Fränkische Passion in Vierzehnheiligen

Mit Musik, Gesang und besinnlichen Texten wurde am 2. Fastensonntag in der Basilika Vierzehnheiligen an das Leben, Leiden und Sterben Jesu Christi vom Abendmal bis zur Kreuzigung erinnert. Die „Kronicher Maala“ unter der Leitung von Monika Tschernitschek, der „Graatzer Dreigesang“ mit Heinrich Geßlein und die „Kemmärä Kuckuck“ mit ihrem musikalischen Leiter Hans-Dieter Ruß verstanden es, die Herzen der rund 300 Gläubigen zu bewegen. Wir wollen uns nun einstimmen lassen, was da mit dem Höhepunkt in der Fastenzeit auf uns zukommt, die Passion – das Leiden Jesu, so Pater Heribert in seinen einleitenden Worten.

In elf Teilen erzählte Marion Töppke die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christi, vom Abendmahl über den Gang zum Ölberg bis hin zum Tod am Kreuz, den er für die Menschen erlitten hat. Das Besondere daran war, dass Töppke alle Stationen in fränkischer Mundart verfasst hatte. So betet Jesus am Ölberg „ach hör wie ich fleh´ Loss halt den bittern Kelch o mir vorüber geh“. Später verleugnet ihn Petrus mit den Worten „Na – den kenn ich doch net“. Was dann passiert, weiß jeder Christ- oder wie Marion Töppke auf fränkisch vortrug: „Auf aamol hörn alla wie der Hohn ganz laut kräht. Nuch bevor der Hohn es 2. mol kräha konn – host Du drei mal verleungt en Menschensohn“. Im Folgenden musste Jesu viel Lied auf sich nehmen und „erträgt Schmerz und Pein, ka Klooch hörst vo na und a ka Schrein“. Auf Golgatha, erzählt Töppke schließlich, betet der Gottessohn: „Och Votä – vergib ihna – denn sie wissen net was sie hom getoo ich bloß für sie um Verzeihung bitten ko“. Als Mahnung zur Leidensgeschichte und Leiden Christi steht: „Schaua mir zu unserm Herrn Jesus om Kreuz heut nuch nauf, wer nimmt sei Leidn heut nuch gern in Kauf? Wer dankt na für sei übergroßa Lieb´ und wer dankt na für des wos er hat getoo?“

Die „Kemmärä Kuckuck“

Die gemeinsam gesungen Lieder „Beim letzten Abendmale“, „ O Haupt voll Blut und Wunden“ und „Jesu, dir leb´ich“ wurden musikalische von den „Kemmärä Kuckuck“ mit dem Akkordeon, dem Kontrabass und dem Hackbrett begleitet. Die einzelnen Teile der Leidensgeschichte in feinfühliger Sprache, verbanden die Musikgruppen zu einem harmonischen Klangerlebnis. Tief beeindruckt waren die Gläubigen von den stimmlichen Gedanken an die Passion.

„Es war ein beeindruckendes Erlebnis fränkischer Volksmusik, aber noch viel mehr ein eindrucksvolles Zeugnis fränkischer Frömmichkeit, welches sie uns geschenkt haben, hierfür möchte ich mich bedanken“, so Pater Heribert zum Schluss. Kein Wunder, dass die Reaktionen der Besucher auf die „fränkische Passion“ nach dem abschließenden Segen Pater Heriberts durchweg positiv ausfielen. Für alle, die in der Basilika den Gesängen, Melodien und der im heimischen Dialekt vermittelten Leidensgeschichte Jesu lauschten, ging ein Nachmittag zu Ende, der im Herzen nachklingt. Viele waren sich schon beim Verlassen der Basilika sicher: „Nächstes Johr semme widder dabei – bei der fränkischen Passion in Vierzehnheiligen“. Eingeladen in die päpstliche Basilka zu den besinnlichen 80 Minuten hatten der ARGE Fränkische Volksmusik Bezirk Obergranken und der Bayerischen Landesverein für Heimatpflege.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Weihnachtssingen zum Krippenabschluss

Auch wenn die Weihnachtszeit liturgisch mit dem Fest der Taufe Jesu endet, steht die Krippe in der Basilika Vierzehnheiligen und vielen anderen Krippenkirchen noch bis zum Fest Maria Lichtmess am 2. Februar. Am Sonntag vorher, fand eine Andacht mit einem „Fränkischen Weihnachtssingen“ zum Abschied von der Krippe in die Basilika statt. Texte und Fränkische Weihnachtslieder wurden vorgetragen vom „Graatzer-Hechten-Dreigesang“ unter Leitung von Hans-Jürgen Geßlein und vom Landfrauenchor Lichtenfels unter Leitung von Frau Eva-Maria Schnapp.

„Sie wollen anregen, noch einmal das Weihnachtsgeheimnis zu betrachten und die Botschaft von der Menschwerdung Gottes mitzunehmen in das weitere Jahr“, so der Franziskanerpater Heribert Arens. Mariä Lichtmess, auch als „Darstellung des Herrn“ bekannt, feierten Christen am 2. Februar jeden Jahres. An diesem Tag sei das Weihnachtsfest exakt vierzig Tage her, weshalb der Feiertag auch als Abschluss der Weihnachtszeit angesehen werde.

Das „Fränkische Weihnachtssingen“ hat eine lange Tradition in Vierzehnheiligen. Es ist Teil der kulturellen Identität. Im Weihnachtssingen wird nicht nur Brauchtum vorgestellt, es soll auch religiöses Erleben sein. Musik, Gesang und Texte machten am vergangenen Sonntag in der Basilika Vierzehnheiligen die Geburt Jesu Christi in fränkischer Weise lebendig. Die Weihnachtsgeschichte erzählte Heinrich Geßlein in fränkischer Mundart. Insgesamt 21 Lieder brachte der Dreigesang zu Gehör. Darunter das „Gloria“ aus Polen und den „Sanktus“ der Christkindl Meß.

Geßlein fügte dann Neujahreswünsche an. Natürlich auch in Mundart. „Wädd bei uns Friedn bleim, wou doch überoll su schißewütige Kaubeujs Rümmlaafn“?, fragte er. „Könneds denn niä amoll a Joh wähn, ohna Mord und Duedschlohch, ohna Kadasdroufm“? Wähn die Bolidigge endlich amoll des machen, wos wirglich nodwendich wöh. Die Lösung der Fragen sei ganz einfach: „Mia froung einfoch die, die hinderhäh immer scho gewissd homm wies naus gedd“.

Der Landfrauenchor verstand es mit schlichten Weihnachtsliedern die Herzen der Gläubigen zu bewegen. „Kommt herbei ihr Engel alle kommt herbei ihr Seraphim, singt und klingt mit Freudenschalle, singt und klingt ihr Cherubim“. Sie erzählten die Weihnachtsgeschichte in einer besonderen Art: schlichte Harmonien, einfache Tonfolgen und Texte, die aber in ihrer Bescheidenheit die Besucher besonders berührte.

Der Landfrauenchor Lichtenfels unter Leitung von Frau Eva-Maria Schnapp

In seinen abschließenden Segen fügte Pater Herbert Gedanken über die Krippe ein: „Wenn du dich satt gesehen hast an dem schönen Kind in der Krippe, geh noch nicht fort. Mach erst seine Augen zu deinen Augen, seine Ohren zu deinen Ohren, seinem Mund zu deinem Mund. Mach seine Hände zu deinen Händen, sein Lächeln zu deinem Lächeln und seinen Gruß zu deinem Gruß. Dann erkennst du in jedem Menschen deinen Bruder, deine Schwester. Wenn du ihre Tränen trocknest und ihre Freude teilst, dann ist Gottes Sohn wahrhaftig geboren: Und du darfst dich freuen“.

Text und Bilder: Andreas Welz

Barrierefrei zur Basilika

In den vergangenen Jahren waren die Wege über den Basilikaplatz Vierzehnheilgen mühsam und holprig für Rollstuhlfahrer. Noch schwieriger war es für die Nutzer von Rollatoren. Das holprige Pflaster ließ sie kaum von der Stelle kommen. Das ist jetzt anders – auch dank des Staatlichen Bauamts Bamberg und der Regierung von Oberfranken: ein barrierefreier Weg führt schon seit mehreren Jahren von der Straße zur Basilika. Neuerdings wurde auch die Verlängerung dieses Weges von der Basilika zur Toilette behindertengerecht gestaltet.

„Dadurch ist uns auf dem Basilikaplatz ein weiterer Schritt zur Inklusion gelungen. Inklusion will ja Menschen mit Behinderungen den selbstverständlichen Zugang zu allen Lebensbereichen erschließen“, freute sich Pater Heribert Arens. Bei einem Gespräch mit unserer Zeitung betonte der Rektor der Basilika: „So ist der Weg in die Basilika und auch an den ‚stillen Ort‘ nun allen zugänglich, auf Füßen, auf Rädern und mit Hilfe von Rollatorrädern“.

Barrierefreiheit sei ein wichtiges Thema – über behindertengerechte Wege hinaus. „In der Basilika ist der Weg schon seit langem akustisch barrierefrei, denn schon seit Jahren befindet sich unter den beiden vorderen Bankblocks bis zum Quergang im Boden eine Übertragungsschleife für Gehörgeschädigte“, so der Pater. Und jetzt sei auch die große Freitreppe am Hauptportal freundlicher gestaltet worden. Zwei Geländer, die im Dezember angebracht wurden, erleichterten nun auch älteren Menschen mit Gehbeschwerden diesen Weg in die Basilika.

P. Heribert – Rektor der Basilika

„Barrierefreiheit – das ist auch ein wichtiges Stichwort in unserer Gesellschaft, in der Kirche und zwischen den Kirchen“, unterstrich Pater Heribert. Überall gebe es Barrieren, die überwunden werden wollen. Der Nothelfer Christophorus nahm dem Fluss den Barrierecharakter – er half den Menschen und dem Jesuskind über den Fluss. „Ich hoffe, dass viele mitwirken an einem barrierefreien Miteinander zwischen den Menschen, denn die meisten Barrieren zwischen den Menschen sind menschengemacht“, ist der Geistliche überzeugt und: „Couragiertes Handeln hilft,
Barrieren zu überwinden“.

Wenn man manchmal so gar nicht glücklich sei über Barrieren, die trotz allem zwischen uns Menschen stünden, helfe der Humor, diese Lebenskunst zwischen „Lachen und Weinen“. Auf barrierefreien Wegen könne der Mensch laufen, so der Pater. Dazu lade auch das Motto unseres Wallfahrtsjahrs 2019 ein, formuliert mit Worten des heiligen Augustinus: „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“.

Im Zuge von ‚Bayern Barrierefrei 2023‘ soll die Barrierefreiheit im Bereich der öffentlich zugänglichen staatlichen Gebäude vorangebracht werden. „Aus diesem Topf konnte erfreulicherweise der Weg sowie das neue Geländer am Hauptportal finanziert werden“, teilte Monika Dierauf vom Staatlichen Bauamt Bamberg auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der bereits bestehende Weg sei ergänzt worden. Vom Parkplatz und vom Kloster war bereits ein barrierefreier Weg zur nördlichen Nebeneingangstür der Basilika vorhanden.

Nun wurde der Weg entlang der Basilika zu den öffentlichen Toilettenanlagen fortgeführt. Das vorhandene Pflaster sei ausgebaut und durch rund 100 Quadratmeter neues gesägtes Natursteinpflaster ersetzt worden. Die Arbeiten führte die Firma Knoch aus Coburg aus. Des Weiteren seien am Hauptportal der Treppe der Basilika beidseitig ein Geländer angebracht worden. Es handele sich hierbei um geschmiedete Stahlgeländer, die von der Firma Karl Leicht aus Bamberg nach Plänen des Staatlichen Bauamts gefertigt wurden. Das neue Treppengeländer füge sich dem Denkmal entsprechend gut in den Bestand ein. Die Kosten, die noch nicht abschließend ermittelt seien, schätzte Monika Dierauf auf eine mittlere fünfstellige Summe.

Wallfahrer und Kirchenbesucher wissen es jetzt zu schätzen, dass die Treppe zum Hauptportal der Basilika mit einem beidseitigen Geländer versehen wurde. Da das gesamte Ensemble in Vierzehnheiligen unter Denkmalschutz steht, wurde eine kunstvolle Schmiedearbeit dafür angefertigt. Dafür konnte die Firma Karl Leicht, Kunst- und Bauschlosserei, aus Bamberg gewonnen werden. Inhaber Roland Leicht erläuterte die handwerklichen Arbeiten: „Die Handläufe sind aus Rundbaustahl geschmiedet, die Pfosten gelocht und die Handläufe an die Pfosten genietet“. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Die schön geschwungenen Anfänge wurden mit angestauchten Kugeln versehen.

Hintergrund
Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation fordert: „Die Umwelt muss für alle Menschen ohne Hindernisse gemacht werden. Alle Menschen müssen sich ohne Hindernisse fortbewegen können. Barrierefreiheit ist besonders für behinderte Menschen wichtig, aber auch für alte Menschen, Kinder, Menschen mit Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl, für hörbehinderte oder gehörlose Menschen. Alle behinderten Menschen müssen ohne Hindernisse ins Theater, Kino, in die Kirche gehen können. Alle müssen sich zu Fuß, mit dem Rollstuhl, oder mit dem Geh-Wagen überall hinbewegen können – ohne fremde Hilfe“.

Text und Bilder: Andreas Welz

Spende für die Basilika-Glocken in Vierzehnheiligen

In Bad Königshofen haben sich die „Promiband“ und die Gruppe „WanSin“ (Wandern/Singen) zu einer Veranstalgung verbündet, deren Erlös für die Erneuerung des Geläuts von Vierzehnheiligen bestimmt war. Engelbert Brüger, Wallfahrtsführer von Bad Königshofen, moderierte die Veranstaltung. Hier sein Bericht über die Übergabe von 1.100 Euro an P. Heribert Arens:

Bad Königshofen (eb) Mitte November hatte die Promiband zu einem besonderen Kurkonzert mit Kirmessingen in die Trink- und Wandelhalle eingeladen. Neben vielen Gästen aus der Stadt und Umgebung waren auch zahlreiche Wallfahrer gekommen, denn der Abend war als Benefizkonzert für die Glocken von Vierzehnheiligen gedacht.
Diese Glocken der Basilika müssen einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden, da die Aufhängung an Stahljochen Schäden verschiedenster Art an Glocken und Bauwerk nach sich zog. Für die aufwändige Sanierung hat die Kirchenstiftung Vierzehnheiligen zu Spenden aufgerufen.
Clemens Behr und seine Promiband sowie Engelbert Brüger als Moderator sorgten für gute Stimmung und die Gruppe WanSin (Wandern und Singen) bediente die Gäste mit Speis und Trank. So konnte Clemens Behr noch am Abend ein Sammelergebnis von über 800 Euro verkünden. Mit dem Erlös aus der Bewirtung sowie einigen nachträglichen Spenden kam insgesamt der stolze Betrag von 1.100 Euro zusammen.
Pater Heribert Ahrens vom Kloster in Vierzehnheiligen war hocherfreut, als er von der Aktion und der Spendensumme erfuhr. Clemens Behr (Promiband), Engelbert Brüger (Wallfahrtsführer) und Rainer Knies (Gruppe WanSin) haben bei einem Besuch im Kloster Vierzehnheiligen die Spende überbracht und Pater Heribert bedankte sich ganz herzlich für die großzügige Spende aus Bad Königshofen. „Damit ist zwar das Finanzierungsproblem noch nicht ganz gelöst, aber jeder Beitrag ist für uns wertvoll“, meinte er. „Vielleicht können sich andere Wallfahrten auch in ähnlicher Weise für diese Projekt engagieren“, äußerte er einen Wunsch.
Aller Voraussicht nach werden die Glocken am 31. Mai 2019 beim Einzug der Königshöfer Männerwallfahrt noch nicht erklingen, aber wenn im Jahr darauf das ganze Geläut ertönt, können manche Wallfahrer ganz stolz sagen: „Dazu haben auch wir einen Beitrag geleistet!“

 

Zum Bild:
Sehr erfreut war Guardian Pater Heribert Arens (2.v.li.) als er von Wallfahrtsführer Engelbert Brüger (2.v.re.) die Spendensumme von 1.100 Euro für die Glocken von Vierzehnheiligen überreicht bekam. Clemens Behr (li) mit seiner Prominentenband und Rainer Knies (re) mit der Gruppe WanSin (Wandern und Singen) waren maßgeblich am Erfolg des Benefizkonzertes beteiligt.

Adventsandacht mit „Good News“

„Als Generalprobe der Engel für den Heiligen Abend“, bezeichnete Franziskanerpater Heribert Arens die musikalische Adventsandacht mit „Good News“ aus Bad Staffelstein am Sonntagnachmittag in Vierzehnheiligen. Der Rektor der Basilika war von den geistlichen Liedern des Gospelchores ebenso begeistert, wie die zahlreichen Gottesdienstbesucher. Unter der Leitung von Wolfram Johann Brüggemann ließen die Sängerinnen und Sänger die Gefühlswelt der Sklaven auf den Baumwollfeldern Nordamerikas erlebbar machen. Die Gedanken der „Gospel-Urväter“ in die Herzen zu transportieren, ist ihnen an diesem Adventssonntag wieder gelungen.

Daran erinnerte auch Pater Heribert, der die Gläubigen aufrief, ihr Leben jeden Tag neu adventlich auszurichten. „Den Stern suchen, der den Weg kennt aus der Dunkelheit, Unsichtbares ahnen, nach Unsagbaren fragen und Unerhörtem lauschen“, zitierte er eine Adventsgedicht der Kölner Autorin Gisela Baltes. Mit dem beliebtesten Weihnachtslied im angelsächsischen Raum „Joy to the World“ eröffnete der Chor den zwölfteiligen Zyklus. Nicht weniger bekannt ist das afroamerikanische Spiritual „Go Tell it on the Mountain“ (sinngemäß: Geh, ruf es vom Berg). Der Refrain nimmt Bezug auf die Geburt Jesu.

In der Adventslitanei sprach der Geistliche vom Licht, das uns durch dunkle Zeiten trägt, das Ängste und Sorgen vertreibt, uns Hoffnung in der Bedrängnis gibt und Rettung und Hife verspricht. Der Chor antwortete mit „Sana, Sananina, praise the Lord“. Den Hosanna-Ruf aus Botswana, einem ausdruckstraken afrikanischen Gospelsong, begleiteten die Singenden mit rhythmischen Bewegungen.

Pater Heribert gab eine Geschichte des russisch-orthodoxen Bischof Anthony Bloom (1914-2003) wieder. Nicht das Gebet alleine führe zu Gottes Gegenwart, sondern ein Viertelstunde Stille. Einen Streifzug durch das weihnachtliche Schweden machte der Chor mit dem Song „Jul, jul, stralande jul“ ein Weihnachtslied von Gustaf Nordqvist (1886-1949), das er für den Männerchor a cappella komponierte. Aus Tansania erklang der afrikanische Song „Amezaliwa“ – „Der Herr ist geboren, Jesus ist geboren“. Die Adventsandacht beschloss der Chor mit dem bekannten Song „Hallelujah, Salvation und Glory“ – „Hallelujah, Rettung und Ruhm, Ehre und Macht für den Herrn, unseren Gott“.

Text und Bild: Andreas Welz

Wallfahrtsführertreffen 2018

Frohe Kunde brachte Pater Heribert Arens am Samstag in den Victor-von Scheffel-Saal beim jährlichen Wallfahrtsführertreffen im Diözesanhaus Vierzehnheiligen: „Die neuen Glocken der Basilika werden Ende Februar Anfang März in der Glockengießerei Bachert in Neunkirchen-Baden gegossen“. Damit rücke der Zeitpunkt näher, dass das Geläut wieder vollzählig erklinge. Zur Kirchweih im September 2019 könnte es soweit sein. Bis Weihnachten hoffte er auf das Ergebnis der Ausschreibung für die Sanierung der Glockenstühle.

Wenn die Arbeiten durchgeführt werden, könnte es möglich sein, dass manche Wallfahrten nicht mit Geläut empfangen werden. Pater Heribert bedankte sich bei den vielen Spendern, aber es klaffe immer noch eine große Lücke. Er ermunterte die Wallfahrtsführer zu Aktionen in ihren Heimatgemeinden, die der Finanzierung des Geläuts dienen sollten. Er gab bekannt, dass die Fassade zwischen den Türmen der Basilika im kommenden Jahr wieder eingerüstet werde. Eine Sanierung müsse auch dort aufgrund der Untersuchungsergebnisse durchgeführt werden. Fertiggestellt sei der behindertengerechte Zugang zu den Toiletten, der vom Freistaat und der Regierung von Oberfranken gefördert wurde. In der kommenden Woche würde die Geländer an der Haupttreppe zum Westportal der Basilika montiert, auch das Stück vom Podest bis zur Straße.

Eine Wallfahrtsführerin beschwerte sich über die vielen Absperrungen im Kirchenraum. Man wisse oft nicht wo man sich hinsetzen könne oder man sei eingesperrt. Pater Heribert begründete die „Stricke“ mit den vielen Touristen, die von den Wallfahrern oder den Gottesdienstbesuchern ferngehalten werden müssten. Als er vor acht Jahren nach Vierzehnheiligen kam, wollte er die Absperrungen abschaffen. Aber in der Praxis sei das nicht möglich gewesen. „Eine Gratwanderung, mit der wir leben müssen“, bedauerte er.

Der Geschäftsführer de Diözesanhauses Raimund Hümmer informierte die Wallfahrtsführer über die Generalsanierung des Hauses Frankenthal. „Einschränkungen müssen in Kauf genommen werden“, sagte er. Die Baustelle werde noch bis Ende der Wallfahrten 2019 bestehen bleiben. Zu Engpässen könne es in den Monaten Mai bis Juli kommen, insbesondere an Himmelfahrt oder dem Gedenktag Peter und Paul. Die Mitarbeiter des Hauses Frankenthal seien alle im Diözesanhaus beschäftigt und garantierten für die Unterbringung und Verpflegung der bis zu 500 Wallfahrern am Tag.

Hümmer empfahl den Wallfahrtsführern eine rechtzeitige Anmeldung, am besten noch heute für das kommende Jahr. Online-Buchung sei möglich auch für Touristen, allerdings hätten die Wallfahrer Vorrang. Der neue Film des Bayerischen Rundfunks über Vierzehnheiligen werde im Mai 2019 ausgestrahlt. Dann werde er auch auf die Homepage von Vierzehnheiligen gestellt. Nachdem sich der neue Kirchenschweizer Daniel Reitz vorgestellte hatte, er kam Mitte des Jahres nach Vierzehnheiligen, wurde das Wallfahrtsprogramm bekanntgegeben. Die ersten Pilger kommen am 13. April aus Stockheim im Landkreis Kronach.

Am frühen Vormittag fand ein Dankgottesdienst anlässlich des Wallfahrtsführertreffens in der Basilika statt. Pater Heribert ging in seiner Predigt auf das Leitwort der Wallfahrtssaison 2019 ein: „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“ – ein Wort des heiligen Augustinus, von ihm formuliert als Frucht eines langen Suchprozesses. Der Prediger erläuterte, wie der Mensch laufend die Welt erobert: „Wer läuft, der geht aus sich heraus, geht über sich hinaus. Seine Welt wird groß, wird weit“. Alte Menschen spürten oft schmerzlich, wie ihre Welt klein wird, weil ihre Beine nicht mehr mitmachen.

Der Mensch, der läuft, habe auch die Chance, auf Gott zuzugehen. So auch der Pilger, der aufbricht an Orte, an denen Gottes Nähe besonders spürbar ist. „Für die Pilgergruppen, die durch ihre Wallfahrtsführer in diesem Gottesdienst vertreten sind, ist das Vierzehnheiligen“, so der Geistliche. Dorthin brechen sie auf, gehen Schritt für Schritt, rasten und gehen wieder weiter, nehmen, wenn nötig, Umwege in Kauf, um zum Ziel zu kommen. So sei das neue Motte für 2019 eine Einladung, zu laufen, zu pilgern zum Ziel, das Gott ist – und darauf zu vertrauen, dass er auch auf dem Weg dabei ist.

Text und Bild: Andreas Welz

Wallfahrtsführertreffen in Vierzehnheiligen am 01. Dez. 2018

Oase des Trostes

Am vergangenen Freitag fanden Trauernde Trost bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika von Vierzehnheiligen. Die Franziskaner von Vierzehnheiligen gemeinsam mit den St. Franziskusschwestern und der evangelischen Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein hatten zur „Oase des Trostes“ eingeladen. Pater Heribert Arens unterstrich, dass es gleich sei, ob die Trauer ganz frisch ist oder schon länger währt. „Gerade wenn der Trauerprozess länger dauert und die Umwelt längst zur Tagesordnung übergegangen ist, fühlen sich Trauernde oft einsam und alleingelassen und das in einer Lebensphase, in der sie Trost brauchen“. sagte er.

Täglich müssen Menschen Abschied nehmen von geliebten Mitmenschen, die ihnen der Tod genommen hat. Jetzt sind sie „Hinterbliebene“, Menschen die weiterleben müssen und wollen. Aber der Schmerz über den Verlust lebt mit: sie trauern. Das macht andere in ihrer Umgebung oft sehr hilflos. Sie wissen nicht, mit welchen Worten sie trösten sollen – und gehen darum oft den Betroffenen aus dem Weg.

Pater Heribert zitierte die Bibelstelle von den Emmaus Jüngern, die niedergeschlagene und traurig von Jerusalem nach Hause zurückkehren. Der Auferstandene geht mit den Zweifelnden und Traurigen, ohne ihn zu erkennen. Sie berichten dem unbekannten Begleiter von der Katastrophe. Sie hatten große Hoffnungen auf ihren Meister Jesus gesetzt, hatten sich begeistern und mitreißen lassen. Sie erwarteten von ihm die Erlösung ihres Volkes von der römischen Fremdherrschaft. Mit der Kreuzigung war das alles zusammengebrochen. Sie waren durch die Hinrichtung ihres Meisters mutlos geworden.

Die Jünger reden sich den Schmerz von der Seele und Jesus hört geduldig zu. „Genau das ist das Geheimnis des Trostes, einfach zuhören und den Trauernden reden lassen“, so der Geistliche. Worte helfen weniger, fromme Sprüche schon gar nicht. Wichtig sei, dass jemand da ist, auch wenn er nur zuhört. Es sei gut, wenn es einen Menschen gebe, der den Trauernden nicht alleine lässt. Die Toten können auch Hoffnung geben, sie können unsere Augen und Herzen für die Hoffnung öffnen. Das erfahren auch die Jünger aus Emmaus bevor sie Jesus erkennen. Die Hinterbliebenen tröstete der Pater mit der Zusicherung: „Während der Mensch in tiefster Trauer ist, ist Jesus schon längst neben ihm.

Vor dem Gnadenaltar stand eine große mit Sand gefüllte Tonschale auf einem Mauersteinsockel. An der großen Osterkerze entzündeten die Hinterbliebenen jeweils eine Kerze und steckten sie in die Schale. Franziskusschwester Alexia Hoderlein, Pfarrerin Anja Bautz und Pater Heribert verlasen die Vornamen der Verstorbenen. Im Anschluss trafen sich die Gottesdienstbesucher im Foyer des Klosters.

Text und Bild: Andreas Welz

Konzert zum Volkstrauertag – Kreisorchester Lichtenfels in Vierzehnheiligen

In der Basilika Vierzehnheiligen fand am Volkstrauertag ein besinnliches Konzert statt. Unter der Leitung von Christian Stenglein spielte das Kreisorchester Lichtenfels „Lieder ohne Worte“. Die 90 Musiker erfüllten mit mächtigem Klang den Kirchenraum, die sechs Tubisten bliesen kräftig in ihre Instrumente und dort, wo sonst der der Ambo steht, zwitscherten vergnügt Flöten und Klarinetten. Heinz Fischer vom Musikverein Marktzeuln sprach begleitende Texte. Pater Alexander. Weissenberger begrüßte Musiker und Zuhörer im Namen des Konvents der Franziskaner.

„Paradiso“ von Robert W. Smith (geb. 1958), die musikalische Umsetzung der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri, eröffnete das anspruchsvolle Konzert. Das rhythmisch und harmonisch höchst anspruchsvolle Stück meisterte das Orchester mit Bravour. Mit viel Gefühl wurde das „Panis Angelicus“ von Cesar Franck (1822-1890), der vom Engelsbrot kündende Hymnus, vorgetragen. Heinz Fischer zitierte das bekannte Kartenspiel von Bruce Low (1913 1990): „Mit jedem Ass soll ich erinnert werden es gibt nur einen Schöpfer des Himmels und der Erden“.

Der Halbmond hatte sich in das hohe Altarfenster geschoben als zum Schluss das Volkslied der „Abendmond“ nach einem Arrangement von Thiemo Krass (geb.1984) erklang. Die begeisterten Zuhörer wünschten sich eine Zugabe, die das Orchester mit dem Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ gern erfüllte.

Text und Bild: Andreas Welz

Singen und Musizieren zum Abschluss des Rosenkranzmonats

Ein Highlight religiöser fränkischer Volksmusik krönte den Monat Oktober in der Basilika Vierzehnheiligen. Musikgruppen aus Franken gestalteten das Mariensingen und Musizieren zu Ehren der Rosenkranzköniginvor dem Hauptaltar. Die eindrucksvolle Andacht zu Ehren der Muttergottes Maria wurde mit Liedern und Weisen aus dem fränkischen Raum in einer besonderen Art zelebriert: schlichte Harmonien, einfache Tonfolgen und Texte, die aber in ihrer Bescheidenheit die Besucher besonders berührte. Der Wechsel von Gesang und Instrumentalmusik belebte das außergewöhnliche Konzert.

Mit sanften Klängen kontrastierte die Reichenbacher Klarinettenmusik zur kräftigen Blasmusik der Rhöner Blechbläser, während die Alphornbläser Rotbachtal kräftig in ihre Hörner bliesen. Das Bamberger Doppelquartett war von großer Freude und Lebendigkeit getragen und ergänzte die Solostimme von Christine Ebert. Zum Mariensingen fand Franziskanerpater und Guardian des Klosters, Heribert Arens, zu Herzen gehende Worte. Er begrüßte, segnete die Gläubigen und dankte allen Musikern. Organisator Eddi Arnold, aus Zeitlofs, eine Gemeinde im Landkreis Bad Kissingen, leitete das Mariensingen. Er verstand es wieder einmal, die einzelnen Gruppen zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen.

Die Alphornbläser mit zwei Flügelhörnern eröffneten das Konzert mit der „Hymne an Maria“

Mit bekannten Marienliedern wie „Wir ziehen zur Mutter der Gnade“, „Balsam für die Seele“ oder das „Ave Maria“ von Paul Lindenberg konnten die rund 400 Zuhörer einen angenehmen, besinnlichen Sonntagnachmittag genießen. Blechbläser, Alphörner begleiteten das Schlusslied „Meerstern ich dich grüße“. Es beschreibt, neben den Marien-Anrufen, die unterschiedlichen Attribute der Gottesmutter – die Rose ohne Dornen, die Lilie ohnegleichen. Diese Symbolik machte die Gottesmutter in der Basilika greifbar.

Eddi Arnold, der schon vor einem Jahr das Singen organisiert hatte, moderierte das Konzert. Alle Musiker traten ehrenamtlich auf, viele kamen von weither angereistete. Die Spenden gehen zur Hälfte an die Syrienhilfe der Franziskaner und an die Kirchenstiftung der Basilika für die Erneuerung des Geläuts. „Wenn man die Glocken der Basilika hört, dann fühle ich mich daheim“, schloss Arnoldseinen Spendenaufruf.

Text und Bilder: Andreas Welz

Erntedankfest in Vierzehnheiligen

Mit dem Erntedankfest erinnern Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Traditionell werden in den Kirchengemeinden die Altäre zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich dekoriert. In der Basilika Vierzehnheiligen war am vergangenen Sonntag die Kirche besonders reich geschmückt. Mesner Tobias Hartmann, Kirchenschweizer Daniel Reitz und das Basilika-Team hatten nicht nur der Hauptaltar prächtig gestaltet, sondern auch die Rotunde. Zwischen den Altären lag Kreuz aus Strohballen und über dem Altarraum schwebte die große Erntekrone.

Mit der Bitte des Vaterunsers „unser tägliches Brot gib uns heute“ wurde zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Pater Heribert Arens bezog sich in ersten Teil seiner Ansprache auf das Ernten was der Mensch gesät hat. Dazu gebe es viele Gleichnisse in der Bibel. Die Frucht der Erde komme durch menschliche Arbeit, berge aber ein Geheimnis ganz eigener Art. Wir durchschauten zwar wie es geht, aber das es gehe, sei ein großes Genschenk. Das werde in diesem Jahr getrübt durch eine große Trockenheit und Ernteausfälle.

„Wir ernten auch, was andere vor uns gesät haben“, so der Franziskaner. Zum Beispiel die Früchte der Bäume. Doch wir ernten, wo wir nicht gesät haben. Zum Beispiel den Honig durch den Fleiß der Bienen. Die Kirche sei trotz Missbrauch, trotz Versagen und Schuld auch eine Geschichte des Säens, fruchtbar für den Glauben der Menschen. Gott habe schon immer gesät, bevor wir kommen.

Der Chor „Good News“ begleitete den Gottesdienst mit Gospeln und Spirituals

Den Gottesdienst begleitete der Chor „Good News“ aus Bad Staffelstein unter der Leitung von Johann Brüggemann. Zu Beginn trugen die „Lindenkids“ aus Wolfsdorf und die „Bachstelzen“ aus Grundfeld Erntegaben in die Kirche. Kirchenschweizer Daniel Reitz führte die kleinen Obst- und Gartenbauer in einer Prozession um die Basilika und führte sie zum Hauptportal in die Kirche, wo Kinder und Erwachsene Körbe mit Obst vor den Hauptaltar stellten. Dabei ließ Basilikaorganist Georg Hagel die Rieger-Orgel mächtig erklingen. Am Ausgang wurden die Gottesdienstbesucher mit Äpfeln und Birnen von den Mitgliedern der Obst- und Gartenbauvereine beschenkt.

Text und Bilder: Andreas Welz