Neuer Guardian in Vierzehnheiligen

Pater Maximilian Wagner, der neue Guardian der Franziskaner-Gemeinschaft und Wallfahrtsrektor der Basilika, feierte am Dreikönigstag im „fränkischen Bethlehem“ seinen ersten Gottesdienst und stellte sich den Menschen vor. „Wenn ich Vierzehnheiligen höre, kommen mir viele festliche Anlässe und herzliche Begegnungen in den Sinn“, erinnert sich der neue Guardian im Vorfeld. In Vierzehnheiligen fand immer wieder das „Brüderliche Pfingsten“ statt, bei dem sich Franziskaner aus Deutschland, dem deutschen Sprachraum und mitunter ganz Mitteleuropa für ein paar Tage begegneten und ihre Erfahrungen austauschten. In Vierzehnheiligen durfte Pater Maximilian als letzter Provinzial der Bayerischen Franziskanerprovinz mit seinen Mitbrüdern ein „Fest der Jubilare” feiern, bei dem Geburtstagskinder, Priester- und Ordensjubilare unter den Brüdern mit einer Goldmedaille geehrt wurden. „Die Basilika mit ihrem Lichterglanz, der festlichen Orgelmusik und dem spürbaren Ort des Gebetes und der gelebten Sehnsucht nach Gott bot dabei neben der ausgesprochen guten Küche der Schwestern das passende Ambiente“, schwärmte der Franziskanerpater. „Mich freut es heute noch, dass es seinerzeit gelungen ist, dass unsere pflegebedürftigen Brüder im Seniorenheim der Schwestern kompetente Betreuung und gastliche Aufnahme fanden, als wir in München unsere eigene vollstationäre Pflegestation wegen der langfristig absehbaren Unterbesetzung schließen mussten“, erinnert sich Pater Maximilian.

Am Erntedanksonntag 1966 wurde Pater Maximilian in Ingolstadt an der Donau als zweiter von drei Buben geboren und erhielt den Vornamen Thomas. Am Franziskustag 1986 wurde er in Bad Tölz zu Beginn des Noviziats eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Maximilian. Ab November 1987 studierte er an der Hochschule der Jesuiten Philosophie und an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Theologie. Die Feierliche Profess legte Pater Maximilian am 3. Oktober 1991 in München St. Anna ab. Erster Einsatzort als Pastoralpraktikant und Diakon war Pfreimd in der Oberpfalz. Nach der Priesterweihe am 24. April 1994 durch Friedrich Kardinal Wetter in München St. Anna war er dreieinhalb Jahre als Kaplan in der Pfarrei St. Ludwig in Nürnberg eingesetzt. Von Oktober 1997 bis Februar 2001 promovierte er an der Ordenshochschule Antonianum in Rom im Fach „Franziskanische Spiritualität“. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Da berühren sich Himmel und Erde“ beschäftigte sich mit „Symbol und Sakrament in den Predigten des hl. Antonius von Padua“. Von 2010 bis 2013 war Pater Maximilian neben seiner Aufgabe als Generalvisitator der Provinz Austria (Österreich, Südtirol und Schweiz) als Wallfahrtsleiter und Hausleiter des „Klosters zum Mitleben“ auf dem Hülfensberg in Eichsfeld (Thüringen) eingesetzt. Die letzten sieben Jahre war er in der Großstadtpfarrei St. Ludwig in Berlin-Wilmersdorf und jetzt neuer Guardian auf dem heiligen Berg am Obermain.

Seinen ersten Gottesdienst in Vierzehnheiligen feierte er nun am Fest der Erscheinung des Herrn. Georg Hagel spielte die Rieger-Orgel und Sopranistin Radka Loudova-Remmler aus Klosterlangheim bereicherte gesanglich diesen besonderen Gottesdienst. „Am Dreikönigstag stellte ich Kinder im Familiengottesdienst die Frage: Gold, Weihrauch und Myrrhe haben die drei Weisen aus dem Morgenland Jesus mitgebracht. Was meint ihr dazu?“ so Pater Maximilian zu Beginn seiner Predigt. Ein Kind sagte, die wollten dem Christkind eben etwas ganz Besonderes schenken, was es sich nicht selbst kaufen konnte. Ein anderes Kind meinte: Gold ist das Wertvollste und ein guter Start für das Sparkonto. Ein drittes Kind: Ich finde die Geschenke ziemlich schräg und daneben. Was soll denn ein neugeborenes Kind mit all dem Kram anfangen? Was die Geschenke der drei Weisen bedeuten, hat mir noch keiner erklärt, sagte ein anderes Kind. „Hinter diesen drei Geschenken stecke eine Botschaft, die uns die drei Sterndeuter mitgeben möchten“, sagte der Pater. Sie erzählten uns, wie sie Jesus sehen und welche Sehnsucht er erfüllen soll, welche wichtige Aufgaben er für uns Menschen haben wird. „Gold gehört ursprünglich nur dem König, der damit seine Mitarbeiter bezahlte und belohnte. Jesus bekommt Gold geschenkt. Damit sagen sie ihm: Du sollst für uns wie ein König sein, der uns regiert und uns den richtigen Weg im Leben zeigt. Weihrauch ist ein Harz, das auf einer glühenden Kohle erhitzt einen wohlriechende Duft im ganzen Raum verbreitet. Weihrauch schenken sie Jesus, um ihm zu zeigen: Wir suchen einen, der uns hilft, mit Gott näher in Verbindung zu kommen. Der Weihrauch als Geschenk erinnert daran, dass Jesus als Priester die Menschen mit Gott in Kontakt bringen wird. Myrrhe ist ebenfalls ein Harz, aus dem man ein bitteres, aber hoch wirksames desinfizierendes Medikament herstellt. Der bittere Beigeschmack deutet bereits Jesus Leiden und Sterben an“, erklärte der neue Guardian.

„Was können wir heute Jesus schenken, womit ihm eine Freude machen?“, stellte schließlich Pater Maximilian als Frage in den Raum. Die Geschichte „Erst eilig, dann heilig“ von Ludwig Burgdörfer gab dazu eine wertvolle Anregung. „Als Neuer in Vierzehnheiligen fühle ich mich als Anfänger mit leeren Händen. Jesus ist mein Strohhalm, an dem ich mich festhalten will. Zugleich weiß ich mich reich beschenkt, an einem so wunderbaren Ort mit so vielen Gottsuchern unterwegs sein zu dürfen, und freue mich auf unsere gemeinsame Zeit im oberfränkischen Bethlehem. Möge sie für viele zum Segen werden“, so der Franziskanerpater zum Schluss. Am Ende des Festgottesdienstes segnete Guardian Maximilian Wasser, Salz, Kreide sowie Weihrauch.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Pater Maximilian Wagner in Vierzehnheiligen

Auf den „heiligen Berg“ in Vierzehnheiligen übernimmt ab Januar 2021 Pater Maximilian Wagner das Amt des Wallfahrtsrektors der Basilika und des Guardians der Franziskaner-Gemeinschaft. Er tritt damit die Nachfolge von Franziskanerpater Guardian Dietmar Brüggemann an. „Mich persönlich haben die ersten neun Monate in Vierzehnheiligen und die dabei verbundene Leitungsverantwortung deutlich an meine Grenzen gebracht. Ich hab den Umfang und die Vielgestaltigkeit dieser Aufgabe wohl unterschätzt“, erklärte Pater Dietmar auf Nachfrage. „Ich bin der Provinzleitung der Franziskaner dankbar dafür, dass sie meine diesbezüglichen Bitte ernst genommen und einen Nachfolger für mich benannt hat“, fügte er an. Zugleich ist Pater Dietmar froh, dass er als zusätzlicher Seelsorger im „fränkischen Bethlehem“ bleiben und sich als stellvertretender Hausoberer einbringen kann.

Franziskanerpater Dr. Maximilian Wagner wird sich am Dreikönigstag (6. Januar 2021) den Gläubigen vorstellen. In den Gottesdiensten um 7.30 Uhr und 9 Uhr wird Pater Maximilian predigen, das Hochamt um 10.30 Uhr zelebriert er selbst. 2010 bis 2013 war Pater Maximilian in seiner Aufgabe als Generalvisitator der Provinz Austria (Österreich, Südtirol und Schweiz) als Wallfahrtsleiter und Hausleiter der „Klosters zum Mitleben“ auf dem Hülfensberg im Eichsfeld (Thüringen) eingesetzt. Die letzten sieben Jahre war Pater Maximilian in der Großstadtpfarrei St. Ludwig in Berlin Wilmersdorf Pfarrer einer Gemeinde mit 11000 Katholiken, zwei Kindergärten mit 150 Kindern und einem Hort der Katholischen Grundschule mit 220 Kindern. „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und kann es kaum erwarten, alle bald persönlich kennen zu lernen. Nach all den vielen schönen Erlebnissen in Vierzehnheiligen möchte ich über viele Jahre – hoffentlich bald nach Corona – die Wallfahrten herzlich empfangen und mitgestalten, den Alltag und den Herausforderungen dieses besonderen Ortes meine ganze Kraft, Aufmerksamkeit und Liebe schenken und zähle da auf Unterstützung und Verständnis“, erklärte Pater Maximilian.

Arbeit ist Menschenrecht

„Ich weiß, der Herr, führt die Sache des Elenden, Recht verschafft er den Armen“, dieses Leitmotiv stand im Mittelpunkt eines Bittganges für Arbeitnehmer und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen am Samstag (10.10.) mit Albert Müller, Diözesanpräses der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) der Erzdiözese Bamberg. „In diesem Bibelzitat erinnern wir an den Gott, der die Rettung der Armen zu seinem Wesenszug macht. Er will unser tätiges Mitgefühl mit denen, die in höchster Not sind, oder ihrem Elend entrinnen wollen. Für ein solidarisches Miteinander ist Vierzehnheiligen seit Jahrhunderten ein wichtiger Ort, an dem die Menschen ihre Sorgen hintragen und an dem sie sich angenommen fühlen“, erklärte Betriebsseelsorger und Pastroralreferent Norbert Jungkunz. Mitten in den Krisen, die durch Pandemie entstanden oder verschärft worden sind, schlossen sich Menschen zusammen. Menschen, deren Arbeitsplatz bedroht ist oder die ohne Erwerbsarbeit schon länger leben und Menschen, die die Würde des Menschen am Arbeitsplatz bedroht sehen.

So trafen sich am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels rund 50 Pilger und trugen ihre Bitten und Klagen, ihre Hoffnung und Fragen zu den 14 Nothelfern hoch. Auf dem gemeinsamen Weg wurden an vier Stationen Betroffene die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit durch Betroffene in Gebeten und Litaneien thematisiert.
„Systemrelevant ist der Mensch – Solidarisch aus der Krise“, so die erste Station. Nach fast zehn Jahren wirtschaftlichen Aufschwungs mit kontinuierlichem Beschäftigungszuwachs, guten Tarifverträgen und realer Lohnzuwächse, sorgt die weltweite Corona Pandemie für einen so noch nicht dagewesenen wirtschaftlichen Einbruch. Viele erkennen erst jetzt, wie stabilisierend ein starker Sozialstaat bei der Krisenbewältigung wirkt.
„Weg mit dem Markt“, hieß es an der nächsten Station. Die Coronakrise hat die Fehlentwicklung im Gesundheitswesen gnadenlos sichtbar gemacht. Die Krankenhäuser wurden in den letzten Jahren auf Effizienz getrimmt. Effizienz heißt, dass möglichst viele Patienten, die sich lohnen, mit möglichst wenig Personal in möglichst kurzer Zeit behandelt werden. Wo steht eigentlich geschrieben, dass im Gesundheitswesen Gewinne gemacht werden müssen?
„Soziale Sicherung – wichtig für unsere soziale Gerechtigkeit!“, lautete das Thema der nächsten Station, gestaltet von Mitgliedern der KAB. Der Sozialstaat ist dafür da, die individuellen Risiken des Lebens aufzufangen und die unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen von uns allen so gut es geht auszugleichen. Er ist Garant des Versprechens auf Sicherheit, Solidarität und Gerechtigkeit.
An der letzten Station sprachen Mitarbeitende und Ehrenamtliche der Arbeitsloseninititiven über „Armut und Hartz IV. Die Würde des Menschen ist tastbar“. Ist es angemessen wenn ein deutscher Spitzenfußballer umgerechnet auf eine 40 Stundenwoche etwa 7800 Euro in der Stunde verdient. Wenn wir für den Mindestlohn arbeiten, erhalten wir 9,35 Euro. Das Einkommen der Top-Verdiener in der Bundesliga bewegen sich bei etwa 1,25 Millionen Euro im Monat. Für alleinstehende Hartz IV – Empfänger sollen monatlich 432 Euro plus Miete und Heizkosten ausreichend sein.

Im Anschluss an den Bittgang zelebrierte KAB-Präses Albert Müller einen Gottesdienst in der päpstlichen Basilika. Zu dieser mittlerweil 14. Veranstaltung hatte die katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen eingeladen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Dekanatswallfahrt 2020

Etliche hundert Meter Kabel werden seit Mittag durch die Wallfahrtsbasilika verlegt. Die Techniker kommen kräftig ins Schwitzen, ob ein fehlendes Tonsignal oder die schlechte Verbindung, immer wieder treten neue Probleme auf. Aber am späten Nachmittag war alles soweit, die Verbindung steht und so konnte pünktlich der Gottesdienst aus der päpstlichen Basilika per Live-Streaming übertragen werden. Vor der Basilika wurden im Übertagungswagen die einzelnen Kamerasignale geschnitten. Am Ende des Gottesdienstes zeigte sich das Fernsehteam mit der Qualität der Übertragung zufrieden. „Der Gottesdienst zur traditionellen Dekanatswallfahrt wurde wegen der Einschränkungen durch Corona von TV Oberfranken per Livestream übertragen.

Dass über 200 Gläubige des 2019 neu gegründeten katholischen Dekanats gemeinsam eine Fußwallfahrt nach Vierzehnheiligen unternehmen und anschließend in der Basilika dicht gedrängt einen gemeinsamen Festgottesdienst feiern, war daher undenkbar“, erklärte Dekan Lars Lebhan. Da aber gerade in Coronazeiten ein Zeichen der gemeinsamen Verbundenheit und der Hoffnung so wichtig ist, beschloss schließlich Dekan Rebhan mit dem Dekanatsausschuss in diesem Jahr neue Wege auszuprobieren, eine Übertragung des Wallfahrtsgottesdienstes aus der Basilika Vierzehnheiligen per Livestream.
Rund 50 Gläubige hatten sich im Vorfeld zu diesem Gottesdienst angemeldet, der unter dem Motto „Glauben verbindet“ stattfand. „Wir knüpften mit dem Dekan Coburg an die Tradition der Dekanatswallfahrt nach Vierzehnheiligen an. Aber was ist das Dekanat Coburg eigentlich?“, fragte Dekon Rebhan zu Beginn. Eine Antwort darauf brachte das Zwiegespräch zwischen Burkhard Fath und Lorenz Freitag. Dabei ging es über die Neustruktuierung im Erzbistum. Die Gemeinden Coburg, Lichtenfels, Weismain, Seßlach, Marktgraitz, Rödental, Ebensfeld, Bad Staffelstein, Bad Rodach und Modschiedel gehören zwar politisch zu den Landkreisen Lichtenfels und Coburg, aber kirchlich gehören sie zum Dekanat Coburg.

In seiner Predigt ging Dekan Rebhan auf die Erscheinungsgeschichte von Christuskind und den 14 Nothelfern in Vierzehnheiligen sowie der biblischen Erzählung vom brennenden Dornbusch und der wunderbaren Heilung der kranken Frau durch Jesus ein – drei ganz unterschiedliche Erzählungen. „Gott geht auf uns zu. Er zeigt sich uns in Erfahrungen, die wir wohl nicht immer ganz verstehen, aber wahrnehmen können. Solche Orte verbinden Menschen miteinander im Glauben. Menschen, die auch sonst vielleicht nicht so viel miteinander zu tun haben. Unser Glaube hat eine verbindende Kraft, über die Pfarrkirche hinaus und in unseren Alltag hinein. Begegnen wir einander bewusst und selbstbewusst als Christen, in den täglichen Begegnungen“, fügte Dekan Rebhan an. „Glaube verbindet“, wenn wir die Botschaft der drei Erzählungen aus dem Gottesdienst ernst nehmen: Die Botschaft von Gottes Wesen, auch durch manche Veränderungen sowie die Erfahrungen, dass Hilfe manchmal unverhofft kommt und das Wissen, das auch andere vor uns Durststrecken im Leben durchgestanden haben – dafür stehen auch die Biographien der 14 Nothelfer. „Schöpfen wir doch immer wieder aus dem Reichtum unserer Glaubensgeschichte. Gott zeigt sich uns heute vielleicht auf andere Weise, nicht ganz so direkt oder unvermittelt. Aber er findet Wege, uns nahe zu kommen“, so der Dekan zum Schluss.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Tiersegnung in Vierzehnheiligen

Einmal im Jahr, am Vortag zum Franziskusfest, laden die Franziskaner zu einer besonderen Andacht ein, bei der die Tiere gesegnet werden. Denn der Heilige aus Assisi gilt als Vorbild und Patron der Naturschützer. Bereits im 13. Jahrhundert rief Franziskus ins Bewusstsein, dass wir alle in der Natur Verantwortung und Fürsorge tragen.

Zahlreiche Herrchen und Frauchen hatten sich am Samstagnachmittag (Tag der Deutschen Einheit) auf dem Basilikavorplatz versammelt, um ihre vierbeinigen Lieblinge segnen zu lassen und den Schutz des heiligen Franziskus zu erbeten. „Wenn man die Nachrichten regelmäßig verfolgt, dann fällt auf, dass ausgerechnet Naturschutz immer mehr in den Fokus rückt. Erst kürzlich wurde gesagt, dass immer mehr Tierarten vor dem Aussterben stehen. Leider ist der Mensch dafür verantwortlich. Getrieben durch seinen Egoismus und seiner Gier nach immer mehr Profit, nimmt der Mensch die Zerstörung der Natur in Kauf“, so Franziskanerpater Stanislaus in seiner Predigt. Sein Mangel an Rücksicht auf die Schöpfung führt letztendlich zu einer Selbstzerstörung. Doch leider betrifft es meist nicht die Verursacher selbst, sondern die nachfolgende Generation, stellte Pater Stanislaus fest. „Wer sich um die Erhaltung der Schöpfung bemüht, der wird wie Noach mit dem Segen Gottes begleitet. Um diesen Segen zu erhalten, haben wir uns heute an diesem Wallfahrtsort versammelt und bitten darum, dass die Menschen vernünftig mit der Natur umgehen, damit auch die Tiere an dem Segen Gottes teilhaben“, so der Franziskanerpater zum Schluss.
Nach Gebet und Gesang segenete Pater Stanislaus alle Tiere und Menschen und dann ging durch die Reihen und besprengte alle Lebewesen mit dem Weihwasser.

Hoch zu Ross waren in diesem Jahr etliche Pferdebesitzer und Reiterinnen aus dem Maintal dem „Heiligen Berg“ hoch getrabt.
Isabella aus Grundfeld hatte ihr vier Wochen altes Kälbchen Martha zur Segnung mitgebracht. Zu diesem Anlass schmückte sie „ihr“ Kälbchen extra mit einen Blumenkranz. Im Vorfeld hatte Isabella ihre Martha 14 Tage lang für den Ausflug „trainiert“.
Acht Bobtails (eine britische Hunderasse), von sieben Monaten bis sechs Jahre alt, kamen mit ihren Herrchen zur Segnungsfeier vorbei. Durch ihr üppige Fell wirkten die sympathischen Vierbeiner größer und massiger. „Wir waren erst auf dem Staffelberg, da haben wir durch Zufall von der Tiersegnung hier in Vierzehnheiligen erfahren“, erzählte ein Herrchen.
Ein absoluter Hingucker bei der Segnungsfeier waren sicherlich Drogo, Freddy und Flavius, drei Alpakas der Familie Weiß aus Wolfsdorf. Das Alpaka ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die dort vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet wird.
„Seit vier Jahren komme ich regelmäßig zur Tiersegnung hierher. Damals bin ich durch Zufall nach Vierzehnheiligen gekommen“, erzählte Jessica aus Eisfeld, die in diesem Jahr ihre einjährige Hündin Sanny dabei hatten.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Garten der Patres in Vierzehnheiligen

Franziskanerpater Stanislaus und Basilikamesner Tobias Hartmann verstehen nicht nur ihr Handwerk im Reich Gottes, sondern auch im Garten des Klosters. Bei all den dort anfallenenden Arbeiten ergänzen sie sich perfekt. Früher gab es einen Brudergärtner, der 12 Stunden am Tag für die Pflege des Klostergartens verantwortlich war, jetzt ist eine angestellte Gärtnerin, die einige Stunden in der Woche im Garten beschäftigt ist. Pater Stanislaus ist eigentlich Wallfahrtsseelsorger auf dem „heiligen Berg“, verbringt aber seine Freizeit mit großer Freude im Klostergarten.

Jetzt betreten wir das Paradies. Beinahe ehrfürchtig durchschreitet der „Obergärtner“ des Franziskanerklosters Pater Stanislaus, das Tor zu „seiner“ Gartenwelt. Zusammen mit Tobias Hartmann wurden Bäume „gekürzt“ sowie in Zeiten von Artenvielfalt: Rettet die Bienen eine Phacelia Bienenwiese angesät. „Phacelia verbessert den Boden und ist ideal als Bienenweide. Bei rechtzeitiger Aussaat lockt die Phacelia mit Pollen und Nektar viele Bienen und Insekten an“, erklärt der Pater. Denn nur wenige Meter neben der Saatgutmischung befindet sich ein Bienenhaus, das große Hobby von Tobias Hartmann. „Ich hab hier acht Bienenvölker untergebracht. Die Wiese dient als Nahrung für die Bienen“, erzählt der Basilikamesner. So verbindet der Garten des Franziskanerklosters auf wunderbarer Weise Nutzen und Schönheit.

Ein absoluter Hingucker im Garten sind die über 50 Tomatenpflanzen, die nicht nur rote sondern auch schwarze Früchte tragen. Viele sind in einem Tomatenhaus untergebracht, einige stehen auch im Freien. „Das sind alles polnische Tomaten, die ich selbst gezüchtet habe. Den Samen hab ich aus meiner Heimat mitgebracht. Die einen hab ich von meiner Tante bekommen. Sie hatte in diesem Jahr wenig Erfolg, bei ihr sind alle kaputt gegangen. Sieht nach einer Tomatenkrankheit aus.“, erzählt Pater Stanislaus. „Täglich essen wir Patres Tomaten, teilweise hatten wir zu wenige davon. Aber nun was zu viel ist, wird eingekocht und dann haben wir Tomatensaft für den Winter. Der Saft wird in Gläser abgefüllt und dient für Tomatensuppe oder -soße,“ fügte er an.

Voller Stolz zeigt „Obergärtner“ Pater Stanislaus schließlich seine rund 40 Obstbäume, die einen Großteil des Gartens in Beschlag nehmen. Vor allem die uralten Apfelsorten, wie der schmackhafte Kornapfel, der Gravensteiner, die Renette oder der Boskop stoßen ebenso auf große Bewunderung wie die Birnbäume, Süßkirschenbäume und Zwetschgenbäume. „Natürlich darf in unserem Garten ein kräftiger Walnussbaum nicht fehlen. Vor ein paar Jahren wurden Sauerkirschen-, Ringlo-, Quitten- und Zwetschgenhalbstammbäume neu gepflanzt“, erzählte der 49-jährige Pater.
Das Arbeiten in Gottes freier Natur macht ihn sichtlich einfach Spaß. „Ich möchte mit meinen Händen etwas bewegen,“ betonte er und zeigte dabei auf einen Birnbaum, den er vor drei Jahren erstmals geschnitten hatte. „Sieben Jahre lang hatte er keine Früchte getragen. Dann hab ich ihn kahl geschnitten und jetzt sind nicht nur viele, sondern auch so große Birnen dran“, erzählt er voller Stolz. Außerdem macht das Stutzen die Äste stabil und sorgt dafür, dass der Baum nicht unkontrolliert in die Höhe wächst. „Der ganze Baum war mit der Rostkrankheit befallen und dadurch hatte er immer die Früchte abgeworfen. Wer schöne Bäume haben möchte, kommt um einen regelmäßigen Baumschnitt nicht herum. Denn dadurch gelangt genug Sauerstoff und Licht an die Pflanze“, erklärt der Wallfahrtsseelsorger. Auch ein Geheimnis seiner Obstbaumpflege hat der Pater parat: „So kipp ich den Rasenschnitt nach dem Mähen um den Baumstamm ab. Es gibt zum einen etwas Dünger und zum anderen saugt sich das Gras voll wenn es regnet. Somit trocknet die Erde nicht so schnell aus und der Baum hat Saft vom Boden“.

Vorbei an den Beeten mit Gemüse, Zwiebeln und Kresse führt der Weg zum Gäste-Haus vom Kloster. Dort befinden sich Weinreben entlang der Hauswand. Auch diese hat sich Pater Stanislaus bereits sehr erfolgreich angenommen. Die Ernte des Klostergartens gelangt nicht in den öffentlichen Verkauf. „Sie ist ausschließlich für den Eigenbedarf im Franziskanerklosters bestimmt”, merkt P. Stanislaus an.

Der Klostergarten ist eine Oase des Friedens, seit Jahren wird er nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet. Das Kreuz als Symbol des christlichen Glaubens bildet den Grundriss. Demnächst werde sich Pater Stanislaus und Mesner Tobias Hartmann gemeinsam um die Ministrantenhütte im Garten kümmern und wieder auf „Vordermann“ bringen.
Tobias Hartmann fühlt sich wohl in seiner Rolle als fleißiger Helfer hinter den Kulissen, seine Arbeit ist unglaublich vielseitig. Neben den üblichen Mesnerdienst kümmert er sich um die Außenanlagen der Basilika. „Rasenmähen gehört genauso zu meinem Job wie das Drapieren der Messgewänder. Natürlich unterstütze ich gerne Pater Stanislaus bei seinen Arbeiten im Klostergarten. Und in meiner Freizeit hab ich ja dann auch noch das Bienenhaus, um das ich mich kümmern muss. Es wird also nie langweilig“, erzählt der 29 -jähriger Basilikamesner.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

60-jähriges Priesterjubiläum von P. Johannes

84 Jahre ist er mittlerweile alt. Und seit 60 Jahre im Priesteramt – Franziskanerpater Johannes Thum hat deshalb am Sonntagvormittag im übersichtlichen Kreis im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen sein diamantenes Priesterjubiläum gefeiert. Aufgrund der Corona-Auflagen konnten nur wenige Gläubige dieses außergewöhnliche Jubiläum mitfeiern.

Dankbar blickte dabei Pater Johannes auf ein erfülltes Leben als Priester zurück. In seiner 60-jährigen Praxis als Seelsorger hat der Geistliche vieles erlebt. In seiner Arbeit war er stets überzeugt, dass der Mensch einen guten Kern habe.

Neben dem Jubilar standen Pater Bernhard Braun und als Festprediger Pater Benedikt Grimm am Altar. Hier schließt sich ein Kreis, denn Pater Benedikt war bis 2010 Guardian von Vierzehnheiligen und auch bei der Weihe von Pater Johannes am 4. August 1960 war er in München anwesend. Den Festgottesdienst auf der Rieger-Orgel bereicherte Dr. Markus Blomenhofer.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pater Benedikt aber nicht die große Lebensleistung des Jubilars, sondern er ging auf einen Gegenstand im katholischen Priestertum, den Messkelch ein. „Wir schauen ihn an, der Fuß steht fest auf der Unterlage. Etwas von der Unterlage geht in das ganze Gefäß über. In der Mitte der Knauf – der Griff. Hier packt man den Kelch, um ihn einzusetzen und zum Dienen zu bringen. Dann ist da die Cuppa – das eigentliche Gefäß, die Schale für den Wein, die das heilige Blut aufnimmt“, so Pater Benedikt. „Bei der Betrachtung des Kelches da geht es mir auf, dass das nicht nur ein Gegenstand ist, den wir in der Feier der Eucharistie so verwenden, sondern der Kelch hat eine Botschaft mitgebracht. Er ist wertvoll vom Material her und er dient. Er wartet bis er gebraucht wird, er ist immer bereit. Zunächst habe ich die Gestalt des Kelches entdeckt im heutigen Evangelium. Hierbei ging es um die Gestalt des Kelches in einer biblischen Geschichte. Ich denke, dass der Kelch die Botschaft mitgebracht hat, für das Fest, das wir heute feiern“, so der Festprediger weiter. Am Ende des Gottesdienstes sprach der Jubilar Worte des Dankes aus.

Pater Johannes wurde 1936 in Stuttgart geboren und trat 1954 in den Franziskanerorden ein. Nach sechsjährigem Theologiestudium wurde er 1960 in München durch Kardinal Julius Döpfner zum Priester geweiht. Es folgten 30 Jahre Seelsorger als Kaplan und Pfarrer in Bamberg St. Heinrich, München St. Gabriel und Nürnberg St. Ludwig. Danach etliche Jahre Ordensinsignien Aufgaben und in der Seelsorge für den Dritten Orden des Heiligen Franziskus.

Seit 2005 ist Pater Johannes nicht nur als Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen tätig, sondern er führt noch gewissenhaft die Hauschronik. Von 2006 bis 2016 war der Jubilar Spiritual der St. Franziskusschwestern.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

 

 

Die Jubelpaare beim Gottesdienst in der Basilikasilika

Wochenende für Jubelpaare in Vierzehnheiligen

Beim Wort „Ehe“ fällt heutzutage oft fast im selben Atemzug der Begriff „Scheidung“. Wie tröstlich und schön, dass auch im 21. Jahrhundert der vor Altar und Standesamt geschlossene „Bund fürs Leben“ hie und da immer noch dieser Beziehung gerecht wird.

Jahrzehntelang durch dick und dünn gegangene Paare feierten an zwei Wochenenden ihr 40., 50. oder gar 60. Ehejubiläum. Unter dem Motto „Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen“ luden die Bildungshäuser Vierzehnheiligen von Freitag Abend bis Sonntag Mittag ins Diözesanhaus ein. Dort hatte der Geistliche Rektor Professor Dr. Elmar Koziel sowie die Franziskusschwester Christina Schirner und die Gemeindereferentin Elfi Lurz aus Weißenbrunn ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt.

„Es war wunderschön, uns hat das Wochenende sehr gefallen“, erzählten Margot und Erwin Kühnlein aus Breitengüßbach. „Wir sind auf Empfehlung der älteren Geschwister meines Mannes gekommen, die selbst zu ihrem goldenen Jubiläum bereits hier waren. Meine Schwester hat in zwei Jahren auch ihr 50-jähriges Ehejubiläum, denen kann ich das nur empfehlen“, erzählte die Jubelbraut. „Zur Feier des Tages gehen wir mit unserer Familie noch nach Bad Staffelstein zum Brunch und später feiern wir noch etwas zuhause“, fügte Margot Kühnlein an.

Ein besonderes „Doppel-Ehejubiläum“ feierten zwei Ehepaare aus Melkendorf bei Litzendorf. Während Maria und Fritz Dorscht das diamantene Jubiläum feierten, darf die Tochter Manuela und mit ihrem Mann Peter den 40. Hochzeitstag feiern. „Es ist schon etwas einmaliges, wenn man mit seinen Eltern ein Ehejubiläum feiern kann“, erzählte Manuela Martin. „ Wir sind stolz darauf. Es war ergreifend und tiefsinnig, was einem hier an den drei Tagen geboten wurde“, erzählte Mutter Maria. „Ich war erst nicht so richtig überzeugt davon, aber ich hätte es sehr bereut wenn meine Schwiegermutter später davon erzählt hätte“, fügte der Schwiegersohn an.

Eine lange Anreise hatte das Ehepaar Stephanie und Joachim Skrzypek aus Braunschweig. „Ich war letztes Jahr mit einem Ausflug hier. Da hab ich es gesehen und es hat mir sofort gefallen, daheim hab ich es dann meinen Mann erzählt. Am Dienstag hab ich kurzfristig noch angerufen und zufällig war noch ein Platz frei. Es war ein tolles Erlebnis, eine Fügung Gottes, dass wir hier dabei sein durften. Bevor wir am späten Nachmittag heimfahren, schauen wir uns noch Kloster Banz an. Am nächsten Sonntag feiern wir unseren 40. Hochzeitstag“, erzählte Stephanie Skrzypek.

Fred und Karin Matuschek aus Marktzeuln haben in diesem Jahr ihren 40. Hochzeitstag gefeiert. „Von meiner Freundin hab ich einen Gutschein geschenkt bekommen. Mein Mann war zunächst zwar etwas skeptisch, ihm hat es aber auch sehr gefallen. Es waren drei wunderschöne Tage hier“, erzählte Karin Matuschek. „Die Vorträge waren sehr ergreifend, ich hab einige Taschentücher gebraucht“, fügte der Ehemann an. „Das war wieder einmal ein Wochenende, das einem vor Augen führt, was man bereits gemeinsam erlebte hat“, fügte sie an.

Am Sonntagmorgen konnte der Geistliche Rektor insgesamt 35 Ehepaare in der Basilika beim Festgottesdienst willkommen heißen. „Glaubt die Schule zu wissen, das 1 plus 1 gleich 2 ist. Aber ob diese Rechnung auch für Menschen stimmt, da mag man seine Zweifel haben, wenn man sich manche Begebenheiten vor Augen führt“, so Professor Dr. Elmar Koziel zu Beginn seiner Predigt. Sagt der Mann über seine Frau „Gut, dass ich sie habe. Allein bin ich ein bisschen schusslig, schon immer gewesen. Aber zum Glück denkt sie immer für mich mit“. „Schon das Mitdenken mit einem andern Menschen ist nichts Selbstverständliches. Ratschläge kosten etwas, weil es Mühe macht, sich in die Angelegenheiten eines anderen Menschen hineinzudenken und dann noch kompetente Antworten zu entwickeln“, erklärte der Geistliche. Wirkliche innere Anteilnahme ist keine Dienstleistung und wäre mit Geld auch gar nicht zu bezahlen. „Vor diesem Hintergrund kann uns umso mehr auffallen, welches Glück Menschen haben, die ihren Partner fürs Leben gefunden haben. Es ist das Glück, jemanden zu haben, dem wirklich an mir was liegt. Die Liebenden, die haben ihre zwei Leben miteinander verbunden, ja tief ineinander verschränkt. Ihre Zuneigung, ihre Liebe, ihr Versprechen hat die beiden verwandelt. Aus Zwei wurde Eins“, so der Geistliche Rektor zum Schluss.

Noch in der Basilika überreichte der Bräutigam eine Rose an seine Liebste, als Zeichen der Verbundenheit. Die romantischen Blicke, die sich dabei die Ehepaare zuwarfen, ließen erkennen, dass das Feuer der Liebe noch immer in ihnen brennt. Mit einem schmackhaften Mittagsessen ließen die Jubelpaare das gemeinsame Wochenende gemütlich ausklingen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

 

 

 

Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheiligen

Es sollte in diesem Jahr eine Jubiläumswallfahrt des Kindergartens Sankt Bernhard in Klosterlangheim nach Vierzehnheiligen werden. Doch wegen der Corona Pandemie wurden generell alle Wallfahrten abgesagt, so auch die des Kindergartens aus Klosterlangheim. Doch der 6-jährige Felix aus der Schmetterlingsgruppe machte sich stark für seine Wallfahrt zum Gnadenort und es war dann für ihn und seinen Freunden eine Wallfahrt, die sicherlich lange in Erinnerung bleibt. „Während der Corona Zeit schrieb er uns einen Brief. Darin wünschte er sich, dass zumindest für die Vorschulkinder eine Kindergartenwallfahrt stattfinden sollte“, erzählte die Erzieherin Diana Schmitt. „Daraufhin haben wir in Vierzehnheiligen angerufen und nochmals nachgefragt. So konnte schließlich doch noch der Wunsch von den Vorschulkindern erfüllt werden, natürlich unter Einhaltung der Corona Auflagen. „Ohne Blasmusik, nur begrenzte Teilnehmerzahl und ein Ersatztermin waren Auflagen für das wallen zur Wallfahrtsort“, fügte die Erzieherin.

So begaben sich in diesem Jahr bei sommerlichen Temperaturen nur die elf Vorschulkinder mit ihren Erzieherinnen, einem geschmückten Wallfahrtsbild und im Wind flatternden Fahnen singend und betend durch Klosterlangheim in Richtung Wald. Entlang des Wallfahrtswegs machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vierzehnheiligen.
Während der Wallfahrt blieben die Kinder an verschiedenen Stationen zum Beten und Singen stehen. „Unterwegs trafen wir Wanderer, denen sangen wir ein Lied aus unseren Repertoire. Das kam bei denen sehr gut an“, erzählte Diana Schmitt. Nach einer Brotzeit auf Baumstämmen im Wald und einer kurzen Rast am „Weißen Kreuz“, kamen die jungen Pilger gegen Mittag am Wallfahrtsort an. Am Hauptportal der Basilika warteten schon Pater Stanislaus und Kirchenschweizer Daniel Reitz. Der Franziskanerpater segnete die Schar und sparte dabei nicht mit Weihwasser. Dann zogen alle gemeinsam mit „Vierzehnheilige Schutzpatrone“, begleitet vom Basilikaorganisten Georg Hagel auf der Orgel, in die Basilika ein. Dies sorgte sowohl bei den „kleinen“ und den Erwachsenen für ein wahres Gänsehautgefühl. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht und zum Schluss segnetet Pater Stanislaus jedes Kind einzeln. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ führte dann der Kirchenschweizer Daniel Reitz die Wallfahrer aus dem Gotteshaus.

Im Klosterhof fand dann die Verabschiedungsfeier der Vorschulkinder statt. Als Abschiedsgeschenk und Wegbegleiter erhielt jedes Vorschulkind erstmals ein „Wallfahrts-Büchlein“ überreicht. Mit einen obligatorischen Eis endete die 25. Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheilgen.

Jedes Jahr geht der katholische Kindergarten am ersten Freitag im Juli auf Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Das ist für alle, die mitgehen ein großes Erlebnis und etwas Besonderes für die Vorschulkinder, die dann die Fahnen tragen dürfen. Die Idee für diese schöne Unternehmung hatte 1995 ein Kindergartenkind. Er machte den Vorschlag, dass doch auch Kinder auf Wallfahrt gehen könnten und nicht immer nur die Erwachsenen. So wurde die Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheiligen geboren.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen

Zur Ehre des Heiligen Christophorus gedachten am Sonntagnachmittag Gläubige in der Basilika Vierzehnheiligen dem Schutzpatron der Autofahrer. Unter Einhaltung der Corona-Auflagen fand zunächst eine kurze Andacht statt, bevor die Fahrzeuge auf den bis zum letzten Platz gefüllten Basilikavorplatz gesegnet wurden. „Es gibt heute einen besonderen Segen, der uns auf all unseren Wegen begleitet. Wenn wir uns an den Nothelfer Christophorus, dem Schutzpatron der Fahrer wenden, dann bitten wir ihn um seine Fürsprache bei Gott, um den Segen für uns alle, die in unseren Fahrzeugen unterwegs sind“, so Pater Stanislaus zu Beginn. „Der Segen soll bewirken, dass sie sich auf ihren Wege geborgen fühlen. Dieser Segen soll uns alle erinnern, dass Gott selbst unser Wegbegleiter ist“, so der Franziskanerpater weiter. Gemeinsam wurde die „Litanei zu Ehren der Heiligen Vierzehn Nothelfern“ gebetet.

Nach der Andacht lud Pater Stanislaus die Gläubigen zur Fahrzeugsegnung ein, was auch von den Gläubigen ausgiebig angenommen wurde. Viele Autos sowie Fahrräder und auch ein Traktor aus nah und fern waren auf den Vorplatz der Basilika abgestellt. Geduldig machten sich der Franziskanerpater auf den Weg, um zunächst das Gefährt mit dem Fahrer zu segnen. So kam Florian Fischer mit einem ausgemusterten Feuerwehrauto aus den 90er Jahre den „Heiligen Berg“ hoch. „Das Auto ist genau so alt wie ich. Das 220 PS starke Gefährt hab ich erst kürzlich aus Bochum erworben. Ich werd es in meinem Garten- und Landschaftsbau Betrieb einsetzen“, erzählte er. Manuel Würstlein aus Unterzettlitz ließ seinen neuen 130 PS starken Fendt 313 segnen. Für den 27- jährigen Nebenerwerbslandwirt ist dieses Fahrzeugsegnen wichtig. „Was die mit den Autos können, können wir doch mit den Bulldogs auch. Es gibt mir ein gutes Gefühl, denn ich bin sehr viel im Straßenverkehr unterwegs“, erzählte Würstlein. „Wenn man ein neues Fahrzeug kaufe, sollte es auch gesegnet werden“, fügte seine Begleiterin an.

Die katholische Kirche feiert nach alter Überlieferung am 24. Juli das Fest des Heiligen Christophorus. Die Legende sagt, dass der Heilige Christophorus das Christuskind durch einen Strom trug, deshalb nennt man ihn auch den Christusträger. In den östlichen Legenden soll Christophorus ein hundsköpfiges Ungeheuer sein, das erst durch die Taufe zum Menschen wurde. In den westlichen Legenden wird vom Christophorus erzählt, dass er dem Mächtigsten dienen wollte. Er schloss sich dem Teufel an, doch als er sah, dass dieser Angst vor dem Bildnis des gekreuzigten Herrgott hatte wusste Christophorus, dass dieser nicht der Mächtigste ist. 40 Jahre lang trug Christophorus die Menschen über den Strom, bis er eines Tages das Jesuskind trug in dem er seinen wahren Herren erkannte.

Text & Bilder: Gerd Klemenz