsch bleiben.“

Aus „Rhön u. Saalepost“ vom Freitag 01. Mai 2020

Bilder Vierzehnheiligen