Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheiligen

Es sollte in diesem Jahr eine Jubiläumswallfahrt des Kindergartens Sankt Bernhard in Klosterlangheim nach Vierzehnheiligen werden. Doch wegen der Corona Pandemie wurden generell alle Wallfahrten abgesagt, so auch die des Kindergartens aus Klosterlangheim. Doch der 6-jährige Felix aus der Schmetterlingsgruppe machte sich stark für seine Wallfahrt zum Gnadenort und es war dann für ihn und seinen Freunden eine Wallfahrt, die sicherlich lange in Erinnerung bleibt. „Während der Corona Zeit schrieb er uns einen Brief. Darin wünschte er sich, dass zumindest für die Vorschulkinder eine Kindergartenwallfahrt stattfinden sollte“, erzählte die Erzieherin Diana Schmitt. „Daraufhin haben wir in Vierzehnheiligen angerufen und nochmals nachgefragt. So konnte schließlich doch noch der Wunsch von den Vorschulkindern erfüllt werden, natürlich unter Einhaltung der Corona Auflagen. „Ohne Blasmusik, nur begrenzte Teilnehmerzahl und ein Ersatztermin waren Auflagen für das wallen zur Wallfahrtsort“, fügte die Erzieherin.

So begaben sich in diesem Jahr bei sommerlichen Temperaturen nur die elf Vorschulkinder mit ihren Erzieherinnen, einem geschmückten Wallfahrtsbild und im Wind flatternden Fahnen singend und betend durch Klosterlangheim in Richtung Wald. Entlang des Wallfahrtswegs machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vierzehnheiligen.
Während der Wallfahrt blieben die Kinder an verschiedenen Stationen zum Beten und Singen stehen. „Unterwegs trafen wir Wanderer, denen sangen wir ein Lied aus unseren Repertoire. Das kam bei denen sehr gut an“, erzählte Diana Schmitt. Nach einer Brotzeit auf Baumstämmen im Wald und einer kurzen Rast am „Weißen Kreuz“, kamen die jungen Pilger gegen Mittag am Wallfahrtsort an. Am Hauptportal der Basilika warteten schon Pater Stanislaus und Kirchenschweizer Daniel Reitz. Der Franziskanerpater segnete die Schar und sparte dabei nicht mit Weihwasser. Dann zogen alle gemeinsam mit „Vierzehnheilige Schutzpatrone“, begleitet vom Basilikaorganisten Georg Hagel auf der Orgel, in die Basilika ein. Dies sorgte sowohl bei den „kleinen“ und den Erwachsenen für ein wahres Gänsehautgefühl. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht und zum Schluss segnetet Pater Stanislaus jedes Kind einzeln. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ führte dann der Kirchenschweizer Daniel Reitz die Wallfahrer aus dem Gotteshaus.

Im Klosterhof fand dann die Verabschiedungsfeier der Vorschulkinder statt. Als Abschiedsgeschenk und Wegbegleiter erhielt jedes Vorschulkind erstmals ein „Wallfahrts-Büchlein“ überreicht. Mit einen obligatorischen Eis endete die 25. Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheilgen.

Jedes Jahr geht der katholische Kindergarten am ersten Freitag im Juli auf Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Das ist für alle, die mitgehen ein großes Erlebnis und etwas Besonderes für die Vorschulkinder, die dann die Fahnen tragen dürfen. Die Idee für diese schöne Unternehmung hatte 1995 ein Kindergartenkind. Er machte den Vorschlag, dass doch auch Kinder auf Wallfahrt gehen könnten und nicht immer nur die Erwachsenen. So wurde die Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheiligen geboren.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen

Zur Ehre des Heiligen Christophorus gedachten am Sonntagnachmittag Gläubige in der Basilika Vierzehnheiligen dem Schutzpatron der Autofahrer. Unter Einhaltung der Corona-Auflagen fand zunächst eine kurze Andacht statt, bevor die Fahrzeuge auf den bis zum letzten Platz gefüllten Basilikavorplatz gesegnet wurden. „Es gibt heute einen besonderen Segen, der uns auf all unseren Wegen begleitet. Wenn wir uns an den Nothelfer Christophorus, dem Schutzpatron der Fahrer wenden, dann bitten wir ihn um seine Fürsprache bei Gott, um den Segen für uns alle, die in unseren Fahrzeugen unterwegs sind“, so Pater Stanislaus zu Beginn. „Der Segen soll bewirken, dass sie sich auf ihren Wege geborgen fühlen. Dieser Segen soll uns alle erinnern, dass Gott selbst unser Wegbegleiter ist“, so der Franziskanerpater weiter. Gemeinsam wurde die „Litanei zu Ehren der Heiligen Vierzehn Nothelfern“ gebetet.

Nach der Andacht lud Pater Stanislaus die Gläubigen zur Fahrzeugsegnung ein, was auch von den Gläubigen ausgiebig angenommen wurde. Viele Autos sowie Fahrräder und auch ein Traktor aus nah und fern waren auf den Vorplatz der Basilika abgestellt. Geduldig machten sich der Franziskanerpater auf den Weg, um zunächst das Gefährt mit dem Fahrer zu segnen. So kam Florian Fischer mit einem ausgemusterten Feuerwehrauto aus den 90er Jahre den „Heiligen Berg“ hoch. „Das Auto ist genau so alt wie ich. Das 220 PS starke Gefährt hab ich erst kürzlich aus Bochum erworben. Ich werd es in meinem Garten- und Landschaftsbau Betrieb einsetzen“, erzählte er. Manuel Würstlein aus Unterzettlitz ließ seinen neuen 130 PS starken Fendt 313 segnen. Für den 27- jährigen Nebenerwerbslandwirt ist dieses Fahrzeugsegnen wichtig. „Was die mit den Autos können, können wir doch mit den Bulldogs auch. Es gibt mir ein gutes Gefühl, denn ich bin sehr viel im Straßenverkehr unterwegs“, erzählte Würstlein. „Wenn man ein neues Fahrzeug kaufe, sollte es auch gesegnet werden“, fügte seine Begleiterin an.

Die katholische Kirche feiert nach alter Überlieferung am 24. Juli das Fest des Heiligen Christophorus. Die Legende sagt, dass der Heilige Christophorus das Christuskind durch einen Strom trug, deshalb nennt man ihn auch den Christusträger. In den östlichen Legenden soll Christophorus ein hundsköpfiges Ungeheuer sein, das erst durch die Taufe zum Menschen wurde. In den westlichen Legenden wird vom Christophorus erzählt, dass er dem Mächtigsten dienen wollte. Er schloss sich dem Teufel an, doch als er sah, dass dieser Angst vor dem Bildnis des gekreuzigten Herrgott hatte wusste Christophorus, dass dieser nicht der Mächtigste ist. 40 Jahre lang trug Christophorus die Menschen über den Strom, bis er eines Tages das Jesuskind trug in dem er seinen wahren Herren erkannte.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Priesterjubiläen in Vierzehnheiligen mit Erzbischof Schick

In der Basilika gedachten am Freitagvormittag (10. Juli) Priester aus der Erzdiözese Bamberg ihrer Priesterweihe vor 25, 40, 50, 60, 65 und 70 Jahre. Erzbischof Dr. Ludwig Schick dankte ihnen für ihren Jahrzehnte währenden priesterlichen Dienst mit den Worten: „In Freud und Leid, in frohen und in schweren Stunden standen und stehen Sie den Menschen bei. Auch durch die Sorgen und Nöte des Alters sind Sie den Menschen freundschaftlich verbunden und tragen deren Sorgen mit“.

Bereits am Montag waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Mit dem Feuer des Geistes“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von Jesuitenpater Ludwig Dehez statt. Zum Festgottesdienst am Freitagvormittag zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die Aufgrund von Corona Auflagen nur spärlich besuchte päpstliche Basilika ein. Zunächst begrüßte Guardian Pater Dietmar Brüggemann die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Pontifikalamt, bei dem der Organist Georg Hagel alle Register der Rieger-Orgel zog. „Ein Mensch, der zum Freund Gottes geworden ist, übersieht nicht die Menschen, sondern wird ihnen zum Freund. Freunde tun einander Gutes. Deshalb sind Priester Freunde der Menschen und künden ihnen die göttliche Wahrheit des Evangeliums. Sie sind Freunde im seelsorglichen Wirken zum Frieden und Heil, sie bauen an einer menschenfreundlichen Gesellschaft mit“, so das Bamberger Oberhaupt zu Beginn seiner Predigt. Priestertum ist sicher eine erfüllende Lebensaufgabe, aber auch nicht ganz leicht. Sie ist fordernd und herausfordernd. Erzbischof Schick erklärte, dass das Evangelium in der Wort- und Bildwahl zugespitzt sei, aber im Inhalt wahr und richtig ist. Weder priesterlicher Dienst, noch kirchliches Wirken schreitet von Gipfel zu Gipfel. Jesus hat denen, die er erwählt hat, für ihre Arbeit in seinem Reich keinen Rosengarten versprochen und auch nicht´s schöngeredet. „Der Kunde der göttlichen Wahrheit von der Würde aller Menschen, von der Gleichheit aller vor Gott, von der ausnahmslosen Liebe untereinander, ist keine Botschaft, die allen Menschen gefällt. Sie ruft Widersprüche hervor, besonders bei den Kindern dieser Welt, denen Geld, Macht, Erfolg die höchsten Güter sind. Das ist die Erfahrung der ganzen Geschichte, schon im Alten Testament. Echte Freunde Gottes zu sein und Kinder der göttlichen Wahrheit, das bedeutet nicht ohne Weiteres Freunde aller Menschen zu werden“, fügte Schick an. Wer Jesus nachfolgt, dem wird es auch nicht anders ergehen als ihm und man müssen sich darauf einstellen. Wer Leidenschaft für Jesus Christus entwickelt, für seine Botschaft und sein Reich, der wird auch leiden, wie Jesus gelitten hat. Aber gerade dadurch kommt das Reich Gottes voran und breitet sich aus. Das zeigen die fränkischen Glaubensboten: Kilian, der das Martyrium erlitten hat; Willibald, auch Heinrich und Kunigunde mussten für ihren Einsatz für Jesus Leid und Kreuz auf sich nehmen. Aber gerade dadurch wird Auferstehung bewirkt. „Heute wird seine Botschaft einfach abgetan und als irrelevant betrachtet. Sicher, wir haben auch selbst mit Schuld daran. Aber dennoch bleibt die Bedeutsamkeit des Evangeliums unerlässlich. Lassen wir uns das heute gesagt sein und auch die Hoffnung mitnehmen von der Lesung, vom Evangelium und auch von diesem Ort. Die Freude an Gott ist unsere Stärke. Die Leidenschaft für Gott muss uns erfüllen, wohlwissend, dass wir dafür auch Leiden auf uns nehmen müssen. Lasst uns weiterhin Freunde Gottes werden und Kinder der göttlichen Wahrheit bleiben“, so der Erzbischof zum Schluss.

Während des Pontifikalamtes erneuerten die Jubilare ihre Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst. Im Anschluss zogen die Priesterjubilare wieder ins Haus Frankenthal. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Diözesanhaus für die Teilnehmer.

In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum:
25 Jahre: Pater Witalis Bernhard Stania OFM (Gößweinstein), Diakon i.R. Georg Böhm (Bayreuth), Pfarrer Peter Barthelme (Memmelsdorf), Pfarrer Joachim Cibura (Neunkirchen a. Br.), Pfarrvikar Msgr. Prof. DDr. Rüdiger Feulner (Wartenfels), Domkapitular Dompfarrer Dr. Markus Kohmann (Bamberg), Pfarrvikar P. Dieter Putzer SDB (Bamberg), Pfarradministrator Cyriac Thomas Chittukalam (Steinbach).
40 Jahre: Pfarradministrator P. Johann Nikel CR (Neuhaus), Leiter Polnische Mission P. Stanislaw Stenka (Nürnberg), Pfarrer Peter Klamt (Pegnitz), Pfarrer Bernhard Friedmann (Burgebrach), Pfarrer i.R. Günther Staub (Coburg), Diakon i.R. Gottfried Schneider (Neustadt a.d. Aisch), Pfarrer Georg Thottankara (Lichtenfels).
50 Jahre: Pfarrer i.R., EGR, Msgr. Karl Ellmann (Auerbach i.d. Oberpfalz), Domkapitular i.R., Msgr. Dr. Gerhard Förch (Bamberg), Domkapitular i.R., Msgr. Georg Holzschuh (Forchheim), Pfarrer i.R., EGR Siegbert Keiling (München), Pfarrer i.R. Siegfried Schrauder (Hirschaid), Pfarrer i.R., EGR Reinhard Stauch (Bayreuth), Pfarrer i.R. Ewald Thoma (Kirchaich), StD a.D, EGR Franz Kick (Oberasbach), Pfarrvikar Antony James Nangachiveettil (Höchstadt).
60 Jahre: Pfarrer i.R., Msgr, EGR Herbert Hautmann (Gößweinstein), DK i.R., Pfarrer i.R.. EGR, Prälat Theodor Kellerer, Pfarrer i.R., EGR Leo Meyer (Bayreuth), StD i.R., EGR Franz Müller (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Otto Rauh (Altendorf), Subsidiar P. Georg Walkusz (Bayreuth), Pfarrer i.R., Msgr. Otto Donner (Forchheim), Spiritual P. Johannes Thum OFM (Vierzehnheiligen), SDB P. Philipp Weißhaar (Bamberg).
65 Jahre: Pfarrer i.R., EGR Theodor Herold (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Werner Herold (Nürnberg), StD i.R., EGR Josef Christian Hümmer (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Hermann Komnick (Herrnsdorf), Pfarrer i.R., EGR Josef Spörlein (Kronach).
70 Jahre: Pfarrer i.R., EGR Fritz Fröhlich (Herzogenaurach).

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrt Wermerichshausen spendet für die neuen Glocken

Spendenübergabe
der Wallfahrtsgruppe Wermerichshausen – Stadtlauringen
für die „neuen Glocken der Basilika Vierzehnheiligen“

Am Freitag 26.06.2020 konnte nun endlich die, bei der Veranstaltung „In Gedanken unterwegs …“, erzielte großzügige Spendensumme von 1000 € an den neuen Guardian P. Dietmar in Vierzehnheiligen symbolisch und stellvertretend von Markus Kohlhepp übergeben werden.

Guardian P. Dietmar war sehr von der enormen Spendenbereitschaft angetan und brachte nochmals seinen herzlichen Dank sowie seine Anerkennung für die durchgeführte Veranstaltung zum Ausdruck und mit welch großer Beteiligung sie angenommen und gemeinsam gefeiert wurde.

Vergelt‘s Gott an die Wallfahrergruppe Wermerichshausen – Stadtlauringen und auf Wiedersehen im kommenden Jahr in Vierzehnheiligen!

Wallfahrt ganz klein – aber von Herzen

Auch so kann eine Wallfahrt zu Corona-Zeiten aussehen: Eine kleine Gruppe macht sich auf den Weg nach Vierzehnheiligen, findet sich zum Gottesdienst in unserer Basilika ein und bringt eine selbst gestaltete Kerze mit. Namen, ein Weg und Füße, das diesjährige Wallfahrtsmotto „Gesegnet bist du“ und die Wallfahrtsbasilika sind wunderschön dargestellt. Und alle, die gerne mitgekommen wären, aber nicht dabei sein konnten, haben mit der Kerze und ihren Überbringern dann doch ihren Platz in Vierzehnheiligen gefunden.

Vergelt’s Gott für die schöne Idee!

In Gedanken unterwegs…

„Not macht erfinderisch“. Nach diesem Motto gestalteten die Wallfahrer aus Wermerichshausen/Stadtlauringen ihre diesjährige „Wallfahrt in Gedanken nach Vierzehnheiligen“. Mit Gebet, Musik und Herz versammelten sich die Pilger auf dem Marktplatz (natürlich beachtend die gültigen Sicherheitsvorgaben). In einer E-Mail berichtete Herr Kohlhepp über die Eindrücke dieser „ganz anderen Wallfahrt nach Vierzehnheiligen“.

„Grüß Gott Pater Dietmar,
da wir unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, wie viele andere auch, in diesem Jahr absagen mussten, habe wir eine „alternative“ Veranstaltung durchgeführt. Unter dem Motto „In Gedanken unterwegs….“ haben wir uns an den 5 Tagen unserer eigentlichen Wallfahrt (14.05 bis 18.05.2020) jeweils um 19:00 Uhr am Vierzehnheiligen Bildstock auf dem Marktplatz in Stadtlauringen getroffen.

Die Themen der einzelnen Tage waren In Gedanken… Aufbrechen, Unterwegs sein, Ankommen, Loslassen, Freude. Wir sind unsere Wegstrecken in Gedanken abgelaufen. Mit Gebeten, Fürbitten und Wallfahrtsliedern, begleitet von unseren Wallfahrtsmusikanten, haben wir somit auch 2020 ein Stück Wallfahrt erleben können. Die Teilnehmerzahlt von täglich über 100 Personen, war ein starkes Zeichen der Verbundenheit zu unserer Wallfahrt.

Am Freitag, dem Tag unserer eigentlichen Ankunft in Vierzehneiligen, haben wir das Geläut der Glocken von Vierzehnheiligen eingespielt. Das war ein sehr emotionaler Moment für die Wallfahrer. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an den Tobias (Messner von Vierzehnheiligen) für die Bereitstellung der Aufnahme.

Wir haben an allen Veranstaltungstagen zu Spenden für die neuen Glocken der Basilika aufgerufen. Das stolze Ergebnis der Wallfahrer von 543 € hat die Vierzehnheiligen Bruderschaft Stadtlauringen auf 1000 € aufgestockt. Der Betrag wurde bereits überwiesen. Gerne würde ich bei einem Besuch in Vierzehnheiligen, noch ein Bild der symbolischen Spendenübergabe mit Ihnen machen.

Ich hoffe ich bekomme das terminlich im Juni noch untergebracht. Ich werde sie rechtzeitig vorab kontaktieren.

Gruß

Markus Kohlhepp
Wallfahrt Wermerichshausen/Stadtlauringen“

Wallfahrt: „In Gedanken unterwegs“

Wir haben uns gefragt, wie die vielen Wallfahrer und ihre Gruppen damit umgehen, dass sie in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr nicht in gewohnter Weise nach Vierzehnheiligen kommen und ihre Wallfahrt begehen können. Dabei ist uns aufgefallen, dass die einzelnen Gruppen sehr vielfältig damit umgehen. Einige kommen in kleiner Zahl außerhalb der Gottesdienste nach Vierzehnheiligen zum stillen Gebet. Andere treffen sich in ihren Heimatorten zu Veranstaltungen und Andachten. Andere nutzen unser Angebot einer ‚Kleinwallfahrt‘ mit einer hl. Messe hier in Vierzehnheiligen. Viele bitten um die Zusendung des diesjährigen Wallfahrtsbildchens.

Wir möchten Sie, die Wallfahrer einladen, uns zu schreiben, uns Fotos oder Filme zu schicken, die zeigen, wie Sie trotz aller Einschränkungen Möglichkeiten finden, wenigstens in irgendeiner Weise die Wallfahrt zu gestalten. Gerne stellen wir Ihren Beitrag mit Ihrer Erlaubnis als Anregung für andere auf unsere Homepage.

Schon jetzt vielen Dank dafür!

Keine Wallfahrten in Vierzehnheiligen 2020

Der Grundgedanke einer Wallfahrt ist gerade in schlechten Zeiten, durch gemeinsames Singen und Beten Gott zu danken und eine Verbesserung der Lebensumstände herbeizuführen. Ist aber in Zeiten der Corona-Krise überhaupt eine gemeinsame Wallfahrt möglich? Man hat große Verantwortung gegenüber der Wallfahrergruppe selbst, aber auch gegenüber den älteren Mitwallfahrern, die eine Infektion nicht gut wegstecken würden. Es ist unvorstellbar, mit einem Mundschutz den Berg nach Vierzehnheiligen oder Gößweinstein hinauf zu hecheln und sich nach der Ankunft nicht zu umarmen und zu beglückwünschen. „Ist unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen in diesem Jahr möglich?“ Das ist deshalb die häufigste Frage, die Guardian Dietmar Brüggemann sowie der Sekretärin Waltraud Kießling in diesen von der Corona-Krise belasteten Wochen hören. Sowohl am Wallfahrtsort wie auch bei vielen Wallfahrtsführern herrscht große Verunsicherung und Widerwillen, eine mitunter uralte Wallfahrtstradition zu unterbrechen. „Im Sinne einer Klarheit haben wir nun schweren Herzens entschieden, vor dem Hintergrund der Vorgaben und Verordnungen von staatlicher Seite ebenso wie vom Erzbistum Bamberg alle bisher angemeldeten Wallfahrten bis zum 31. August abzusagen“, erklärt Pater Dietmar Brüggemann. Ob die Wallfahrten im September und Oktober stattfinden können, lässt sich noch nicht vorhersagen; die staatlichen Regelungen gelten jetzt erst einmal bis Ende August.

Wir alle bedauern dies sehr, aber angesichts der Situation sind wir uns der Verantwortung bewusst und müssen diesen Schritt gehen. Schon in den vergangenen Wochen stand unsere Sekretärin im Guardianat des Franziskanerklosters, die die Saison bereits vollständig geplant hatte, mit verschiedenen Gruppen in Verbindung, da für Anfang Mai erste Entscheidungen getroffen werden mussten“, führt Pater Dietmar aus. „Abstands- und Hygienerichtlinien machen es unmöglich, eine große Vielzahl von Wallfahrern in unserer Basilika aufzunehmen. Auch Übernachtung und Verköstigung im Diözesanhaus sind im Moment nicht möglich. Wir Franziskanerpatres verstehen das natürlich, bedauern es aber auch außerordentlich“, fügte der Guardian an. Für Pater Dietmar wäre es das erste Wallfahrtsjahr hier im Gottesgarten gewesen. „Die Wallfahrten, die im Moment nicht zu uns kommen können, werden in den Gottesdiensten an den Tagen, an denen sie gekommen wären, namentlich genannt, und die Franziskaner nehmen die Wallfahrer und ihre Anliegen besonders in ihr Gebet auf“, verspricht er. Sein Wunsch ist es, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke wieder in Gang kommen und sich viele Menschen auf den Weg nach Vierzehnheiligen machen, um sich eine Stärkung für den Alltag zu holen und ihre Ängste zu verarbeiten. Die Freude an der Wallfahrt bewegt die Menschen seit Jahrtausenden. Heute lassen sich immer mehr Menschen von dieser Freude anstecken und brechen auf zu verschiedenen Wallfahrtsorten. Wallfahrt ist zu einer großen (Laien-) Bewegung im 21. Jahrhundert geworden.

„Da unter den gegebenen Abstands- und Hygieneregeln nur bis zu 50 Besucher in unserer Basilika zu einem Gottesdienst Platz finden können, wäre es möglich, nach erneuter einfacher Anmeldung (Telefon 09571/950820, Fax 09571/950845 oder per Email vierzehnheiligen@franziskaner.de) mit einer Klein-Wallfahrt von maximal 50 Personen nach Vierzehnheiligen zu kommen. Dafür kommt allerdings nur ein Samstagvor- oder -nachmittag in Frage“, schlägt Pater Dietmar zum Schluss einen Kompromiss vor. Die Wallfahrtsführer erstellen vor Antritt der Wallfahrt eine Namensliste der maximal 50 Teilnehmer und begleitenderen Einlass in die Basilika etwa 15 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes. Die Teilnehmer nehmen nur fest markierte Plätze ein. Die Begrüßung der Gruppe erfolgt in der Basilika, ein gemeinsamer Ein- und Auszug der Wallfahrtsgruppe ist allerdings nicht möglich.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Vierzehnheiligenfest 2020

Fast zwei Monate nach Beginn der Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben vorvergangenes Wochenende erstmals Kirchen unter strengen Auflagen gemeinschaftliche Gottesdienste gefeiert. Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres auf dem „heiligen Berg“ gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das in der Wallfahrtsbasilika mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Domvikar Professor Dr. Elmar Koziel und erstmals auch der neue Guardian Pater Dietmar gefeiert wurde.
„Äußerlich ist unsere Basilika an diesem festlichen Tag so leer wie wohl noch nie zuvor am Nothelferfest. In Gedanken ist die Basilika aber übervoll mit Menschen, die eine tiefe Beziehung zu diesem besonderen Ort haben und die als Wallfahrer oder aufgrund ihres Alters in diesem Jahr nicht körperlich anwesend sein können“, so Pater Dietmar in seinen Grußworten. „So können wir miteinander das schöne Fest unserer 14 Heiligen feiern, jener Nothelfer, die gerade in den vergangenen Wochen der Corona-Krise umso häufiger angerufen worden sind, und die uns in dieser belasteten Zeit besonders geholfen haben“, so der Guardian weiter. Georg Hagel spielte gekonnt zu diesem besonderen Gottesdienst die Rieger Orgel.

„Zurzeit wird viel in den Medien über die systemrelevanten Institutionen und Personen geredet. Die Kirche ist Gemeinschaft der Glaubenden, die das Evangelium der Gottes- und Menschenliebe verkündet und es in Taten der Liebe wirksam werden lässt. Nicht systemrelevant ist die Kirche, sondern menschenorientiert, lebensdienlich und zukunftsrelevant. Darum müssen wir uns bemühen“, so Erzbsichof Dr. Ludwig Schick zu Beginn seiner Predigt. Das spüre man gerade jetzt in der Coronazeit und beim Vierzehnheiligen-Fest. Die Heiligen seien Märtyrer, die Menschen in den verschiedenen Nöten beigestanden haben. „Besonders die 14 Nothelfer sind die eigentlichen Prototypen und Protagonisten der Kirche.“ Sie würden zeigen, was Kirche für alle ihren Gläubigen sein muss: die Nöte und Sorgen der Menschen wahrnehmen und zu helfen suchen. „Wenn derzeit überall gewünscht wird, zur Normalität zurückzukehren, dann darf das nicht bedeuten, dass wir wie die Israeliten, die aus der Sklaverei Ägyptens befreit werden, einfach wieder zu den Fleischtöpfen Israels zurück wollten“, so Schick weiter. „Wir müssen als Kirche einer Gesellschaft dienen, die auf dem Weg ins ,gelobte Land bleiben, die kein geschlossenes System sein darf, sondern die sich wandelt auf das Reich Gottes hin.“ Es müsse eine Gesellschaft sein und ein menschliches Miteinander, „in der wir nicht immer reicher, immer schneller werden und das ,ich‘ mehr in den Vordergrund stellen und das ,wir‘ vergessen“, erklärte der Bamberger Erzbischof. Dem Bamberger Erzbischof war sichtlich die große Freude anzumerken, den ersten öffentlichen Gottesdienst nach dem Verbot wegen Corona hier in Vierzehnheiligen zu feiern. Ist doch die päpstliche Basilika das zweitwichtigste Gotteshaus im Erzbistum.

Guardian Dietmar erklärte, dass die Werktagsgottesdienste um 7 und 8 Uhr ohne Anmeldungen stattfinden, während für die sonntäglichen Gottesdienste um 7 Uhr, 8 Uhr, 9 Uhr und 10.30 Uhr eine Anmeldung an der Klosterpforte (Tel. (09571) 95080) notwendig ist. Die Andachten sonntags um 14 Uhr müssen bis auf weiteres entfallen, ebenso die Prozessionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrten nach Vierzehnheiligen fallen Corona zum Opfer

ediglich in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurden die Wallfahrten aus dem Grabfeld zum oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen abgesagt. In diesem Jahr ist es die Corona-Pandemie, die die Pilger aus Rhön-Grabfeld sowie dem Landkreis Bad Kissingen und auch Thüringen zu Hause bleiben lässt. Für die Wallfahrtsführer der verschiedenen Ortschaften eine schwere Entscheidung.

Erstes Wallfahrtsjahr für den neuen Guardian
So auch für Engelbert Brüger, der seit vielen Jahren die Männerwallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen als Wallfahrtsführer betreut. So auch für Dietmar Brüggemann, Guardian und Rektor der Basilika in Vierzehnheiligen: „Ich hätte gerne die Wallfahrer von überall her bei uns herzlich begrüßt, muss aber allen aus Gründen der aktuellen Pandemie absagen.“ Für Brüggemann wäre es das erste Wallfahrtsjahr gewesen, das er als Guardian begleitet hätte. Er will allerdings ein Wallfahrtsgebet herausgeben, das die Pilger an ihrem Wallfahrtstag zu Hause beten können.

Eine gute Idee, findet der Bad Königshofener Wallfahrtsführer Engelbert Brüger: „So sind wir mit einer Art Gebetskette miteinander verbunden“. Auch Pfarrer Josef Treutlein, Rektor am Käppele in Würzburg, der lange Jahre Geistlicher Begleiter der Bad Königshofener Wallfahrt war, sieht dies so. „Diese Wallfahrt kann man nicht aus dem Herzen reißen, sie findet statt, wenn auch nur in der Verbindung durch das Gebet.“ Die Bad Königshofener Männerwallfahrt hätte in diesem Jahr zum 75. Mal stattgefunden. Für den gebürtigen Bad Königshofener Treutlein ist der Freitag nach Christi Himmelfahrt deshalb ein Tag, an dem er, wenn auch nur in Gedanken, „seine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen unternimmt.“ Er weiß sich an diesem Tag mit Hunderten von Männern im Gebet verbunden.

Gesundheit der Pilger steht im Vordergrund
Brüger verweist bei der Absage auf die Anweisung der Staatsregierung, die bis 31. August Großveranstaltungen nicht erlaubt. Außerdem sei die vorgeschriebene Distanz von bis zu zwei Metern zu anderen Personen beim Laufen, Rasten und bei Gottesdiensten nicht möglich. „Da kämen allein bei unserer Wallfahrt mit bis zu 400 Pilgern mehrere Kilometer zusammen, wenn wir Distanz halten müssten.“ Zudem sei die Verpflegung an den Raststationen nicht gewährleistet, weil Gaststätten wahrscheinlich noch nicht geöffnet haben. Die Übernachtung in Privatquartieren auf dem Rückweg in Seßlach sei den Gastgeberfamilien ebenfalls nicht zuzumuten. „Das ist sehr schade und schmerzlich, aber wir müssen in diesen Wochen und Monaten auf unsere eigene und die Gesundheit unserer Mitmenschen Rücksicht nehmen. Das ist bestimmt auch im Sinne der vierzehn Nothelfer. Bleiben wir an den Wallfahrtstagen miteinander im Gebet verbunden“, schreibt der Wallfahrtsführer an die Teilnehmer der Männerwallfahrt Bad Königshofen-Vierzehnheiligen.

Wallfahrt Bad Königshofen 2018

Wie Bad Königshofen haben unter anderem nun auch Merkershausen, Sulzfeld, Hollstadt, Bischofsheim, Mellrichstadt und Eyershausen abgesagt. Laut Guardian Brüggemann läuten zurzeit in de Basilika täglich um 14 Uhr die Nothelfer-Glocken. So sei man in Gedanken mit vielen Gläubigen verbunden, die zu Hause ein „Vater unser“ beten.

Überstunden-Abbau und ein frommer Wunsch
Pro Jahr besuchen üblicherweise an die 500.000 Pilger den oberfränkischen Wallfahrtsort. Pater Dietmar Brüggemann zählt 180 Gruppen. Ihn selbst bewegt das Jahr ohne Wallfahrer auch emotional. Zu tun hat er aber trotzdem, denn auch die Absagen und vieles andere muss im Kloster organisiert werden: „Vierzehnheiligen lebt von der Wallfahrt auch materiell gesehen“. Verkaufsstände, Gastronomie und die Übernachtungseinrichtungen sind zurzeit geschlossen. Öffentliche Gottesdienste finden nicht statt, voraussichtlich bis Ende Mai. „Wir Franziskaner feiern die Heilige Messe zwar ohne Besucher, sind allen Gläubigen aber in ganz besonderer Weise beim Gebet verbunden.“

Laut Vierzehnheiligen-Geschäftsführer Raimund Hümmer bauen einige der rund 50 Angestellten, viele davon in Teilzeit, im Moment Überstunden ab. Das Küchenpersonal habe in der vergangenen Woche die Lagerbestände sortiert, bereits eingekaufte Getränke an die Lieferanten zurückgegeben. Pater Dietmar Brüggemann hofft, dass er das Wallfahrtsjahr 2020 noch nicht ganz abschreiben muss: „Wir halten uns bereit.“ Das allerdings werde wohl ein „frommer Wunsch bleiben.“

Aus „Rhön u. Saalepost“ vom Freitag 01. Mai 2020

Bilder Vierzehnheiligen