Gott suchen kann ich auf vielen Wegen,
finden werde ich ihn dort, wo ich liebe.  

Christa Carina Kokol

Gottesdienst Termine

Monats-Schaukastenplakat

April 2017
Geistliche Impulse

Beten mit den Füssen

Die vielen Wallfahrer und einzelnen Pilger prägen das Bild dieses fränkischen Wallfahrtsortes. Die Basilika zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten Deutschlands und weist nach Kevelaer und Altötting die höchsten Besucherzahlen auf. Die Wallfahrt, noch vor Jahren von Einzelnen totgesagt, hat eine Neubelebung erfahren. Die urbiblische Erfahrung des Unterwegsseins ist zur neuen Ausdrucksform des Glaubens geworden. "Beten mit den Füßen" nennen es junge Christen. Nicht selten beteiligen sich auch Fernstehende und Andersgläubige am Gebetsgang zu den vierzehn Nothelfern. - Gelebte Ökumene, die der existentiellen Erfahrung des Menschen, nämlich ein „Pilger auf Erden“ zu sein, sehr entgegenkommt.

Geborgenheit erfahren

Und was erwartet sie, die da fünfzig oder hundert Kilometer unterwegs waren? Keine großen Wunder. Beim feierlichen Einzug ist es das Erfahren der Geborgenheit: "Lass im Hause dein, uns all geborgen sein!" Hier ist es erlebbar.

Ein hoher Stellenwert kommt der Wallfahrtsseelsorge zu. Allein die Fußwallfahrten - um die 180 im Jahr - werden von uns in die Basilika begleitet und begrüßt. In der Kirche können sie dann zusammen mit den Franziskanern Bussgottesdienste, Hl. Messen und Andachten miterleben. Später verabschieden wir die Pilger wieder und begleiten sie hinaus. Natürlich gehört zu einem Wallfahrtsort immer auch die Beichtseelsorge und so nimmt der Beichtstuhl bzw. das Beichtgespräch einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit ein. Über 5.000 sind es pro Jahr. Ein Mitbruder gibt sogar die Möglichkeit zur psycho-spirituellen Lebensberatung nach vorheriger Anmeldung. Seit 2006 bieten wir auch besondere Gottesdienste, wie z.B. „Durchkreuzte Lebenspläne“, „Ökumenischer Segnungs- und Salbungsgottesdienst“ oder „Oase des Trostes“ an.

Gnadenort in einer gnadenlosen Welt

Für die vielen Besucher aus nah und fern bieten wir Kirchenführungen an. Die Tendenz ist dabei steigend. Im Jahr 2013 waren es ca. 400  Führungen mit ZuhörerInnen aus aller Welt. Dabei erzählen wir nicht nur die Baugeschichte, sondern auch vom Entstehen der Wallfahrt. Und wir versuchen, den Menschen den theologischen und spirituellen Sinngehalt des Gotteshauses und der Wallfahrt nahe zu bringen. Wir möchten das Reden über den Prachtbau Balthasar Neumanns nicht den Historikern und Kunstgeschichtlern allein überlassen. Sie haben Unverzichtbares beizutragen, doch greift ihre Perspektive oft zu kurz. Vierzehnheiligen steht unter dem Vorzeichen des Glaubens. Ein Wunder gab den Anlass zum Bauen, die Theologie ließ Pläne reifen, die Architektur setzte sie um und Kunst krönte das menschliche Bemühen.

"Wallfahrtsorte sind die heimlichen Hauptstädte der Welt. Schnittpunkte menschlicher Hoffnung, die nie aufhört, auch dann nicht, wenn der Mensch nicht mehr aus noch ein zu wissen meint. Wallfahrtsorte sind Gnadenorte in einer gnadenlosen Welt."
(Konrad Adenauer)

Zuhören und künden

Seit 1839 wirken Franziskaner in Vierzehnheiligen. König Ludwig I. von Bayern hat ihnen nach der Säkularisation die Wallfahrtsseelsorge anvertraut. Es war ein hartes Beginnen: "Arm wie eine Kirchenmaus" fingen sie an, so weiß die Chronik zu berichten. Die über 160-jährige Geschichte der Franziskaner in Vierzehnheiligen kennt ein Auf und Nieder. Über Langeweile brauchten sie sich zu keiner Zeit zu beklagen. Auch heute haben die Brüder "Vollbeschäftigung". Wallfahrtsseelsorge, das heißt Da-Sein und Offen-Sein, heißt zuhören und künden, sich um Menschen kümmern und sie betreuen, und … einfach das fränkische Heiligtum hüten.