Priesterjubiläen in Vierzehnheiligen mit Erzbischof Schick

In der Basilika gedachten am Freitagvormittag (10. Juli) Priester aus der Erzdiözese Bamberg ihrer Priesterweihe vor 25, 40, 50, 60, 65 und 70 Jahre. Erzbischof Dr. Ludwig Schick dankte ihnen für ihren Jahrzehnte währenden priesterlichen Dienst mit den Worten: „In Freud und Leid, in frohen und in schweren Stunden standen und stehen Sie den Menschen bei. Auch durch die Sorgen und Nöte des Alters sind Sie den Menschen freundschaftlich verbunden und tragen deren Sorgen mit“.

Bereits am Montag waren die Priesterjubilare zu Jubiläumsexerzitien unter dem Motto „Mit dem Feuer des Geistes“ in den Wallfahrtsort eingeladen. Im Diözesanhaus fanden diese unter der Leitung von Jesuitenpater Ludwig Dehez statt. Zum Festgottesdienst am Freitagvormittag zogen die Jubilare von der Klosterpforte mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, angeführt vom Kirchenschweizer Daniel Reitz, in die Aufgrund von Corona Auflagen nur spärlich besuchte päpstliche Basilika ein. Zunächst begrüßte Guardian Pater Dietmar Brüggemann die Geistlichen mit herzlichen Worten. Anschließend zelebrierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das Pontifikalamt, bei dem der Organist Georg Hagel alle Register der Rieger-Orgel zog. „Ein Mensch, der zum Freund Gottes geworden ist, übersieht nicht die Menschen, sondern wird ihnen zum Freund. Freunde tun einander Gutes. Deshalb sind Priester Freunde der Menschen und künden ihnen die göttliche Wahrheit des Evangeliums. Sie sind Freunde im seelsorglichen Wirken zum Frieden und Heil, sie bauen an einer menschenfreundlichen Gesellschaft mit“, so das Bamberger Oberhaupt zu Beginn seiner Predigt. Priestertum ist sicher eine erfüllende Lebensaufgabe, aber auch nicht ganz leicht. Sie ist fordernd und herausfordernd. Erzbischof Schick erklärte, dass das Evangelium in der Wort- und Bildwahl zugespitzt sei, aber im Inhalt wahr und richtig ist. Weder priesterlicher Dienst, noch kirchliches Wirken schreitet von Gipfel zu Gipfel. Jesus hat denen, die er erwählt hat, für ihre Arbeit in seinem Reich keinen Rosengarten versprochen und auch nicht´s schöngeredet. „Der Kunde der göttlichen Wahrheit von der Würde aller Menschen, von der Gleichheit aller vor Gott, von der ausnahmslosen Liebe untereinander, ist keine Botschaft, die allen Menschen gefällt. Sie ruft Widersprüche hervor, besonders bei den Kindern dieser Welt, denen Geld, Macht, Erfolg die höchsten Güter sind. Das ist die Erfahrung der ganzen Geschichte, schon im Alten Testament. Echte Freunde Gottes zu sein und Kinder der göttlichen Wahrheit, das bedeutet nicht ohne Weiteres Freunde aller Menschen zu werden“, fügte Schick an. Wer Jesus nachfolgt, dem wird es auch nicht anders ergehen als ihm und man müssen sich darauf einstellen. Wer Leidenschaft für Jesus Christus entwickelt, für seine Botschaft und sein Reich, der wird auch leiden, wie Jesus gelitten hat. Aber gerade dadurch kommt das Reich Gottes voran und breitet sich aus. Das zeigen die fränkischen Glaubensboten: Kilian, der das Martyrium erlitten hat; Willibald, auch Heinrich und Kunigunde mussten für ihren Einsatz für Jesus Leid und Kreuz auf sich nehmen. Aber gerade dadurch wird Auferstehung bewirkt. „Heute wird seine Botschaft einfach abgetan und als irrelevant betrachtet. Sicher, wir haben auch selbst mit Schuld daran. Aber dennoch bleibt die Bedeutsamkeit des Evangeliums unerlässlich. Lassen wir uns das heute gesagt sein und auch die Hoffnung mitnehmen von der Lesung, vom Evangelium und auch von diesem Ort. Die Freude an Gott ist unsere Stärke. Die Leidenschaft für Gott muss uns erfüllen, wohlwissend, dass wir dafür auch Leiden auf uns nehmen müssen. Lasst uns weiterhin Freunde Gottes werden und Kinder der göttlichen Wahrheit bleiben“, so der Erzbischof zum Schluss.

Während des Pontifikalamtes erneuerten die Jubilare ihre Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst. Im Anschluss zogen die Priesterjubilare wieder ins Haus Frankenthal. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Diözesanhaus für die Teilnehmer.

In diesem Jahr feiern aus der Erzdiözese Bamberg Jubiläum:
25 Jahre: Pater Witalis Bernhard Stania OFM (Gößweinstein), Diakon i.R. Georg Böhm (Bayreuth), Pfarrer Peter Barthelme (Memmelsdorf), Pfarrer Joachim Cibura (Neunkirchen a. Br.), Pfarrvikar Msgr. Prof. DDr. Rüdiger Feulner (Wartenfels), Domkapitular Dompfarrer Dr. Markus Kohmann (Bamberg), Pfarrvikar P. Dieter Putzer SDB (Bamberg), Pfarradministrator Cyriac Thomas Chittukalam (Steinbach).
40 Jahre: Pfarradministrator P. Johann Nikel CR (Neuhaus), Leiter Polnische Mission P. Stanislaw Stenka (Nürnberg), Pfarrer Peter Klamt (Pegnitz), Pfarrer Bernhard Friedmann (Burgebrach), Pfarrer i.R. Günther Staub (Coburg), Diakon i.R. Gottfried Schneider (Neustadt a.d. Aisch), Pfarrer Georg Thottankara (Lichtenfels).
50 Jahre: Pfarrer i.R., EGR, Msgr. Karl Ellmann (Auerbach i.d. Oberpfalz), Domkapitular i.R., Msgr. Dr. Gerhard Förch (Bamberg), Domkapitular i.R., Msgr. Georg Holzschuh (Forchheim), Pfarrer i.R., EGR Siegbert Keiling (München), Pfarrer i.R. Siegfried Schrauder (Hirschaid), Pfarrer i.R., EGR Reinhard Stauch (Bayreuth), Pfarrer i.R. Ewald Thoma (Kirchaich), StD a.D, EGR Franz Kick (Oberasbach), Pfarrvikar Antony James Nangachiveettil (Höchstadt).
60 Jahre: Pfarrer i.R., Msgr, EGR Herbert Hautmann (Gößweinstein), DK i.R., Pfarrer i.R.. EGR, Prälat Theodor Kellerer, Pfarrer i.R., EGR Leo Meyer (Bayreuth), StD i.R., EGR Franz Müller (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Otto Rauh (Altendorf), Subsidiar P. Georg Walkusz (Bayreuth), Pfarrer i.R., Msgr. Otto Donner (Forchheim), Spiritual P. Johannes Thum OFM (Vierzehnheiligen), SDB P. Philipp Weißhaar (Bamberg).
65 Jahre: Pfarrer i.R., EGR Theodor Herold (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Werner Herold (Nürnberg), StD i.R., EGR Josef Christian Hümmer (Nürnberg), Pfarrer i.R., EGR Hermann Komnick (Herrnsdorf), Pfarrer i.R., EGR Josef Spörlein (Kronach).
70 Jahre: Pfarrer i.R., EGR Fritz Fröhlich (Herzogenaurach).

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrt Wermerichshausen spendet für die neuen Glocken

Spendenübergabe
der Wallfahrtsgruppe Wermerichshausen – Stadtlauringen
für die „neuen Glocken der Basilika Vierzehnheiligen“

Am Freitag 26.06.2020 konnte nun endlich die, bei der Veranstaltung „In Gedanken unterwegs …“, erzielte großzügige Spendensumme von 1000 € an den neuen Guardian P. Dietmar in Vierzehnheiligen symbolisch und stellvertretend von Markus Kohlhepp übergeben werden.

Guardian P. Dietmar war sehr von der enormen Spendenbereitschaft angetan und brachte nochmals seinen herzlichen Dank sowie seine Anerkennung für die durchgeführte Veranstaltung zum Ausdruck und mit welch großer Beteiligung sie angenommen und gemeinsam gefeiert wurde.

Vergelt‘s Gott an die Wallfahrergruppe Wermerichshausen – Stadtlauringen und auf Wiedersehen im kommenden Jahr in Vierzehnheiligen!

Wallfahrt ganz klein – aber von Herzen

Auch so kann eine Wallfahrt zu Corona-Zeiten aussehen: Eine kleine Gruppe macht sich auf den Weg nach Vierzehnheiligen, findet sich zum Gottesdienst in unserer Basilika ein und bringt eine selbst gestaltete Kerze mit. Namen, ein Weg und Füße, das diesjährige Wallfahrtsmotto “Gesegnet bist du” und die Wallfahrtsbasilika sind wunderschön dargestellt. Und alle, die gerne mitgekommen wären, aber nicht dabei sein konnten, haben mit der Kerze und ihren Überbringern dann doch ihren Platz in Vierzehnheiligen gefunden.

Vergelt’s Gott für die schöne Idee!

In Gedanken unterwegs…

“Not macht erfinderisch”. Nach diesem Motto gestalteten die Wallfahrer aus Wermerichshausen/Stadtlauringen ihre diesjährige “Wallfahrt in Gedanken nach Vierzehnheiligen”. Mit Gebet, Musik und Herz versammelten sich die Pilger auf dem Marktplatz (natürlich beachtend die gültigen Sicherheitsvorgaben). In einer E-Mail berichtete Herr Kohlhepp über die Eindrücke dieser “ganz anderen Wallfahrt nach Vierzehnheiligen”.

“Grüß Gott Pater Dietmar,
da wir unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, wie viele andere auch, in diesem Jahr absagen mussten, habe wir eine „alternative“ Veranstaltung durchgeführt. Unter dem Motto „In Gedanken unterwegs….“ haben wir uns an den 5 Tagen unserer eigentlichen Wallfahrt (14.05 bis 18.05.2020) jeweils um 19:00 Uhr am Vierzehnheiligen Bildstock auf dem Marktplatz in Stadtlauringen getroffen.

Die Themen der einzelnen Tage waren In Gedanken… Aufbrechen, Unterwegs sein, Ankommen, Loslassen, Freude. Wir sind unsere Wegstrecken in Gedanken abgelaufen. Mit Gebeten, Fürbitten und Wallfahrtsliedern, begleitet von unseren Wallfahrtsmusikanten, haben wir somit auch 2020 ein Stück Wallfahrt erleben können. Die Teilnehmerzahlt von täglich über 100 Personen, war ein starkes Zeichen der Verbundenheit zu unserer Wallfahrt.

Am Freitag, dem Tag unserer eigentlichen Ankunft in Vierzehneiligen, haben wir das Geläut der Glocken von Vierzehnheiligen eingespielt. Das war ein sehr emotionaler Moment für die Wallfahrer. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an den Tobias (Messner von Vierzehnheiligen) für die Bereitstellung der Aufnahme.

Wir haben an allen Veranstaltungstagen zu Spenden für die neuen Glocken der Basilika aufgerufen. Das stolze Ergebnis der Wallfahrer von 543 € hat die Vierzehnheiligen Bruderschaft Stadtlauringen auf 1000 € aufgestockt. Der Betrag wurde bereits überwiesen. Gerne würde ich bei einem Besuch in Vierzehnheiligen, noch ein Bild der symbolischen Spendenübergabe mit Ihnen machen.

Ich hoffe ich bekomme das terminlich im Juni noch untergebracht. Ich werde sie rechtzeitig vorab kontaktieren.

Gruß

Markus Kohlhepp
Wallfahrt Wermerichshausen/Stadtlauringen”

Wallfahrt: “In Gedanken unterwegs”

Wir haben uns gefragt, wie die vielen Wallfahrer und ihre Gruppen damit umgehen, dass sie in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr nicht in gewohnter Weise nach Vierzehnheiligen kommen und ihre Wallfahrt begehen können. Dabei ist uns aufgefallen, dass die einzelnen Gruppen sehr vielfältig damit umgehen. Einige kommen in kleiner Zahl außerhalb der Gottesdienste nach Vierzehnheiligen zum stillen Gebet. Andere treffen sich in ihren Heimatorten zu Veranstaltungen und Andachten. Andere nutzen unser Angebot einer ‚Kleinwallfahrt‘ mit einer hl. Messe hier in Vierzehnheiligen. Viele bitten um die Zusendung des diesjährigen Wallfahrtsbildchens.

Wir möchten Sie, die Wallfahrer einladen, uns zu schreiben, uns Fotos oder Filme zu schicken, die zeigen, wie Sie trotz aller Einschränkungen Möglichkeiten finden, wenigstens in irgendeiner Weise die Wallfahrt zu gestalten. Gerne stellen wir Ihren Beitrag mit Ihrer Erlaubnis als Anregung für andere auf unsere Homepage.

Schon jetzt vielen Dank dafür!

Keine Wallfahrten in Vierzehnheiligen 2020

Der Grundgedanke einer Wallfahrt ist gerade in schlechten Zeiten, durch gemeinsames Singen und Beten Gott zu danken und eine Verbesserung der Lebensumstände herbeizuführen. Ist aber in Zeiten der Corona-Krise überhaupt eine gemeinsame Wallfahrt möglich? Man hat große Verantwortung gegenüber der Wallfahrergruppe selbst, aber auch gegenüber den älteren Mitwallfahrern, die eine Infektion nicht gut wegstecken würden. Es ist unvorstellbar, mit einem Mundschutz den Berg nach Vierzehnheiligen oder Gößweinstein hinauf zu hecheln und sich nach der Ankunft nicht zu umarmen und zu beglückwünschen. „Ist unsere Wallfahrt nach Vierzehnheiligen in diesem Jahr möglich?“ Das ist deshalb die häufigste Frage, die Guardian Dietmar Brüggemann sowie der Sekretärin Waltraud Kießling in diesen von der Corona-Krise belasteten Wochen hören. Sowohl am Wallfahrtsort wie auch bei vielen Wallfahrtsführern herrscht große Verunsicherung und Widerwillen, eine mitunter uralte Wallfahrtstradition zu unterbrechen. „Im Sinne einer Klarheit haben wir nun schweren Herzens entschieden, vor dem Hintergrund der Vorgaben und Verordnungen von staatlicher Seite ebenso wie vom Erzbistum Bamberg alle bisher angemeldeten Wallfahrten bis zum 31. August abzusagen“, erklärt Pater Dietmar Brüggemann. Ob die Wallfahrten im September und Oktober stattfinden können, lässt sich noch nicht vorhersagen; die staatlichen Regelungen gelten jetzt erst einmal bis Ende August.

Wir alle bedauern dies sehr, aber angesichts der Situation sind wir uns der Verantwortung bewusst und müssen diesen Schritt gehen. Schon in den vergangenen Wochen stand unsere Sekretärin im Guardianat des Franziskanerklosters, die die Saison bereits vollständig geplant hatte, mit verschiedenen Gruppen in Verbindung, da für Anfang Mai erste Entscheidungen getroffen werden mussten“, führt Pater Dietmar aus. „Abstands- und Hygienerichtlinien machen es unmöglich, eine große Vielzahl von Wallfahrern in unserer Basilika aufzunehmen. Auch Übernachtung und Verköstigung im Diözesanhaus sind im Moment nicht möglich. Wir Franziskanerpatres verstehen das natürlich, bedauern es aber auch außerordentlich“, fügte der Guardian an. Für Pater Dietmar wäre es das erste Wallfahrtsjahr hier im Gottesgarten gewesen. „Die Wallfahrten, die im Moment nicht zu uns kommen können, werden in den Gottesdiensten an den Tagen, an denen sie gekommen wären, namentlich genannt, und die Franziskaner nehmen die Wallfahrer und ihre Anliegen besonders in ihr Gebet auf“, verspricht er. Sein Wunsch ist es, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke wieder in Gang kommen und sich viele Menschen auf den Weg nach Vierzehnheiligen machen, um sich eine Stärkung für den Alltag zu holen und ihre Ängste zu verarbeiten. Die Freude an der Wallfahrt bewegt die Menschen seit Jahrtausenden. Heute lassen sich immer mehr Menschen von dieser Freude anstecken und brechen auf zu verschiedenen Wallfahrtsorten. Wallfahrt ist zu einer großen (Laien-) Bewegung im 21. Jahrhundert geworden.

„Da unter den gegebenen Abstands- und Hygieneregeln nur bis zu 50 Besucher in unserer Basilika zu einem Gottesdienst Platz finden können, wäre es möglich, nach erneuter einfacher Anmeldung (Telefon 09571/950820, Fax 09571/950845 oder per Email vierzehnheiligen@franziskaner.de) mit einer Klein-Wallfahrt von maximal 50 Personen nach Vierzehnheiligen zu kommen. Dafür kommt allerdings nur ein Samstagvor- oder -nachmittag in Frage“, schlägt Pater Dietmar zum Schluss einen Kompromiss vor. Die Wallfahrtsführer erstellen vor Antritt der Wallfahrt eine Namensliste der maximal 50 Teilnehmer und begleitenderen Einlass in die Basilika etwa 15 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes. Die Teilnehmer nehmen nur fest markierte Plätze ein. Die Begrüßung der Gruppe erfolgt in der Basilika, ein gemeinsamer Ein- und Auszug der Wallfahrtsgruppe ist allerdings nicht möglich.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Vierzehnheiligenfest 2020

Fast zwei Monate nach Beginn der Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben vorvergangenes Wochenende erstmals Kirchen unter strengen Auflagen gemeinschaftliche Gottesdienste gefeiert. Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres auf dem „heiligen Berg“ gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das in der Wallfahrtsbasilika mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Domvikar Professor Dr. Elmar Koziel und erstmals auch der neue Guardian Pater Dietmar gefeiert wurde.
„Äußerlich ist unsere Basilika an diesem festlichen Tag so leer wie wohl noch nie zuvor am Nothelferfest. In Gedanken ist die Basilika aber übervoll mit Menschen, die eine tiefe Beziehung zu diesem besonderen Ort haben und die als Wallfahrer oder aufgrund ihres Alters in diesem Jahr nicht körperlich anwesend sein können“, so Pater Dietmar in seinen Grußworten. „So können wir miteinander das schöne Fest unserer 14 Heiligen feiern, jener Nothelfer, die gerade in den vergangenen Wochen der Corona-Krise umso häufiger angerufen worden sind, und die uns in dieser belasteten Zeit besonders geholfen haben“, so der Guardian weiter. Georg Hagel spielte gekonnt zu diesem besonderen Gottesdienst die Rieger Orgel.

„Zurzeit wird viel in den Medien über die systemrelevanten Institutionen und Personen geredet. Die Kirche ist Gemeinschaft der Glaubenden, die das Evangelium der Gottes- und Menschenliebe verkündet und es in Taten der Liebe wirksam werden lässt. Nicht systemrelevant ist die Kirche, sondern menschenorientiert, lebensdienlich und zukunftsrelevant. Darum müssen wir uns bemühen“, so Erzbsichof Dr. Ludwig Schick zu Beginn seiner Predigt. Das spüre man gerade jetzt in der Coronazeit und beim Vierzehnheiligen-Fest. Die Heiligen seien Märtyrer, die Menschen in den verschiedenen Nöten beigestanden haben. „Besonders die 14 Nothelfer sind die eigentlichen Prototypen und Protagonisten der Kirche.“ Sie würden zeigen, was Kirche für alle ihren Gläubigen sein muss: die Nöte und Sorgen der Menschen wahrnehmen und zu helfen suchen. „Wenn derzeit überall gewünscht wird, zur Normalität zurückzukehren, dann darf das nicht bedeuten, dass wir wie die Israeliten, die aus der Sklaverei Ägyptens befreit werden, einfach wieder zu den Fleischtöpfen Israels zurück wollten“, so Schick weiter. „Wir müssen als Kirche einer Gesellschaft dienen, die auf dem Weg ins ,gelobte Land bleiben, die kein geschlossenes System sein darf, sondern die sich wandelt auf das Reich Gottes hin.“ Es müsse eine Gesellschaft sein und ein menschliches Miteinander, „in der wir nicht immer reicher, immer schneller werden und das ,ich’ mehr in den Vordergrund stellen und das ,wir’ vergessen“, erklärte der Bamberger Erzbischof. Dem Bamberger Erzbischof war sichtlich die große Freude anzumerken, den ersten öffentlichen Gottesdienst nach dem Verbot wegen Corona hier in Vierzehnheiligen zu feiern. Ist doch die päpstliche Basilika das zweitwichtigste Gotteshaus im Erzbistum.

Guardian Dietmar erklärte, dass die Werktagsgottesdienste um 7 und 8 Uhr ohne Anmeldungen stattfinden, während für die sonntäglichen Gottesdienste um 7 Uhr, 8 Uhr, 9 Uhr und 10.30 Uhr eine Anmeldung an der Klosterpforte (Tel. (09571) 95080) notwendig ist. Die Andachten sonntags um 14 Uhr müssen bis auf weiteres entfallen, ebenso die Prozessionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrten nach Vierzehnheiligen fallen Corona zum Opfer

ediglich in den Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurden die Wallfahrten aus dem Grabfeld zum oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen abgesagt. In diesem Jahr ist es die Corona-Pandemie, die die Pilger aus Rhön-Grabfeld sowie dem Landkreis Bad Kissingen und auch Thüringen zu Hause bleiben lässt. Für die Wallfahrtsführer der verschiedenen Ortschaften eine schwere Entscheidung.

Erstes Wallfahrtsjahr für den neuen Guardian
So auch für Engelbert Brüger, der seit vielen Jahren die Männerwallfahrt von Bad Königshofen nach Vierzehnheiligen als Wallfahrtsführer betreut. So auch für Dietmar Brüggemann, Guardian und Rektor der Basilika in Vierzehnheiligen: “Ich hätte gerne die Wallfahrer von überall her bei uns herzlich begrüßt, muss aber allen aus Gründen der aktuellen Pandemie absagen.” Für Brüggemann wäre es das erste Wallfahrtsjahr gewesen, das er als Guardian begleitet hätte. Er will allerdings ein Wallfahrtsgebet herausgeben, das die Pilger an ihrem Wallfahrtstag zu Hause beten können.

Eine gute Idee, findet der Bad Königshofener Wallfahrtsführer Engelbert Brüger: “So sind wir mit einer Art Gebetskette miteinander verbunden”. Auch Pfarrer Josef Treutlein, Rektor am Käppele in Würzburg, der lange Jahre Geistlicher Begleiter der Bad Königshofener Wallfahrt war, sieht dies so. “Diese Wallfahrt kann man nicht aus dem Herzen reißen, sie findet statt, wenn auch nur in der Verbindung durch das Gebet.” Die Bad Königshofener Männerwallfahrt hätte in diesem Jahr zum 75. Mal stattgefunden. Für den gebürtigen Bad Königshofener Treutlein ist der Freitag nach Christi Himmelfahrt deshalb ein Tag, an dem er, wenn auch nur in Gedanken, “seine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen unternimmt.” Er weiß sich an diesem Tag mit Hunderten von Männern im Gebet verbunden.

Gesundheit der Pilger steht im Vordergrund
Brüger verweist bei der Absage auf die Anweisung der Staatsregierung, die bis 31. August Großveranstaltungen nicht erlaubt. Außerdem sei die vorgeschriebene Distanz von bis zu zwei Metern zu anderen Personen beim Laufen, Rasten und bei Gottesdiensten nicht möglich. “Da kämen allein bei unserer Wallfahrt mit bis zu 400 Pilgern mehrere Kilometer zusammen, wenn wir Distanz halten müssten.” Zudem sei die Verpflegung an den Raststationen nicht gewährleistet, weil Gaststätten wahrscheinlich noch nicht geöffnet haben. Die Übernachtung in Privatquartieren auf dem Rückweg in Seßlach sei den Gastgeberfamilien ebenfalls nicht zuzumuten. “Das ist sehr schade und schmerzlich, aber wir müssen in diesen Wochen und Monaten auf unsere eigene und die Gesundheit unserer Mitmenschen Rücksicht nehmen. Das ist bestimmt auch im Sinne der vierzehn Nothelfer. Bleiben wir an den Wallfahrtstagen miteinander im Gebet verbunden”, schreibt der Wallfahrtsführer an die Teilnehmer der Männerwallfahrt Bad Königshofen-Vierzehnheiligen.

Wallfahrt Bad Königshofen 2018

Wie Bad Königshofen haben unter anderem nun auch Merkershausen, Sulzfeld, Hollstadt, Bischofsheim, Mellrichstadt und Eyershausen abgesagt. Laut Guardian Brüggemann läuten zurzeit in de Basilika täglich um 14 Uhr die Nothelfer-Glocken. So sei man in Gedanken mit vielen Gläubigen verbunden, die zu Hause ein “Vater unser” beten.

Überstunden-Abbau und ein frommer Wunsch
Pro Jahr besuchen üblicherweise an die 500.000 Pilger den oberfränkischen Wallfahrtsort. Pater Dietmar Brüggemann zählt 180 Gruppen. Ihn selbst bewegt das Jahr ohne Wallfahrer auch emotional. Zu tun hat er aber trotzdem, denn auch die Absagen und vieles andere muss im Kloster organisiert werden: “Vierzehnheiligen lebt von der Wallfahrt auch materiell gesehen”. Verkaufsstände, Gastronomie und die Übernachtungseinrichtungen sind zurzeit geschlossen. Öffentliche Gottesdienste finden nicht statt, voraussichtlich bis Ende Mai. “Wir Franziskaner feiern die Heilige Messe zwar ohne Besucher, sind allen Gläubigen aber in ganz besonderer Weise beim Gebet verbunden.”

Laut Vierzehnheiligen-Geschäftsführer Raimund Hümmer bauen einige der rund 50 Angestellten, viele davon in Teilzeit, im Moment Überstunden ab. Das Küchenpersonal habe in der vergangenen Woche die Lagerbestände sortiert, bereits eingekaufte Getränke an die Lieferanten zurückgegeben. Pater Dietmar Brüggemann hofft, dass er das Wallfahrtsjahr 2020 noch nicht ganz abschreiben muss: “Wir halten uns bereit.” Das allerdings werde wohl ein “frommer Wunsch bleiben.”

Aus “Rhön u. Saalepost” vom Freitag 01. Mai 2020

Bilder Vierzehnheiligen

Neuer Guardian in Vierzehnheiligen

Seit einigen Wochen leitet Franziskanerpater Dietmar Brüggemann das Ordensleben im „fränkischen Bethlehem.“ Mit Wallfahrten hat der 62-Jährige Erfahrung, da er zuvor in Neviges bei Wuppertal wirkte. Wichtig ist es ihm, den Brüdern der Gemeinschaft nicht nur ein geistliches Zuhause zu ermöglichen, sondern auch eine Atmosphäre des Wohlwollens, der Gastfreundschaft und der Offenheit. „Alle sollen hier in ihrer Besonderheit leben und atmen können“, betont er. „An das gut Gewachsene anknüpfen, Bewährtes weiterführen und das ein oder andere neu zu erschließen“, nennt er als Ziele. Vor allem will der neue Guardian mit seinem Team und den vielen Helfern Vierzehnheiligen offenhalten für die Gläubigen und Suchenden. „Ich habe vom früheren Guardian und Leiter Pater Heribert ein wohlbestelltes Haus übernommen“, sagt Brüggemann. Unbekümmert habe er sich für die Aufgabe als Guardian von Vierzehnheiligen entschieden. Doch daraus sei nichts geworden: „Ich wurde gleich richtig ausgebremst. Eine meiner ersten Amtshandlungen war es, den Gläubigen vor der Eingangstür zu erklären, dass erstmals keine Gottesdienste aufgrund von Corona stattfinden. Ich wollte keine Schilder aufhängen, sondern es persönlich erklären. Einige wollten es gar nicht glauben.“ Viel Kraft forderten die Einschränkungen aufgrund der Pandemie den Franziskanerpatres in den vergangenen Wochen ab. „Immer wieder heißt es, das machen wir nicht und das auch nicht“, berichtet er. Führungen, Reisegruppen und einige Wallfahrten wurden abgesagt. „Das ist schon ganz schön frustrierend, gerade am Anfang meiner Tätigkeit in Vierzehnheiligen.“ Umso schöner sei es, dass Vierzehnheiligen den Menschen am Obermain so viel bedeutet: „Da gibt es eine starke Verbundenheit, die gewachsen ist, aber äußerlich zur Zeit ruht, da keine Gottesdienste stattfinden.“ Umso erfreulicher sei die Anteilnahme an Vierzehnheiligen in dieser schweren Zeit, die viele Gläubige per Mail oder die sogenannten sozialen Netzwerke im Internet bekunden. „Die Krise trifft uns an der empfindlichsten Stelle, denn Kirche und Seelsorge lebt von Nähe und Kontakt“, erklärt der Guardian. „Dass die heiligen Messen nicht öffentlich gefeiert können, ist ein großer Schmerz und Verlust. Es greift mir ans Herz, wenn ich die leere Kirche ohne Gottesdienstbesucher sehe.“ Doch es sei wichtig, nicht nur auf das zu schauen, was nicht möglich ist, sondern neue Dinge wertzuschätzen und zu praktizieren, die möglich sind und die einen Reichtum darstellen, empfiehlt Brüggemann.
So war in der Fastenzeit die „Mauer der Klage“ in der Basilika aufgestellt. Hier konnten die Gläubigen ihre Bitten und Klagen aufschreiben und ablegen. Beicht- und Gesprächsangebote finden samstags und nach Vereinbarung in der Beichtkapelle statt. In der Basilika sind die Franzikanerpatres regelmäßig präsent. Pater Dietmar wünscht sich, dass die Wallfahrten nach dieser Durststrecke wieder in Gang kommen und sich viele Menschen auf den Weg nach Vierzehnheiligen machen, um sich eine Stärkung für den Alltag zu holen und ihre Ängste zu verarbeiten. Vierzehnheiligen bezeichnet der Geistliche als „eine Art Leuchturm“ für bestimmte seelsorgerische Anliegen in ökumenischer Verantwortung, die in vielen Pfarrgemeinden so nicht möglich sind – etwa Segnungsgottesdienste oder Fastenpredigten.
Immer mehr Menschen kämen nach Vierzehnheiligen mit dem Wunsch, ein persönliches Fest, wie etwa ein Ehejubiläum zu feiern, was in vielen Gemeinden aufgrund des Priestermangels nur noch bedingt möglich ist.

Sorgen bereitet dem Guardian die Finanzierung der neuen Glocken, die ohne Einnahmen aus Führungen, von Reisegruppen oder Kirchenbesuchern schwieriger wird. Deshalb hofft Pater Dietmar auf Spenden.

Die Osterfeiertage haben die Patres im häuslichen Rahmen verbracht. „Uns ist es wichtig, dass die Kirche geöffnet bleibt, die Mesner und Kirchenschweizer werden die Kirche so festlich gestalten wie im letzten Jahr auch“, betonte der Guardian. So wurden das Kreuz und das „Heilige Grab“ aufgestellt und die Basilika geschmückt, damit die Gläubigen, die zum Beten in die Kirche kommen, zumindest etwas österliche Atmosphäre erfahren. Sobald wieder öffentliche Gottesdienst möglich sind, können auch Wallfahrten und Besuchergruppen kommen.

Auch der Nachwuchsmangel bereitet dem Franziskanerpater sorge. Von Sommer 2019 bis Sommer 2020 werden Deutschlandweit sechs Franziskanerklöster aus Personalmangel geschlossen. Vierzehnheiligen genieße in der Ordensprovinz allerdings einen besonderen Stellenwert. Und das Aufgabenfeld mit der Seelsorge, Gottesdiensten, Beichte und Wallfahrten sei besonders reizvoll. Dennoch bleibe die Frage, ob sich auf Dauer genug Patres für Vierzehnheiligen finden. Zurzeit leben vier Patres über 80 Jahre und drei im Arbeitsalter auf dem „heiligen Berg.“

Durch einen familiären Bezug kam Pater Dietmar zum Franziskanerorden. Über seinen Onkel kam der erste Kontakt zustande. So waren ihm die Brüder und ihr Leben von Kindheit an vertraut. Als Abiturient lernte er mehrere Franziskanerklöster kennen und das Gefühl „Da gehöre ich hin“ wuchs. „In all den 43 Jahren hab ich das nie bereut, nur dass ich mit 19 Jahre bereits ins Kloster eingetreten bin. Direkt nach dem Abitur hätte ich noch andere Erfahrungen außerhalb des Klosters machen sollen“, sagt er. Nach dem Studium in Münster und Freiburg wirkte der Franziskaner in Hannover, in Dortmund, in Paderborn, in Füssen im Allgäu sowie in Neviges. Ein Jahr lang arbeitete er als Taxifahrer in Münster und fuhr Menschen nach Hause, die nicht ahnten, dass sie mit einem Geistlichen im Auto saßen. „Ich habe selten so offene Gespräche geführt wie im Taxi“, erinnert er sich. Die raue Wirklichkeit der Großstadtnächte ermöglichte Brüggemann den Blick über den Tellerrand des Klosters. Ebenso die 13 Jahre, in denen er als Krankenhausseelsorger Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet hat. Ausgleich findet er in der Lektüre von Gedichten und beim Hören von Opern.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Segnungsgottesdienst zu Valtentinstag in Vierzehnheiligen

Nichts ist heißer als das Feuer der Liebe. So hatten sich am Sonntagnachmittag trotz stürmischem Wetter rund 350 Paare auf den Weg nach Vierzehnheiligen gemacht, um am ökumenischen Segnungsgottesdienst unter dem Motto „Weißt du noch ….?“ teilzunehmen. Dazu hatten die Franziskaner, die Franziskusschwestern und die evangelisch-lutherische Gemeinde Bad Staffelstein-Herreth eingeladen. In jedem Jahr erinnert der Valentinstag daran, welches Geschenk eine Ehe, eine Freundschaft, eine Partnerschaft ist. Verliebtsein kennt bekanntlich kein Alter. So trafen sich sowohl junge, frischverliebte Paare in der Basilika als auch solche, die schon vor Jahrzehnte den Bund fürs Leben schlossen und noch heute gemeinsam „durch dick und dünn gehen“.

Guardian Pater Dietmar Brüggemann, Pater Bernhard Braun, Schwester Alexia Hoderlein und ev. Pastor Matthias Hagen zelebrierten in diesem Jahr gemeinsam die ökumenische Segnungsfeier zum Valentinstag. Schwester Alexia gab Impulse zu was „Liebe heißt“. In seiner Predigt ging der Pastor Hagen auf das Motto „Weißt du noch ….?“ ein und erzählte von verschiedenen Erlebnissen. Dabei wurden die Erinnerung bei den Besuchern angeregt und ließen Bilder und Erinnerungen wach werden. Gänsehautgefühle kamen dann auf, als Georg Hagel eines der bekanntesten Lieder der britischen Band The Beatles aus dem Jahr 1967 „All You Need Is Love“ ( Alles, was du brauchst, ist Liebe) auf der Orgel vortrug. Dann fuhr der evangelische Pastor in seiner Predigt fort und ging auf das bekannteste Beziehungssymbol, die Ringe ein. „Vergleichen sie einmal ihre Ringe genauer und sie werden entdecken wie verschieden sie geworden sind mit der Zeit durch Kratzer und Schrammen. So wird auch eure Liebe in all den Jahren Gebrauchsspuren zeigen“, so Pastor Hagen. Die Liebe füreinander soll niemals aufhören, darin erinnern die Trauringe. Denn an einem Ring kann man wieder entlang fahren – er hat keinen Anfang und kein Ende. „Liebe ist wie eure Ringe, nicht dazu da, als glänzendes Geschenk in der Schublade zu verstauben, sondern euren täglichen Umgang miteinander zu begleiten“, so der evangelische Geistlicher weiter.

Schließlich – als schönem und natürlich sehr emotionalem Höhepunkt des Gottesdienstes schritten die Paare zum Gnaden-, Petrus- und Paulusaltar, um für sich und ihre Ehe von den Geistlichen den Segen Gottes zu empfangen. Sich an den Händen führend, fühlten sich die Paare in diesem Moment an den Gang zum Traualtar erinnert. Bei manchen, wie bei Anton und Anne Reinhardt aus Uetzing, die vor 42 Jahren heirateten, liegt der schönste, bis heute unvergessliche Tag im Leben schon eine Weile zurück. Sicherlich waren auch Paare vor Ort, bei denen Amors Pfeil erst vor kurzen ins Herz getroffen hat. Wunderschön war es anzusehen, wie die Pärchen voller Inbrunst mitbeteten, mitsangen und gemeinsam diesen Gottesdienst feierten. Die Partner sagten quasi noch einmal „Ja“ zueinander. Bei der Segnung durften sich die Paare auch über ein hübsches Kärtchen freuen, das zwei nebeneinander liegende Ringe zeigt. Der ökumenische Segnungsgottesdienst auf den „heiligen Berg“ hat die teilnehmenden Paare innerlich gestärkt und ihre Liebe gefestigt. Ein nettes Wort, ein Strauß Blumen, geschenkte Aufmerksamkeit – aber eben nicht nur am Valentinstag tut einer Beziehung immer gut. Mit phantasievoller Orgelmeditation verstand es Georg Hagel, Regionalkantor des Erzbistums Bamberg, die Segensfeier zu bereichern.

Text und Bilder: Gerd Klemenz