Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

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April 2017
Geistliche Impulse

Die Geschichte von Vierzehnheiligen ab 1803

fassade

Nicht lange erfreuten sich die Zisterzienser ihrer prächtigen Wallfahrtskirche. Nach gut 30 Jahren zogen düstere Wolken über die Abtei Langheim und damit über die Propstei und Kirche Vierzehnheiligen. Das einschneidende Datum war das Jahr 1803:

die Säkularisation raubte den Zisterziensern von Langheim alle ihre weit verzweigten Besitzungen. Die Abteikirche von Langheim mit Teilen der Klosteranlage wurde nach der Enteignung abgerissen, die Wallfahrt von Staats wegen verboten. 1835 verbrannten durch einen Blitzeinschlag verursacht die beiden Türme, die Orgel und das Kirchendach. Durch Wassereinfluss waren die Fresken Appianis schwer geschädigt. Der Dachstuhl wurde dann unter der Leitung der Franziskaner, die durch König Ludwig I. seit 1839 die Wallfahrt übernahmen, wieder errichtet, allerdings nicht mehr so steil.

Die Türme, die nur provisorisch instandgesetzt wurden, erhielten erst Anfang des 20. Jh. ihre ursprüngliche Form zurück. Im Zuge der ersten Renovierung übermalte der Münchner Historienmaler Augustin Palme, der auch alle Altarbilder ersetzte, die Appiani-Fresken mit Neuschöpfungen. Mitten im 1. Weltkrieg ließen die Verantwortlichen die Palme -Fresken beseitigen, wobei auch viel "Appiani-Reste" verloren gingen. Dabei versuchten die Restauratoren im Sinne Appianis die Farbigkeit der ehemaligen Fresken wiederherzustellen.

Nach wenigen Jahrzehnten verrußten die Wände und Gewölbe so stark, dass sie 1957 - 1959 neu getüncht werden mussten. Kurz vorher (1951) ersetzten die Franziskaner an den vorderen Seitenaltären die Palme-Bilder durch zwei Bilder von Paul Plontke. Am ehemaligen (rechten) Malachiasaltar (der hl. Erzbischof Malachias war der Patron des Abtes, der 1772 die Kirchenweihe erlebte) sehen wir heute den hl. Antonius von Padua, den Patron der Bayerischen Franziskanerprovinz, am linken Seitenaltar stellten die Franziskaner ein Bild ihre Gründers auf: Franziskus von Assisi wie er auf dem Alverna die Wundmale durch den "Seraph" empfängt.

Von 1982 - 1990 wurde der Kirchenraum nach genauen Befunduntersuchungen so restauriert, dass ihm seine ursprüngliche Erscheinung zurück gegeben werden konnte. Zugleich konnten in den Kartuschen des Hauptfreskos die von Appiani stammenden Reste monochromer Bilder mit den 8 Seligkeiten rekonstruiert werden. Den eigentlichen Abschluss der Renovierung darf man in der feierlichen Segnung der neuen Hauptorgel durch Erzbischof Dr. Karl Braun am 26. September 1999 sehen (siehe eigener Artikel!).