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Sich für den Zusammenhalt des Gottesgartens einsetzen und nicht für Spaltung sorgen

In der eigenen Heimat leben und arbeiten zu dürfen, wird heutzutage vor allem in dem ländlichen Bereich immer schwieriger. Während kleine Familienunternehmer ums Überleben kämpfen, werden große Investoren mit offen Armen empfangen.
Ein solches Szenario erleben wir zurzeit in Grundfeld. Bereits im Jahre 1979 wurde die Lo-gistikfirma CS-Trans gegründet, die nun in der zweiten Generation geführt wird. Das Gebäu-de, das die Firma seit 8 Jahren mietet, ist aufgrund seines Alters nur noch marode. Aus dieser Tatsache entstand die Notwendigkeit zum Neubau mit dem Ziel modern zu werden, umweltfreundlich zu sein und Heimatbezogen zu bleiben. In Grundfeld blieb von 3 möglichen Lösungen nur noch ein geeigneter Ort: direkt an dem Autobahnknoten, im „Schatten“ des riesen Komplexes von „Concept Laser“.
Dass dieser Umzug aus der Ortsmitte an den Ortsrand mit solchen Schwierigkeiten konfrontiert wird, die wir seit Wochen erleben, hätte niemand gedacht. Obwohl der Stadtrat bereits grünes Licht erteilt hatte, kommt es jetzt es doch noch zu einem Bürgerentscheid. Die Bevölkerung soll nun „demokratisch“ entscheiden, was für die „CS-Trans Professionelle Logistik“ besser ist. Soll sie weiter in dem alten und maroden Gebäude bleiben und dafür noch Miete zahlen. Oder soll sie sich davon lösen und selbständig werden, zugleich aber auch neu, optimiert und innovativ werden mit all den modernsten und umweltfreundlichen Lösungen.

Wer bei der Abstimmung am 24.11.2019 sein Kreuz bei dem „Ja“ setzt, dem verspricht man an dem „Erhalt und Schutz des Gottesgartens“ teilzuhaben.
Wer dagegen an dem Sonntag das „Nein“ ankreuzt, der entscheidet sich zugleich für die Stärkung der Region und der Heimat, und trägt dazu bei, dass ausgerechnet einheimische junge und tüchtige Unternehmer gerade in ihrer Heimat Fuß fassen dürfen und nicht auswandern müssen.

Vielen Menschen ist es bewusstgeworden, dass schon die Unterschriftenaktion gegen den Neubau sehr hinterlistig war – ohne genaue Aufklärung, worum es wirklich geht, wurde von den gutgläubigen Einheimischen ihre Unterschrift erschlichen.
Mittlerweile missbrauchen – meiner Meinung nach – die Baugegner sogar die christliche Symbolik, um ihr Ziel zu erreichen. Die Parolen wie „Gottesgarten“ und „Schöpfung“, wie auch die Skizzen des allsehenden Auges, der Basilika Vierzehnheiligen und des Klosterbanz dienen nur der Täuschung. Jetzt noch werden sogar die Nothelfer in das böse Spiel hineingezogen, als Helfer gegen diesen Bau.

Diejenigen, denen es wirklich an dem „Gottes-Garten“ liegt, die würden sich für Frieden und Zusammenhalt einsetzen und nicht für Spaltung sorgen. Sie würden auf Gerechtigkeit achten und nicht mit Halbwahrheiten, also Lügen, oder „fake news“ Verwirrung stiften. Sie würden auch ihre Barmherzigkeit zeigen und nicht versuchen Macht über ihren Nächsten zu gewinnen, um dann ihn zugrunde zu richten. Die wirklich gläubigen Men-schen würden die Heiligen Nothelfer um Heilung und erfülltes Leben bitten, und nicht um ein Leben zu zerstören! Kurz gesagt, wer den Menschen verachtet, der kann selber kein guter Mensch sein – und erst recht nicht Gottes Anwalt. „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ heißt richtig die Devise.

„Das Erflog des einen weckt den Neid in dem Anderen“. Diese Tatsache ist so alt, wie die Menschheit selbst. In der Geschichte von „Kain und Abel“ kann man gut sehen, wohin Neid, Minderwertigkeitsgefühle und Machtbesessenheit führen.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ warnt Jesus seine Anhänger vor. Wer vom Neid und Macht über den Menschen getrieben wird, wer den Mitmenschen schadet, der ist in Wirklichkeit ein „Wolf im Schafspelz“ und nichts Anderes.

Es scheint heute „in“ zu sein, unter dem Vorwand lauteren Absichten anderen das Leben schwer zu machen und jeglicher Entwicklung im Wege zu stehen. Es gibt zwar das Recht zur Meinungsfreiheit, aber die Art und Weise, wie es in diesem Fall um Unterstützer geworben wird, basiert meiner Meinung nach auf Täuschung.

Machen Sie sich bitte selber ein Bild, was die Sache ist. Beachten Sie alle Argumente. Eine Medaille hat eben zwei Seiten!
Und gehen Sie, bitte, am Sonntag 24.11.2019 zu dieser Abstimmung.

Gedanken von P. Stanislaus Wentowski ofm, Seelsorger in Vierzehnheiligen

Erklingen des erneuerten und erweiterten Geläuts der Basilika

Am Samstag, 23. 11. 2019, am Vorabend des Christkönigssonntags, um 18.00 Uhr werden zum ersten Mal die Glocken des erneuerten und erweiterten Geläuts von Vierzehnheiligen zu hören sein.
Seit dem Vierzehnheiligenfest im Mai haben die Glocken geschwiegen. Zu den bestehenden 5 Glocken wurden 6 weitere dazu gegossen, zwei davon größere, vier kleinere als Zimbelgeläut.
Zwei Monate lang konnten die Besucher der Basilika die Glocken zwischen Hochaltar und Gnadenaltar anschauen. Am 28. Oktober wurden sie mit einem großen Kran in die Türme gehoben, einen Tag später wurden die neuen Holz-Glockenstühle geliefert und montiert.
Zum Christkönigssonntag wird das Werk vollendet sein. In einer „Glockenvesper“ werden die neuen Glocken erklingen, einzeln und im Ensemble – und sie werden erzählen von der wechselvollen Geschichte von Vierzehnheiligen.
Bei trockenem Wetter wird diese Glockenvesper im Freien stattfinden und mit einer Lichtinstallation untermalt werden. Besucher sollten sich auf etwa 45 – 60 Minuten einstellen. Wem das Stehen draußen zu mühsam ist: Man wird die Glocken auch in der Kirche hören.
Ohne Lichtinstallation wird die Glockenvesper am Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr noch einmal wiederholt.

Glocken und Glockenturm-Aktion

Am Montagnachmittag – 28. Okt – wurden die sechs neuen Glocken in den Nordturm der Basilka hochgehift. Durch unerwartete Schwierigkeiten verzögerte sich die ganze Aktion, die dann erst nach 2 Stunden endlich durchgeführt werden konnte.Zahlreiche Interessierte standen bei kühlen Temperaturen bereits seit Mittag auf dem Basilikavorplatz, um bei diesen Ereignis dabeizusein. Gleichzeitig brachte ein einheimisches Fuhrunternehmen die Holzjoche sowie die Antriebsagregate für die elf Glocken aus Neunkirchen/Baden in den Gottesgarten am Obermain.

Bereits am Montagabend kam ein Laster mit Anhänger aus dem Erzgebirge an. Geladen hatte er rund 80 Balken aus Eichenholz. Die Firma Glockenstuhlbau Müller aus Thalheim bei Stollberg brachte die Einzelteile für das Herzstück der beiden Basilka-Glockentürme. Die gute zwölf Tonnen Holz, die dann per Autokran Stück für Stück vorsichtig durch die Schallöffnungen der Türme gehievt wurden, tragen künftig die elf Glocken. Glockenstühle werden aus massivem Holz gefertigt. Hierbei ist das Eichenholz neben der Akazie (für Holznägel, Keile und Füllklötze) erste Wahl.
„Mit diesem heimischen Werkstoff fertigen wir in unserer Manufaktur maßgeschneiderte Einzelstücke. Durch ihre präzise Konstruktion und den fachkundigen Einbau sorgen unsere Glockenstühle für ein schönes und angenehmes Läuten. Außerdem dämpfen und reduzieren sie die dynamischen Belastungen auf das Turmmauerwerk und schonen somit nachhaltig die Bausubstanz. Das wintergeschlagene, abgelagerte und gut getrocknete Holz aus heimischen Wäldern sowie die jahrelange Erfahrung ist dabei die Basis für ein Jahrhundertwerk“, erklärte Andreas Müller .
„Aufgrund der beengten Platzverhältnisse in den beiden Türmen, war eine genaue Planung für den Aufbau der Glockenstühle erforderlich. Sämtliche Verbindungen wurden zimmermannsmäßig ausgeführt“, erzählten die Arbeiter.

Im Glockenturm der Nordseite hängen künftig neun Glocken, während im Südturm zwei Glocken beheimatet sind. Der Glockenstuhl ist das Tragwerk für die Glocken. Durch eine präzise Konstruktion können die Glocken optimal in der Turmstube verhängt und die für ein schönes und angenehmes Läuten notwendigen Schwungräume geschaffen werden.
Beim Schwingen der Glocken entstehen erhebliche Kräfte, die bis zum 3 -4 fachen des Glockengewichtes betragen können. Der Glockenstuhl hat nun die Aufgabe, diese dynamischen Belastungen bestmöglich zu dämpfen und reduziert über die Grundträger an richtiger Stelle in das Turmmauerwerk zu übertragen. Ein richtig konstruierter Glockenstuhl schont somit nachhaltig das mitunter alte Turmmauerwerk und die Bausubstanz.

Am Samstag, 23. November um 18.00 Uhr bei der „Glockenvesper“ auf dem Basilika-Platz erklingt erstmals das neue Geläut der Basilika. Am Christkönigsonntag (24. November) findet um 14 Uhr ein Glockenkonzert auf dem Basilika-Platz statt.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Ministranten besichtigen neue Glockenstühle

Die Arbeiten in den Basilikatürmen gehen gut voran. Bis jetzt wurde ausgeräumt, gestemmt, verschalt und betoniert. Dann kam der neue Boden, der absolut waagerecht ist. Vor dem Glockenstuhl-Aufbau sind die Glocken mit einem riesigen Kran in die Kirchtürme hochgehoben. Schließlich konnte auch der Glockenstuhl in Einzelteilen hochgebracht werden.

Bevor nun die Glocken aufgehängt werden, machten sich die Ministranten auf den Weg, um den Stand der Dinge zu inspizieren. Zu Fuß sind sie die Treppe auf dem Gerüst hochgestiegen. Auf dem Weg nach oben hielten sie kurz an dem Relief an der Fassade der Basilika an und staunten über die Größe der Figuren. Es ist die Darstellung der Erscheinung aus dem Jahre 1446.

Schließlich erreichte die Gruppe den Eingang in das Innere der Türme. Voll Begeisterung schauten sie sich die neuen Glockenstühle und alle 11 Glocken genau an.

Segnung des Aufliegers für die Fernfahrer Seelsorge

Da staunten die Besucher der Basilika nicht schlecht, was da im Konvoi dem „Heiligen Berg“ hochfuhren. Acht, etwa um die 540 PS starke Sattelzugmaschine, eine sogar mit einem Auflieger auf dessen Plane die Botschaft „Hier fährt ein Mensch! Seine Würde ist uns heilig!“stand, parkten auf den Vorplatz ein. Grund hierfür war eine Aktion der „Arbeitsgemeinschaft Kirche für Fernfahrer“, die bereits vor einem Jahr in die Wege geleitet wurde. „Da hat mir der Inhaber der Bad Staffelsteiner Firma CS-Trans Christian Schad die Möglichkeit unterbreitet, einen seiner Sattelauflieger für unsere Sache auf die Straße zu bringen“, erzählte Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz.

Anfang August war es dann soweit und der Auflieger mit der gestifteten Plane stand in Grundfeld auf dem Firmengelände, am Samstagnachmittag wurden nun die Fahrer und die Fahrzeuge, die den neuen Sattelauflieger mit der Werbung für die Fernfahrerseelsorge ziehen durch Franziskanerpater Heribert Arens gesegnet. „Hier fährt ein Mensch und seine Würde ist uns heilig“, sei eine ganz wichtige Botschaft. „Die Arbeit, die hinter dem Lenkrad geleistet wird ist für die Wirtschaft absolut notwendig und eigentlich unbezahlbar. Der wachsende Konkurrenzdruck mit unfairen Mitteln macht es Speditionen schwer in diesem Wettbewerb zu bestehen. Sie müssen sich dem Kundenwunsch anpassen, wenn sie gute und faire Löhne bezahlen will“, betonte Norbert Jungkunz. „Die Versorger brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine vernünftige Verkehrspolitik, die Sozialdumping und Ausbeutung auf der Straße verhindert. Es sind Menschen, die den Auftrag der Beförderung aufnehmen und als solche haben sie Wertschätzung verdient. Dies wollen wir ausdrücken und Ihr helft uns diese Botschaft auf die Straße zu bringen“, so der Fernfahrerseelsorger zu den Brummifahrerinnen und -fahrer.

Nach einem Gebet segnete dann Pater Heribert den Auflieger, die Sattelzugmaschinen und das Personal mit Weihwasser. Mit einem kräftigen Schlag auf den Prägestock konnten sich nun alle aus einem Rolling ein Medaillon mit einem Abbild des heiligen Christophorus erstellen. Dankesworte gab es zum Schluss an Markus Löw, den Grafiker und Designer der Plane sowie an Heiko Schlensogg von der Firma Schwarzmüller und Christian und Werner Schad von CS-Trans. Der Auflieger und seine Botschaft wird nun auf den Weg geschickt. In der Hoffnung, dass diese Botschaft gelesen wird und Menschen zum Nachdenken bringt – oder Aufmerksam macht auf die besondere Situation der Fahrerinnen, Fahrer und den Speditionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen

Die 13. Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose 2019 führte nach Vierzehnheiligen, den Ort, zu dem die Menschen ihre Sorgen hintragen und an dem sie sich angenommen fühlen. Sie stand unter dem Leitwort: „Wo es gerecht zugeht, da herrscht Friede, Ruhe und Sicherheit – für immer.“ „Dieses Bibelzitat drückt aus, dass wir uns nicht irre machen lassen wollen in unserem Bemühen um eine gerechtere Gesellschaft, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und um ein solidarisches Miteinander“, erklärte Betriebsseelsorger und Pastoralreferent Norbert Jungkunz.

Eingeladen hatten die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen. Nach der Begrüßung am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels durch Franziskanerpater Heribert und einem Gebet von Domkapitular Dr. Peter Wünsche ertönte erstmals die Mahnglocke, und die Wallfahrt setzte sich in Bewegung. Angeführt wurde sie von Mitarbeitern des Hallstadter Michelin-Werks. Sie trugen das Banner mit der Aufschrift „Arbeit ist Menschenrecht“ und erinnerten dabei an die schrittweise Einstellung der Produktion in ihrem Unternehmen bis 2021. 860 Mitarbeiter werden dort ihren Job verlieren. Mit einem Banner mit dem Schriftzug „Ich geh in die Luft! 950 + 200 Kollegen entlassen!“ verwiesen Simone Augustin und Alexandra Hösel auf die aktuelle Situation beim Zigaretten-Konzern „British American Tabacco“ (BAT). Nachdem bereits 2017 der Zigarettenhersteller in Bayreuth 950 Beschäftigte entlassen hat, werden bis Januar 2020 nochmals knapp 200 Stellen gestrichen. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika thematisierten an vier Stationen Betroffene die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit.

Die musikalische Begleitung auf dem Weg zur Basilika übernahm eine Abordnung des Blasmusikvereins Bischberg. „Auf dem Weg in die Lazarusgesellschaft?!“: Diese Frage stellten sich die Teilnehmer an der ersten Station. „Lazarus“ steht heute für Leiharbeit, befristete Arbeit, Niedriglohn, Harz IV, prekäre Arbeit, Armutsrente, unbezahlbaren Wohnraum, aber auch die Armut der Flüchtlinge und Vertriebenen und fast zwei Millionen arme Kinder. „Armut und Hartz VI – Die Würde des Menschen ist antastbar“, hieß es an der nächsten Station. Ist es angemessen, dass ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW eine Betriebsrente von etwa 93 000 Euro im Monat bekommen, Hartz-IV-Empfänger aber monatlich mit 416 Euro plus Miete und Heizkosten auskommen sollen? „Soziale Sicherung – wichtig für unsere soziale Gerechtigkeit!“, lautete das Thema an der dritten Station, gestaltet von Mitgliedern der KAB. Seit Jahren würden die Leistungen durch Reformen reduziert. Die Folgen seien private Zuzahlungen der Sozialversicherten. Oder sie müssten mit den Lücken leben. An der letzten Station sprachen Betriebsseelsorger mit Betriebsräten über die Frage „Wo bleibt der Mensch? – Arbeitsbedingungen und Digitalisierung“.

Die Eucharistiefeier in der päpstlichen Basilika feierte Domkapitular Dr. Peter Wünsche mit der Pilgergruppe. Im Anschluss an den Gottesdienst lud Pater Heribert die Wallfahrer zu einer herzhaften Suppe in den Klostergarten ein.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Glockenweihe mit Erzbischof Ludwig Schick

Pünktlich zum Kirchweihfest sind auch die sechs neuen Glocken in Vierzehnheiligen angekommen. Im Pontifikalamt am 08. Sept. wurden sie von dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweiht. Nach der Predigt sprach der Erzbischof das Gebet zur Glockenweihe. Anschließend zog er in der Prozession mit den Ministranten zu den Glocken hin. Vor der Segnung jeder einzelnen Glocke erklärte der Kirchenrektor P. Heribert die Namen der Glocken. Im Anschluss salbte sie der Erzbischof mit dem Chrisamöl, besprengte sie mit dem Weihwasser und beweihräuchte sie mit dem Weihrauch. Als letzes schlug er drei Mal mit dem Bischofsstaab auf.


Gebet zur Glockenweihe
Herr, des Himmels und der Erde, dich preist deine Schöpfung. Im Himmel und auf der Erde erschallt dein Lob. Voll Vertrauen bitten wir dich: Segne diese Glocken, die dein Lob künden. Sie sollen deine Gemeinde zum Gottesdienst rufen, die Säumigen mahnen, die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Glücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten. Segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocken dringen wird und führe so deine Kirche von überallher zusammen in dein Reich. Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.

Als erste segnet der Bischof die Bernhard und Benediktglocke. Diese beiden Heiligen stehen für die zisterziensische Tradition von Vierzehnheiligen.
Die Inschrift auf der Glocke lautet:
HEILIGER BENEDIKT – WAS GIBT ES SCHÖNERES ALS DIE STIMME DES HERRN DER UNS EINLÄDT
HEILIGER BERNHARD – ÖFFNE DAS OHR DEINES HERZENS

Als nächste segnet der Bischof die Franziskusglocke
Als Inschrift trägt sie den Text des Gebetes, das Franziskus auf der Suche nach dem rechten Weg vor dem Kreuzbild von San Damiano gebetet hat:
HÖCHSTER GLORREICHER GOTT, ERLEUCHTE DIE FINSETRNIS MEINES HERZENS UND SCHENKE MIR RECHTEN GLAUBEN, SICHERE HOFFNUNG UND VOLLKOMMENE LIEBE.

Als Dritte Glocke segnet der Bischof die „Regina coeli“-Glocke
Sie trägt die Inschrift:
REGINA COELI LAETARE QUIA QUEM MERUISTI PORTARE RESURREXIT SICUT DIXIT + + ORA PRO NOBIS DEUM + HALLELUJA
Freu dich, du Himmelskönigin, den Du zu tragen würdig warst, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Bitt Gott für uns, Halleluja

Als Vierte segnet der Bischof die „Ave maris stella“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Beginn eines Maria geweihten Hymnus
AVE MARIS STELLA DEI MATER ALMA ATQUE SEMPER VIRGO FELIX COELI PORTA
Meerstern ich dich grüße, erhabene Mutter des Herrn, immerwährend Jungfrau, glückliche Pforte des Himmels

Als fünfte segnet der Bischof die „Ave Domina Angelorum“-Glocke. Sie trägt die Inschrift:
AVE REGINA COELORUM AVE DOMINA ANGELORUM SALVE RADIX SALVE PORTA EX QUA MUNIDO LUX EST ORTA
Sei gegrüßt, Du Königin der Himmel, sei gegrüßt, du Herrin der Engel,
sei gegrüßt, du Wurzel, der das Heil entsprossen, du Tür, die uns das Licht erschlossen.

Als sechste Glocke segnet der Bischof die „Puer natus est“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Eingangsgesang zum Weihnachtsfest:
PUER NATUS EST NOBIS et FILIUS DATUS EST NOBIS
Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.

Der Klang der Glocken

Das erste anläuten der neuen Glocken in der Basilika Vierzehnheiligen. Der Klang ist einfach unbeschreibbar…

Die neuen Glocken sind nun in Vierzehnheiligen

Am Donnerstag morgen, 05.09.2019 kamen die neuen Glocken in Vierzehnheiligen an. Im laufe des Vormittags wurden sie vom LKW abgeladen und in die Basilika mit einem Gabelstapler hineigefahren. Dann folgte der Aufbau. Auf einem Eichenbalken wurden alle sechs Glocken mit dem Gesamtgewicht von 1.690 kg aufgehängt. Die größte Glocke wiegt 702 kg, die kleinste 82 kg.


Artikel aus der Regionalzeitung:

Eine ganz besondere Fracht kam am Donnerstagfrüh (05.09.2019) im Gottesgarten am Obermain an. Ein Sattelzug brachte dabei die sechs neuen, glänzenden Kirchenglocken der Gießerei Bachert aus Neunkirchen/Baden zum „Heiligen Berg“ hoch. Zoran Radojevic, der die Glocken transportierte, verriet, dass er im Normalfall andere Sachen transportiert und dieser Glockentransport schon etwas Besonderes für ihn war. „Am Mittwochnachmittag holte ich die neuen Glocken bei der Gießerei ab und fuhr dann los, damit ich heute früh rechtzeitig da war“, so Radojevic.

Mit viel Fingerspitzengefühl wurden nun die sechs Glocken vor dem Südportal der Basilika mit Hilfe eines Staplers abgeladen und die Paletten sicher in die Basilika abgestellt. Beim Einbringen der großen Bernhard Benedikt-glocke erklang sogar „Großer Gott“ auf der Chororgel. Nun galt es das ebenfalls mitgelieferte „Weihegestell“ auf den dafür vorgesehenen Platz vor dem Hochaltar in Stellung zu bringen. Daran wurden schließlich die neuen Glocken, mit einem Durchmesser von 487 bis 1045 Millimeter und einem Gewicht von 82 bis 750 Kilogramm, befestigt.

Ende April gab Albert Bachert den Guss für die neuen Glocken frei, die nun am Ziel angekommen sind. In den nächsten Wochen können sie in der päpstlichen Basilika bewundert werden und am Christkönigsonntag (24. November) soll das Geläut im Wallfahrtsort erstmals wieder erklingen.

Am letzten Samstag im August fuhren Basilika-Mesner Tobias Hartmann sowie Organist Georg Hagel ein letztes Mal nach Neunkirchen, um gemeinsam mit dem Glockensachverständigen Dr. Claus Peter die klangliche Abnahme der Glocken vor der Auslieferung beizuwohnen. Dabei wurden die exakten Tonhöhen des Nominal („Grundschlagton“) und die weiteren Obertöne der Glocke wie Terzen, Quinten und Oktaven sowie deren eventuelle Abweichungen und die „Nachhall-Zeit“ gemessen, dokumentiert und mit den Vorgaben der Auschreibung verglichen. Nach vier Stunden penibler Prüfung wurden alle Instrumente für außerordentlich gut befunden und haben die „Qualitätskontrolle“ grandios durchlaufen.

Am Sonntag, 8. September fand nun die Glockenweihe im Rahmen des Kirchweihgottesdienstes statt. Am Großparkplatz hinter der Absperrung, am Parkplatz hinter der oberen Schranke und am Fuß der Treppe von Wolfsdorf her war jeweils um 10 Uhr Treffpunkt für eine Sternwallfahrt, die sich dann mit dem Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick in die Basilika begab. Dort fand um 10.30 Uhr das Pontifikalamt zum Kirchweihfest mit Glockenweihe statt, das der Basilika-Chor Gößweinstein unter der Leitung von Regionalkantor Georg Schäffner mitgestalten. Anschließend war beim Fest auf dem Basilika-Platz für das leibliche Wohl gesorgt. Zum Abschluss des Festtages fand um 15 Uhr eine feierliche Orgelvesper mit Basilikaorganist Georg Hagel statt.

Text: Gerd Klemenz