Wallfahrtsführertreffen 2019

Kaum geht ein Wallfahrtsjahr seinem Ende entgegen, beginnen schon die Planungen für das kommende Jahr. Es bringt aber auch einige Veränderungen mit sich, wie das Wallfahrtsführertreffen zeigte. So gibt es im nächsten Jahr mit Pater Dietmar einen neuen Guardian und die Glocken läuten wieder bei der Ankunft.

Am vergangenen Samstag waren wieder über 200 Verantwortliche der Wallfahrten aus dem ganzen Frankenland zum diesjährigen Wallfahrtsführertreffen gekommen. „Endlich läuten die Glocken wieder“, freute sich eine Wallfahrtsführerin aus Unterfranken.
In der Basilika fand zunächst ein Gottesdienst statt. Zum Einzug schallte es laut „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ durch das gut gefüllte Gotteshaus, das die Wallfahrtsführer aus voller Brust sangen. Der Dankgottesdienst wurde von Guardian Pater Heribert Arens und Pater Dietmar Brüggemann aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln zelebriert. Pater Heribert dankte den Wallfahrtsleitern für ihre großen Anstrengungen während der Vorbereitung und Umsetzung der Wallfahrt. In der Predigt stellte Pater Dietmar mit „Gesegnet bist du“ das Leitwort für das kommende Wallfahrtsjahr in den Vordergrund. Das neue Wallfahrtsjahr wird am Sonntag, 26. April 2020 mit einem Festgottesdienst feierlich eröffnet. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern für die Basilikaglocken, aber es klaffe immer noch eine Lücke. In diesem Zusammenhang wieß er noch auf das „Erinnerungsglöckchen“ zur Glockenweihe sowie auf die „Festschrift zur Fertigstellung des erneuerten und erweiterten Geläuts“ hin, die anschließend an der Klosterpforte erworben werden konnte.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich alle Wallfahrtsführer im „Viktor von Scheffel-Saal“ des Diözesanhauses zur Terminkonferenz. Erstmals wurden die zahlreichen Termine von April bis November im Vorfeld von Sekretärin Waltraud Kießling ausgedruckt und so konnte jeder „seinen“ Termin schneller überprüfen. Unklarheiten konnten schließlich mit der Sekretärin abgeklärt werden.

Der Geschäftsführer des Diözesanhauses Raimund Hümmer informierte die Wallfahrtsführer über die umfangreiche Generalsanierung des Hauses Frankenthal und der Gastwirtschaft „Goldener Hirsch“. Beide Projekte sollen 2020 wieder eröffnet werden, aber erst nach der Wallfahrtssaison. Sehr gut wurde die Zimmerreservierung im Vorfeld der Wallfahrt von den Pilgern angenommen, stellte Hümmer fest. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt.

Die Sekretärin erklärte, dass die Einladungen im nächsten Jahr per Email versendet werden. Aus organisatorischen Gründen bat sie, die Anmeldungen rechtzeitig abzugeben.
Anschließend stellte sich Pater Dietmar als Nachfolger von Pater Heribert den Wallfahrtsführern vor. Der 62-jährige kommt aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln ins „fränkische Bethlehem“ am Obermain. Seine ersten Gottesdienste wird er in Vierzehnheiligen am Sonntag, 26. Januar 2020 in der Basilika feiern.
Pater Heribert wird Vierzehnheiligen im Januar verlassen und dann neue Aufgaben im Franziskanerkloster Dorsten wahrnehmen.

Mesner Tobias Hartmann zeigte eine Powerpoint-Präsentation über die zahlreichen Arbeiten in den Glockentürmen der Basilika.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Weitere Fotos von P. Stanislaus

P. Heribert verkündigt Abschied und stellt Nachfolger vor

Schon lange gab es die Gerüchte, seit Samstag haben sich diese nun bestätigt: Franziskanerpater Heribert Arens verlässt nach neun Jahren als Guardian von Vierzehnheiligen den Wallfahrtsort. Seinen letzten Gottesdienst wird der gebürtige Westfale am Sonntag, 12. Januar 2020 um 10.30 Uhr mit den Gläubigen am Obermain feiern. Der 77-jährige wird dann neue Aufgaben im Franziskanerkloster Dorsten wahrnehmen. Dorsten liegt im Übergang vom südlichen Münsterland zum nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen an der Lippe, etwa 24 km von deren Mündung in den Rhein entfernt.

Am vergangenen Samstag war mit Pater Dietmar Brüggemann der zukünftige Guardian und Rektor der Basilika im „fränkischen Bethlehem“ zu Gast. Der 62-jährige kommt aus dem Nevigeser Kloster im Erzbistum Köln in den Gottesgarten. Seit dem Frühjahr steht fest, dass die Franziskaner nach fast 350 Jahren Neviges verlassen werden. „Dem Entschluss ging ein zweijähriger Prozess voraus, in dem entschieden wurde, welche Standorte auf Dauer bestehen bleiben, welche mittelfristig aufgegeben werden und welche im Lauf des Jahres geschlossen werden. Neviges gehört leider dazu“, bedauerte Pater Dietmar. „Bei den Versetzungen wurden persönliche Neigungen und Vorlieben berücksichtigt, da gibt es keinen Marschbefehl“, so Pater Dietmar, der schon länger wusste, dass er Hausoberer und Wallfahrtsleiter in Vierzehnheiligen wird. „Ich hatte mich schon ein bisschen darauf gefreut, durfte aber nicht drüber reden. Die Aufgaben sind vergleichbar wie in Neviges, nur eine Nummer größer, das macht mich schon ein bisschen gelassen. Ich tausche dann das Bergisch-Westfälische gegen fränkisches Barock, das kommt mir gelegen, weil ich ein barocker Typ bin.“

Der gebürtige Sauerländer war zuvor unter anderem als Krankenhaus- und Pfarrseelsorger an der Medizinischen Hochschule Hannover, in Dortmund, in Paderborn und in Füssen im Allgäu beschäftigt. Seine ersten Gottesdienste auf dem „Heiligen Berg“ in Vierzehnheiligen wird er am Sonntag, 26. Januar 2020 in der Wallfahrtsbasilika feiern.

Text & Bild: Gerd Klemenz

Geldspende für die neuen Glocken

Eine Geldspende in Höhe von 3000 Euro konnte der Kirchenschweizer i.R. Holger M. M. Schwind zusammen mit dem Basilika-Mesner Tobias Hartmann und Kirchenschweizer Daniel Reitz im Rahmen eines Festhochamtes an Guardian Heribert Arens überreichen. „Der Geldbetrag soll für die neuen Basilikaglocken verwendet werden. Es ist der Erlös von Adventsmärkte, die ab 2012 im Klostergarten stattfanden sowie von großzügigen Spenden des Basilika-Teams“, erklärte Holger Schwind bei der Übergabe. Vor zwölf Jahren wurde das Basilika Team durch den ehemaligen Kirchenschweizer gegründet, um das Kirchenpersonal bei der Vorbereitung der Gottesdienste im Jahreskreis zu unterstützen.

Text & Foto: Gerd Klemenz

Die Glocken grüßen wieder in den Gottesgarten

Am Vorabend des Christkönigssonntags waren erstmals wieder die Glocken des erneuerten und erweiterten Geläutes von Vierzehnheiligen zu hören. Zahlreiche Interessierte versammelten sich zur „Glockenvesper“ auf dem Basilika-Vorplatz. Den Zuhören war anzumerken, dass für sie ein Herzenswunsch in Erfüllung ging, was sich am Schluss im Applaus widerspiegelte. Seit dem Vierzehnheiligenfest im Mai hatten die Glocken am Wallfahrtsort geschwiegen. In dieser Zeit wurden die Glockenstühle neu aufgebaut, die wieder in Holzbauweise gefertigt wurden. In diesen bereichern nunmehr sechs weitere Glocken das Geläut. Insgesamt läuten im „fränkischen Betlehem“ jetzt elf Glocken zu den verschieden Anlässen, einzeln oder im Ensemble.

Nachdem vor zwölf Jahren zwei Haltebänder der großen Blasius-Glocke gerissen waren, wurde nach die Ursachen geforscht und in der gekröpften Aufhängung und dem „stählernen“ Glockenstuhl gefunden. Zum Erhalt der Glocken war ein Umbau notwendig. Vom Organisten Georg Hagel kam die Anregung, in dem zu erneuernden Glockenstuhl Platz für weitere, kleinere Zimbel-Glocken vorzusehen. Bei der Auswahl der Glocken wurde darauf geachtet, dass sie in das Klangbild des vorhandenen Geläutes passen. In der „Glockenvesper“ erklangen nun die Glocken, einzeln und im Ensemble – und sie erzählten dabei von der wechselvollen Geschichte von Vierzehnheiligen. Die einzelnen Zeitabschnitte wurden mit farblichen Lichteffekten auf der Nordseite der Basilika bewegend untermalt.

Die kleinste Glocke „puer natus est“ – „Ein Kind ist uns geboren“ erinnerte an den 24. September 1445, als Hermann Leicht, dem Schäfer des Klosters Langheim, auf dem Acker ein weinendes Kind erschien. Als die „Nothelferglocke“ und die „Jesuskind-Glocke“ gemeinsam erklangen, erinnerte man an der 14 Kinder, der Nothelfer. Im 18. Jahrhundert beauftragten die Zisterzienser schließlich Balthasar Neumann mit dem Bau der Basilika. Daran erinnert die Benedikt- und die Bernhardglocke. Die Basilika ist 1772 vollendet, doch keine der ursprünglichen Glocken existiert mehr. 1835 schlägt der Blitz ein, die Türme und der ganze Dachstuhl brennt ab, die Glocken werden zerstört. 1839 ruft König Ludwig I. die Franziskaner nach Vierzehnheiligen. Dessen eingedenk ertönte schließlich die „Franziskusglocke“. 1869 wurden die beiden großen Glocken gegossen, die noch heute im Südturm läuten. Nun erklangen die Georg- und Blasius-Glocke von Gießer Johann Paul Lotter. Hinzu gesellten sich dann die beiden Glocken von 1921 und die Nothelferglocke von 1950. Sodass zum Schluss für Minuten der komplette Altbestand erklang.

Nun berichtete Kirchenpfleger Richard Lurz von der Entscheidung, neue Glocken zu gießen, um die alten Glocken und die Türme zu entlasten. Organist Georg Hagel erläuterte die einzelnen Schlagtöne und Gewichte aller elf Glocken. Nun konnten die Gläubigen den Klang der neuen Glocken nacheinander genießen. Für einige Minuten grüßten sie zusammen in den Gottesgarten hinein.
Als Zisterzienserkirche ist die Basilika eine Marienkirche. Das wurde auch im gemeinsamen „Gegrüßet seist du, Königin“ und dem Läuten der vier Marienglocken hörbar.

Im Anschluss sprach Guardian Pater Heribert Arens Dankesworte an die Spender sowie an alle beteiligten Firmen aus.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Segnung des Aufliegers für die Fernfahrer Seelsorge

Da staunten die Besucher der Basilika nicht schlecht, was da im Konvoi dem „Heiligen Berg“ hochfuhren. Acht, etwa um die 540 PS starke Sattelzugmaschine, eine sogar mit einem Auflieger auf dessen Plane die Botschaft „Hier fährt ein Mensch! Seine Würde ist uns heilig!“stand, parkten auf den Vorplatz ein. Grund hierfür war eine Aktion der „Arbeitsgemeinschaft Kirche für Fernfahrer“, die bereits vor einem Jahr in die Wege geleitet wurde. „Da hat mir der Inhaber der Bad Staffelsteiner Firma CS-Trans Christian Schad die Möglichkeit unterbreitet, einen seiner Sattelauflieger für unsere Sache auf die Straße zu bringen“, erzählte Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz.

Anfang August war es dann soweit und der Auflieger mit der gestifteten Plane stand in Grundfeld auf dem Firmengelände, am Samstagnachmittag wurden nun die Fahrer und die Fahrzeuge, die den neuen Sattelauflieger mit der Werbung für die Fernfahrerseelsorge ziehen durch Franziskanerpater Heribert Arens gesegnet. „Hier fährt ein Mensch und seine Würde ist uns heilig“, sei eine ganz wichtige Botschaft. „Die Arbeit, die hinter dem Lenkrad geleistet wird ist für die Wirtschaft absolut notwendig und eigentlich unbezahlbar. Der wachsende Konkurrenzdruck mit unfairen Mitteln macht es Speditionen schwer in diesem Wettbewerb zu bestehen. Sie müssen sich dem Kundenwunsch anpassen, wenn sie gute und faire Löhne bezahlen will“, betonte Norbert Jungkunz. „Die Versorger brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine vernünftige Verkehrspolitik, die Sozialdumping und Ausbeutung auf der Straße verhindert. Es sind Menschen, die den Auftrag der Beförderung aufnehmen und als solche haben sie Wertschätzung verdient. Dies wollen wir ausdrücken und Ihr helft uns diese Botschaft auf die Straße zu bringen“, so der Fernfahrerseelsorger zu den Brummifahrerinnen und -fahrer.

Nach einem Gebet segnete dann Pater Heribert den Auflieger, die Sattelzugmaschinen und das Personal mit Weihwasser. Mit einem kräftigen Schlag auf den Prägestock konnten sich nun alle aus einem Rolling ein Medaillon mit einem Abbild des heiligen Christophorus erstellen. Dankesworte gab es zum Schluss an Markus Löw, den Grafiker und Designer der Plane sowie an Heiko Schlensogg von der Firma Schwarzmüller und Christian und Werner Schad von CS-Trans. Der Auflieger und seine Botschaft wird nun auf den Weg geschickt. In der Hoffnung, dass diese Botschaft gelesen wird und Menschen zum Nachdenken bringt – oder Aufmerksam macht auf die besondere Situation der Fahrerinnen, Fahrer und den Speditionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen

Die 13. Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose 2019 führte nach Vierzehnheiligen, den Ort, zu dem die Menschen ihre Sorgen hintragen und an dem sie sich angenommen fühlen. Sie stand unter dem Leitwort: „Wo es gerecht zugeht, da herrscht Friede, Ruhe und Sicherheit – für immer.“ „Dieses Bibelzitat drückt aus, dass wir uns nicht irre machen lassen wollen in unserem Bemühen um eine gerechtere Gesellschaft, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und um ein solidarisches Miteinander“, erklärte Betriebsseelsorger und Pastoralreferent Norbert Jungkunz.

Eingeladen hatten die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen. Nach der Begrüßung am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels durch Franziskanerpater Heribert und einem Gebet von Domkapitular Dr. Peter Wünsche ertönte erstmals die Mahnglocke, und die Wallfahrt setzte sich in Bewegung. Angeführt wurde sie von Mitarbeitern des Hallstadter Michelin-Werks. Sie trugen das Banner mit der Aufschrift „Arbeit ist Menschenrecht“ und erinnerten dabei an die schrittweise Einstellung der Produktion in ihrem Unternehmen bis 2021. 860 Mitarbeiter werden dort ihren Job verlieren. Mit einem Banner mit dem Schriftzug „Ich geh in die Luft! 950 + 200 Kollegen entlassen!“ verwiesen Simone Augustin und Alexandra Hösel auf die aktuelle Situation beim Zigaretten-Konzern „British American Tabacco“ (BAT). Nachdem bereits 2017 der Zigarettenhersteller in Bayreuth 950 Beschäftigte entlassen hat, werden bis Januar 2020 nochmals knapp 200 Stellen gestrichen. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika thematisierten an vier Stationen Betroffene die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit.

Die musikalische Begleitung auf dem Weg zur Basilika übernahm eine Abordnung des Blasmusikvereins Bischberg. „Auf dem Weg in die Lazarusgesellschaft?!“: Diese Frage stellten sich die Teilnehmer an der ersten Station. „Lazarus“ steht heute für Leiharbeit, befristete Arbeit, Niedriglohn, Harz IV, prekäre Arbeit, Armutsrente, unbezahlbaren Wohnraum, aber auch die Armut der Flüchtlinge und Vertriebenen und fast zwei Millionen arme Kinder. „Armut und Hartz VI – Die Würde des Menschen ist antastbar“, hieß es an der nächsten Station. Ist es angemessen, dass ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW eine Betriebsrente von etwa 93 000 Euro im Monat bekommen, Hartz-IV-Empfänger aber monatlich mit 416 Euro plus Miete und Heizkosten auskommen sollen? „Soziale Sicherung – wichtig für unsere soziale Gerechtigkeit!“, lautete das Thema an der dritten Station, gestaltet von Mitgliedern der KAB. Seit Jahren würden die Leistungen durch Reformen reduziert. Die Folgen seien private Zuzahlungen der Sozialversicherten. Oder sie müssten mit den Lücken leben. An der letzten Station sprachen Betriebsseelsorger mit Betriebsräten über die Frage „Wo bleibt der Mensch? – Arbeitsbedingungen und Digitalisierung“.

Die Eucharistiefeier in der päpstlichen Basilika feierte Domkapitular Dr. Peter Wünsche mit der Pilgergruppe. Im Anschluss an den Gottesdienst lud Pater Heribert die Wallfahrer zu einer herzhaften Suppe in den Klostergarten ein.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Fahrzeugsegnung Vierzehnheiligen

Für viele Menschen steht der Urlaub vor der Tür oder unzählige Leute sind mit dem Auto unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Die Verkehrsmittel helfen dem Menschen, sein Leben zu gestalten. Kraftfahrzeuge sind ein unentbehrlicher Bestandteil im Leben des Menschen und der Gesellschaft geworden. Sie fordern ihn aber auch heraus, sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Natur bewusst zu sein. Damit dieser Einsatz und diese Verantwortung, mit seinem rechten Verhalten im Straßenverkehr auch unter dem Schutz Gottes steht, feierten zahlreiche Gläubige am vergangenen Sonntagnachmittag in der Basilika Vierzehnheiligen zu Ehren des heiligen Christophorus eine Andacht.

In seiner Predigt ging Pater Heribert zunächst auf die Legende des Heiligen ein, der seine Kraft in den Dienst des mächstigen Herren stellen wollte. Ein Einsiedler führte ihm hierbei vor Augen, dass dies nur Gott sein könne. An einer tiefen Furt trug der bärtige Riese Reisende durch den reißenden Fluss. Als er eines Tages einen Knaben auf die Schulter nahm, so wird erzählt, trug sich das Kind anfangs sehr leicht. Doch je weiter sie kamen, desto schwerer schien es zu werden. „Mir war es, als hätte ich die Welt auf der Schulter getragen“, soll er hinterher gesagt haben. „Der Christophorus ist ein aktueller Heiliger“, so der Franziskanerpater weiter und erinnerte dabei an die Bilder als das letzte Mal über Hochwasser berichtet wurde. Donau, Elbe, Mulde oder Saale waren zu reißenden Flüssen geworden, die Dörfer und Städte überfluteten. Da sah man den Christophorus von heute, in Gestalten von Feuerwehrleute. „Da wurde die Christophoruslegende in unseren Tagen lebendig“. Aber nicht nur Wasser können uns überschwemmen, so der Pater. Zum Beispiel die Werbung, in der wir zu ertrinken drohen. „Wer trägt uns durch diese Flut?“ fragte der Geistliche. Eine Flut von Sinnangeboten überschwemme unsere Gesellschaft mit teilweise zweifelhaften Ratgebern. „Wer gibt Orientierung und Halt?“ Mancher Helfer habe vielleicht auch Christus durch die Flut getragen, ohne es zu wissen. „Menschen in den Überschwemmungsgebieten brauchten und brauchen unserer Hilfe“, war sich der Pater sicher.

Nach der Andacht lud Guartian Heribert die vielen Gläubige zur Fahrzeugsegnung ein. Viele Autos und Motorräder aus nah und fern waren auf den Vorplatz der Basilika abgestellt. Geduldig machten sich die Franziskanerpatres Alexander und Heribert auf den Weg, um zunächst das Gefährt und anschließend jeden Fahrer einzeln zu segnen.
Christophorus ist der Schutzheilige aller Reisenden und zählt zu den 14 Nothelfern. Am Gnadenaltar wird er als großer, starker Mann dargestellt, der das Jesuskind auf der Schulter trägt und einen Baumstamm in Händen hält.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

27. Wallfahrt für behinderte und nichtbehinderte Menschen

Vierzehnheiligen: Die 27. Wallfahrt für behinderte und nichtbehinderte Menschen nach Vierzehnheiligen stand am Samstagnachmittag unter den Motto „Jesus, ich will dir sagen ….“. Die etwa 300 Besucher der Basilika erlebten einen lebendigen Gottesdienst mit viel Musik und Gesang. Zunächst machte sich ein langer Wallfahrtszug vom Seubelsdorfer Kreuz zum Gnadenort, der von einer Abordnung von Musikern aus Priesendorf umrahmt wurde. Auf dem Weg nach Vierzehnheiligen und in der Kirche hatte jeder Zeit, um in sich hineinzuschauen und zu spüren, was das Herz bewegt und was will man Jesus und Gott sagen. Es war auch Zeit dafür da, miteinander zu reden. Und wenn man mit Händen und Füßen kommunizieren oder mit einem Lächeln – sie verstanden einander.

Ein langer Pilgerzug von behinderte und nichtbehinderte Menschen zog in die Basilika ein

Am Wallfahrtsort wurde dann die Pilgergruppe vom Kirchenschweizer Daniel Reitz und Guardian Pater Heribert Arens am Südportal der Basilika feierlich empfangen. „Schön, dass ihr wieder da seid“, so Pater Heribert bei der Begrüßung. Hauptzelebrant des Wallfahrtsamtes war Diözesan-Hörgeschädigtenseelsorger Pater Gerhard Förtsch aus Bamberg. Pastoralreferent Albin Zeck, der für die Hörgeschädigtenseelsorge in der Region Oberfranken zuständig ist, übersetzte die Texte und Gebete in die Gebärdensprache der Gerhörlosen. Die in Blindenschrift verfasste Lesung trug Frau Hallmann vor. Wie das „Evangelium-Spiel“ zeigte, war Jesus oft bei Menschen zu Gast. Das zeigte sich am Beispiel von Maria und Martha auf. Maria erkannte ihre Chance: Sie konnte mit Jesus reden und ihn zuhören. Sie konnte Jesus sagen, was sie bewegt. Anstatt der Predigt gab es Beiträge der behinderten Gottesdienstbesucher.

Einen Tanz führte das Ensemble der Barmherzigen Brüder aus Gremsdorf auf

Einen Tanz führte das Ensemble der Barmherzigen Brüder aus Gremsdorf auf. In Gebärdensprache trugen Gehörlose aus der Region die Fürbitten vor. An der Gestaltung des Gottesdienstes in der Basilika beteiligten sich Gruppen verschiedener Einrichtungen. Pastoralreferent Peter Lachner begleitete den „Regens-Wagner-Chor“ mit der Instrumentalgruppe aus Burgkunstadt auf der Gitarre. Die Sänger, in weißen Chorhemden, saßen im Chorraum den Geistlichen gegenüber. An der Rieger-Orgel untermalte Georg Hagel die Gesänge und Refrains, die in breiten wellenförmigen Schwingungen den Kirchenraum erfüllten. Die Wallfahrt organisierte die Behindertenseelsorge der Erzdiözese Bamberg, der Katholische Frauenbund Bamberg und die Katholische Landvolkbewegung.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Kindergartenwallfahrt von Klosterlangheim nach Vierzehnheiligen

Unter dem Motto „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“, machen sich kleine und große Wallfahrer dieses Jahr auf den Weg zum Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Während es in zahlreichen Orten Wallfahrten für Erwachsene gibt, organisiert der katholische Kindergarten Sankt Bernhard in Klosterlangheim diese bereits zum 24. Mal.

„Als langjährige Wallfahrerin von Mistelfeld nach Gößweinstein bin ich stolz, den heimischen Nachwuchs eine solche Glaubenstradition näher bringen zu dürfen“, so Marina Lutz, die in diesem Jahr erstmals als Leiterin diese Wallfahrt organisierte. Es ist besonders schön, durch diese Glaubensaktion den Kindern die Basilika Vierzehnheiligen näher zu bringen, fügte sie an. Am Freitag früh (05. Juli) war es wieder einmal soweit. Bei sommerlichen Temperaturen zogen die Drei- bis Sechsjährigen mit ihren Erzieherinnen, einem geschmückten Wallfahrtsbild und im Wind flatternden Fahnen singend und betend durch Klosterlangheim in Richtung Wald. Entlang des Wallfahrtsweges machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Während der Wallfahrt blieben die Kinder an verschiedenen Stationen zum Beten und Singen stehen. Nach einer Brotzeit auf Baumstämmen im Wald und einer kurzen Rast am „Weißen Kreuz“, kamen die jungen Pilger gegen Mittag am Wallfahrtsort an. Dort warteten bereits die Eltern und Großeltern auf die kleinen Wallfahrer mit Blumensträuße. Am Busparkplatz warteten schon Pater Stanislaus und Kirchenschweizer Daniel Reitz. Der Franziskaner segnete die Schar und sparte dabei nicht mit Weihwasser. Dann zogen alle gemeinsam mit „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ in die Basilika ein.

Pater Stanislaus zeigt den Kindergartenkindern den Gnadenaltar

Zu Beginn der Andacht fragte Pater Stanislaus: „Seid ihr denn alle schön nass geworden?“ und erklärte den Sinn des Weihwassers. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ führte dann der Kirchenschweizer Daniel Reitz die Wallfahrer aus dem Gotteshaus. Auf dem Vorplatz der Basilika gab es vom Kindergartenpersonal für jedes Kindergartenkind ein Eis als Belohnung für die Strapazen. Eine Abordnung der Leuchsentaler Musikanten aus Mistelfeld umrahmte musikalisch den Ein- und Auszug.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Priesterjubiläum in Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen: Am Herz-Jesu-Freitag feierten in der Basilika Vierzehnheiligen zwölf Priester der Erzdiözese Bamberg ihr Weihejubiläum. In der Zeit, in der viele die Priesterweihe empfingen und den seelsorglichen Dienst begonnen hatten, vor 25, 40, 50, 60 oder 65 Jahre war der Herz-Jesu-Freitag in jedem Monat ein besonderer Tag. Die heilige Messe wurde als Hochfest gefeiert, anschließend war Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten und Eucharistischer Segen. Am Herz-Jesu-Freitag wurde um Priesterberufungen gebetet. Bereits am Montagabend waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Es ist Zeit, den Herrn zu suchen“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von „Exerzitienmeister“ Pater Udo Küpper OSB aus der Abtei Münsterschwarzach statt.

Während des Pontifikalamt erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst

Zum Festgottesdienst am Freitagvormittag zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die päpstliche Basilika ein. Diese war durch zahlreiche Freunde, Bekannte und Verwandte gut gefüllt. Zunächst begrüßte Franziskanerpater Alexander Weissenberger die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Pontifikalamt, welches Georg Hagel musikalisch umrahmte. Im Juli feiert die Kirche besonders viele Heilige, die die Gesellschaft ihrer Zeit stark geprägt haben. Sie weisen auf einen unabdingbaren und unaufgebbaren Aspekt des Lebens und Wirkens Jesu, des Evangeliums und der Kirche hin – nämlich als Kirche die Gesellschaft mitzugestalten. Sie lassen uns auch über den priesterlichen Dienst in der Gesellschaft nachdenken, so der Erzbischof zu Beginn seiner Predigt. Kirche, wie sie Jesus will und braucht, ist mitten in der Welt gegenwärtig und engagiert. Die Aufgaben der Kirche sind im Griechischen ausgedrückt als „Martyria“ (Zeugnis geben vom Evangelium), „Leiturgia“ (den Gottesdienst feiern, der die Menschen zu Gott hinführt) und „Koinonis“ (Gemeinschaft aufbauen und Gemeinwohl fördern). Die ganze Kirche muss sich der dreifachen Aufgabe immer besinnen, heute besonders und die Priester müssen vorangehen. „Die Heiligen des Monats halten uns vor Augen, worum es in der Kirche gehen soll, was unser aller Ziel ist, nämlich „Martyria“, „Leiturgia“ und „Koinonis“, so der Erzbischof weiter. Das Evangelium, das Leben Jesu, die Kirche, fordern offene Räume und Öffentlichkeit. Kirche muss offen, frei und vielfältig sein. Das Verbindende ist das Evangelium und ist die Person Jesu und der dreifacher Auftrag der Martyria, der Leiturgia und der Koinonia, so Ludwig Schick am Ende.
Während des Pontifikalamts erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Diözesanhaus für die Teilnehmer und ihren Angehörigen. In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum: 25 Jahre: Pfarrer Alexander Berberich, Pfarrer Helmut Hetzel, Pfarrer i.R. Thomas Schmelz und P. Heinz Weierstraß SDB. 40 Jahre: P. Rudi Palos SDB und Dekan Günter Höfer. 50. Jahre: Pfarrer i.R. Rudolf Dorbert, StD i.R. EGR Heinrich Hoffmann, Pfarrer i.R. EGR Udo Zettelmaier und Pfarrer i. R. EGR Baptist Schaffer. 60. Jahre: Pfarrer i.R. EGR Veit Dennert und 65 Jahre Pfarrer i.R. EGR Hans Pfister.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Zwölf Priester aus der Erzdiözese feierten ihr Weihejubiläum mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick in der päpstlichen Basilka Vierzehnheiligen