Glockenweihe mit Erzbischof Ludwig Schick

Pünktlich zum Kirchweihfest sind auch die sechs neuen Glocken in Vierzehnheiligen angekommen. Im Pontifikalamt am 08. Sept. wurden sie von dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweiht. Nach der Predigt sprach der Erzbischof das Gebet zur Glockenweihe. Anschließend zog er in der Prozession mit den Ministranten zu den Glocken hin. Vor der Segnung jeder einzelnen Glocke erklärte der Kirchenrektor P. Heribert die Namen der Glocken. Im Anschluss salbte sie der Erzbischof mit dem Chrisamöl, besprengte sie mit dem Weihwasser und beweihräuchte sie mit dem Weihrauch. Als letzes schlug er drei Mal mit dem Bischofsstaab auf.


Gebet zur Glockenweihe
Herr, des Himmels und der Erde, dich preist deine Schöpfung. Im Himmel und auf der Erde erschallt dein Lob. Voll Vertrauen bitten wir dich: Segne diese Glocken, die dein Lob künden. Sie sollen deine Gemeinde zum Gottesdienst rufen, die Säumigen mahnen, die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Glücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten. Segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocken dringen wird und führe so deine Kirche von überallher zusammen in dein Reich. Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.

Als erste segnet der Bischof die Bernhard und Benediktglocke. Diese beiden Heiligen stehen für die zisterziensische Tradition von Vierzehnheiligen.
Die Inschrift auf der Glocke lautet:
HEILIGER BENEDIKT – WAS GIBT ES SCHÖNERES ALS DIE STIMME DES HERRN DER UNS EINLÄDT
HEILIGER BERNHARD – ÖFFNE DAS OHR DEINES HERZENS

Als nächste segnet der Bischof die Franziskusglocke
Als Inschrift trägt sie den Text des Gebetes, das Franziskus auf der Suche nach dem rechten Weg vor dem Kreuzbild von San Damiano gebetet hat:
HÖCHSTER GLORREICHER GOTT, ERLEUCHTE DIE FINSETRNIS MEINES HERZENS UND SCHENKE MIR RECHTEN GLAUBEN, SICHERE HOFFNUNG UND VOLLKOMMENE LIEBE.

Als Dritte Glocke segnet der Bischof die „Regina coeli“-Glocke
Sie trägt die Inschrift:
REGINA COELI LAETARE QUIA QUEM MERUISTI PORTARE RESURREXIT SICUT DIXIT + + ORA PRO NOBIS DEUM + HALLELUJA
Freu dich, du Himmelskönigin, den Du zu tragen würdig warst, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Bitt Gott für uns, Halleluja

Als Vierte segnet der Bischof die „Ave maris stella“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Beginn eines Maria geweihten Hymnus
AVE MARIS STELLA DEI MATER ALMA ATQUE SEMPER VIRGO FELIX COELI PORTA
Meerstern ich dich grüße, erhabene Mutter des Herrn, immerwährend Jungfrau, glückliche Pforte des Himmels

Als fünfte segnet der Bischof die „Ave Domina Angelorum“-Glocke. Sie trägt die Inschrift:
AVE REGINA COELORUM AVE DOMINA ANGELORUM SALVE RADIX SALVE PORTA EX QUA MUNIDO LUX EST ORTA
Sei gegrüßt, Du Königin der Himmel, sei gegrüßt, du Herrin der Engel,
sei gegrüßt, du Wurzel, der das Heil entsprossen, du Tür, die uns das Licht erschlossen.

Als sechste Glocke segnet der Bischof die „Puer natus est“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Eingangsgesang zum Weihnachtsfest:
PUER NATUS EST NOBIS et FILIUS DATUS EST NOBIS
Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.

Der Klang der Glocken

Das erste anläuten der neuen Glocken in der Basilika Vierzehnheiligen. Der Klang ist einfach unbeschreibbar…

Die neuen Glocken sind nun in Vierzehnheiligen

Am Donnerstag morgen, 05.09.2019 kamen die neuen Glocken in Vierzehnheiligen an. Im laufe des Vormittags wurden sie vom LKW abgeladen und in die Basilika mit einem Gabelstapler hineigefahren. Dann folgte der Aufbau. Auf einem Eichenbalken wurden alle sechs Glocken mit dem Gesamtgewicht von 1.690 kg aufgehängt. Die größte Glocke wiegt 702 kg, die kleinste 82 kg.


Artikel aus der Regionalzeitung:

Eine ganz besondere Fracht kam am Donnerstagfrüh (05.09.2019) im Gottesgarten am Obermain an. Ein Sattelzug brachte dabei die sechs neuen, glänzenden Kirchenglocken der Gießerei Bachert aus Neunkirchen/Baden zum „Heiligen Berg“ hoch. Zoran Radojevic, der die Glocken transportierte, verriet, dass er im Normalfall andere Sachen transportiert und dieser Glockentransport schon etwas Besonderes für ihn war. „Am Mittwochnachmittag holte ich die neuen Glocken bei der Gießerei ab und fuhr dann los, damit ich heute früh rechtzeitig da war“, so Radojevic.

Mit viel Fingerspitzengefühl wurden nun die sechs Glocken vor dem Südportal der Basilika mit Hilfe eines Staplers abgeladen und die Paletten sicher in die Basilika abgestellt. Beim Einbringen der großen Bernhard Benedikt-glocke erklang sogar „Großer Gott“ auf der Chororgel. Nun galt es das ebenfalls mitgelieferte „Weihegestell“ auf den dafür vorgesehenen Platz vor dem Hochaltar in Stellung zu bringen. Daran wurden schließlich die neuen Glocken, mit einem Durchmesser von 487 bis 1045 Millimeter und einem Gewicht von 82 bis 750 Kilogramm, befestigt.

Ende April gab Albert Bachert den Guss für die neuen Glocken frei, die nun am Ziel angekommen sind. In den nächsten Wochen können sie in der päpstlichen Basilika bewundert werden und am Christkönigsonntag (24. November) soll das Geläut im Wallfahrtsort erstmals wieder erklingen.

Am letzten Samstag im August fuhren Basilika-Mesner Tobias Hartmann sowie Organist Georg Hagel ein letztes Mal nach Neunkirchen, um gemeinsam mit dem Glockensachverständigen Dr. Claus Peter die klangliche Abnahme der Glocken vor der Auslieferung beizuwohnen. Dabei wurden die exakten Tonhöhen des Nominal („Grundschlagton“) und die weiteren Obertöne der Glocke wie Terzen, Quinten und Oktaven sowie deren eventuelle Abweichungen und die „Nachhall-Zeit“ gemessen, dokumentiert und mit den Vorgaben der Auschreibung verglichen. Nach vier Stunden penibler Prüfung wurden alle Instrumente für außerordentlich gut befunden und haben die „Qualitätskontrolle“ grandios durchlaufen.

Am Sonntag, 8. September fand nun die Glockenweihe im Rahmen des Kirchweihgottesdienstes statt. Am Großparkplatz hinter der Absperrung, am Parkplatz hinter der oberen Schranke und am Fuß der Treppe von Wolfsdorf her war jeweils um 10 Uhr Treffpunkt für eine Sternwallfahrt, die sich dann mit dem Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick in die Basilika begab. Dort fand um 10.30 Uhr das Pontifikalamt zum Kirchweihfest mit Glockenweihe statt, das der Basilika-Chor Gößweinstein unter der Leitung von Regionalkantor Georg Schäffner mitgestalten. Anschließend war beim Fest auf dem Basilika-Platz für das leibliche Wohl gesorgt. Zum Abschluss des Festtages fand um 15 Uhr eine feierliche Orgelvesper mit Basilikaorganist Georg Hagel statt.

Text: Gerd Klemenz

Abnahme der Glocken

Am Samstag den 31.08.2019 fuhren Basilika-Mesner Tobias Hartmann und Organist Georg Hagel ein letztes mal zur Firma Bachert in Neunkirchen, um gemeinsam mit dem Glockensachverständigen Dr. Claus Peter der klanglichen Abnahme der Glocken vor der Auslieferung beizuwohnen. Dabei wurden die exakten Tonhöhen des Nominal („Grundschlagton“) und die weiteren Obertöne der Glocke wie Terzen, Quinten und Oktaven sowie deren evtl. Abweichungen und die „Nachhall-Zeit“ gemessen, dokumentiert und mit den Vorgaben der Auschreibung verglichen…

Nach vier Stunden penibler Prüfung wurden alle Instrumente für außerordentlich gut befunden und haben die „Qualitätskontrolle“, wie man es im Industrie-Bereich nennen würde, grandios durchlaufen.

Nun freut sich ganz Vierzehnheiligen, die „Stadt auf dem Berge“, auf die feierliche Ankunft der Glocken Ende der Woche. Danach werden sie geschmückt, in speziellen „Weihegestellen“ aufgehängt und vor dem Hochaltar plaziert, um in einem Pontifikalamt am Sonntag 08.09. 2019 um 1030 Uhr vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweiht zu werden.

Fahrzeugsegnung Vierzehnheiligen

Für viele Menschen steht der Urlaub vor der Tür oder unzählige Leute sind mit dem Auto unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Die Verkehrsmittel helfen dem Menschen, sein Leben zu gestalten. Kraftfahrzeuge sind ein unentbehrlicher Bestandteil im Leben des Menschen und der Gesellschaft geworden. Sie fordern ihn aber auch heraus, sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Natur bewusst zu sein. Damit dieser Einsatz und diese Verantwortung, mit seinem rechten Verhalten im Straßenverkehr auch unter dem Schutz Gottes steht, feierten zahlreiche Gläubige am vergangenen Sonntagnachmittag in der Basilika Vierzehnheiligen zu Ehren des heiligen Christophorus eine Andacht.

In seiner Predigt ging Pater Heribert zunächst auf die Legende des Heiligen ein, der seine Kraft in den Dienst des mächstigen Herren stellen wollte. Ein Einsiedler führte ihm hierbei vor Augen, dass dies nur Gott sein könne. An einer tiefen Furt trug der bärtige Riese Reisende durch den reißenden Fluss. Als er eines Tages einen Knaben auf die Schulter nahm, so wird erzählt, trug sich das Kind anfangs sehr leicht. Doch je weiter sie kamen, desto schwerer schien es zu werden. „Mir war es, als hätte ich die Welt auf der Schulter getragen“, soll er hinterher gesagt haben. „Der Christophorus ist ein aktueller Heiliger“, so der Franziskanerpater weiter und erinnerte dabei an die Bilder als das letzte Mal über Hochwasser berichtet wurde. Donau, Elbe, Mulde oder Saale waren zu reißenden Flüssen geworden, die Dörfer und Städte überfluteten. Da sah man den Christophorus von heute, in Gestalten von Feuerwehrleute. „Da wurde die Christophoruslegende in unseren Tagen lebendig“. Aber nicht nur Wasser können uns überschwemmen, so der Pater. Zum Beispiel die Werbung, in der wir zu ertrinken drohen. „Wer trägt uns durch diese Flut?“ fragte der Geistliche. Eine Flut von Sinnangeboten überschwemme unsere Gesellschaft mit teilweise zweifelhaften Ratgebern. „Wer gibt Orientierung und Halt?“ Mancher Helfer habe vielleicht auch Christus durch die Flut getragen, ohne es zu wissen. „Menschen in den Überschwemmungsgebieten brauchten und brauchen unserer Hilfe“, war sich der Pater sicher.

Nach der Andacht lud Guartian Heribert die vielen Gläubige zur Fahrzeugsegnung ein. Viele Autos und Motorräder aus nah und fern waren auf den Vorplatz der Basilika abgestellt. Geduldig machten sich die Franziskanerpatres Alexander und Heribert auf den Weg, um zunächst das Gefährt und anschließend jeden Fahrer einzeln zu segnen.
Christophorus ist der Schutzheilige aller Reisenden und zählt zu den 14 Nothelfern. Am Gnadenaltar wird er als großer, starker Mann dargestellt, der das Jesuskind auf der Schulter trägt und einen Baumstamm in Händen hält.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

27. Wallfahrt für behinderte und nichtbehinderte Menschen

Vierzehnheiligen: Die 27. Wallfahrt für behinderte und nichtbehinderte Menschen nach Vierzehnheiligen stand am Samstagnachmittag unter den Motto „Jesus, ich will dir sagen ….“. Die etwa 300 Besucher der Basilika erlebten einen lebendigen Gottesdienst mit viel Musik und Gesang. Zunächst machte sich ein langer Wallfahrtszug vom Seubelsdorfer Kreuz zum Gnadenort, der von einer Abordnung von Musikern aus Priesendorf umrahmt wurde. Auf dem Weg nach Vierzehnheiligen und in der Kirche hatte jeder Zeit, um in sich hineinzuschauen und zu spüren, was das Herz bewegt und was will man Jesus und Gott sagen. Es war auch Zeit dafür da, miteinander zu reden. Und wenn man mit Händen und Füßen kommunizieren oder mit einem Lächeln – sie verstanden einander.

Ein langer Pilgerzug von behinderte und nichtbehinderte Menschen zog in die Basilika ein

Am Wallfahrtsort wurde dann die Pilgergruppe vom Kirchenschweizer Daniel Reitz und Guardian Pater Heribert Arens am Südportal der Basilika feierlich empfangen. „Schön, dass ihr wieder da seid“, so Pater Heribert bei der Begrüßung. Hauptzelebrant des Wallfahrtsamtes war Diözesan-Hörgeschädigtenseelsorger Pater Gerhard Förtsch aus Bamberg. Pastoralreferent Albin Zeck, der für die Hörgeschädigtenseelsorge in der Region Oberfranken zuständig ist, übersetzte die Texte und Gebete in die Gebärdensprache der Gerhörlosen. Die in Blindenschrift verfasste Lesung trug Frau Hallmann vor. Wie das „Evangelium-Spiel“ zeigte, war Jesus oft bei Menschen zu Gast. Das zeigte sich am Beispiel von Maria und Martha auf. Maria erkannte ihre Chance: Sie konnte mit Jesus reden und ihn zuhören. Sie konnte Jesus sagen, was sie bewegt. Anstatt der Predigt gab es Beiträge der behinderten Gottesdienstbesucher.

Einen Tanz führte das Ensemble der Barmherzigen Brüder aus Gremsdorf auf

Einen Tanz führte das Ensemble der Barmherzigen Brüder aus Gremsdorf auf. In Gebärdensprache trugen Gehörlose aus der Region die Fürbitten vor. An der Gestaltung des Gottesdienstes in der Basilika beteiligten sich Gruppen verschiedener Einrichtungen. Pastoralreferent Peter Lachner begleitete den „Regens-Wagner-Chor“ mit der Instrumentalgruppe aus Burgkunstadt auf der Gitarre. Die Sänger, in weißen Chorhemden, saßen im Chorraum den Geistlichen gegenüber. An der Rieger-Orgel untermalte Georg Hagel die Gesänge und Refrains, die in breiten wellenförmigen Schwingungen den Kirchenraum erfüllten. Die Wallfahrt organisierte die Behindertenseelsorge der Erzdiözese Bamberg, der Katholische Frauenbund Bamberg und die Katholische Landvolkbewegung.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Kindergartenwallfahrt von Klosterlangheim nach Vierzehnheiligen

Unter dem Motto „Lauft nur, ich werde euch tragen, euch hinführen bis ans Ziel“, machen sich kleine und große Wallfahrer dieses Jahr auf den Weg zum Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Während es in zahlreichen Orten Wallfahrten für Erwachsene gibt, organisiert der katholische Kindergarten Sankt Bernhard in Klosterlangheim diese bereits zum 24. Mal.

„Als langjährige Wallfahrerin von Mistelfeld nach Gößweinstein bin ich stolz, den heimischen Nachwuchs eine solche Glaubenstradition näher bringen zu dürfen“, so Marina Lutz, die in diesem Jahr erstmals als Leiterin diese Wallfahrt organisierte. Es ist besonders schön, durch diese Glaubensaktion den Kindern die Basilika Vierzehnheiligen näher zu bringen, fügte sie an. Am Freitag früh (05. Juli) war es wieder einmal soweit. Bei sommerlichen Temperaturen zogen die Drei- bis Sechsjährigen mit ihren Erzieherinnen, einem geschmückten Wallfahrtsbild und im Wind flatternden Fahnen singend und betend durch Klosterlangheim in Richtung Wald. Entlang des Wallfahrtsweges machte sich die Gruppe auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Während der Wallfahrt blieben die Kinder an verschiedenen Stationen zum Beten und Singen stehen. Nach einer Brotzeit auf Baumstämmen im Wald und einer kurzen Rast am „Weißen Kreuz“, kamen die jungen Pilger gegen Mittag am Wallfahrtsort an. Dort warteten bereits die Eltern und Großeltern auf die kleinen Wallfahrer mit Blumensträuße. Am Busparkplatz warteten schon Pater Stanislaus und Kirchenschweizer Daniel Reitz. Der Franziskaner segnete die Schar und sparte dabei nicht mit Weihwasser. Dann zogen alle gemeinsam mit „Vierzehnheilige Schutzpatrone“ in die Basilika ein.

Pater Stanislaus zeigt den Kindergartenkindern den Gnadenaltar

Zu Beginn der Andacht fragte Pater Stanislaus: „Seid ihr denn alle schön nass geworden?“ und erklärte den Sinn des Weihwassers. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ führte dann der Kirchenschweizer Daniel Reitz die Wallfahrer aus dem Gotteshaus. Auf dem Vorplatz der Basilika gab es vom Kindergartenpersonal für jedes Kindergartenkind ein Eis als Belohnung für die Strapazen. Eine Abordnung der Leuchsentaler Musikanten aus Mistelfeld umrahmte musikalisch den Ein- und Auszug.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Priesterjubiläum in Vierzehnheiligen

Vierzehnheiligen: Am Herz-Jesu-Freitag feierten in der Basilika Vierzehnheiligen zwölf Priester der Erzdiözese Bamberg ihr Weihejubiläum. In der Zeit, in der viele die Priesterweihe empfingen und den seelsorglichen Dienst begonnen hatten, vor 25, 40, 50, 60 oder 65 Jahre war der Herz-Jesu-Freitag in jedem Monat ein besonderer Tag. Die heilige Messe wurde als Hochfest gefeiert, anschließend war Aussetzung und Anbetung des Allerheiligsten und Eucharistischer Segen. Am Herz-Jesu-Freitag wurde um Priesterberufungen gebetet. Bereits am Montagabend waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Es ist Zeit, den Herrn zu suchen“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von „Exerzitienmeister“ Pater Udo Küpper OSB aus der Abtei Münsterschwarzach statt.

Während des Pontifikalamt erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst

Zum Festgottesdienst am Freitagvormittag zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die päpstliche Basilika ein. Diese war durch zahlreiche Freunde, Bekannte und Verwandte gut gefüllt. Zunächst begrüßte Franziskanerpater Alexander Weissenberger die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Pontifikalamt, welches Georg Hagel musikalisch umrahmte. Im Juli feiert die Kirche besonders viele Heilige, die die Gesellschaft ihrer Zeit stark geprägt haben. Sie weisen auf einen unabdingbaren und unaufgebbaren Aspekt des Lebens und Wirkens Jesu, des Evangeliums und der Kirche hin – nämlich als Kirche die Gesellschaft mitzugestalten. Sie lassen uns auch über den priesterlichen Dienst in der Gesellschaft nachdenken, so der Erzbischof zu Beginn seiner Predigt. Kirche, wie sie Jesus will und braucht, ist mitten in der Welt gegenwärtig und engagiert. Die Aufgaben der Kirche sind im Griechischen ausgedrückt als „Martyria“ (Zeugnis geben vom Evangelium), „Leiturgia“ (den Gottesdienst feiern, der die Menschen zu Gott hinführt) und „Koinonis“ (Gemeinschaft aufbauen und Gemeinwohl fördern). Die ganze Kirche muss sich der dreifachen Aufgabe immer besinnen, heute besonders und die Priester müssen vorangehen. „Die Heiligen des Monats halten uns vor Augen, worum es in der Kirche gehen soll, was unser aller Ziel ist, nämlich „Martyria“, „Leiturgia“ und „Koinonis“, so der Erzbischof weiter. Das Evangelium, das Leben Jesu, die Kirche, fordern offene Räume und Öffentlichkeit. Kirche muss offen, frei und vielfältig sein. Das Verbindende ist das Evangelium und ist die Person Jesu und der dreifacher Auftrag der Martyria, der Leiturgia und der Koinonia, so Ludwig Schick am Ende.
Während des Pontifikalamts erneuerten die Jubilare die Erklärung ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Diözesanhaus für die Teilnehmer und ihren Angehörigen. In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum: 25 Jahre: Pfarrer Alexander Berberich, Pfarrer Helmut Hetzel, Pfarrer i.R. Thomas Schmelz und P. Heinz Weierstraß SDB. 40 Jahre: P. Rudi Palos SDB und Dekan Günter Höfer. 50. Jahre: Pfarrer i.R. Rudolf Dorbert, StD i.R. EGR Heinrich Hoffmann, Pfarrer i.R. EGR Udo Zettelmaier und Pfarrer i. R. EGR Baptist Schaffer. 60. Jahre: Pfarrer i.R. EGR Veit Dennert und 65 Jahre Pfarrer i.R. EGR Hans Pfister.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Zwölf Priester aus der Erzdiözese feierten ihr Weihejubiläum mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick in der päpstlichen Basilka Vierzehnheiligen

„Durchkreuzte Lebenspläne“ in Vierzehnheiligen

„Wir sind extra für diesen Gottesdienst hierher nach Vierzehnheiligen gekommen. Er war sehr bewegend und schön. Im nächsten Jahr kommen wir wieder und bringen noch ein paar Bekannte mit. Eigentlich schon schade, dass nicht mehr in der Basilika waren. Ich dachte schon, dass wir hier keinen Platz mehr bekommen“, so Edeltraut aus Ellwangen (Jagst) Kreis Ostalbkreis, im Osten Baden-Württembergs. Zusammen mit ihren Mann Peter nahmen etwa 50 katholische und evangelische Christen an diesen besonderen ökumenischen Gottesdienst in der papstlichen Basilika teil. „Wir haben extra Urlaub genommen und sind für zwei Tage hierher gekommen. Die 230 Kilometer haben sich wirklich gelohnt“, fügte ihr Mann Peter an. Bei Bekannte in Breitengüßbach haben beide übernachtet. „Aufmerksam wurden wir durch den Film über Vierzehnheiligen kürzlich im Bayerischen Fernsehen“, ergänzte sie.

Am frühen Freitagabend gestalteten die Franziskaner gemeinsam mit dem evangelischen Pfarramt Bad Staffelstein und den St. Franziskusschwestern eine eindrückliche Feier, an der erstmals von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Zapfendorf Pfarrer Kornelius Holmer teilnahm. Die anschließende Salbung mit kostbarem Rosenöl sollte die heilende Kraft des Gottesgeistes spürbar machen. Mit dem Thema „Durchkreuzte Lebenspläne“ spendete der ökumenische Segnungs- und Salbungsgottesdienst allen Trost, die Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Pater Heribert Arens, Pfarrer Kornelius Holmer und Schwester Alexia Hoderlein sprachen im Wechsel Gebete und lyrische Texte zum Nachdenken. Basilikaorganist Georg Hagel verband die Texte mit besinnlichen Orgelmeditationen und ließ so murmelnde Töne wie Wassertropfen aus einer Quelle der Hoffnung in den Kirchenraum hinabtropfen. Bei der eigentlichen Segnung schwoll der Klangzauber zu einem mächtigen Strom an.

Pfarrer Kornelius Holmer aus Zapfendorf hielt die Ansprache in der Basilika Vierzehnheiligen

Pfarrer Kornelius Holmer erklärte in seiner Ansprache, dass es durchkreuzte Lebenspläne überall gibt wo es Menschen gibt, auch die ganze Bibel ist davon voll. „Wir können dort auch unterschiedliche Wege wahrnehmen, wie die Menschen der Bibel mit diesen durchkreuzten Lebensplänen umgingen“, so der evangelische Geistliche und wies auf die Tages-Lesung aus dem Buch Jeremia hin. Gottes Wege sind oft nicht leicht zu verstehen. „Durchkreuzte Lebenspläne gibt es in unserem Leben die Frage -Warum- hilft uns es bei der Bewältigung von Krisen nicht wirklich weiter. Aber diese Frage ist für uns trotzdem eine wichtige Frage. Denn wir möchten Dinge verstehen, insbesondere dann, wenn unser Leben durch sie durcheinandergebracht wurde“, fügte er an. Die Warum – Frage sucht nach Schuldigen. Wer ist daran schuld, dass Lebenspläne zerstört werde. Allerdings wird diese Frage nicht offen gestellt, sondern „Warum geschieht ausgerechnet mir das?“ Pfarrer Holmer appellierte, dass wir in unserem Leben die Situationen annehmen und darauf achten, wie es weitergehen kann. „Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir durchkreuzte Lebenspläne auch als Chance für uns annehmen, um mit Gott wieder ganz neu anzufangen“, so der evangelische Pfarrer zum Schluss. Nach dem Schlusssegen lud Pater Heribert kurz in den Klostergarten ein.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Pater Heribert (mitte) im Klostergarten nach dem ökumenischen Gottesdienst mit Franz, Maria, Edeltraut und Peter

Mariensingen

Eine Marienandacht mit fränkischen Marienliedern wurde kürzlich in der Basilika mit Texten, Liedern und Musik aus der fränkischen Heimat umrahmt. Die „Kronicher Maala“ unter der Leitung von Monika Tschernitschek, der „Graatzer Dreigesang“ mit Heinrich Geßlein und die „Kemmärä Kuckuck“ mit ihrem musikalischen Leiter Hans-Dieter Ruß verstanden es, die Herzen der über 200 Gläubigen zu bewegen. Gebete zur Mutter Gottes Maria wurden zwischen einzelnen Liedvortägen von Marion Töppke vorgetragen.
Eröffnet wurde der Nachmittag von den Kemmärä Kuckuck mit „Menuett“. Das Menuett ist ein alter höfischer Gesellschaftstanz französischen Ursprungs und ein wichtiger Tanz der Barockzeit und Klassik. Es wurde in musikalisch stilisierter Form nach 1750 zum festen Bestandteil der klassischen Sinfonie. Nach „O König sei gegrüßt“ von den Kronicher Maala sangen alle in der Basilika zusammen „Maria zu lieben“. Dies wurde musikalisch von den „Kemmärä Kuckuck“ mit dem Akkordeon, dem Kontrabass und dem Hackbrett begleitet. „Gegrüßet seist du Maria“ von Heinrich und Hans-Jürgen Geßlein, Peter Bartosch besser bekannt als Graatzer Dreigesang, folgte. Nach „Da knie ich Maria“ von den Kemmärä Kuckuck sangen die vier Frauen der Kronicher Maala mit ihren hellen Sopran „Zu dir o Maria“. „Hier vor deinem Bilde“ von den Kemmärä Kuckuck und „Der Engel des Herrn“ und „Maria ging im Garten“ vom Graatzer Dreigesang sowie mit „Sancta Maria“ von den Kronicher Maala setzten das Programm fort. Eigens für Schiffswallfahrten nach Bornhofen hat im Jahre 1842 der Dichter und Schriftsteller Guido Görres (1805–1852) das weit über die Grenzen hinaus bekannte Wallfahrtslied: „Geleite durch die Wellen“ geschrieben. In der Basilika wurde dies von den Kemmärä Kuckuck vorgetragen. Bei der anschließenden Mutter-Gottes-Litanei sangen alle kräftig bei „Mutter Gottes wir rufen zu dir“ nach der Grüssauer Melodie kräftig mit. Bei „Einen Ort weiß ich auf Erden“ von den Kronicher Maala wurde Gedanken an die Schwarze Madonna von Altötting wach. Das bekannte „Sei gegrüßt, du Gnadengarten“ und populäre Marienlied des katholischen Publizisten Guido Görres (1805–1852) „Es blüht der Blume eine,“ das seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im katholischen Milieu weit verbreitet war, trug der Graatzer Dreigesang vor. Die Kronicher Maala mit dem „Abendgruß für Maria“ bewegte die andächtigen Zuhörer.

„Kemmärä Kuckuck“

In seinen Schlussworten ging Pater Stanislaus auf die Verbindung von Pfingsten und der Mutter Gottes ein. Nach dem Segen stimmten alle nochmals beim fränkischen Marienlied, „O himmlische Frau Königin“ ein. Das fachkundige Publikum dankte den Gruppen aus der Region für ihre gelungene Darbietungen mit einen warmen Applausregen und verließ die Basilika erst nach Irischen Segenswunsch „Möge die Straße uns zusammen führen“ vom Graatzer Dreigesang. Veranstalter war neben den Franziskanern der Basilika Vierzehnheiligen die Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik, der Bezirk Oberfranken und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

vier Frauen der Kronicher Maala überzeugten mit ihrem Gesang