Ministranten besichtigen neue Glockenstühle

Die Arbeiten in den Basilikatürmen gehen gut voran. Bis jetzt wurde ausgeräumt, gestemmt, verschalt und betoniert. Dann kam der neue Boden, der absolut waagerecht ist. Vor dem Glockenstuhl-Aufbau sind die Glocken mit einem riesigen Kran in die Kirchtürme hochgehoben. Schließlich konnte auch der Glockenstuhl in Einzelteilen hochgebracht werden.

Bevor nun die Glocken aufgehängt werden, machten sich die Ministranten auf den Weg, um den Stand der Dinge zu inspizieren. Zu Fuß sind sie die Treppe auf dem Gerüst hochgestiegen. Auf dem Weg nach oben hielten sie kurz an dem Relief an der Fassade der Basilika an und staunten über die Größe der Figuren. Es ist die Darstellung der Erscheinung aus dem Jahre 1446.

Schließlich erreichte die Gruppe den Eingang in das Innere der Türme. Voll Begeisterung schauten sie sich die neuen Glockenstühle und alle 11 Glocken genau an.

Segnung des Aufliegers für die Fernfahrer Seelsorge

Da staunten die Besucher der Basilika nicht schlecht, was da im Konvoi dem „Heiligen Berg“ hochfuhren. Acht, etwa um die 540 PS starke Sattelzugmaschine, eine sogar mit einem Auflieger auf dessen Plane die Botschaft „Hier fährt ein Mensch! Seine Würde ist uns heilig!“stand, parkten auf den Vorplatz ein. Grund hierfür war eine Aktion der „Arbeitsgemeinschaft Kirche für Fernfahrer“, die bereits vor einem Jahr in die Wege geleitet wurde. „Da hat mir der Inhaber der Bad Staffelsteiner Firma CS-Trans Christian Schad die Möglichkeit unterbreitet, einen seiner Sattelauflieger für unsere Sache auf die Straße zu bringen“, erzählte Pastoralreferent und Fernfahrerseelsorger Norbert Jungkunz.

Anfang August war es dann soweit und der Auflieger mit der gestifteten Plane stand in Grundfeld auf dem Firmengelände, am Samstagnachmittag wurden nun die Fahrer und die Fahrzeuge, die den neuen Sattelauflieger mit der Werbung für die Fernfahrerseelsorge ziehen durch Franziskanerpater Heribert Arens gesegnet. „Hier fährt ein Mensch und seine Würde ist uns heilig“, sei eine ganz wichtige Botschaft. „Die Arbeit, die hinter dem Lenkrad geleistet wird ist für die Wirtschaft absolut notwendig und eigentlich unbezahlbar. Der wachsende Konkurrenzdruck mit unfairen Mitteln macht es Speditionen schwer in diesem Wettbewerb zu bestehen. Sie müssen sich dem Kundenwunsch anpassen, wenn sie gute und faire Löhne bezahlen will“, betonte Norbert Jungkunz. „Die Versorger brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine vernünftige Verkehrspolitik, die Sozialdumping und Ausbeutung auf der Straße verhindert. Es sind Menschen, die den Auftrag der Beförderung aufnehmen und als solche haben sie Wertschätzung verdient. Dies wollen wir ausdrücken und Ihr helft uns diese Botschaft auf die Straße zu bringen“, so der Fernfahrerseelsorger zu den Brummifahrerinnen und -fahrer.

Nach einem Gebet segnete dann Pater Heribert den Auflieger, die Sattelzugmaschinen und das Personal mit Weihwasser. Mit einem kräftigen Schlag auf den Prägestock konnten sich nun alle aus einem Rolling ein Medaillon mit einem Abbild des heiligen Christophorus erstellen. Dankesworte gab es zum Schluss an Markus Löw, den Grafiker und Designer der Plane sowie an Heiko Schlensogg von der Firma Schwarzmüller und Christian und Werner Schad von CS-Trans. Der Auflieger und seine Botschaft wird nun auf den Weg geschickt. In der Hoffnung, dass diese Botschaft gelesen wird und Menschen zum Nachdenken bringt – oder Aufmerksam macht auf die besondere Situation der Fahrerinnen, Fahrer und den Speditionen.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose nach Vierzehnheiligen

Die 13. Wallfahrt für Arbeitende und Arbeitslose 2019 führte nach Vierzehnheiligen, den Ort, zu dem die Menschen ihre Sorgen hintragen und an dem sie sich angenommen fühlen. Sie stand unter dem Leitwort: „Wo es gerecht zugeht, da herrscht Friede, Ruhe und Sicherheit – für immer.“ „Dieses Bibelzitat drückt aus, dass wir uns nicht irre machen lassen wollen in unserem Bemühen um eine gerechtere Gesellschaft, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und um ein solidarisches Miteinander“, erklärte Betriebsseelsorger und Pastoralreferent Norbert Jungkunz.

Eingeladen hatten die Katholische Betriebsseelsorge Bamberg, der Diözesanverband Bamberg und das Franziskanerkloster Vierzehnheiligen. Nach der Begrüßung am Seubelsdorfer Kreuz in Lichtenfels durch Franziskanerpater Heribert und einem Gebet von Domkapitular Dr. Peter Wünsche ertönte erstmals die Mahnglocke, und die Wallfahrt setzte sich in Bewegung. Angeführt wurde sie von Mitarbeitern des Hallstadter Michelin-Werks. Sie trugen das Banner mit der Aufschrift „Arbeit ist Menschenrecht“ und erinnerten dabei an die schrittweise Einstellung der Produktion in ihrem Unternehmen bis 2021. 860 Mitarbeiter werden dort ihren Job verlieren. Mit einem Banner mit dem Schriftzug „Ich geh in die Luft! 950 + 200 Kollegen entlassen!“ verwiesen Simone Augustin und Alexandra Hösel auf die aktuelle Situation beim Zigaretten-Konzern „British American Tabacco“ (BAT). Nachdem bereits 2017 der Zigarettenhersteller in Bayreuth 950 Beschäftigte entlassen hat, werden bis Januar 2020 nochmals knapp 200 Stellen gestrichen. Auf dem gemeinsamen Weg zur Basilika thematisierten an vier Stationen Betroffene die Sorgen und Nöte der Menschen in der Arbeit und in Arbeitslosigkeit.

Die musikalische Begleitung auf dem Weg zur Basilika übernahm eine Abordnung des Blasmusikvereins Bischberg. „Auf dem Weg in die Lazarusgesellschaft?!“: Diese Frage stellten sich die Teilnehmer an der ersten Station. „Lazarus“ steht heute für Leiharbeit, befristete Arbeit, Niedriglohn, Harz IV, prekäre Arbeit, Armutsrente, unbezahlbaren Wohnraum, aber auch die Armut der Flüchtlinge und Vertriebenen und fast zwei Millionen arme Kinder. „Armut und Hartz VI – Die Würde des Menschen ist antastbar“, hieß es an der nächsten Station. Ist es angemessen, dass ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW eine Betriebsrente von etwa 93 000 Euro im Monat bekommen, Hartz-IV-Empfänger aber monatlich mit 416 Euro plus Miete und Heizkosten auskommen sollen? „Soziale Sicherung – wichtig für unsere soziale Gerechtigkeit!“, lautete das Thema an der dritten Station, gestaltet von Mitgliedern der KAB. Seit Jahren würden die Leistungen durch Reformen reduziert. Die Folgen seien private Zuzahlungen der Sozialversicherten. Oder sie müssten mit den Lücken leben. An der letzten Station sprachen Betriebsseelsorger mit Betriebsräten über die Frage „Wo bleibt der Mensch? – Arbeitsbedingungen und Digitalisierung“.

Die Eucharistiefeier in der päpstlichen Basilika feierte Domkapitular Dr. Peter Wünsche mit der Pilgergruppe. Im Anschluss an den Gottesdienst lud Pater Heribert die Wallfahrer zu einer herzhaften Suppe in den Klostergarten ein.

Text und Bilder: Gerd Klemenz

Glockenweihe mit Erzbischof Ludwig Schick

Pünktlich zum Kirchweihfest sind auch die sechs neuen Glocken in Vierzehnheiligen angekommen. Im Pontifikalamt am 08. Sept. wurden sie von dem Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweiht. Nach der Predigt sprach der Erzbischof das Gebet zur Glockenweihe. Anschließend zog er in der Prozession mit den Ministranten zu den Glocken hin. Vor der Segnung jeder einzelnen Glocke erklärte der Kirchenrektor P. Heribert die Namen der Glocken. Im Anschluss salbte sie der Erzbischof mit dem Chrisamöl, besprengte sie mit dem Weihwasser und beweihräuchte sie mit dem Weihrauch. Als letzes schlug er drei Mal mit dem Bischofsstaab auf.


Gebet zur Glockenweihe
Herr, des Himmels und der Erde, dich preist deine Schöpfung. Im Himmel und auf der Erde erschallt dein Lob. Voll Vertrauen bitten wir dich: Segne diese Glocken, die dein Lob künden. Sie sollen deine Gemeinde zum Gottesdienst rufen, die Säumigen mahnen, die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Glücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleiten. Segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocken dringen wird und führe so deine Kirche von überallher zusammen in dein Reich. Das gewähre uns durch Christus, unseren Herrn.

Als erste segnet der Bischof die Bernhard und Benediktglocke. Diese beiden Heiligen stehen für die zisterziensische Tradition von Vierzehnheiligen.
Die Inschrift auf der Glocke lautet:
HEILIGER BENEDIKT – WAS GIBT ES SCHÖNERES ALS DIE STIMME DES HERRN DER UNS EINLÄDT
HEILIGER BERNHARD – ÖFFNE DAS OHR DEINES HERZENS

Als nächste segnet der Bischof die Franziskusglocke
Als Inschrift trägt sie den Text des Gebetes, das Franziskus auf der Suche nach dem rechten Weg vor dem Kreuzbild von San Damiano gebetet hat:
HÖCHSTER GLORREICHER GOTT, ERLEUCHTE DIE FINSETRNIS MEINES HERZENS UND SCHENKE MIR RECHTEN GLAUBEN, SICHERE HOFFNUNG UND VOLLKOMMENE LIEBE.

Als Dritte Glocke segnet der Bischof die „Regina coeli“-Glocke
Sie trägt die Inschrift:
REGINA COELI LAETARE QUIA QUEM MERUISTI PORTARE RESURREXIT SICUT DIXIT + + ORA PRO NOBIS DEUM + HALLELUJA
Freu dich, du Himmelskönigin, den Du zu tragen würdig warst, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Bitt Gott für uns, Halleluja

Als Vierte segnet der Bischof die „Ave maris stella“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Beginn eines Maria geweihten Hymnus
AVE MARIS STELLA DEI MATER ALMA ATQUE SEMPER VIRGO FELIX COELI PORTA
Meerstern ich dich grüße, erhabene Mutter des Herrn, immerwährend Jungfrau, glückliche Pforte des Himmels

Als fünfte segnet der Bischof die „Ave Domina Angelorum“-Glocke. Sie trägt die Inschrift:
AVE REGINA COELORUM AVE DOMINA ANGELORUM SALVE RADIX SALVE PORTA EX QUA MUNIDO LUX EST ORTA
Sei gegrüßt, Du Königin der Himmel, sei gegrüßt, du Herrin der Engel,
sei gegrüßt, du Wurzel, der das Heil entsprossen, du Tür, die uns das Licht erschlossen.

Als sechste Glocke segnet der Bischof die „Puer natus est“-Glocke
Sie trägt als Inschrift den Eingangsgesang zum Weihnachtsfest:
PUER NATUS EST NOBIS et FILIUS DATUS EST NOBIS
Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.

Der Klang der Glocken

Das erste anläuten der neuen Glocken in der Basilika Vierzehnheiligen. Der Klang ist einfach unbeschreibbar…

Die neuen Glocken sind nun in Vierzehnheiligen

Am Donnerstag morgen, 05.09.2019 kamen die neuen Glocken in Vierzehnheiligen an. Im laufe des Vormittags wurden sie vom LKW abgeladen und in die Basilika mit einem Gabelstapler hineigefahren. Dann folgte der Aufbau. Auf einem Eichenbalken wurden alle sechs Glocken mit dem Gesamtgewicht von 1.690 kg aufgehängt. Die größte Glocke wiegt 702 kg, die kleinste 82 kg.


Artikel aus der Regionalzeitung:

Eine ganz besondere Fracht kam am Donnerstagfrüh (05.09.2019) im Gottesgarten am Obermain an. Ein Sattelzug brachte dabei die sechs neuen, glänzenden Kirchenglocken der Gießerei Bachert aus Neunkirchen/Baden zum „Heiligen Berg“ hoch. Zoran Radojevic, der die Glocken transportierte, verriet, dass er im Normalfall andere Sachen transportiert und dieser Glockentransport schon etwas Besonderes für ihn war. „Am Mittwochnachmittag holte ich die neuen Glocken bei der Gießerei ab und fuhr dann los, damit ich heute früh rechtzeitig da war“, so Radojevic.

Mit viel Fingerspitzengefühl wurden nun die sechs Glocken vor dem Südportal der Basilika mit Hilfe eines Staplers abgeladen und die Paletten sicher in die Basilika abgestellt. Beim Einbringen der großen Bernhard Benedikt-glocke erklang sogar „Großer Gott“ auf der Chororgel. Nun galt es das ebenfalls mitgelieferte „Weihegestell“ auf den dafür vorgesehenen Platz vor dem Hochaltar in Stellung zu bringen. Daran wurden schließlich die neuen Glocken, mit einem Durchmesser von 487 bis 1045 Millimeter und einem Gewicht von 82 bis 750 Kilogramm, befestigt.

Ende April gab Albert Bachert den Guss für die neuen Glocken frei, die nun am Ziel angekommen sind. In den nächsten Wochen können sie in der päpstlichen Basilika bewundert werden und am Christkönigsonntag (24. November) soll das Geläut im Wallfahrtsort erstmals wieder erklingen.

Am letzten Samstag im August fuhren Basilika-Mesner Tobias Hartmann sowie Organist Georg Hagel ein letztes Mal nach Neunkirchen, um gemeinsam mit dem Glockensachverständigen Dr. Claus Peter die klangliche Abnahme der Glocken vor der Auslieferung beizuwohnen. Dabei wurden die exakten Tonhöhen des Nominal („Grundschlagton“) und die weiteren Obertöne der Glocke wie Terzen, Quinten und Oktaven sowie deren eventuelle Abweichungen und die „Nachhall-Zeit“ gemessen, dokumentiert und mit den Vorgaben der Auschreibung verglichen. Nach vier Stunden penibler Prüfung wurden alle Instrumente für außerordentlich gut befunden und haben die „Qualitätskontrolle“ grandios durchlaufen.

Am Sonntag, 8. September fand nun die Glockenweihe im Rahmen des Kirchweihgottesdienstes statt. Am Großparkplatz hinter der Absperrung, am Parkplatz hinter der oberen Schranke und am Fuß der Treppe von Wolfsdorf her war jeweils um 10 Uhr Treffpunkt für eine Sternwallfahrt, die sich dann mit dem Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick in die Basilika begab. Dort fand um 10.30 Uhr das Pontifikalamt zum Kirchweihfest mit Glockenweihe statt, das der Basilika-Chor Gößweinstein unter der Leitung von Regionalkantor Georg Schäffner mitgestalten. Anschließend war beim Fest auf dem Basilika-Platz für das leibliche Wohl gesorgt. Zum Abschluss des Festtages fand um 15 Uhr eine feierliche Orgelvesper mit Basilikaorganist Georg Hagel statt.

Text: Gerd Klemenz

Abnahme der Glocken

Am Samstag den 31.08.2019 fuhren Basilika-Mesner Tobias Hartmann und Organist Georg Hagel ein letztes mal zur Firma Bachert in Neunkirchen, um gemeinsam mit dem Glockensachverständigen Dr. Claus Peter der klanglichen Abnahme der Glocken vor der Auslieferung beizuwohnen. Dabei wurden die exakten Tonhöhen des Nominal („Grundschlagton“) und die weiteren Obertöne der Glocke wie Terzen, Quinten und Oktaven sowie deren evtl. Abweichungen und die „Nachhall-Zeit“ gemessen, dokumentiert und mit den Vorgaben der Auschreibung verglichen…

Nach vier Stunden penibler Prüfung wurden alle Instrumente für außerordentlich gut befunden und haben die „Qualitätskontrolle“, wie man es im Industrie-Bereich nennen würde, grandios durchlaufen.

Nun freut sich ganz Vierzehnheiligen, die „Stadt auf dem Berge“, auf die feierliche Ankunft der Glocken Ende der Woche. Danach werden sie geschmückt, in speziellen „Weihegestellen“ aufgehängt und vor dem Hochaltar plaziert, um in einem Pontifikalamt am Sonntag 08.09. 2019 um 1030 Uhr vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick geweiht zu werden.

Arbeiten am Glockenturm in Vierzehnheiligen

Die Vorbereitungsarbeiten für die neuen Glocken am Wallfahrtsort laufen zur Zeit auf vollen Touren. Kürzlich wurden die Ringanker in den beiden Glockentürmen der Basilika Vierzehnheiligen betoniert. Aus diesem Grund musste die Durchgangsstraße vorrübergehend gesperrt werden und der Verkehr wurde über den Basilika Vorplatz umgeleitet. Große Betonmischer mit einem Fassungsvermögen von etwa sechs Kubikmeter Beton und eine Autobetonpumpe mit ihren knapp 60 Meter langen Betonverteilermast, der auf einem 6 – achsigen Fahrgestell montiert war, benötigten die ganze Straße im Kurvenbereich vor dem Haupteinganges an der Westfassade. Mit viel Fingerspitzengefühl führte der Pumpenfahrer den langen Verteilerschlauch gekonnt durch die Schallläden ins innere der Glockentürme. Insgesamt wurden neun Kubikmeter Beton bis in die Nachmittagsstunden verarbeitet, um in Zukunft einen festen Stand für die neuen Glockenstühle zu gewährleisten.

„Bereits seit 12. Mai läuten die Glocken in Vierzehnheiligen nicht mehr“, so Pater Heribert kürzlich. Grund hierfür sind die Arbeiten in den beiden Glockentürmen. Erst einmal galt es die alten, historischen Glocken von den eisernen Haltebändern, welche die Glocken an den Stahljochen befestigten, entfernt und mithilfe von Flaschenzüge und Rundschlingenbänder gesichert werden. Nun galt es bei hochsommerlichen Temperaturen die beiden Stahljoche zu entfernt. Denn die Wurzeln des Übels waren die Joche, in den die Glocken hingen sowie instabile und mit Stahl massiv verstärkte Glockenstühle des 19. Jahrhunderts, die mit dem Mauerwerk der Türme verbunden waren. So übertrugen sich die gefährlichen Schwingungen an das Mauerwerk und gefährdeten so auch die Substanz der Türme. Danach galt es dann das lose Mauerwerk und den alten Untergrund in mühevoller Handarbeit abzutragen. Mit Eimern musste der Bauschutt schließlich über den Bau-Aufzug in die Tiefe befördert werden. „Schätzungsweise wurden so etwa acht Tonnen abgetragen“, erklärte ein Bauarbeiter vor Ort. Zuvor wurde nun die Ringankerschalung hergestellt und ein entsprechender Bewehrungskorb eingebaut. Nach dem Betonieren kann nun in den nächsten Monaten mit dem Einbau der neue Eichenholzjoche begonnen werden. Denn am Christkönigsonntag (24. November) soll das Geläut im Wallfahrtsort erstmals wieder erklingen.

Text & Bilder: Gerd Klemenz

Fahrzeugsegnung Vierzehnheiligen

Für viele Menschen steht der Urlaub vor der Tür oder unzählige Leute sind mit dem Auto unterwegs zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit. Die Verkehrsmittel helfen dem Menschen, sein Leben zu gestalten. Kraftfahrzeuge sind ein unentbehrlicher Bestandteil im Leben des Menschen und der Gesellschaft geworden. Sie fordern ihn aber auch heraus, sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Natur bewusst zu sein. Damit dieser Einsatz und diese Verantwortung, mit seinem rechten Verhalten im Straßenverkehr auch unter dem Schutz Gottes steht, feierten zahlreiche Gläubige am vergangenen Sonntagnachmittag in der Basilika Vierzehnheiligen zu Ehren des heiligen Christophorus eine Andacht.

In seiner Predigt ging Pater Heribert zunächst auf die Legende des Heiligen ein, der seine Kraft in den Dienst des mächstigen Herren stellen wollte. Ein Einsiedler führte ihm hierbei vor Augen, dass dies nur Gott sein könne. An einer tiefen Furt trug der bärtige Riese Reisende durch den reißenden Fluss. Als er eines Tages einen Knaben auf die Schulter nahm, so wird erzählt, trug sich das Kind anfangs sehr leicht. Doch je weiter sie kamen, desto schwerer schien es zu werden. „Mir war es, als hätte ich die Welt auf der Schulter getragen“, soll er hinterher gesagt haben. „Der Christophorus ist ein aktueller Heiliger“, so der Franziskanerpater weiter und erinnerte dabei an die Bilder als das letzte Mal über Hochwasser berichtet wurde. Donau, Elbe, Mulde oder Saale waren zu reißenden Flüssen geworden, die Dörfer und Städte überfluteten. Da sah man den Christophorus von heute, in Gestalten von Feuerwehrleute. „Da wurde die Christophoruslegende in unseren Tagen lebendig“. Aber nicht nur Wasser können uns überschwemmen, so der Pater. Zum Beispiel die Werbung, in der wir zu ertrinken drohen. „Wer trägt uns durch diese Flut?“ fragte der Geistliche. Eine Flut von Sinnangeboten überschwemme unsere Gesellschaft mit teilweise zweifelhaften Ratgebern. „Wer gibt Orientierung und Halt?“ Mancher Helfer habe vielleicht auch Christus durch die Flut getragen, ohne es zu wissen. „Menschen in den Überschwemmungsgebieten brauchten und brauchen unserer Hilfe“, war sich der Pater sicher.

Nach der Andacht lud Guartian Heribert die vielen Gläubige zur Fahrzeugsegnung ein. Viele Autos und Motorräder aus nah und fern waren auf den Vorplatz der Basilika abgestellt. Geduldig machten sich die Franziskanerpatres Alexander und Heribert auf den Weg, um zunächst das Gefährt und anschließend jeden Fahrer einzeln zu segnen.
Christophorus ist der Schutzheilige aller Reisenden und zählt zu den 14 Nothelfern. Am Gnadenaltar wird er als großer, starker Mann dargestellt, der das Jesuskind auf der Schulter trägt und einen Baumstamm in Händen hält.

Text & Bilder: Gerd Klemenz