Jahresthema

 

Thema der Wallfahrten im Jahr 2020

 

 „Gesegnet bist du…“

Es ist ein Wort aus dem Lukasevangelium (Lk 1, 42.). Elisabeth spricht Maria dieses Segenswort zu. Beide sind sie durch eine unverhoffte Schwangerschaft verunsichert, beide fühlen sich jedoch auch in besonderer Weise beschenkt und miteinander verbunden. Bemerkenswert ist wohl, dass es sich hier nicht um einen Segen durch einen Amtsträger, einen Priester oder Rabbiner handelt. Es ist ein Segen von Frau zu Frau, von Mensch zu Mensch. Damit kann deutlich werden, dass jede und jeder einen anderen segnen kann. Das lateinische Wort für ‚segnen‘ ‚benedicere‘ macht das vielleicht noch deutlicher. Wörtlich übersetzt heißt es ‚Gutes sagen‘. Einem Menschen etwas Gutes, Schönes zusprechen, ihm etwas Gutes zu wünschen, ihn zu loben, das ist eine Form des Segnens. Jemanden segnen heißt, ihm die Botschaft zu vermitteln:‘ Gut, dass du da bist. Ich bin froh, dass es dich gibt. Es soll dir gut gehen. Sei behütet und beschützt.‘ Ein Kind sagte einmal: „Segen ist wie ein Dach über mir.“

Solche Botschaften sind umso wichtiger, je unsicherer jemand ist, so akzeptiert zu sein, wie er/sie ist. Deshalb brauchen wir wohl immer wieder eine Vergewisserung auf den unterschiedlichen Etappen unseres Lebensweges. Wir brauchen diese Botschaft, die wir uns nicht selber sagen können: dass Gott Ja zu uns sagt mit unseren Erfolgen und unserem Glück, aber auch mit unserem Versagen und Scheitern,- jener Gott, von dem alles Wohlwollen und aller Segen ausgeht.

Kommen Sie alle also gerne zur Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, lassen Sie sich mit Segen beschenken und haben Sie Mut, viel von diesem Segen an die weiter zu geben, die zu Ihnen gehören und an alle, die des Segens gerade besonders bedürfen.