Adventsandacht mit „Good News“

„Als Generalprobe der Engel für den Heiligen Abend“, bezeichnete Franziskanerpater Heribert Arens die musikalische Adventsandacht mit „Good News“ aus Bad Staffelstein am Sonntagnachmittag in Vierzehnheiligen. Der Rektor der Basilika war von den geistlichen Liedern des Gospelchores ebenso begeistert, wie die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Unter der Leitung von Wolfram Johann Brüggemann ließen die Sängerinnen und Sänger die Gefühlswelt der Sklaven auf den Baumwollfeldern Nordamerikas erlebbar machen. Die Gedanken der „Gospel-Urväter“ in die Herzen zu transportieren, ist ihnen an diesem Adventssonntag wieder gelungen.

Daran erinnerte auch Pater Heribert, der die Gläubigen aufrief, ihr Leben jeden Tag neu adventlich auszurichten. „Den Stern suchen, der den Weg kennt aus der Dunkelheit, Unsichtbares ahnen, nach Unsagbaren fragen und Unerhörtem lauschen“, zitierte er eine Adventsgedicht der Kölner Autorin Gisela Baltes. Mit dem beliebtesten Weihnachtslied im angelsächsischen Raum „Joy to the World“ eröffnete der Chor den zwölfteiligen Zyklus. Nicht weniger bekannt ist das afroamerikanische Spiritual „Go Tell it on the Mountain“ (sinngemäß: Geh, ruf es vom Berg). Der Refrain nimmt Bezug auf die Geburt Jesu.

In der Adventslitanei sprach der Geistliche vom Licht, das uns durch dunkle Zeiten trägt, das Ängste und Sorgen vertreibt, uns Hoffnung in der Bedrängnis gibt und Rettung und Hife verspricht. Der Chor antwortete mit „Sana, Sananina, praise the Lord“. Den Hosanna-Ruf aus Botswana, einem ausdruckstraken afrikanischen Gospelsong, begleiteten die Singenden mit rhythmischen Bewegungen.

Pater Heribert gab eine Geschichte des russisch-orthodoxen Bischof Anthony Bloom (1914-2003) wieder. Nicht das Gebet alleine führe zu Gottes Gegenwart, sondern ein Viertelstunde Stille. Einen Streifzug durch das weihnachtliche Schweden machte der Chor mit dem Song „Jul, jul, stralande jul“ ein Weihnachtslied von Gustaf Nordqvist (1886-1949), das er für den Männerchor a cappella komponierte. Aus Tansania erklang der afrikanische Song „Amezaliwa“ – „Der Herr ist geboren, Jesus ist geboren“. Die Adventsandacht beschloss der Chor mit dem bekannten Song „Hallelujah, Salvation und Glory“ – „Hallelujah, Rettung und Ruhm, Ehre und Macht für den Herrn, unseren Gott“.

Text und Bild: Andreas Welz

Wallfahrtsführertreffen 2018

Frohe Kunde brachte Pater Heribert Arens am Samstag in den Victor-von Scheffel-Saal beim jährlichen Wallfahrtsführertreffen im Diözesanhaus Vierzehnheiligen: „Die neuen Glocken der Basilika werden Ende Februar Anfang März in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen-Baden gegossen“. Damit rücke der Zeitpunkt näher, dass das Geläut wieder vollzählig erklinge. Zur Kirchweih im September 2019 könnte es soweit sein. Bis Weihnachten hoffte er auf das Ergebnis der Ausschreibung für die Sanierung der Glockenstühle.

Wenn die Arbeiten durchgeführt werden, könnte es möglich sein, dass manche Wallfahrten nicht mit Geläut empfangen werden. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern, aber es klaffe immer noch eine große Lücke. Er ermunterte die Wallfahrtsführer zu Aktionen in ihren Heimatgemeinden, die der Finanzierung des Geläuts dienen sollten. Er gab bekannt, dass die Fassade zwischen den Türmen der Basilika im kommenden Jahr wieder eingerüstet werde. Eine Sanierung müsse auch dort aufgrund der Untersuchungsergebnisse durchgeführt werden. Fertiggestellt sei der behindertengerechte Zugang zu den Toiletten, der vom Freistaat und der Regierung von Oberfranken gefördert wurde. In der kommenden Woche würde die Geländer an der Haupttreppe zum Westportal der Basilika montiert, auch das Stück vom Podest bis zur Straße.

Eine Wallfahrtsführerin beschwerte sich über die vielen Absperrungen im Kirchenraum. Man wisse oft nicht wo man sich hinsetzen könne oder man sei eingesperrt. Pater Heribert begründete die „Stricke“ mit den vielen Touristen, die von den Wallfahrern oder den Gottesdienstbesuchern ferngehalten werden müssten. Als er vor acht Jahren nach Vierzehnheiligen kam, wollte er die Absperrungen abschaffen. Aber in der Praxis sei das nicht möglich gewesen. „Eine Gratwanderung, mit der wir leben müssen“, bedauerte er.

Der Geschäftsführer de Diözesanhauses Raimund Hümmer informierte die Wallfahrtsführer über die Generalsanierung des Hauses Frankenthal. „Einschränkungen müssen in Kauf genommen werden“, sagte er. Die Baustelle werde noch bis Ende der Wallfahrten 2019 bestehen bleiben. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt oder dem Gedenktag Peter und Paul. Die Mitarbeiter des Hauses Frankenthal seien alle im Diözesanhaus beschäftigt und garantierten für die Unterbringung und Verpflegung der bis zu 500 Wallfahrern am Tag.

Hümmer empfahl den Wallfahrtsführern eine rechtzeitige Anmeldung, am besten noch heute für das kommende Jahr. Online-Buchung sei möglich auch für Touristen, allerdings hätten die Wallfahrer Vorrang. Der neue Film des Bayerischen Rundfunks über Vierzehnheiligen werde im Mai 2019 ausgestrahlt. Dann werde er auch auf die Homepage von Vierzehnheiligen gestellt. Nachdem sich der neue Kirchenschweizer Daniel Reitz vorgestellte hatte, er kam Mitte des Jahres nach Vierzehnheiligen, wurde das Wallfahrtsprogramm bekanntgegeben. Die ersten Pilger kommen am 13. April aus Stockheim im Landkreis Kronach.

Am frühen Vormittag fand ein Dankgottesdienst anlässlich des Wallfahrtsführertreffens in der Basilika statt. Pater Heribert ging in seiner Predigt auf das Leitwort der Wallfahrtssaison 2019 ein: „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“ – ein Wort des heiligen Augustinus, von ihm formuliert als Frucht eines langen Suchprozesses. Der Prediger erläuterte, wie der Mensch laufend die Welt erobert: „Wer läuft, der geht aus sich heraus, geht über sich hinaus. Seine Welt wird groß, wird weit“. Alte Menschen spürten oft schmerzlich, wie ihre Welt klein wird, weil ihre Beine nicht mehr mitmachen.

Der Mensch, der läuft, habe auch die Chance, auf Gott zuzugehen. So auch der Pilger, der aufbricht an Orte, an denen Gottes Nähe besonders spürbar ist. „Für die Pilgergruppen, die durch ihre Wallfahrtsführer in diesem Gottesdienst vertreten sind, ist das Vierzehnheiligen“, so der Geistliche. Dorthin brechen sie auf, gehen Schritt für Schritt, rasten und gehen wieder weiter, nehmen, wenn nötig, Umwege in Kauf, um zum Ziel zu kommen. So sei das neue Motte für 2019 eine Einladung, zu laufen, zu pilgern zum Ziel, das Gott ist – und darauf zu vertrauen, dass er auch auf dem Weg dabei ist.

Text und Bild: Andreas Welz

Wallfahrtsführertreffen in Vierzehnheiligen am 01. Dez. 2018

Oase des Trostes

Am vergangenen Freitag fanden Trauernde Trost bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika von Vierzehnheiligen. Die Franziskaner von Vierzehnheiligen gemeinsam mit den St. Franziskusschwestern und der evangelischen Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein hatten zur „Oase des Trostes“ eingeladen. Pater Heribert Arens unterstrich, dass es gleich sei, ob die Trauer ganz frisch ist oder schon länger währt. „Gerade wenn der Trauerprozess länger dauert und die Umwelt längst zur Tagesordnung übergegangen ist, fühlen sich Trauernde oft einsam und alleingelassen und das in einer Lebensphase, in der sie Trost brauchen“. sagte er.

Täglich müssen Menschen Abschied nehmen von geliebten Mitmenschen, die ihnen der Tod genommen hat. Jetzt sind sie „Hinterbliebene“, Menschen die weiterleben müssen und wollen. Aber der Schmerz über den Verlust lebt mit: sie trauern. Das macht andere in ihrer Umgebung oft sehr hilflos. Sie wissen nicht, mit welchen Worten sie trösten sollen – und gehen darum oft den Betroffenen aus dem Weg.

Pater Heribert zitierte die Bibelstelle von den Emmaus Jüngern, die niedergeschlagene und traurig von Jerusalem nach Hause zurückkehren. Der Auferstandene geht mit den Zweifelnden und Traurigen, ohne ihn zu erkennen. Sie berichten dem unbekannten Begleiter von der Katastrophe. Sie hatten große Hoffnungen auf ihren Meister Jesus gesetzt, hatten sich begeistern und mitreißen lassen. Sie erwarteten von ihm die Erlösung ihres Volkes von der römischen Fremdherrschaft. Mit der Kreuzigung war das alles zusammengebrochen. Sie waren durch die Hinrichtung ihres Meisters mutlos geworden.

Die Jünger reden sich den Schmerz von der Seele und Jesus hört geduldig zu. „Genau das ist das Geheimnis des Trostes, einfach zuhören und den Trauernden reden lassen“, so der Geistliche. Worte helfen weniger, fromme Sprüche schon gar nicht. Wichtig sei, dass jemand da ist, auch wenn er nur zuhört. Es sei gut, wenn es einen Menschen gebe, der den Trauernden nicht alleine lässt. Die Toten können auch Hoffnung geben, sie können unsere Augen und Herzen für die Hoffnung öffnen. Das erfahren auch die Jünger aus Emmaus bevor sie Jesus erkennen. Die Hinterbliebenen tröstete der Pater mit der Zusicherung: „Während der Mensch in tiefster Trauer ist, ist Jesus schon längst neben ihm.

Vor dem Gnadenaltar stand eine große mit Sand gefüllte Tonschale auf einem Mauersteinsockel. An der großen Osterkerze entzündeten die Hinterbliebenen jeweils eine Kerze und steckten sie in die Schale. Franziskusschwester Alexia Hoderlein, Pfarrerin Anja Bautz und Pater Heribert verlasen die Vornamen der Verstorbenen. Im Anschluss trafen sich die Gottesdienstbesucher im Foyer des Klosters.

Text und Bild: Andreas Welz

Konzert zum Volkstrauertag – Kreisorchester Lichtenfels in Vierzehnheiligen

In der Basilika Vierzehnheiligen fand am Volkstrauertag ein besinnliches Konzert statt. Unter der Leitung von Christian Stenglein spielte das Kreisorchester Lichtenfels „Lieder ohne Worte“. Die 90 Musiker erfüllten mit mächtigem Klang den Kirchenraum, die sechs Tubisten bliesen kräftig in ihre Instrumente und dort, wo sonst der der Ambo steht, zwitscherten vergnügt Flöten und Klarinetten. Heinz Fischer vom Musikverein Marktzeuln sprach begleitende Texte. Pater Alexander. Weissenberger begrüßte Musiker und Zuhörer im Namen des Konvents der Franziskaner.

„Paradiso“ von Robert W. Smith (geb. 1958), die musikalische Umsetzung der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri, eröffnete das anspruchsvolle Konzert. Das rhythmisch und harmonisch höchst anspruchsvolle Stück meisterte das Orchester mit Bravour. Mit viel Gefühl wurde das „Panis Angelicus“ von Cesar Franck (1822-1890), der vom Engelsbrot kündende Hymnus, vorgetragen. Heinz Fischer zitierte das bekannte Kartenspiel von Bruce Low (1913 1990): „Mit jedem Ass soll ich erinnert werden es gibt nur einen Schöpfer des Himmels und der Erden“.

Der Halbmond hatte sich in das hohe Altarfenster geschoben als zum Schluss das Volkslied der „Abendmond“ nach einem Arrangement von Thiemo Krass (geb.1984) erklang. Die begeisterten Zuhörer wünschten sich eine Zugabe, die das Orchester mit dem Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ gern erfüllte.

Text und Bild: Andreas Welz

Singen und Musizieren zum Abschluss des Rosenkranzmonats

Ein Highlight religiöser fränkischer Volksmusik krönte den Monat Oktober in der Basilika Vierzehnheiligen. Musikgruppen aus Franken gestalteten das Mariensingen und Musizieren zu Ehren der Rosenkranzköniginvor dem Hauptaltar. Die eindrucksvolle Andacht zu Ehren der Muttergottes Maria wurde mit Liedern und Weisen aus dem fränkischen Raum in einer besonderen Art zelebriert: schlichte Harmonien, einfache Tonfolgen und Texte, die aber in ihrer Bescheidenheit die Besucher besonders berührte. Der Wechsel von Gesang und Instrumentalmusik belebte das außergewöhnliche Konzert.

Mit sanften Klängen kontrastierte die Reichenbacher Klarinettenmusik zur kräftigen Blasmusik der Rhöner Blechbläser, während die Alphornbläser Rotbachtal kräftig in ihre Hörner bliesen. Das Bamberger Doppelquartett war von großer Freude und Lebendigkeit getragen und ergänzte die Solostimme von Christine Ebert. Zum Mariensingen fand Franziskanerpater und Guardian des Klosters, Heribert Arens, zu Herzen gehende Worte. Er begrüßte, segnete die Gläubigen und dankte allen Musikern. Organisator Eddi Arnold, aus Zeitlofs, eine Gemeinde im Landkreis Bad Kissingen, leitete das Mariensingen. Er verstand es wieder einmal, die einzelnen Gruppen zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen.

Die Alphornbläser mit zwei Flügelhörnern eröffneten das Konzert mit der „Hymne an Maria“

Mit bekannten Marienliedern wie „Wir ziehen zur Mutter der Gnade“, „Balsam für die Seele“ oder das „Ave Maria“ von Paul Lindenberg konnten die rund 400 Zuhörer einen angenehmen, besinnlichen Sonntagnachmittag genießen. Blechbläser, Alphörner begleiteten das Schlusslied „Meerstern ich dich grüße“. Es beschreibt, neben den Marien-Anrufen, die unterschiedlichen Attribute der Gottesmutter – die Rose ohne Dornen, die Lilie ohnegleichen. Diese Symbolik machte die Gottesmutter in der Basilika greifbar.

Eddi Arnold, der schon vor einem Jahr das Singen organisiert hatte, moderierte das Konzert. Alle Musiker traten ehrenamtlich auf, viele kamen von weither angereistete. Die Spenden gehen zur Hälfte an die Syrienhilfe der Franziskaner und an die Kirchenstiftung der Basilika für die Erneuerung des Geläuts. „Wenn man die Glocken der Basilika hört, dann fühle ich mich daheim“, schloss Arnoldseinen Spendenaufruf.

Text und Bilder: Andreas Welz

Erntedankfest in Vierzehnheiligen

Mit dem Erntedankfest erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden in den Kirchengemeinden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich dekoriert. In der Basilika Vierzehnheiligen war am vergangenen Sonntag die Kirche besonders reich geschmückt. Mesner Tobias Hartmann, Kirchenschweizer Daniel Reitz und das Basilika-Team hatten nicht nur der Hauptaltar prächtig gestaltet, sondern auch die Rotunde. Zwischen den Altären lag Kreuz aus Strohballen und über dem Altarraum schwebte die große Erntekrone.

Mit der Bitte des Vaterunsers „unser tägliches Brot gib uns heute“ wurde zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Pater Heribert Arens bezog sich in ersten Teil seiner Ansprache auf das Ernten was der Mensch gesät hat. Dazu gebe es viele Gleichnisse in der Bibel. Die Frucht der Erde komme durch menschliche Arbeit, berge aber ein Geheimnis ganz eigener Art. Wir durchschauten zwar wie es geht, aber das es gehe, sei ein großes Genschenk. Das werde in diesem Jahr getrübt durch eine große Trockenheit und Ernteausfälle.

„Wir ernten auch, was andere vor uns gesät haben“, so der Franziskaner. Zum Beispiel die Früchte der Bäume. Doch wir ernten, wo wir nicht gesät haben. Zum Beispiel den Honig durch den Fleiß der Bienen. Die Kirche sei trotz Missbrauch, trotz Versagen und Schuld auch eine Geschichte des Säens, fruchtbar für den Glauben der Menschen. Gott habe schon immer gesät, bevor wir kommen.

Der Chor „Good News“ begleitete den Gottesdienst mit Gospeln und Spirituals

Den Gottesdienst begleitete der Chor „Good News“ aus Bad Staffelstein unter der Leitung von Johann Brüggemann. Zu Beginn trugen die „Lindenkids“ aus Wolfsdorf und die „Bachstelzen“ aus Grundfeld Erntegaben in die Kirche. Kirchenschweizer Daniel Reitz führte die kleinen Obst- und Gartenbauer in einer Prozession um die Basilika und führte sie zum Hauptportal in die Kirche, wo Kinder und Erwachsene Körbe mit Obst vor den Hauptaltar stellten. Dabei ließ Basilikaorganist Georg Hagel die Rieger-Orgel mächtig erklingen. Am Ausgang wurden die Gottesdienstbesucher mit Äpfeln und Birnen von den Mitgliedern der Obst- und Gartenbauvereine beschenkt.

Text und Bilder: Andreas Welz

Arbeitnehmerwallfahrt 2018

„Arbeit ist Menschenrecht“ dieses Leitmotiv stand wieder im Mittelpunkt der 12. Wallfahrt für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen am vergangenen Samstag. Eingeladen hatte die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen. Die Wallfahrt begann am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika wurden an vier Stationen die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit durch Betroffene in Gebeten und Meditationen thematisiert und eine Vision einer gerechten Welt entwickelt. Bei jedem Halt wurde die Mahnglocke angeschlagen, die auch zu Beginn des Gottesdienstes in der Basilika erklang.

An der ersten Station machten Betriebsseelsorger Norbert Jungkunz und DGB Kreisvorsitzender Heinz Gärtner deutlich, dass Niedriglohn in die Sackgasse führe. 4900 Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Lichtenfels drohe Altersarmut. Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Arbeitsloseninitiative unterstrichen an der zweiten Station die Würde des Menschen. Sie werde verletzt, wenn sie nur daran gemessen werde, wieviel Einkommen und Vermögen man habe und wenn man durch Androhung von Sanktionen dazu gezwungen werde, für Hungerlöhne zu arbeiten.

Die Mahnglocke

Die Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) stellten an der dritte Station fest, dass soziale Sicherungssysteme schrumpfen und die gesellschaftliche Polarisierung zunehme. Ihre Forderung: Soziale Sicherung sei wichtig für unsere soziale Gerechtigkeit. Es gehe inzwischen um die Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik, sowie um den Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Digitalisierung der industriellen Produktion sowie im Dienstleistungssektor habe weitreichende Folgen auch für die bestehenden Strukturen und Institutionen der Sozialpolitik.

Der Betriebsseelsorger beleuchtete mit Betriebsräten an der vierten Station die Arbeitsbedingungen der Zukunft, wenn die Digitalisierung fortschreite. Die Arbeitsbedingungen unterlägen einem ständigen Wandel. Verunsicherung oder sogar Angst seien oft Begleiterscheinungen die solch ein Wandel auslöse. Die Grundfragelaute: „Wo bleibt der Mensch in diesem Prozess?“ Der Schutz der arbeitenden Menschen vor dauerhafter Überbeanspruchung dürfe den Renditeerwartungen der Chefetagen nicht zum Opfer fallen.

Das Gefühl der Solidarität stand im anschließenden Gottesdienst im Mittelpunkt. Ein Zeichen setzte Seelsorgeamtsleiter Domkapitular Dr. Peter Wünsche. Mit scharfen Worten kritisierte er den Missbrauch der Macht und wählte den ungewöhnlich heftigen Siriustext aus dem Alten Testament: „Kärgliches Brot ist das Leben der Armen, wer es ihnen raubt, ist ein Blutsauger, den Nächsten mordet, wer ihm den Unterhalt wegnimmt und Blut vergießt, wer einem Lohnarbeiter den Lohn raubt“. Wer dem Arbeiter um seinen Lohn betrüge, wer auf Kosten der Schwächeren lebe, der sei im Unrecht. „Lohn vorenthalten ist Blutvergießen und Mord“, unterstrich der Seelsorger. Für die, die am unteren Rand des Existenzminimums leben, sei Geld kein Spiel, sondern eine Frage von Tod und Leben. Mindestlohn reiche nicht und garantiere keine Menschenürde.

„Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält“, dieser Satz nage auch an unseren Konsumgewohnheiten. Wenn eine Jeans zehn Euro koste, wieviel Cent bekomme dann die Näherin?, fragte er. Nachdenken und besser machen sei erwünscht, so Dr. Wünsche und forderte fairen Handel, faire Preise und faire Vergütung. Wer sich für den gerechten Anteil aller am Brot einsetze, der sei wie einer, der Blut zur Lebensrettung spende. Dem Nächsten schenkt Leben, wer ihm ehrlich gibt, was ihm für seine Arbeit zusteht. „Leben schafft, wer sich für Gerechtigkeit einsetzt, überall auf der Welt“, stellte der Domkapitular fest.

Text & Bilder: Andreas Welz

Domkapitular Dr. Peter Wünsche hielt eine aufrüttelnde Predigt

 

Lesung: Jesus Sirach 35,16–27
Evangelium: Lk 10,1–16

Liebe Schwestern und Brüder!
Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält. Das ist schon heftig. So ‘was steht in der Bibel. Hätten Sie das gewusst? Ich denke, ich ken-ne mich in der Bibel einigermaßen aus. Aber über die Worte aus dem Buch Jesus Sirach, die da vorhin als Lesung vorgetragen wurden, habe ich mich in der Vorbereitung zu diesem Gottesdienst schon gewundert.

In der Bibel stehen viele Stellen, die den Armen, damals vor allem den Tagelöhnern, ihr Recht zusprechen: in Deuteronomium, im fünften Buch Mose, auch beim Propheten Amos im Alten Testament wird sehr deutlich Wert darauf gelegt: Wer den Arbeiter um seinen Lohn betrügt, wer auf Kosten der Schwächeren lebt, der ist im Unrecht. Im Neuen Testament wird das aufgegriffen: Was ihr dem Geringsten verweigert habt, das habt ihr auch dem Weltenrichter verweigert. Der Jakobus-brief blickt in eine ähnliche Richtung und zählt das Vorenthalten von Lohn zu den himmelsschreienden Sünden.

Und dann heute, vorhin die Lesung aus Jesus Sirach: eine wenig be-kannte Schrift. Sie steht, wie manchmal gesagt wird, am Rand des Al-ten Testaments, wurde manchmal dazugezählt und manchmal nicht, für uns Katholiken ist es aber anerkannt als ein Buch der Bibel. Es ist allerdings nur wenigen vertraut. Dass es den Verfassernamen Jesus Sirach trägt, hat nichts direkt mit Jesus von Nazareth zu tun. „Jesus“ ist hier einfach die griechische Form des hebräischen Namens „Jo-schua“ – und der Name ist bis heute im Judentum und auch bei Chris-ten geläufig. Der Verfasser lebet wohl im zweiten Jahrhundert vor Christus.

Im Gottesdienst wird selten aus dem Buch Jesus Sirach gelesen, nur an wenigen Tagen im Jahr kommt es als Lesung in der Messe vor. Und der Abschnitt, den wir vorhin gehört haben, taucht sonst nie im Got-tesdienst auf, nicht in der Messfeier, nicht im Stundengebet. Ich will da gar keine böse Absicht unterstellen – aber es ist schon schade. So deut-liche Worte haben ihr Gutes.

Da heißt es ganz drastisch: Man schlachtet den Sohn vor den Augen des Vaters, wenn man ein Opfer darbringt von den Gaben der Armen. Das ist ein klares Wort gegen den Missbrauch von Religion: Den Armen ihren Lebensunterhalt wegzunehmen, um ihn dann ganz fromm als Opfer darzubringen, das ist genauso schlimm wie ein grausamer Mord, wie ein Mord an einem Kind vor den Augen der Eltern. Ein noch so frommer Zweck kann Ungerechtigkeit nicht gut machen. Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer – so heißt es entsprechend beim Propheten Hosea. Jesus Sirach meint dasselbe, sagt es hier noch deutlicher.

Das geht aber noch weiter: Kärgliches Brot ist der Lebensunterhalt der Ar-men, wer es ihnen vorenthält ist ein Blutsauger. Etwas umschrieben: Die Armen haben eh nur schlichtes Brot – ohne Käse oder Butter drauf. Wer ihnen auch noch das vorenthält, ist wie eine Stechmücke oder Bremse, wie ein Blutegel, ist wie ein Vampir oder was es sonst an blut-saugenden Kreaturen noch so alles gibt. Blut ist Leben. Blut saugen heißt Leben abschöpfen, heißt Chancen abgraben, heißt Tod bringen.

Und schließlich der letzte Satz, der auch zum Motto dieser Wallfahrt wurde: Den Nächsten mordet, wer ihm den Unterhalt nimmt; Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält. Jetzt wird das Ganze nicht mehr im Bild gesagt, sondern ganz direkt: Lohn vorenthalten ist Blutvergießen und Mord.

„Ich habe keinen umgebracht“ – das ist ein oft gehörter Rechtferti-gungssatz. Jesus Sirach fragt: Stimmt das eigentlich? „Es geht doch bloß um Geld.“ Unter gut Gestellten mag das ja stimmen – „bloß Geld“. Aber für die am unteren Rand des Existenzminimums ist ein Mehr oder Weniger an Geld kein Spiel, sondern eine Frage von Tod und Leben.

Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält. Das ist natürlich zu-erst denen gesagt, die arbeiten lassen, damals und heute Es war schwierig, die Politik davon zu überzeugen, dass es einen Mindestlohn geben muss – aber das kann nur ein erster Schritt sein. Was zum Über-leben reicht, garantiert noch nicht Menschenwürde.

Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält. Das ist auch denen gesagt, die für eine gerechtere Welt kämpfen. Es geht eben nicht nur um Sachwerte, es geht um Leben und Überleben. Es muss nicht sein, dass wir unsere sozialen Standards senken, um konkurrenzfähig zu sein. Ich denke, es ist keine schlechte Idee, unsere Ideen von Gerechtigkeit und unsere Standards von sozialem Handeln zu exportieren – Globali-sierung umgekehrt sozusagen.

Blut vergießt, wer dem Arbeiter den Lohn vorenthält. Der Satz nagt auch an unseren Konsumgewohnheiten. Wenn eine Jeans für 10 Euro zu haben ist, dann kann da etwas nicht stimmen: Wie viele Cent bekommt da-von die Näherin? Wenn sich die Preise allgemein in den letzten fünfzig Jahren ungefähr vervierfacht haben, aber einfache Schokolade heute kaum mehr kostet als in den 60er Jahren: Wer kommt dafür auf? Was bleibt für die Landarbeiter? Wenn Frauen aus Ost- und Südosteuropa hier Familienpflege leisten mit praktisch 24-stündiger Bereitschaft für netto 1000 Euro pro Monat: Das mag in Übereinstimmung mit den Ge-setzen sein, aber ist das gerecht? Niemand, der solche Preise nutzt, wird sich als Blutsauger oder Mörder fühlen; aber Nachdenken und Bessermachen ist schon erwünscht: Fairer Handel, faire Preise, faire Vergütung.

Das zeigt schon: Man muss nicht im Negativen stecken bleiben. Jesus von Nazareth sagt das, was Jesus Sirach sagte, mit anderen Worten, aber er sagt es positiver – so haben wir das im Evangelium gehört. Je-sus von Nazareth greift Jesus Sirach auf, aber er sagt es mehr auf Zu-kunft hin: Wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Das gilt hier in en-gerem Sinn für die Verkündigungsarbeit der Jünger. Aber das gilt auch im weiteren Sinn für jede geleistete Arbeit: Wer arbeitet, für den ist die Gegenleistung für seine Zeit und Kraft nicht ein Almosen, son-dern gutes Recht. Denn Zeit und Kraft sind Leben, und dafür braucht es Unterhalt und aus Gerechtigkeit einen Ausgleich für vergebene Le-benszeit und eingesetzte Lebenskraft.

Und so lassen sich die harten Sätze des Jesus Sirach auch ganz wun-derbar ins Positive wenden, ohne ihren Sinn zu verfälschen:
Man opfert den Sohn vor den Augen des Vaters, wenn man ein Opfer dar-bringt vom Gut der Armen. Ja, aber auch: Den Ärmeren zu geben was ihnen zusteht, ihren Besitz zu achten, auch wenn er klein ist, und sie als Menschen voll und ganz und gar zu respektieren, das freut auch Gott, mehr als alle Opfer.

Kärgliches Brot ist das Leben der Armen, wer es ihnen raubt, ist ein Blutsauger. Ja, aber auch: Wer sich für gerechten Anteil aller am Brot einsetzt, der ist wie einer, der Blut zur Lebensrettung spendet.

Den Nächsten mordet, wer ihm den Unterhalt wegnimmt. Ja, aber auch: Dem Nächsten schenkt Leben, wer ihm ehrlich gibt, was ihm für seine Arbeit zusteht.

Blut vergießt, wer einem Lohnarbeiter den Lohn raubt. Ja, aber dann auch: Leben schafft, wer sich für Gerechtigkeit einsetzt, überall in der Welt.

Gerechte Löhne, gerechte Lebensbedingungen, gut verteilte Chancen auf Gesundheit und Bildung: Wenn wir uns darum sorgen, werden wir zu Lebensspendern und Mitschöpfern – werden wir Gott ähnlich.

Peter Wünsche

Tiersegnung in Vierzehnheiligen

Die Segnung von Tieren und Menschen auf dem Basilikaplatz ist in jedem Jahr ein spannendes Ereignis für Vier- und Zweibeiner. Traditionell findet sie am Todestag des Ordensstifters Franz von Assisi statt (3. Oktober 1226). Pater Stanislaus Wentowski erinnerte daran, dass der Mensch nach franziskanischer Überzeugung Verantwortung für die Mitgeschöpfe und die gesamte Natur trage. Er wies darauf hin, dass Tiere Geschöpfe Gottes sind, die wie wir Menschen unter Gottes Schutz stehen. Ihnen gebühre Ehrfurcht, weil diese Ehrfurcht allem Geschaffenen gilt. Die Ehrfurcht vor ihnen sei nicht zuletzt Ausdruck der Ehrfurcht vor ihrem Schöpfer.

„Franziskus macht uns bewusst mache, dass wir alle in der Natur Verantwortung und Fürsorge haben. Als ein Wesen mit Vernunft steht der Mensch in der Pflicht, liebevoll für die ihm anvertraute Mitgeschöpfe zu sorgen. Denn auch diese sind aus Liebe von Gott geschaffen – nicht nur die Menschen“, so der Franziskaner. Welch eine Verantwortung der Mensch von Anfang an in der Natur hat, stehe in der Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis. „In dieser Verantwortung stehen wir nun bis zu dem heutigen Tag. Nehmen wir uns den Heiligen Franziskus zum Vorbild und lernen wir, nicht nur das eigene Tier zu lieben, sondern die ganze Schöpfung“, so der Franziskaner.

„Chilli“ der Mischlingshund aus Weißendorf bei Herzogenaurach schüttelte sich als einige Tropfen Weihwasser an seinem braunen Fell abperlten. Herrchen Attila war zum ersten Mal bei der Tiersegnung in Vierzehnheiligen. „Calimero“ aus Ebensfeld, ein weißer Maremmano, ließ sich geduldig von Franziskusschwester Waltraud streicheln. Der Herdenschutzhund aus den Abruzzen wird mit den Schafen aufgezogen und beschützt dann seine Herde. Der Guardian des Klosters Vierzehnheiligen Pater Heribert Arens hatte seine Freude an dem Zwergkaninchen, das Lea (5) aus dem Konradshof mitgebracht hatte.

Vom ängstlichen Chihuahua, der kleinsten Hunderasse der Welt, den Frettchen und lustigen Meerschweinchen bis hin zu den stolzen Rössern waren sie zur Tiersegnung gekommen. Die Zwerghühner beobachteten das Schauspiel von ihrem Käfig aus während das tiefe Bellen des Landseer in das Glockengeläut einstimmte. Sie schienen wie aus der Arche Noah zu entsteigen, Herrchen und Frauchen freuten sich über die warmen Strahlen der Oktobersonne. Während der Ansprache hatte sich der Platz mit Vier- und Zweibeinern gefüllt. Die Pferde blickten etwas überheblich auf das Hundevolk unter ihnen herab.

Text: Andreas Welz; Bilder: Tobias Hartmann

Fahrzeugsegnung zum Christophorusfest

Auf dem Basilikaplatz in Vierzehnheiligen fand am vergangenen Sonntag die traditionelle Fahrzeugsegnung statt. In einer kurzen Andacht betonte P. Stanislaus: „Es ist ein Segen, der uns auf all unseren Wegen begleiten soll“. Sobald wir unsere vier Wände verlassen, machten wir uns auf den Weg, um ein Ziel zu erreichen. Vor allem, wenn wir mit unseren Fahrzeugen unterwegs sind und dadurch längere Strecken bewältigen können als zu Fuß, ist es gut zu wissen, dass wir einen Begleiter haben, der über uns wacht und uns hilft, unbeschadet unser Ziel zu erreichen.

P. Alexander segnet die Fahrzeuge auf dem Basilikaplatz

„Wenn wir uns an den Nothelfer Christophorus – den Patron der Fahrer – wenden, dann bitten wir ihn um seine Fürsprache bei Gott, um den Segen für uns und alle, die mit ihren Fahrzeugen Unterwegs sind“, so der Geistliche. Er machte deutlich, dass der Segen immer den Menschen gilt. Wenn die Fahrzeuge gesegnet würden, dann nicht, um einen Schutz-Zauber zu erwirken. „Gott, der Ihr Begleiter soll sie auf ihrem Weg behüten. „Der Segen soll bewirken, dass sie sich auf ihrem Weg geborgen fühlen. Und dieser Segen soll uns alle immer wieder erinnern, dass Gott selbst unser Wegbegleiter ist“, sagte der Pater. Anschließend segnete er und P. Alexander die Menschen und ihre Fahrzeuge.

Text & Bilder: Andreas Welz

Stabübergabe in der Basilika Vierzehnheiligen

In einem feierlichen Gottesdienst wurde am vergangenen Sonntag der Kirchenschweizer von Vierzehnheiligen Holger Schwind verabschiedet und sein Nachfolger Daniel Reitz in das Amt eingeführt. Zu Ehren des scheidenden Kirchenschweizers begleiteten 15 Ministranten, einige nicht mehr ständig im Dienst, die beiden Türhüter und Aufseher von der Sakristei zum Hauptaltar. Davor auf einem Tisch lagen die Insignien des Schweizers: Stab, Hut und Schärpe, die nach der Predigt Holger Schwind seinem Nachfolger überreichte. Die zahlreichen Gläubigen und Wegbegleiter des Kirchenschweizers applaudierten und Basilika Organist Georg Hagel zog alle Register der mächtigen Rieger-Orgel.

Kirchenpfleger Richard Lurz am Ambo

Kirchenpfleger Richard Lurz ließ das segensreiche Wirken Holger Schwinds Revue passieren und überreichte Holger Schwind eine kostbare Figur des Heiligen Pantaleon. Nach der Messe versammelten sich Ministranten und Kirchenschweizer vor dem Hauptaltar und dutzende von Kameras hielten das Ereignis fest. Holger Schwind dankte in bewegenden Worten. Er hob die gute Zusammenarbeit mit Mesner Tobias Hartmann hervor und überreichte ihm einen Blumenstrauß.

P. Heribert Arens

Der Rektor der Basilika und Guardian des Klosters, Pater Heribert Arens, münzte seine Predigt auf den Wechsel im Amt des Schweizers. Alles beginne klein und müsse wachsen. So müsse auch Daniel Reitz beginnen und in sein Amt hineinwachsen. „ich wünsche ihm einen guten Start im Team der Basilika“, sagte der Franziskaner. Auch Holger Schwind sei hineingewachsen und kante die Abläufe in- und auswendig. „Für mich war er eine große Stütze, als ich vor acht Jahren das Amt übernahm“, blickte Pater Heribert dankbar zurück. Durch eine heimtückische Krankheit sei Holger Schwind aus der Bahn geworfen worden. „Wir hoffen, dass er uns in viel kleinerem Umfang erhalten bleibt, nicht mehr als Schweizer, einfach als Mensch, und als den haben wir ihn gern“, schloss Pater Herbert seine Predigt. Als Mitzelebrant unterstützte Pfarrer Johannes Saffer aus Hannberg/Weisendorf bei Erlangen die Messfeier.

Holger Schwind (rechts) übergab die Insignien des Kirchenschweizers an seinen Nachfolger Daniel Reitz

Vita
Seit 17 Jahren hat Holger Schwind seinen Dienst in Vierzehnheiligen mit Leidenschaft und Hingabe getan: zusammen mit dem Seelsorger die Wallfahrer abholen und in die Kirche begleiten, gemeinsam mit der Sekretärin Waltraud Kießling die Organisation des Wallfahrtskalenders vorbereiten für das jährliche Planungstreffen der Wallfahrtsführer, Kontakte mit den Wallfahrern pflegen, als einer der Mesner die Kirche für die Gottesdienste richten, bei den großen Gottesdiensten für Ordnung sorgen und vieles mehr.

In diesen Jahren hat Holger Schwind in Zusammenarbeit mit dem zweiten Mesner Joseph Pöhnl und seit acht Jahren dessen Nachfolger Tobias Hartmann, dem Teilzeitmesner Heiner Leicht und dem ehrenamtlichen Georg Zethner ein Basilika Team mit einer Reihe von freiwilligen Helfern aufgebaut, die tatkräftig mit anpacken, wenn es gilt, die Krippe aufzubauen oder für die Festtage die Kirche zu schmücken. Kirchenschmuck, das war ein ganz besonderes Anliegen von Holger Schwind. Er hatte immer neue Ideen zu Ostern und den anderen Hochfesten, zum Erntedank oder zum Patrozinium, Das hat viele Besucher in die Basilika gelockt.

Eine Erkrankung setzt ihm seit einem Jahr mehr und mehr zu und engte ihn in seiner Handlungsfähigkeit ein. Er selbst hat darum zum Jahresende 2017 der Kirchenverwaltung mitgeteilt, dass er seinen Schweizerdienst nicht mehr und den Mesnerdienst nur noch beschränkt tun kann.
Darum musste die Kirchenverwaltung diese Aufgabe ausschreiben. Inzwischen wurde ein Nachfolger gefunden. Holger Schwind wird begrenzt im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter in der Basilika mitwirken. Die Kirchenverwaltung, viele Wallfahrer und Basilika Besucher wissen sich ihm dankbar verbunden.

Sein Nachfolger Daniel Reitz (37) ist staatlich geprüfter Sozialbetreuer, zuletzt tätig als Projektleiter für Kundenmanagement bei einer Bamberger Firma. Reitz bringt Mesnererfahrung aus seiner Heimatgemeinde in Eltmann mit.

Text: Andreas Welz