Kirchweih in Vierzehnheiligen

Mit einem feierlichen Hochamt, zelebriert von Guardian Pater Maximilian, wurde in der Wallfahrtsbasilika am vergangenen Sonntag Kirchweih gefeiert. Seit ihrer Weihe durch den Bischof ist diese Kirche Bezugspunkt für viele Menschen. Viele kommen auch gezielt zum Gebet und sitzen still hier und vertrauen darauf, dass Gott sie hört und erhört. Viele kommen zu den Gottesdiensten, zur Eucharistiefeier und zum privaten Gebet. Zu Beginn des Kirchweihgottesdienstes bat Pater Maximilian für Verständnis, dass die Eingangstür bereits vor Gottesdienstbeginn verschlossen werden musste. Bedingt durch die Corona-Auflagen sei eben nur Platz für eine begrenzte Anzahl Gläubige im Gotteshaus vorhanden. So verfolgten bei Sonnenschein knapp 100 Besucher und Besucherinnen auf dem Vorplatz der Basilika das Hochamt. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pater Maximilian das Lied „Ein Haus voll Glorie schaut“. „Gerne singen wir dieses Lied zur Feier der Kirchweih, denn an diesem Tag dürfen wir stolz sein auf unsere Kirche. Wir verdanken diesen Kirchenbau unseren Vorfahren, die mit erheblichem finanziellen Aufwand und unter körperlicher Anstrengung Großartiges geschaffen haben“, so Pater Maximilian zu Beginn. Fernseh-Moderator Günther Jauch sei einmal gefragt worden, welches Lied ihm im Gotteslob am besten gefällt. Er soll geantwortet haben: „Mein Lieblingslied war schon als Ministrant ‘Ein Haus voll Glorie schauet’. Es vermittelt Kraft und Zuversicht und ermuntert den Organisten unserer Pfarrei, immer besonders dynamisch in die Tasten zu greifen und zu treten.“ Joseph Mohr hat sowohl den Wortlaut als auch die Melodie des Kirchweihliedes komponiert. „Wahrscheinlich hatte er dabei den majestätischen Michaelsberg mit dem markanten Kirchturm in seiner Heimatstadt Siegburg vor Augen. Er erlebte oder träumte im 19. Jahrhundert von einer Kirche, die einer Trutzburg mit festen Wehrtürmen und einem Haus auf solidem Fundament glich, dem selbst der schlimmste Sturm nichts anhaben konnte“, fügte der Franziskanerpater an. Mohr übertrug den Stil der patriotischen Lieder seiner Zeit sehr geschickt auf dieses Kirchenlied, das seinerzeit schnell populär wurde. „Der Rhythmus ist stark vom preußischen Militärmarsch beeinflusst, die Melodie suggeriert Macht und Kraft, der Text knüpft bewusst an das damals verbreitete Zusammengehörigkeitsgefühl an. Mohr versucht so, militärmusikalische Traditionen für seinen Kampf gegen die politische Macht einzusetzen. Als die Kirche dann 50 Jahre später erneut der Verfolgung ausgesetzt war, diesmal durch das nationalsozialistische Regime, diente das Lied bei der Fronleichnamsprozession als mutiges Bekennerlied des freien christlichen Glaubens“, erklärte der Guardian. Für unsere Zeit klingt der ursprüngliche Liedtext schon ein wenig altertümlich und befremdlich. Daher hat 1972 Hans Marx den Text durch eine eher dynamische und zeitgemäße Neufassung ersetzt. „Die erste Strophe hat er unverändert übernommen, ansonsten aber atmet die textliche Neufassung des Liedes die Aufbruchsstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Kirche als pilgerndes Gottesvolk auf dem Weg beschreibt, sich von burgähnlichen Kirchenbauten eher distanziert und stattdessen das Bild der Kirche als Gottes Zelt auf Erden wählt“, fügte der Pater an. „Seht Gottes Zelt auf Erden!“ heißt es in der vierten Strophe. Ein ganz anderes Bild von Kirche. „Die Kirche als Zelt Gottes auf Erden, ich finde dieses Bild höchst sympathisch, denn es trägt in sich auch den Gedanken einer Kirche, die zu den Menschen kommt, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind, und das heißt: eine Kirche, die am Leben der Menschen Anteil nimmt“, erläuterte Pater Maximilian. Am Fest der Kirchweih weiten wir unseren Horizont und schauen im Geist hinüber in die Welt Gottes, ins ewige Haus voll Glorie. Und wir danken Gott dafür, dass er uns schon hier auf Erden einen Ort schenkt, wo wir dieses Haus voll Glorie erahnen. Hier können wir zu uns selbst kommen und uns konfrontieren lassen mit der ganz anderen Wirklichkeit Gottes. Hier im Haus Gottes können wir uns neu ausrichten lassen auf das ewige Haus Gottes. Basilika Organist Georg Hagel ließ zum Festtag an der großen Rieger-Orgel alle Register erklingen. Hierbei ging vielen das Herz auf.

Text & Bilder: Gerd Klemenz
Stand: Sept. 2021

Der Gottesgarten am Obermain

Der „Gottesgarten am Obermain“ ist ein Landstrich, der sich mit malerischen Dörfern, bunten Obstwiesen, schroffen Felsformationen und munter rauschenden Bächen wie ein riesiger Landschaftspark ausbreitet. Kloster Banz, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und der Staffelberg ragen als krönende Landmarken heraus. Am Sonntagnachmittag griff Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold bei einem Vortag der „Freunde des Gottesgartens Bad Staffelstein“ das Thema „Wie aus dem oberen Maintal der Gottesgarten wurde“ auf. Eine bemerkenswerte Landschaft, die binnen Jahrhunderten vom Menschen von der Natur- zur Kulturlandschaft geformt wurde. Hätten die Menschen nicht hier gesiedelt, würden Auenwälder im Tal und vermutlich Laubwälder an den Hängen dominieren. Die Landschaft in ihrer Gestalt, auch die Wälder in ihrer heutigen Gestalt sind aber von Menschen gemacht, so Dippold. Er erläuterte, dass der Begriff „Gottesgarten“ erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert in politischen Reden verwendet wurde. Er stamme aus dem berühmten Gedicht „Wanderfahrt“ von Josef Victor Scheffel, damals noch ohne -von-, diesen Namenszusatz erhielt er erst zum 50. Geburtstag, so der Bezirksheimatpfleger.
Scheffel stand im Dienst der Fürsten Fürstenberg und wollte in Eisenach einen Wartburg-Roman schreiben, was erfolglos bleib. Mit der frisch eröffneten Bahn fährt er später von Gotha durch Thüringen bis zur Endstation nach Lichtenfels. Dort erinnert es sich, wie er als Heidelberger Student 1845 einmal in Banz war. In Banz kommt er allmählich wieder in eine heitere Stimmung und schreibt fröhliche Gedichte, unter anderem 1859 auch das Gedicht „Wanderfahrt“. Hier heißt es: „Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten“. Hier erscheint erstmals in diesem populären Gedicht das Wort für diesen Raum. In den 1870er Jahren wurde es vom Würzburger Stadtkämmerer Valentin Eduard Becker vertont und daraus wurde dann das Frankenlied, die inoffizielle Landeshymne von Franken. „Könnte man das Lied nicht singen, könnten es wenige auswendig. Aber so wird das Lied gesungen und so war es auch im letzten Jahrhundert“, so Dippold. „Wallfahrer ziehen durch das Tal“, das ist etwas was Scheffel in Banz selbst erlebt hat. Er sah die Wallfahrer, die vom Westen über die Hassberge und den Banz-Berg zogen, mit dem Ziel Vierzehnheiligen. Wenn man von dort kommt, dann versteht man auch, warum und wie Balthasar Neumann im 18. Jahrhundert die Fassade dieser Kirche gestaltet hat. Es ist eine hoch aufragende Fassade mit zwei Türmen, eine Fassade, die in ihrer Fenstergliederung weniger einer Kirche, sondern mehr der Architektur eines Palastes entnommen ist, so Dippold. Die großen Fenster in der Beletage – im ersten Stock, sind typisch für den Palast. Es ist der Palast des Allmächtigen und der 14 heiligen Nothelfer und natürlich auch der Mutter Gottes, die ja bekanntlich auch Patronin von Vierzehnheiligen ist. Es sei deren Palast, den er da gebaut hat und der durch die hoch aufragende Fassade weithin sichtbar sein sollte. „Die Kirche selbst geht auf Heiligen-Erscheinungen zurück und ist damit die erste Kirche der Christenheit, die diesen Ursprung hat“, so Dippold.

Nun ging der Professor auf die Überlieferung der Erscheinung ein. Die 14 Heiligen, drei Frauen und elf Männer, sind wohl schon im 13 Jahrhundert im Bistum Passau an der Donau von einem geschulten Theologen erdacht worden. Diese 14 Nothelfer hatten aber noch kein so richtiges Kultzentrum. Es gibt in diversen Kirchen zwar 14-Nothelfer-Altäre, aber hier in Vierzehnheilgen bekommen sie aufgrund der Erscheinung eine Kapelle errichtet. Schon früh kommen Wallfahrten aus Böhmen, aus dem Bistum Würzburg, aus dem Raum Eichstädt, ja selbst Gläubige aus Sachsen kommen und suchen Hilfe für ihre Anliegen. Die Wallfahrten haben natürlich auch Höhen und Tiefen. Tiefen im Reformationsjahrhundert, als nicht nur Sachsen evangelisch wird, sondern bis Ende des 16. Jahrhundert auch viele Menschen in der Region. Wallfahrten seien damals nahezu veracht worden, so Dippold. Als die Wallfahrten nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufblühten, erschien dem Kloster Langheim die Kirche zu klein und nicht modern. Hier war ein Ort an dem sich das Kloster Langheim, eines der reichsten fränkischen Klöster, präsentieren konnte. Deshalb sollte eine besondere Kirche gebaut werden, die weithin sichtbar ist. Und genau diese Möglichkeit tat sich am Hang zum Maintal hin auf. Bei der Planung habe sich Balthasar Neumann aber auch auf das bestehende Kloster Banz bezogen. Die Kirche in Vierzehnheiligen ist leicht in der Achse gedreht, sie ist somit nicht geostet. Damit die Sichtachse vom Hochaltar durch den Gnadenaltar und durch die geöffnete Tür auf Banz genau ausgerichtet ist. Banz liegt wie eingerahmt im Türstock, was durch die Bäume leider nicht mehr zusehen ist. Dies sei laut Dippold umso bemerkenswerter als das Kloster Langheim ein Zisterzienserkloster, Kloster Banz hingegen ein Benediktinerkloster war. Im 19. Jahrhundert gab es dann Beschwerden über die schlechten Wege nach Vierzehnheiligen. Aus Langheim her kam man gut über den „Frankenthaler-Weg“ nach Vierzehnheilgen. Ab 1691 standen übergroße Sandsteinreliefs am Wegesrand, die die Leidensgeschichte Jesus aufzeigten. Einige Reliefs wurden wahrscheinlich im frühen 20. Jahrhundert vom Wegesrand entfernt und in Vierzehnheiligen beim Klosterfriedhof aufgestellt. Auf dem Weg von Lichtenfels nach Vierzehnheiligen gibt es noch heute einige dieser Sandsteinreliefs.

Weiterhin findet man im wunderschönen Maintal zwischen Vierzehnheiligen, Staffelberg und Kloster Banz in der freien Natur auch heute noch zahlreiche historische Marter. Dabei unterscheidet man Bamberger Marter und Würzburger Marter. Nächster Haltepunkt im Rahmen des Vortrags war der „Banz-Blick“, der 2010 vom Bund Naturschutz erstellt wurde. Hier genoss man bei herrlich Sonnenschein den wunderschönen Blick auf Kloster Banz. Gräfin Alberada von Schweinfurt und ihr Mann gründeten um 1071 auf der Burgstelle eine Benediktiner-Abtei, die bis zur Säkularisation das älteste Kloster am Obermain war. Banz ist im späten Mittelaltar ein Kloster, in das nur Adelige als Mönche eintreten können. Diese lebten nicht wie Benediktiner Mönche. Sie hatten Besitz und damit auch einen angemessen Lebensstand. Ende 1575 wird Banz ein „normales“ Benediktinerkloster, das sich dann im 17. Jahrhundert ganz vorteilhaft entwickelt. 1664 bekommt das Kloster mit Otto de la Bourde einen neuen Abt. Er erwarb sich große Verdienste bei der Wiederherstellung der Abtei, welche unter dem Bauernkrieg und der Reformationszeit schwer gelitten hatte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste das Kloster neu gebaut werden. Die Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring beauftragten Leonhard Dientzenhofer und nach dessen Tod 1707 seinen Bruder Johann. Die Bauarbeiten begannen 1698 und 1719 wurde die Kirche dem Heiligen Dionysius und dem Heiligen Petrus geweiht. Auf dem Areal der alten Kirche entstand im Anschluss an den Chor der Kirche 1732 der Konventsflügel. Er ist talseitig durch die bereits 1728 angelegten Terrassen begrenzt. Der letzte große Bauabschnitt widmete sich ab 1750 der Neugestaltung des Vorhofes und seiner Wirtschaftsgebäude. Nach Plänen von Balthasar Neumann wurden um den prächtigen Ehrenhof die Klostergebäude zu einer repräsentativen Vierflügelanlage ergänzt, wobei der berühmte Baumeister besonders Wert auf strenge Achsensymmetrie legt.

Am Ende des knapp zwei stündigen Rundganges ging Professor Dippold auf die Baumreihe von Seubelsdorf Richtung Vierzehnheiligen ein. Eugen Horber vom Bezirksamt Lichtenfels ist um 1930 für die Verkehrssicherheit zuständig. Erfolg hatte Horber auch mit seinem Bemühungen, den Wallfahrtsweg vom Seubelsdorfer Kreuz nach Vierzehnheiligen neu zu gestalten. Auf sein Betreiben hin entstand ein „doppelspuriger“ Weg, so dass sich Wallfahrer und Landwirte nicht ins Gehege kamen. Eine Reihe von 80 Linden trennen beide Wege. Die Baumreihe besteht zum großen Teil bis heute und bildet eine reizvolle Landmarke. „Wir lieben und wertschätzen den Gottesgarten um Bad Staffelstein. Wir wollen ihn so erhalten, wie er ist. Der Blick eines jeden Wanderers, Wallfahrers und Erholungssuchenden soll auch in Zukunft, ungestört vom Tal aus hinauf zu den Bergen und Hügeln rings um das Maintal schweifen können. Mit Vorträgen, geführte Wanderungen und weiteren Aktionen, wollen wir auf die Schönheit des Gottesgartenshinweisen und für dessen Erhaltung kämpfen, warb Vorsitzender Michael Enders zum Abschluss für die „Freunde des Gottesgarten.

Text & Bilder: Gerd Klemenz
Stand: 20. Sept. 2021

 

Wieder ein Gerüst an der Basilika Vierzehnheiligen

Knapp acht Wochen nachdem des Gerüst an der Westfassade abgebaut wurde, steht seit 2. September wieder ein Gerüst an der Wallfahrtsbasilika – diesmal allerdings an der Südfassade. Basierend auf dem bisherigem Erkenntnisstand ist ein Maßnahmenfenster -einschließlich Gerüststellung – bis Ende Oktober 2021 anberaumt. Der Grund für die aktuelle Gerüststellung sind Untersuchungs- und Kartierungsarbeiten, die einer detaillierten Zustandsfeststellung für die Planung/ Konzepterstellung für weitere Instandhaltungsarbeiten dienen soll.
(Anmerk: Die Kartierung ist in den Geowissenschaften die raumbezogene Erfassung von geologischen, bodenkundlichen, ingenieurgeologischen oder anderen geowissenschaftlichen Daten im Gelände. Grundlage dieser Arbeiten ist eine genaue topografische Karte, die als Basiskarte dienen kann).
Konkret werden unter anderem Dachöffnungen zwischen den konkav verlaufenden Strebebögen des Seitenschiffes vorgenommen, die eine Begutachtung der Dachkonstruktion durch einen Statiker ermöglichen soll, da eine Zugangsmöglichkeit der Dachräume vom Kircheninneren her, baulich nicht vorhanden ist. Zugleich erfolgt eine Schadenskartierung der Natursteinfassade sowie der vorhanden Skulpturen. Weiterhin finden vereinzelt Untersuchungen am Naturstein sowie Materialbemusterungen sowie kleinere aber dringende Reparaturarbeiten statt. „Die Maßnahmen wurden im Vorfeld geplant und sind keine Reaktionen auf Starkwetterereignisse aus jüngster Zeit und etwaiger Folgeschäden“, versicherte Jan Simon vom Staatlichen Bauamt Bamberg auf Nachfrage.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Stand 15. Sept. 2021

Jubelpaare feiern in Vierzehnheiligen

Das Zueinander in Ehe und Partnerschaft soll nicht vom Willen, den anderen zu beherrschen bestimmt sein, sondern vom gegenseitigen Dienen. Ein Ehejubiläum ist ein Anlass zurückzuschauen. Auf gute und frohe Stunden, vielleicht auf manches Schwere, das man gemeinsam meistern konnte, und immer auf das Geschenk, nicht alleine durchs Leben gehen zu müssen. Aus der gesamten Erzdiözese kamen kürzlich an zwei Wochenenden zahlreiche Jubelpaare, die bereits seit 40, 50. 60 oder gar 65 Jahren verheiratet sind, um in Vierzehnheiligen gemeinsam zu feiern. Der Geistliche Rektor der Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen Domkapitular Professor Dr. Elmar Koziel, lud ein Wochenende lang unter dem Motto „Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen …“ ins Diözesanhaus ein. Seit einigen Jahren wird hier dieser Brauch gepflegt und sehr gern angenommen. Der Geistliche Rektor sowie die Franziskusschwester Christina Schirner und die Gemeindereferentin Elfi Lurz aus Weißenbrunn hatten wieder ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt. Neben gemeinsame Gespräche, Zusammenkünfte und Vorträge stand auch ein bunter Abend sowie eine Matinee mit dem Bamberger Geschichtenerzähler Erik Berkenkamp an. Viele Lebenserfahrungen durch die Jubelpaare konnten untereinander ausgetauscht werden. „Es war wunderschön, uns hat das Wochenende sehr gefallen“, erzählten Marianne und Karl Sennefelder aus Burgebrach. „Wir sind auf Empfehlung einer Bekannten gekommen. Unser 50. Hochzeitstag war im April, aber wegen Corona kam keine Feier zustande. Heute ist auch unser Sohn Markus mit seiner Birgit zum Gottesdienst in die Basilika gekommen. Beide werden denmächst heiraten“, erzählte die Jubelbraut. Ihr Goldene Hochzeit feierten im Juli Georg und Hildegard Wiesheier aus Sassanfahrt. „ Es war ergreifend und tiefsinnig, was einem hier an den drei Tagen angeboten wurde. Am Nachmittag gehen wir noch einmal in Basilika und dann geht´s nach Hause. Ich muss nämlich noch einen Kuchen backen, denn mein Mann hat morgen seinen 77. Geburtstag“, erzählte Hildegard. „Zu unserer Goldenen Hochzeit haben wir von unserer Kirchenverwaltung das Wochenende als Geschenk bekommen“, so Georg und Gertrud Dennert aus Eckersbach. „Wir haben eine enge Verbindung zu Vierzehnheiligen. Ich bin Wallfahrtsführer unserer Fußwallfahrt, die jedes Jahr im Juli zum Gnadenort wallt. Außerdem bin ich Kirchenpfleger und Mesner in Eckersbach“, so Georg Dennert. „Sehr besinnliche und wunderschöne Tage bei einem gutem Programm haben wir hier verbracht“, fügte die Ehefrau an. „Wir waren schon bei unserem 40., 50. und 60 Ehejubiläum bei den Jubelwochenenden dabei, es waren immer schöne Tage“, so Bernhard Reuß aus Klosterlangheim. Er und seine Anni feiern ihre Eiserne Hochzeit im Oktober. Den gemeinsamen Glauben nannten beide als wichtige Grundlage für die 65 Jahre ihrer Ehe. „Mein Mann war 25 Jahre und ich 22 Jahre alt als wir geheiratet haben. So jung heiratet heutzutage niemand mehr. Wenn man den richtigen Partner hat und alt genug wird, dann kann man auch so ein Fest erleben“, erzählt die Jubelbraut freudig. „Vertrauen, Treue und Ehrlichkeit aber auch gleiche Interessen sind das Wichtigste. Man muss sich auf seinen Partner verlassen können“, gaben beide als Tipp für ihre langjährige Ehe. Mit zunehmendem Alter werde auch die Gesundheit als Glücksfaktor in der Beziehung wichtiger. Höhepunkt des Treffens für die Jubelpaare war ein feierlicher Jubiläumsgottesdienst mit Professor Dr. Elmar Koziel am Sonntagmorgen in der Basilika. Angehörige, Verwandte und Freunde feierten Coronakonform mit den 36 Jubelpaaren Eucharistie. „Wenn sich zwei nach so vielen Jahren so nah geblieben sind. Wo so viel Interesse und Anteilnahme von außen kommt, bleibt die naheliegende Frage nicht aus: „Wie erreicht man das? Wie haben es die Paare, die schon so lange miteinander durchs Leben gehen, bewerkstelligt und hinbekommen?“, fragte der Domkapitular zu Beginn seiner Predigt. Es wird etwas mit dem Wörtchen „Liebe“ zu tun haben. Doch wiederum nicht so, dass man sich an das Motto halten dürfte: „Die Liebe kommt und die Liebe geht“. Und natürlich ist der Bestand der Liebe nichts, was man allein in der eigenen Hand hätte. „Wenn ich auf die Zeugnisse der Jubelpaare selber höre, dann kann man den aktiven Beitrag, den die zwei zum Bestand ihrer Liebe und damit ihrer ehelichen Gemeinschaft und Partnerschaft geleistet haben, wohl in der Hauptsache auf einen Begriff bringen“, so der Geistliche Rektor. In ihrer Ehe und Partnerschaft regiert nicht der Eigennutz, nicht das Eigeninteresse. Sondern an erster Stelle die Teilnahme am Wohl und Wehe des Anderen. „Das ist Zuneigung, das ist Liebe, das ist insbesonere auch der Geist christlicher Liebe“, so Elmar Koziel zum Schluss. Noch in der Basilika überreichte der Bräutigam eine Rose an seine „Liebste“, als Zeichen der Verbundenheit. Die romantischen Blicke, die sich dabei die Ehepaare zuwarfen, ließen erkennen, dass das Feuer der Liebe noch immer in ihnen brennt. Den Partner fürs Leben gefunden zu haben, ist mehr wert als Gold, Rubine und Diamanten. Mit einem schmackhaften Mittagsessen ließen die Jubelpaare das gemeinsame Wochenende gemütlich ausklingen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Nachprimiz in Vierzehnheiligen

Was macht ein Neupriester nach der Priesterweihe? Er feiert die Primiz in seiner Heimatgemeinde. Und danach ist es üblich, dass weitere Nachprimizen gefeiert werden. Immer an Orten, denen sich der neu geweihte Priester verbunden fühlt.
So ein Ort ist für Sebastian Heim auch Vierzehnheiligen. Am vergangen Samstag spendete der 34-jährige Neupriester im Rahmen eines Wallfahrtsgottesdienstes den anwesenden Pilger und Gläubigen den Primizsegen unter Einhaltung der aktuellen Corona-Bedingungen in der Wallfahrtsbasilika. Vor über 20 Jahren ist er das erste Mal mit der Sesslacher Wallfahrt nach Vierzehnheiligen gekommen und seitdem jedes Jahr wieder. „Wenn man sich dem Ziel nähert, die Basilika vor Augen hat und den letzten Anstieg hoch kommt, dann ist es fast so, als würde man eine „andere Welt“ betreten. Eine Welt oder ein Ort, der vom Glauben geprägt ist. Nicht steril, sondern ein lebendiger Ort, an dem der Glaube gelebt wird. Für mich heißt das, abschalten vom Alltag, eintauchen in ein Bad der Gnaden, die dieser Ort über Jahrhunderte ausstrahlt. Zur Ruhe kommen in der Basilika am Gnadenaltar, erzählt Sebastian Heim im Vorfeld.

Franziskanerpater Guardian Maximilian freute sich in den Grußworten, dass Sebastian Heim sich auf diesen Weg eingelassen hat und sein Leben ganz in den Dienst Gottes stellt. „Es ehrt uns, dass du mit uns heute in Vierzehnheiligen diesen Gottesdienst feierst und uns den Primizsegen erteilst. Dein Wunsch war es diesen Gottesdienst mit den Sesslachern Wallfahrer zu feiern, da du schon als Kind immer mit gewallt bist“, so Pater Maximilian weiter.

„Vierzehnheiligen ist ein Ort, an dem der Glaube keine untergeordnete Rolle, sondern die Hauptrolle spielt, weil hierher unzählige Pilger kommen. Es ist ein Ort, der nicht umsonst „Gnadenort“ genannt wird, an dem Gott uns Menschen besonders nahe sein will. Ein Ort, an dem der Legende nach dem Schäfer Hermann Leicht die 14 Nothelfer mit dem Jesuskind erschienen sind. Die 14 Nothelfer, von denen eigentlich immer einer in jeder Lebenslage nützlich ist“, so der Neupriester in seiner Predigt. Christopherus für die Reisenden, Blasius bei Halsleiden, Margaretha als Helferin der Mütter. „Aber das eigentlich spannende und meiner Meinung nach auch theologisch wirklich einleuchtende ist doch, dass das Jesuskind in ihrer Mitte erschienen ist. Die Heiligen sind immer die, die ihr ganzes Leben auf Christus ausgerichtet haben. Und das wird bei der Erscheinung der 14 Nothelfer hier deutlich. Die Heiligen, die in allen Lebenslagen für uns Menschen da sind und auf Christus verweisen und zu ihm führen. Eindrücklich dargestellt als Figuren am Gnadenaltar“, fügte er an. Hier an diesem Ort, kann der Alltag unten im Tal gelassen werden, wenn die letzte, teilweise anstrengende Etappe, der Aufstieg hinter einem liegt und man vom festlichen Geläut des Heiligtums der 14 Nothelfer begrüßt wird. „Hier am Gnadenaltar, kann man alles ablegen und zufrieden und gestärkt wieder nach Hause, in den Alltag zurückkehren. Mit dem Wissen oder der Gewissheit, dass wir nicht allein durch das Leben gehen müssen“, so der Neupriester zu Schluss seiner Predigt.

Die Sesslacher Wallfahrtsgruppe überreichte an Sebastian Heim eine „Wallfahrts-Standarte“. Am Ende des Gottesdienstes spendete der Neupriester zunächst den allgemeinen und anschließend für die zahlreichen Gläubigen, auch aus anderen Pfarreien den Einzelprimizsegen. Dabei legte der Neupriester den Gläubigen die Hände auf und sprach den persönlichen Primizsegen.

Sebastian Heim hat zehn Jahre als Altenpfleger in der Caritas-Sozialstation Coburg gearbeitet, bevor er sich entschied, Priester zu werden. Als Ministrant und Pfarrgemeinderat war er zudem schon jahrelang im Gemeindeleben aktiv. Er wurde 1986 in Coburg geboren und wuchs in Neundorf / Gemeinde Weitramsdorf auf. 2014/2015 absolvierte er das Propädeutikum in Bamberg und begann danach das Studium im überdiözesanen Priesterseminar in Lantershofen (Rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler). Das Pastoralpraktikum machte er 2019 im Seelsorgebereich Neubau in Neunkirchen am Brand. Im September 2020 empfing er die Diakonenweihe. Sebastian Heim aus Neundorf ist einer von 18 Männern, die in den bayerischen Diözesen zu Priester geweiht.
Sein Primizspruch: „Das ist mein Leib, das ist mein Leben; das bin ich selbst für euch!“

Juli 2021

Versammlung der Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen 2021

Bei der Mitgliederversammlung der „Freunde und Förderer der Basilika Vierzehnheiligen e.V“ im Diözesanhaus standen neben den Neuwahlen der Vorstandschaft und dem Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters auch der Antrag eines Mitgliedes über den Bau einer Kerzengrotte im Außenbereich der Wallfahrtsbasilika auf der Tagesordnung.

In vielen Gotteshäusern in der Region gibt es einen Ort an dem Kerzen angezündet werden können. In einer der größten und schönsten Basiliken gibt es eine solche Grotte oder Räumlichkeit bis jetzt leider nicht. „Gerade in schwierigen Stunden, wo manchmal nur noch wenig Hoffnung auf Besserung besteht, ist es vielen Wallfahrern und einheimischen Bürgern ein Anliegen, eine Kerze in Vierzehnheiligen anzuzünden. Auf Grund der Problematik, dass zu viele Kerzen zu viel Russ in die Basilika bringen, ist es verständlich, dass der Kerzenraum meistens abgesperrt ist. Das Einlegen der Kerzen in den Kasten neben dem Kerzenraum stellt jedes Mal eine Enttäuschung für viele Gläubige dar, wenn der Kerzenraum wieder geschlossen ist. Für die vielen Menschen, die den Weg nach Vierzehnheiligen suchen, ist die Symbolik des Anzündens einer Kerze, jedoch enorm wichtig“, so Vorsitzender Meißner, der den Antrag von Frank Mirsberger vortrug. „Wie bei vielen Wallfahrern und treuen Christen, ist es auch in meiner Familie der Fall, dass wir bei einem Anliegen oder in schwierigen Situation des Lebens, um den Schutz der 14 Nothelfer bitten oder auch einfach nur um Danke für ein gutes Gelingen zu sagen“, fügte der Vorsitzender an.

Unter dem „Punkt Verschiedenes“ wurde über diesen Antrag diskutiert. „Bereits vor zehn Jahren gab es eine solche Anregung, aber es scheiterte damals an verschiedenen Voraussetzungen. Schön, dass dieses Vorhaben jetzt wieder durch den Förderverein aufgegriffen wird“, so Alfons Hennig. In einer Diskussion wurden das Für und Wider besprochen. „Unsere Aufgabe als Verein muss es sein, einmal nachzudenken, wie man dieses Vorhaben auf den Weg bringen kann. Wie will man einem Kind erklären, du kannst hier keine Kerze anzünden, weil alle Plätze im Kerzenraum schon voll sind. Wenn man Kinder zum Glauben bringen wollen, gehört einfach in der katholischen Kirche auch das Anzünden einer Kerze dazu“, fügt Walter Mackert an. „Wir bemühen uns um eine vernünftige Lösung zu finden, entweder in oder außerhalb der Basilika. Bei der nächsten Mitgliederversammlung werden wir dann über unsere Bemühungen berichten“, so Christian Meißner.

Vorsitzender Christian Meißner erinnerte zu Beginn, dass im Vorjahr Corona-bedingt die geplante Mitgliederversammlung für das Jahr 2020 nicht stattfinden konnte. Somit müsse auch noch der Haushaltsplan 2020 nachträglich genehmigt werden. Über den aktuellen Mitgliederstand berichtet Meißner, dass dem Förderverein aktuell 216 Mitglieder angehören, somit vier weniger als im Vorjahr. Anschließend stellte sich Pater Maximilian Wagner den Mitgliedern als Rektor der Basilika vor und erinnerte dabei auch an die Wechsel im Guardianat. So verließ im Januar 2020 Pater Heribert Arens das Kloster und Pater Dietmar Brüggemann wurde sein Nachfolger als Guardian und Rektor der Basilika. Dieser wurde schließlich von der Vorstandschaft einstimmig zum Geschäftsführer des Fördervereins gewählt. Am Dreikönigstag 2021 erfolgte wieder ein Wechsel im Guardianat und Pater Maximilian übernahm das Amt des Wallfahrtsrektor der Basilika und des Guardians der Franziskanergemeinschaft. Pater Dietmar ist weiterhin vor Ort und als Seelsorger sehr gefragt.

Seit Juni finden wieder Orgelkonzerte statt, zuvor war diese Corona-bedingt nicht möglich.

Mit dem Glockenobjekt sowie die Renovierungsarbeiten an der Westfassade wurden zwei große Baustellen abgeschlossen. „Die Basilika hat sich äußerlich herausgeputzt für die Jubiläumen im nächsten Jahr. So feiert man 2022 den 250. Weihetag sowie die Erhebung zur „Basilca minor“ durch Papst Leo XIII. 1897“, so Pater Maximilian. „Wegen der noch offenen Rechnungen des Glockenprojekts im fünfstelligen Euro-Bereich musste die Kirchenstiftung jetzt einen Kredit aufnehmen. In normalen Zeiten hätten die Wallfahrer und die Basilikabesucher das Glockenprojekt engagiert mitfinanziert, so dass es inzwischen wohl nahezu abbezahlt wäre“, fügte der Guardian an.
Mit Blick in die Zukunft erwähnte der Guardian, dass 2024 eine Grundreinigung der Rieger-Orgel angebracht wäre. So eine Grundreinigung sollte alle 25 Jahre stattfinden (1999 wurde die Orgel eingebaut).

Aktuell leben und arbeiten insgesamt acht Franziskaner im Konvent, sechs Patres (davon sind vier über 80 Jahre alt), und zwei Franziskanerbrüder. Drei weitere Brüder sind im Mutterhaus zur Pflege untergebracht.

Schatzmeister Raimund Köhler, der seinen Kassenbericht offenlegte, wurde einstimmig entlastet. Kassenrevisor Walter Mackert stellte fest, dass alle Gelder dem Verwendungszweck entsprechend ausgegeben wurden. Vorsitzender Meißner informierte über Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsplans 2021, den die Mitglieder einstimmig zustimmten.

Guardian Pater Maximilian informierte die Anwesenden über die aktuelle Vereinssatzung aus dem Jahre 2007 und ging dabei auf verschiedene Punkte ein. Die Vorstandschaft wird eine Neufassung ausarbeiten und diese im kommenden Jahr bei der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorlegen.

Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurden wie folgt gewählt:
1. Vorsitzender: Christian Meißner,
2. Vorsitzender: aktuell Vakanz (bis nach der Bgm-Wahl in Bad Staffelstein);
Geschäftsführer Pater Dr. Maximilian Wagner OFM;
Schatzmeister: Raimund Köhler;
Schriftführerin: Waltraud Kießling;
Beisitzer: Rosi Jöhrig und Alfons Hennig;
Kassenprüfer: Richard Lurz und Walter Mackert.

Text & Bilder: Gerd Klemenz
Juli 2021

Priesterjubiläum in Vierzehnheiligen

In der Basilika gedachten kürzlich Priester aus der Erzdiözese Bamberg ihrer Priesterweihe vor 25, 40, 50, 60 und 65 Jahren. Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick dankte ihnen für ihren langjährigen priesterlichen Dienst in der Erzdiözese und in der ganzen Kirche. An verschiedenen Orten und in der kategorialen Seelsorge seien sie tätig gewesen und sind es auch noch. „Die Pensionäre helfen bereitwillig und sehr willkommen in der Seelsorge mit. Namens des Erzbistums und der ganzen Kirche sage ich allen ein herzliches Vergelt’s Gott“, so der Bamberger Oberhirte zu Beginn.

Bereits einige Tage zuvor waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Die Kraft des Gebetes“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von Priesterseelsorger Pater Claus Bayer aus Weisendorf statt. Zum Festgottesdienst zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die Aufgrund von Corona Auflagen nur spärlich besuchte päpstliche Basilika ein. Zunächst begrüßte Guardian Pater Maximilian die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick das Pontifikalamt, bei dem Georg Hagel alle Register der Rieger-Orgel zog. Der Erzbischof bedauerte zu Beginn seiner Predigt, dass in der medialen Öffentlichkeit die Priester derzeit vielfach herabgewürdigt und pauschal verurteilt oder verdächtigt würden. Hierbei würden die, die treu, tadellos und von den Gläubigen geschätzt – und das seien die meisten – nicht gesehen. „Das ist nicht gerecht. Sie wurden von Jesus gerufen und gesendet und haben in der Seelsorge, der Verkündigung des Evangeliums, in den Gottesdiensten und in der Caritas den Menschen und der Gesellschaft gedient“, so Schick.
Der Bamberger Oberhirte erinnerte an alle Priester, besonders die im priesterlichen Dienst ihr Leben verloren haben. Dabei wurde an die Kirchenmitarbeiter gedacht, die 2020 bei der Betreuung von Corona-Kranken gestorben sind. In Europa seien es 400 Priester gewesen. „Jesus Christus braucht für seinen Erlösungsdienst Priester, die in Wahrheit und Liebe, in Treue und Heiligkeit lebenslang ihren Dienst tun“, so der Erzbischof weiter. „Die Welt wird erlöst durch Wahrheit und Liebe, das hat Jesus Christus uns durch sein Leben, Leiden, Sterben und Auferstehung gelehrt“, fügte Schick hinzu. Für die Wahrheit und die Liebe zu leben, das koste etwas in dieser Welt. Wer sich aber darauf einlässt, der dürfe Vertrauen und Hoffnung haben. „Hab keine Angst, sondern Hoffnung, das sagt Gott. Der Glaube schenkt Hoffnung und bewahrt in der Liebe, auch in dunklen Stunden der Rückschläge, der Ablehnung und der Leiderfahrung. Gott wird mit uns sein Ziel, das Reich Gottes für alle, erreichen“, so der Oberhirte. „Sie haben sich in ihrem Leben, wie Jesus für die Erlösung vieler Menschen eingesetzt, etwa im Beichtstuhl oder bei Seelsorgegesprächen. Sie haben die Liebe Gottes verkündet und in den Sakramenten gefeiert. Dabei für Wahrheit und Liebe auch Rückschläge, Ablehnung und Verfolgung erfahren. Zugleich haben sie erlebt, dass dadurch Erlösung geschieht und Zukunft gestaltet wird. Für diese Erfahrung in ihrem Leben und für die Frucht, die sie zur Erlösung der Welt und dem Fortgang der Geschichte des Reich Gottes beigetragen haben, dafür danken wir ihnen heute“, so der Bamberger Erzbischof zum Schluss seiner Predigt.

Im Laufe des Pontifikalamtes erneuerten die Priesterjubilare ihr Weiheversprechen, das sie einst gegeben hatten.
Domkapitular i.R. Pfarrer i.R. Dr. Josef Zerndl dankte im Namen der Priesterjubilare Erzbischof Schick für die Worte des Dankes und der Ermutigung während des Gottesdienstes.

In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum:
25 Jahre: Pfarrvikar Pater Robert Szarecki SAC (Nürnberg), Pfarradministrator Joseph Rajan Samuel Maria Michael (Scheinfeld), Pfarrer i.R. Martin Battert (Bamberg), Pfarradministrator i.R. Arpad Bernath (Pocking), Pfarrvikar Anton Heinz (Pressig), Regens Ewald Sauer (Bamberg), Pfarrer i.R. Günther Seel (Eggolsheim/Neuses).
40 Jahre: Pfarrvikar Patrice Mor Faye (Oberhaid), Pater Josef Thekkekara CMI (Heroldsbach), Pfarrer Henryk Chelkowski (Isling), Diakon a.D. Bernhard Thiel (Erlangen), Pfarradministrator Josef Czerepak (Simmelsdorf), Pfarrer Josef Hell (Pegnitz), Pfarrer Reinhold Seidl (Nürnberg), Diakon i.R. Dr. Karl-Werner Goldhammer (Bayreuth), Pfarrer Francis George Plakkil (Hirschaid).
50 Jahre: Pfarrer i.R. EGR Hans-Werner Alt (Wattendorf), Pfarrer i.R. EGR Franz Dittrich (Buckenhof), Pater EGR Josef Brandl SDB (Forchheim), Domkapitular i.R. Pfarrer i.R. Dr. Josef Zerndl (Scheßlitz), Pfarrer i.R. Georg Varghese Kalarickal (Assam/Indien), Pfarrer i.R. Dr. George Kocheekaranveetil (Altenkunstadt).
60 Jahre: Pfarrer i.R. EGR Georg Schumm (Bamberg), Prof. em Dr. Paul Hoffmann (Bamberg), Pfarrer i.R. EGR Brunolf Löhlein (Coburg), Pfarrer i.R. Msgr. Andreas Staub (Bayreuth).
65 Jahre: Pfarrer i.R. EGR Werner Malcherczyk (Langenzenn).

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrtsführerkurs in Vierzehnheiligen

Die Freude an der Wallfahrt bewegt die Menschen seit Jahrtausenden. Heute lassen sich immer mehr Menschen von dieser Freude anstecken und brechen auf zu Wallfahrtsorten. Wallfahrt ist zu einer großen (Laien-)Bewegung im 21. Jahrhundert geworden. Ob Einzelpilger oder große Wallfahrergruppe – alle sind unterwegs und haben ein Ziel vor Augen: das „Haus des Herrn”. Vor allem die Wallfahrtstage von Gruppen und Gemeinden, von Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften benötigen eine gute Vorbereitung. Hier sind die Wallfahrtsführerinnen und -führer gefordert, denn Pilgerzüge mit ihren Standarten wie sie sich häufig zur Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen in Bewegung setzen, sind ein imposanter wie idyllischer Anblick. Sie zu organisieren erfordert allerdings einen immensen Arbeitsaufwand. Der Pilgerzug soll sicher und stetig vorankommen. Doch wie wird eine Wallfahrt zu einer guten Wallfahrt und welche Kenntnisse braucht es dazu?

Die Klärung dieser Fragen zeigte kürzlich an drei Wochenenden ein Ausbildungskurs für Wallfahrtsführer. Neben theoretischen Impulsen stand vor allem das Praxislernen im Vordergrund. „Zwischen den einzelnen Teilen bereiten die Teilnehmenden in Hausarbeit kurze Impulse vor, die im letzten Teil auf einer kurzen Wallfahrt ausprobiert werden können. Nach abgeschlossener Ausbildung erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat und eine Warnweste durch Dr. Norbert Jung, Domkapitular im Erzbistum Bamberg, überreicht“, erzählt Johannes Löhlein, Bildungsreferent in den Bildungs- und Tagungshäusern Vierzehnheiligen.
Die Ausbildungstage wurden bis auf die Abschlussveranstaltung Coroan-bedingt als Online-Seminar abgehalten. Hierbei informierte Pfarrer Josef Treutlein die 24 angehende Wallfahrtsführer über das zeitgemäße Gestalten von Wallfahrten und Christian Kainzbauer-Wütig referierte über die Geschichte des Pilgerns und Wallfahrens. Ganz wichtig seien die Sicherheitshinweise für die Wallfahrten. Was es im Vorfeld zu beachten gibt, darüber berichtete Ralf Maisel von der Polizeiinspektion Stadtsteinach. Maisel machte darauf aufmerksam, dass die Wallfahrt unbedingt beim zuständigen Landratsamt angemeldet werden muss, wenn Straßen benutzt werden. “Das Straßenverkehrsamt möchte wissen, wie viel Teilnehmer gemeldet sind, welcher Weg gewählt wird und welche Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen sind”, so der Beamte.
Das Seminar fand in Vierzehnheiligen einen würdigen Abschluss. „So kam das richtige Gemeinschaftsgefühl erst am Abschlusstag so richtig auf, als die Kursteilnehmer sich zu einer sogenannten Probewallfahrt in der Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg getroffen und nach Vierzehnheiligen gewallt sind. Dabei durften wir unsere gemeinsame Abschlussarbeit an einem Feldkreuz den anderen Kursteilnehmer und zur Ehre Gottes vortragen“, erzählte Seminarteilnehmer Franz Beck im Gespräch. „Der Kurs war inhaltlich sehr gehaltvoll und viele Vorträge wurden präsentiert. Die rechtlichen Hinweise der Polizei waren sehr informativ. Insgesamt ein sehr wertvoller und wichtiger Kurs“, fügte Beck an. Doch wie Franz Beck zu diesem Ehrenamt kam erzählt er am Rande des Seminars. Über zwei Jahrzehnte hat Diakon Manfred Griebel die Haßfurter Kirchengemeinde St. Kilian als Wallfahrtsführer nach Vierzehnheiligen begleitet. Auch als Verantwortlicher einiger anderer Wallfahrten bekannt, entschied sich der Geistliche, die Geschicke für die Vierzehnheiligen-Wallfahrt in jüngere Hände zu legen. Dabei fiel die Wahl auf den Diplom-Wirtschaftsingenieur Franz Beck, der bereits seit vielen Jahren die Haßfurter Wallfahrten mit seinem Tenorhorn begleitet und seit vier Jahren auch als Gottesdienstbeauftragter ehrenamtlichen Dienst in der Pfarrei tut.

„Am 30. Oktober findet ein Fortbildungstag für Wallfahrtsführer in Vierzehneiligen satt. Zum Thema: „Gottes Schöpfung“ auf Wallfahrten und auf Pilgerwegen referiert Pfarrer Josef Treutlein (Wallfahrtsseelsorger Käppele, Würzburg).

Der nächste Ausbildungskurs für Wallfahrtsführer findet am 18.-19. Februar und 1.- 2. April 2022 ebenfalls in Vierzehneiligen statt“, erklärt der Bildungsreferent in den Bildungs- und Tagungshäusern Vierzehnheiligen, Johannes Löhlein.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

26. Kindergarten Wallfahrt nach Vierzehnheiligen

Während es in zahlreichen Orten Wallfahrten für Erwachsene gibt, organisiert die katholische Kindergarten Sankt Bernhard aus Klosterlangheim dieses unvergessliche Ereignis für die „kleinen“ Pilger seit einigen Jahren. Es sollte der Höhepunkt des abgelaufenen Kindergartenjahres werden, aber das Wetter durchkreuzte dieses Vorhaben. Die andauernten Regenfälle am Freitag Vormittag machten somit die Fußwallfahrt des Kindergarten Sankt Bernhard kurzfristig unmöglich. „Somit musste der alternativ Plan greifen, der bei den Kinder keine große Freude aufkommen lies. Es floss sogar die ein oder andere Träne. Aus der Fußwallfahrt wurde schließlich eine Buswallfahrt“, erzählte Erzieherin Diana Schmitt. Es ist besonders schön, durch diese Glaubensaktion den Kindern die Basilika Vierzehnheiligen näher zu bringen, fügte sie an.

Im Wallfahrtsort warteten bereits die Eltern und Großeltern auf die „Kleinen“ mit Blumensträuße. Kirchenschweizer Daniel Reitz und Franziskanerpater Stanislaus holten die Kinder am Westportal ab und mit „Vierzehn heilige Schutzpatrone“ zogen alle in die Basilika ein.
„Warum macht man eine Wallfahrt? Etwa aus Langeweile, um spazieren zu gehen oder weil man so was macht?“ fragte Pater Stanislaus zunächst die Kindergartenkinder. „Nein, die Menschen machen eine Wallfahrt aus zwei Gründen. Um Gott zu danken, was wir gerade auch machen und Gott zu bitten“, erklärte der Franziskanerpater. „Dabei erhofft man sich, dass unser Gott uns und alle, für die wir beten, segnet. Und er möchte uns immer segnen, deswegen lädt er uns ein, zu ihm zu kommen und ihn um diesen Segen zu bitten”. Mit verschiedenen Liedern beteiligten sich die Kinder aktiv an der Andacht. Eine Abordnung der Leuchsentaler Musikanten aus Mistelfeld umrahmte musikalisch den Ein- und Auszug. Als Abschiedsgeschenk und Wegbegleiter erhielt jedes Vorschulkind ein „Wallfahrts-Büchlein“ überreicht.

Mit einen obligatorischen Eis endete die 26. Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheilgen. Jedes Jahr geht der katholische Kindergarten am ersten Freitag im Juli auf Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Das ist für alle, die mitgehen ein großes Erlebnis und etwas Besonderes für die Vorschulkinder, die dann die Fahnen tragen dürfen. Die Idee für diese schöne Unternehmung hatte 1995 ein Kindergartenkind. Er machte den Vorschlag, dass doch auch Kinder auf Wallfahrt gehen könnten und nicht immer nur Erwachsene. So wurde die Kindergartenwallfahrt nach Vierzehnheiligen geboren. „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ so lautet das Moto für das Wallfahrtsjahr 2021 in Vierzehnheilgen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Die Westfassade der Vierzehnheiliger Basilika ohne Gerüst

Von der Wiederentdeckung eines Schatzes

Spätestens seit der Verhüllung des Berliner Reichstages durch Christo und seine Frau Jeanne-Claude vor 26 Jahren haben wir verstanden, dass etwas, das für einige Zeit verhüllt war, nach seiner Freilegung umso schöner zur Geltung kommt. Das gilt auch für die Westfassade unserer Basilika. Zwei Jahre war sie unter einem Gerüst und einer Schutzfolie versteckt. Nun bietet sie sich den Betrachtern mit vielen Details aber auch als Gesamtkomposition in überraschender Pracht und Vielfalt dar.
Im Giebel das Relief, das die Erscheinung des Jesuskindes mit den vierzehn Kindern vor Schäfer Hermann Leicht zeigt, obenauf der Salvator (Erlöser), flankiert von Petrus und Paulus, in zwei Nischen der Wand die zisterziensischen Ordensväter Benedikt und Bernhard, und nicht zuletzt das konturierte Zifferblatt der Turmuhr. Ganz zu schweigen vom warm leuchtenden Farbenspiel der Sandsteine, die vor knapp 250 Jahren von kundigen Steinmetzen ineinandergefügt wurden, und die jetzt von erfahrenen Restauratoren gereinigt, ausgebessert oder durch neue Steine ersetzt wurden. Im goldenen Licht der Abendsonne leuchten sie weit ins Land. Eine Entdeckungsreise in dieses Gesamtkunstwerk lohnt sich auf jeden Fall, vielleicht sogar mit einem Fernglas bewaffnet; und womöglich stößt man dabei auf etwas, das man noch nie beachtet hat. Viel Freude dabei!

Text: P. Dietmar Brüggemann
Fotos: P. Stanislaus Wentowski